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So schreibst Du einen hervorragenden Essay!

Sprache, Texttipp

Wer oder was ist eigentlich dieser Essay? Das Wort „Essay“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet zum einen „Abwiegen“, aber auch „Abwägen“. Bei der Textform des Essays handelt es sich daher um eine gedankliche Abhandlung von wenigsten drei und maximal fünfzehn Seiten, in denen Du Deine Theorien und Thesen gegeneinander abwägen kannst. Dabei ist das Essay zwar eine wissenschaftliche Textform, kann zum Beispiel Fußnoten enthalten und gliedert sich nach einer klassischen Struktur in Einleitung, Hauptteil und Schlussteil, muss aber stilistisch nicht so strengen wissenschaftlichen Formalien entsprechen.

Das Essay stellt Argumente und Fragen des Verfassers in den Vordergrund.

Jeder Essay sollte sich als Versuch verstehen, seine eigenen Auseinandersetzungen mit einem Thema in den Fokus zu rücken. Es ist die Probe oder ein Experiment gedanklicher Natur, sich einem Themenfeld zu nähern. Du solltest den Leser Deines Essays also an Deinen Überlegungen und Deiner Vorgehensweise, an ein Thema heranzutreten, teilnehmen lassen und ihm gleichzeitig Einblicke in Deine Fortschritte Deiner Entwicklung gewähren. Dabei darfst Du jederzeit in einem kritischen Modus bleiben, Diskussionen eröffnen oder gar schriftlich abhandeln, Vergleiche ziehen, Fakten prüfen oder bereits begründen.

Essays sind faktisch eine sehr subjektive Textform.

Zwar gibt es formale Kriterien, an denen Du dich orientieren kannst. Inhaltlich hingegen bist Du ganz auf dich alleine gestellt.
Oftmals kommst Du erst zum Beispiel während des Studiums mit dieser Art Aufsatz in Berührung. In der Schule und während der Ausbildung ist er eher selten gefragt.

Was Du beachten solltest, um einen guten Essay zu schreiben.

Da es sich beim Essay um eine höchst individuelle Textform handelt, kann als grundsätzlicher Leitfaden zunächst nur die Gliederung dienen: Es gibt immer eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schlussteil. Darüber hinaus gibt es jedoch keine allgemein gültigen Regeln, die Du beim Verfassen eines Essays beachten musst. Es sind vielmehr Vorschläge oder Ideen, die Du umsetzen kannst, aber nicht musst. Einige Leitgedanken sollen Dir im Folgenden als Anleitung dienen.

Einige Tipps, worauf es bei Verfassen eines Essays ankommt

  1. Der Essay ist eine Mischform einer wissenschaftlichen Abhandlung.

Zum einen ist ein Essay eine klassische wissenschaftliche Arbeit. Zum anderen aber hält er sich nicht an die traditionellen wissenschaftlichen Gepflogenheiten. Er ist ein Mischwesen aus wissenschaftlicher und nicht wissenschaftlicher Arbeit. Das bedeutet, dass Du Deinen Essay nicht in einem strengen wissenschaftlichen Stil verfassen musst. Du musst dabei also keinem umständlichen Aufbau mit langen, verschachtelten Sätzen folgen oder durch die Verwendung möglichst vieler Fremdwörter punkten. Anderseits darfst Du auch nicht in eine reine umgangssprachliche Ausdrucksform verfallen. Du musst versuchen, einen lockeren und leichten Ton zu treffen, der aber dennoch Fakten liefert und nicht nur auf Floskeln basiert. Du musst einen Kompromiss aus beiden Extremen finden und dabei stets Deine spätere Leserschaft im Auge behalten.

Schreibe als Autor den Essay in der Ich-Form. Sowohl dem akademischen als auch dem Publikum außerhalb eines wissenschaftlichen Sektors soll es klar werden, dass es sich bei der Abhandlung um Deine eigene und persönliche Meinung handelt.

  1. Halte dich an einen Leitgedanken während Deiner Argumentation.

Der klassische rote Faden sollte in keiner Textform fehlen. Behalte diesen stets im Hinterkopf und hangle dich daran vorwärts. Bevor Du mit dem Schreiben beginnst, solltest Du im Groben schon wissen, was Dir wichtig ist und sich lohnt, auf der doch geringen Seitenzahl anzusprechen. Setze also Prioritäten. Unwichtige Details haben in einem Essay nichts zu suchen.

