Acht Regeln für gute Texte

Es klingt so einfach und ist doch so schwer – Texte zu schreiben, die auch gelesen werden. Dabei muss man nur wissen, wie es richtig gemacht wird. Wir haben hier acht wichtige Regeln für Texte, bei denen man bis zum Schluss lesen will.

  1. Formuliere konkret.

Vermeide leere Worthülsen und schreibe, was Sache ist. Positiv besetzte Wörter wie „Praktikabilität“ oder „Moderne Kommunikationsformen“ klingen toll, bieten aber keinen Informationswert, weil sie viel zu schwammig sind. Der Leser will konkret wissen, wo der Mehrwert liegt.

Mache zum Beispiel aus „zu diesem Zeitpunkt“ ein „jetzt“.

Auch sogenannte Nullwörter, Füllwörter, Flickwörter und Blähwörter solltest du vermeiden.

Ein Beispiel: „Ich habe dir das doch schon gestern gesagt.“ Ohne Füllwort: „Ich habe dir das gestern gesagt“ – hört sich anders an, oder?

  1. Verben rein, Substantive raus

Verben stärken den Text – Substantive langweilen (vor allem die, die auf -ung enden). Formuliere aktive Sätze, mache aus dem substantivierten Verb wieder ein richtiges Verb.

Hier ein Beispiel: „Wir bieten Versicherungen“ oder „Wir versichern dein Haus, deine Familie, dein Auto, dein Haustier und dich selbst.“

  1. Nutze „gute“ Verben.

Verben sind ein wichtiger Bestandteil von Texten und verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit. Während sie Texte bildhafter und lebendiger gestalten können, wirken Beiträge durch die Verwendung von ‚falschen‘ Verben schnell umständlich oder monoton.

Die Klassiker hierfür sind: machen, sein und haben.

  1. Hebe Worte bewusst (!) hervor.

Gezielt eingesetzte Hervorhebungen von Worten/ Satzabschnitten  steigern den Lesefluss eines Textes. Hervorhebungen helfen, den Text zu unterteilen, überfliegen und den Inhalt zu erfassen, kurzum dem Leser hilft, den Text schnell und leicht zu lesen.

  1. Prahle nicht mit Expertenwissen.

Dein Expertenwissen in allen Ehren, aber einfacher ist besser. Benutze daher trotz aller Kompetenz Worte, die nicht der Expertensprache entstammen und für jeden verständlich sind. Denn dein Leser muss nicht unbedingt deine Fachtermini kennen.

  1. Nutze kurze Sätze.

Eine der wichtigsten Regeln: je wichtiger die Aussage, desto kürzer der Satz. Wir behalten Hauptsätze besser als Nebensätze. Deshalb lange Sätze vermeiden und kurz fassen. Längere Sätze in mehrere einzelne Sätze aufteilen.

  1. Lasse Subjekt und Prädikat zusammen.

Durch eingeschobene Nebensätze trennen wir im Deutschen gerne, was zusammengehört. Stelle deine Sätze so um, dass Subjekt und Prädikat wieder beieinander sind.

Ein Beispiel: Er (Subjekt) war noch nie zuvor eine solche Frau, die nicht nur schön, sondern auch intelligent und gut erzogen war, begegnet (Prädikat).
Besser:Er (Subjekt) war noch nie zuvor eine solche Frau begegnet (Prädikat), die nicht nur schön, sondern auch intelligent und gut erzogen war.

  1. Starke Wort sind kurz.

Kurze, starke Worte bleiben hängen. Wir merken uns den Auto eher als die Kraftfahrzeug oder das „Volk“ eher als die „Bevölkerung“. Prüfe deinen Text auf lange Wörter. Vielleicht gibt es eine kurze, prägnantere Version.

Und noch drei Tipps von mir:

Der Duden Online-Dienst „Duden-Mentor“, den ich vor einigen Wochen vorgestellt hatte, hilft dir, die Floskeln, Bläh- und Füllwörter sowie Passivsätze und unglückliche Satzstellungen zu finden.

Lese deinen Text immer laut. Das klingt zwar seltsam, hilft aber. Denn durch das Hören wird uns manches klarer.

Und lass jemanden anderes den Text lesen, der nicht im Thema ist.

Wir wünschen viel Spaß beim Schreiben und Lesen 😊.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.