Lebendig und klar: Wie du mit Verben, Aktivform und kurzen Sätzen besser schreibst
Viele Texte wirken schwerfällig, weil zu viele Substantive, Passivkonstruktionen und verschachtelte Sätze verwendet werden. Mit aktiven Formulierungen, kurzen Sätzen und Alltagssprache werden Texte klar, lebendig und verständlich – du schreibst besser. Substantivierungen auflösen und direkt schreiben erleichtert Lesern das Verstehen. In diesem Beitrag lernst du, wie du Geschäftstexte einfach, prägnant und kundenfreundlich gestaltest – ohne bürokratische Formulierungen und unnötige Komplexität.
Niemand würde sagen: „Schatz, ich fahre mal eben unter Benutzung des Autos zwecks Einkaufs in den Supermarkt.“ Trotzdem landen genau solche schwerfälligen Sätze regelmäßig in der Geschäftskorrespondenz. Zum Beispiel liest man dann: „Dieses SEPA-Mandat hat Gültigkeit bis zum schriftlichen Widerruf.“ Dabei wäre es so einfach: „Dieses SEPA-Mandat gilt, bis Sie es schriftlich widerrufen.“ Kurz, klar und direkt. Doch warum greifen wir oft zu Substantivierungen, und wie gelingt der Wechsel zu einer lebendigeren Sprache?
Verben bestimmen unseren Alltag
Im Alltag sprechen wir fast ausschließlich in Verben. Sie beschreiben, was wir tun, und bringen Leben in unsere Kommunikation. Substantivierungen hingegen verallgemeinern Handlungen und machen sie abstrakter. Sie sind eine Abkürzung für komplexe Prozesse, die Kinder erst lernen müssen: Im dritten Schuljahr bekommen sie oft die Aufgabe, aus einem Tunwort ein Hauptwort zu machen. Das ist eine wertvolle Übung für die kognitive Entwicklung – doch diese Abstraktion bleibt eine Herausforderung.
Im Grunde gilt unser Leben lang: Verben sind einfacher, klarer und intuitiver als Substantive. Sätze mit Verben sprechen die Leser direkter an und machen Aussagen lebendiger.
Warum machen Substantive deine Texte kompliziert?
Das Problem liegt in der Natur von Substantivierungen. Sie schaffen Distanz, machen Texte schwerer verständlich und klingen oft bürokratisch. Warum? Substantive abstrahieren Handlungen, um allgemeine Gültigkeit auszudrücken. In Handbüchern, Dienstanweisungen oder technischen Beschreibungen ist das durchaus sinnvoll, da es auf Prozesse und Systeme ankommt.
Doch in der konkreten Kommunikation – etwa mit Kunden oder Geschäftspartnern – steht der Mensch im Mittelpunkt. Hier ist es wichtig, klar zu formulieren, wer was tut. Sätze wie „Die Bearbeitung Ihres Antrags erfolgt nach Prüfung durch die zuständige Abteilung“ sind schwerfällig und unpersönlich. Viel besser ist: „Wir prüfen Ihren Antrag und bearbeiten ihn anschließend.“
Denke an deinen Nachbarn!
Ein anschauliches Beispiel macht den Unterschied deutlich: Stell dir vor, dein Nachbar zieht um. Würdest du ihn fragen: „Handelt es sich um einen Umzug?“ Sicher nicht. Viel natürlicher ist die Frage: „Ziehen Sie um?“ Du benutzt das Verb „umziehen“ statt des Substantivs „Umzug“.
Doch genau diese Substantivierungen schleichen sich in viele geschäftliche Texte ein. Zum Beispiel fragen Energielieferanten Kunden bei einer Kündigung oft: „Handelt es sich um einen Umzug oder einen Lieferantenwechsel?“ Warum nicht einfach: „Ziehen Sie um oder wechseln Sie den Lieferanten?“
Solche kleinen Änderungen machen einen großen Unterschied. Sie lassen Texte lebendiger und persönlicher wirken – und schaffen Klarheit für den Leser.
Warum sind Verben der Schlüssel zu besserer Kommunikation?
Verben haben gegenüber Substantiven viele Vorteile:
- Lebendigkeit: Verben bringen Schwung in deine Texte und machen sie interessanter.
- Klarheit: Sätze mit Verben sind einfacher zu verstehen und auf den Punkt.
- Ansprache: Verben sprechen deine Leser direkt an und schaffen Nähe.
Merke: Verben lassen die Menschen hinter deinen Texten spürbar werden. Sie zeigen, wer etwas tut, und geben Deinen Aussagen eine persönliche Note.
Wie setzt du Verben gezielt ein?
Der Wechsel von Substantiven zu Verben ist einfacher, als du denkst. Hier ein paar praktische Tipps:
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Substantivierungen erkennen
Substantivierungen erkennst du oft an typischen Endungen wie „-ung“, „-keit“ oder „-heit“. Beispiele:
- „Die Durchführung der Prüfung“ → „Wir führen die Prüfung durch.“
- „Die Möglichkeit der Rückgabe“ → „Sie können das Produkt zurückgeben.“
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Aktiv statt passiv schreiben
Das Passiv macht Texte oft unnötig kompliziert. Formuliere aktiv, um klar zu zeigen, wer handelt:
- Passiv: „Die Unterlagen werden geprüft.“
- Aktiv: „Wir prüfen die Unterlagen.“
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Die Alltagssprache nutzen
Überlege, wie du eine Botschaft im Gespräch ausdrücken würdest. Die gesprochene Sprache ist meist direkter und lebendiger. Übertrage diese Natürlichkeit auf deine Texte.
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Klare Fragen stellen
Vermeide abstrakte Fragestellungen. Statt: „Handelt es sich um eine Rücksendung?“, lieber: „Möchten Sie den Artikel zurücksenden?“
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Leserzentrierung beachten
Setze Verben ein, um den Leser aktiv einzubinden: „Sie können uns jederzeit anrufen“ statt „Ein Anruf ist jederzeit möglich.“
Beispiele aus der Praxis
Vorher: Bürokratendeutsch
„Die Durchführung der Reparatur erfolgt nach Überprüfung der Mängel durch unser Serviceteam.“
Nachher: Klar und lebendig
„Unser Serviceteam prüft die Mängel und repariert das Gerät anschließend.“
Vorher: Abstrakt
„Die Bearbeitung des Auftrags erfolgt nach Eingang der Zahlung.“
Nachher: Persönlich und konkret
„Wir bearbeiten Ihren Auftrag, sobald Ihre Zahlung bei uns eingeht.“
Fazit: Mit Verben schreibst du besser
Verben sind das Geheimnis klarer, lebendiger und leserfreundlicher Texte. Sie bringen Dynamik und Transparenz in deine Korrespondenz, sprechen deine Leser direkt an und schaffen Nähe.
Nimm dir einen Moment, um deinen nächsten geschäftlichen Text zu überarbeiten. Ersetze sperrige Substantive durch klare Verben. Du wirst sehen: Deine Leser werden es dir danken – mit besserem Verständnis und einer positiven Wahrnehmung.
Also: Schreib nicht über „die Verbesserung deiner Texte“ – verbessere sie!












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