Du hast nur begrenzen Platz, also nutze diesen sinnvoll. Frage dich beim Auslassen stets, ob Dir dein logischer Strang dann noch erhalten bleibt. Wenn man Deiner Argumentation auch ohne das Detail folgen kann, lass es weg. Überzeuge, indem Du Fakten und Argumente nicht nur aneinanderreihst, sondern diese miteinander verwebst oder perspektivisch neu verortest. Man muss Deiner Auseinandersetzung mit der Problematik stets folgen können, sollte dabei aber auch Einblicke in Deine Gedanken bekommen.

  1. Formal ist der Essay eine ganz klassische Textform.

Zwar gliedert sich ein Essay stets in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schlussteil, aber diese Teilbereiche müssen nicht zwangsläufig auch als diese gekennzeichnet sein. Das bedeutet, dass Dein Essay sich vielmehr als ein großer gesamter Fließtext offenbart, als in Einzelteile mit Überschriften zerstückelt zu werden. Du gliederst Deinen Essay durch den Inhalt selbst, leitest über und beschreibst vielmehr, ob Du dich zu Beginn, im Kern oder am Schluss Deiner Argumentation befinden.

Vermeide also, Deinen Essay in drei Abschnitte zu teilen, die Du dann jeweils mit den Begriffen Einleitung, Hauptteil und Schlussteil betitelst. Du darfst zwar Überschriften verwenden. Diese sollten sich aber auf inhaltliche Aspekte des Abschnittes beziehen und nicht deren formales Gewand beschreiben. Auf Untertitel oder Zwischenüberschriften solltest Du komplett verzichten, um den Schreib- und Lesefluss nicht gänzlich zu zerstückeln.

Welche Aufgabe hat welcher Abschnitt?

Wie bei jeder Einleitung hat diese die Aufgabe, die Neugierde des Lesers zu wecken. Starte also mit einer Aussage, einem Argument oder einer These, die möglichst aussagekräftig ist und gleich das Interesse des späteren Lesers anspricht. Ist die Neugierde erst geweckt, liest sich ein Essay viel leichter und lieber. Auf den Einstiegssatz folgt dann direkt Deine Fragestellung, die Du im Folgenden behandeln wirst. Du gehst einem bestimmten Phänomen auf den Grund oder diskutieren und vergleichen zwei gegensätzliche Punkte? Wunderbar, dann schreibe dies auch in Deiner Einleitung. Der Leser muss an dieser Stelle wissen, was ihn erwartet. Stimme ihn auf Deinen Essay ein, indem Du genau sagst, was folgt. Du kannst bereits an dieser Stelle Deine Kernthese ansprechen.

Solltest Du in der Einleitung Deine Kernthese noch nicht ausformuliert haben, ist dies spätestens zu Beginn des Hauptteils fällig. Formuliere Dein Anliegen ganz konkret, führe Deine Thesen oder Hypothesen auf und ergänze diese gegebenenfalls auch mit Beispielen, um den eigenen Argumentationsstrang zu vervollständigen. Bleibe dabei aber immer beim Wesentlichen und gehe nicht zu sehr ins Detail. Konkrete Zitate oder Quellen solltest Du nur dann nennen, wenn diese wesentlich sind für Deine Aussage. Bleibe ansonsten möglichst in Deinem eigenen Sprachjargon.

Im Schlussteil oder Conclusio fasst nochmals die wichtigsten Deiner Argumente zusammen. Dabei sollst Du dich jedoch nicht einfach nur wiederholen, sondern nochmals komprimieren und alles auf einen Punkt bringen. Auch hast Du hier die Möglichkeit, nochmals einen Ausblick zu geben. Bist Du bei Deiner Analyse auf ein neues Problem oder andere wichtige Fragestellungen gestoßen, die lohnenswert erscheinen an anderer Stelle betrachtet zu werden? Dann gib hier eine Aussicht darauf, um das Interesse des Lesers auch zukünftig an Dein Thema zu binden.

Autorin: Kerstin Schmidt, Content Managerin und erfahrene Ghostwriterin bei Hausarbeit-Agentur

 

 

Photo by Thought Catalog on Unsplash

9. Juni 2020/von Gastautor
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1 Kommentar

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  1. Einen Essay schreiben? - Autorenexpress sagt:
    15. Januar 2025 um 11:19 Uhr

    […] einen Essay schreiben […]

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