Kurz vor dem Fest kommt hier ein kleiner Text zum Nachdenken und Durchatmen. Thematisch mal nicht ganz zum Thema des Blogs passend – dafür aber zur Jahreszeit.
Vor zwei Tagen stand ich im Supermarkt vor zwei Frauen. Beide berichteten über die anstehenden Feiertage. Soweit nichts Außergewöhnliches… Doch die eine Frau sagte zur anderen, dass sie ja mit dem ganzen Stress vor Weihnachten nichts zu tun hätte. Sie und ihr Mann würden ja Weihnachten gar nicht groß feiern. Die Kinder wären eh nicht wirklich zu Hause. Enkelkinder gibt es keine. Und außerdem wäre der ganze Stress ja eh nur ungesund.

Hmm…

Ich selber rotiere seit circa vier Wochen wegen der anstehenden Feiertage. Nicht nur, dass im Familien- und Freundeskreis jede Menge Kinder beschenkt werden. Auch die Omas und Opas und sogar die Uroma bekommen ein hübsches Bild der Kinder. Weiterhin soll das Haus natürlich ordentlich aussehen. Und weil das Jahresende ungünstiger Weise – wie jedes Jahr – dem Weihnachtsfest unmittelbar folgt, ist auch sonst unglaublich viel zu tun. Projekte wollen abgeschlossen werden und zig Dinge sind zu erledigen. Von Weihnachtsfeiern bei der Arbeit, im Kindergarten, Schule usw. fange ich erst gar nicht an.
Für einen Moment war ich also neidisch. Dachte mir „Ja, eigentlich doch toll, wenn man sich diesem ganzen – selbstgemachten – Stress entzieht und die „besinnlichen Tage“ einfach ganz entspannt und wie alle anderen Tage auch verbringt“.

Doch während ich meine Einkäufe ins Auto lud und rechts und links sah, dass alle irgendwie mit Weihnachten beschäftigt waren, habe ich plötzlich gedacht, wie traurig diese Aussage doch eigentlich war.

„Die Kinder sind eh nicht zu Hause. Enkelkinder gibt es keine.“…

Ich musste daran denken, wie happy meine Schwiegereltern und Eltern sind, dass es nun Enkelkinder gibt, die wieder gespannt auf das Christkind warten. Ich musste daran denken, wie schön es auch ist, mit allen vorm Tannenbaum zu sitzen. Ich musste daran denken, wieviel Freude ich selber immer daran habe, wenn ich ein Geschenk ausgewählt habe, welches ein strahlendes Lachen auf das Gesicht meines Gegenübers zaubert. Tja und plötzlich war ich wieder beschwingt. Seither freue ich mich auf die besinnlichen Tage. Frei nach dem Motto „den Stress macht man sich selber“ weiß ich nun zu schätzen, was ich habe: Familie und Freunde, denen ich was bedeute, die mir was bedeuten und für die sich der ganze Aufwand lohnt.

In dem Sinne wünsche ich allen wirklich besinnliche Feiertage!

Die entlohnen doch letztlich von dem ganzen Stress, den man hat (oder sich macht) und erinnern einen wieder daran, dass man nicht alleine ist.
Trotzdem möchte ich mit einer kleinen Weihnachtsgeschichte für Erwachsene daran erinnern, auch bei (und trotz) all der Vorbereitungen, immer wieder kurze Auszeiten zu nehmen und die Adventszeit in Ruhe zu begehen:

Der kleine Wichtel

Der kleine Wichtel war schon alt, sehr alt und er hatte schon viele Weihnachten erlebt. Früher, als er noch jung war, ist er oft in der Adventszeit in das Dorf gegangen und überraschte die Menschen mit kleinen Geschenken. Er war lange nicht mehr im Dorf gewesen. Aber in diesem Jahr wollte der kleine Wichtel wieder einmal die Menschen besuchen. So machte er sich schließlich auf den Weg, setzte sich vor das große Kaufhaus der nahegelegenen Stadt und beobachtete still und leise das rege Treiben der vorbei eilenden Menschen. Die Menschen suchten Geschenke für ihre Familien und Freunde. Die meisten Menschen kamen gerade von der Arbeit und hetzten eilig durch die Straßen.

Die Gedanken des kleinen Wichtels wanderten zurück zu jener Zeit, wo es noch keine elektrischen Weihnachtsbeleuchtungen gab und er überlegte, ob die Menschen damals auch schon mit vollen Tüten durch die Straßen geeilt sind?

Nun, die Zeiten ändern sich, dachte der kleine Wichtel und schlich unbemerkt aus der überfüllten Stadt hinaus, zu dem alten Dorf, wo er früher immer gerne gewesen ist. Er hatte genug von hetzenden Menschen, die scheinbar keine Zeit hatten. Ist die Adventszeit nicht eine ruhige und besinnliche Zeit?

So kam er an das alte Haus in dem schon viele Menschen gewohnt hatten. Früher war dieses Haus sein Lieblingshaus gewesen. Früher, als es noch kein elektrisches Licht gab und die Menschen ihr Haus mit Kerzen erleuchteten. Er erinnerte sich, dass sie auch keine Heizung hatten und die Menschen Holz ins Haus schafften, um es warmzuhalten. Er sah damals während der Adventszeit immer wieder durch das Fenster und beobachtete jedes Jahr dasselbe. An manchen Abenden sah er die Mutter und Großmutter Plätzchen backen. Der Duft strömte durch das ganze Haus und drang sogar zu ihm nach draußen.

Der Vater und der Großvater machten sich auf, um im Wald einen Weihnachtsbaum zu schlagen und ihn mühevoll nach Hause zu bringen. Es war kalt und sie freuten sich beim Heimkommen auf den warmen Tee, den die Mutter gekocht hatte. Oftmals saßen die Menschen zusammen, um gemeinsam zu singen und der Großvater erzählte den Kindern spannende Geschichten. Die Kinder konnten es kaum erwarten, bis die Großmutter auf den Speicher stieg, um die Weihnachtskiste zu holen, denn das tat sie immer erst kurz vor Weihnachten. In dieser Kiste gab es viel zu entdecken. Sterne aus Stroh, Kerzen, Engel mit goldenem Haar und viele andere kostbare Dinge.

Aber das war schon lange her und es war eine andere Zeit. Eine Zeit des gemeinsamen Tuns, eine Zeit miteinander, eine Zeit füreinander. Von seinen Gedanken noch ganz benebelt, sah der kleine Wichtel auch heute durch das Fenster des alten Hauses und entdeckte die Familie, wie sie gemeinsam um den Adventskranz saß und der Vater den Kindern eine Geschichte vorlas. Nanu, dachte der kleine Wichtel, eine Familie, die nicht durch die Straßen hetzt. Menschen die Zeit miteinander verbringen und die ihr Haus mit Kerzen erleuchten. Ja, heute ist eine andere Zeit, aber auch heute finden Menschen wieder füreinander Zeit. Dem kleinen Wichtel wurde es ganz warm ums Herz und er schlich leise und unbemerkt dorthin, woher er gekommen war.

Gefunden bei weihnachtswuensche.com

Schöne und erfüllte Weihnachten und einen guten Jahreswechsel wünscht dir und deiner Familie das Autorenteam unseres Blogs.
Wir sind nach einer kurzen Pause ab 7.1.2019 wieder für euch da.

(Foto:  pixabay / candice_rose / CC0 Creative Commons)

 

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