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Komm auf den Punkt! Kurze Texte in der Kundenkommunikation

Wie lang oder kurz ein guter Text sein sollte, dafür gibt es keine Regel. Während man bei Twitter in 280 Zeichen vermitteln muss, was man zu sagen hat, gilt für viele Texte im Rahmen des Content Marketing: Je länger desto besser, um in Sachen Suchmaschinenoptimierung möglichst weit vorn zu sein. Somit bestimmt das Medium häufig die Textlänge.

In der Kundenkommunikation aber gilt ganz unabhängig vom Medium: Fasse dich kurz! Warum? Das hat vor allem einen Grund: Die allerwenigsten deiner Kunden werden bereit sein, mehr Text von dir zu lesen, als auf einer Postkarte Platz hat. Schließlich warten sie nicht darauf, von dir zu hören. Daher ist es so wichtig, dass du es schaffst, in wenigen Worten dein Anliegen zu vermitteln.

Kurze Texte zu formulieren, ist allerdings viel schwieriger als lange. Daher geben wir dir ganz konkrete Tipps, wie du mit deinen Kunden (und solchen, die es werden sollen) kurz und knapp kommunizierst. Und dabei trotzdem überzeugst.

Schreibe nicht von dir

Wenn es darum geht, das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung zu beschreiben, ist es ganz besonders schwierig, sich kurz zu fassen. Schließlich gäbe es sooo viel zu erzählen. Daher schreib am besten gar nicht von dir – oder zumindest fast gar nicht. Stelle stattdessen deinen Kunden in den Fokus: Welche Probleme hat er? Was braucht er? Wie fühlt er sich? Das hat gleich zwei Vorteile: Zum einen wird es dir hierbei leichter fallen, dich kurz zu fassen. Zum anderen erreichst du deinen Kunden besser, wenn du von ihm sprichst, als wenn du nur von deinem Unternehmen sprichst. Denn deine Kunden sind nicht an DEINEM Produkt interessiert, sondern an einer Lösung IHRES Problems.

Benutze Umgangssprache

“Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie die Initiative ergreifen über die untenstehenden Kontaktmöglichkeiten mit uns ins Gespräch zu kommen.” Zu solchen Sätzen lädt die deutsche Sprache leider ein und gerade im Geschäftsumfeld wird häufig so geschrieben – weil man besonders höflich und professionell rüberkommen will. Das macht einen Text aber nicht nur lang, sondern auch langweilig. Ohne jetzt die Grammatik-Fibel herauszuholen und vom Nominalstil abzuraten, machen wir es lieber praktisch: Wenn du deinen Kunden schreibst, dann formulier deinen Text so, als würdest du einem Bekannten schreiben. Denn wie dein Bekannter ist auch dein Kunde vor allem ein Mensch.

Kurze Sätze für kurze Texte

Wenn du dich kurz fassen willst, dann nimm dir nicht den ganzen Text auf einmal vor, sondern jeden Satz einzeln. Und dann überlege, wie du ihn kürzen kannst. Setze möglichst viele Punkte. Nutze möglichst wenig Kommas. Und: Nicht jeder Satz muss vollständig sein. Ehrlich. Wenn du das ganz bewusst so einsetzt.

Kurze Sätze erreichst du auch dadurch, dass du Füllwörter streichst. Gehe nachträglich mit dem Rotstift über deinen Text und streiche Füllwörter wie als, ganz, ziemlich, auch, sozusagen etc. Das fällt schwer. Aber wenn du danach noch einmal den Text liest, merkst du, dass es ihm gut getan hat.

Mehr Emotionen, weniger Fakten

In persönlichen Gesprächen habe ich schon häufiger die Erfahrung gemacht: Ich erzähle von einem Thema und liefere Fakten. Aus meinem Lebenslauf beispielsweise oder von den Funktionen einer Software. Und im Laufe des Gesprächs fragt mein Gegenüber dann nach genau diesen Fakten. Obwohl ich die bereits erwähnt habe. Wenn ich hingegen erzähle, wie ich mich bei einem Vorstellungsgespräch gefühlt habe oder welchen Erfolg ein Kunde hatte, der eine Funktion meiner Software genutzt hat, dann bleibt das hängen.

Fakt ist: Geschichten und Emotionen kann man sich besser merken als Fakten. Daher gehe mit der Auflistung von Features und Produkteigenschaften sehr sparsam um. Du glaubst ja gar nicht, wie sehr das dabei hilft, einen Text zu kürzen 🙂 Wenn du erst einmal mit Emotionen die Aufmerksamkeit deiner Kunden gewonnen hast, kannst du im zweiten Schritt dann immer noch diese Details liefern.

Unterschiedliche Texte für unterschiedliche Kunden

Wenn du einen Text schreibst, solltest du ganz genau im Kopf haben, für wen du ihn schreibst. Für eine 60-jährige Hausfrau oder einen 25jährigen Hipster? Für eine Abteilungsleiterin oder einen Solo-Selbstständigen? Je mehr Menschen du mit deinem Text erreichen willst, desto länger wird er. Warum? Weil du versuchst, dass sich jeder einzelne wiederfinden kann, in einem Beispiel oder einer Beschreibung. Daher richte dich mit deinem Texte an EINE spitze Zielgruppe. Und schreibe einen anderen Text für eine andere Zielgruppe. Die Mittel im modernen Marketing lassen es heute zu, Kunden ganz individuell anzusprechen. Also Finger weg von dem einen Newsletter der an alle Kunden verschickt wird.

Bau einen CTA ein

Auf vielen Webseiten werden Texte veröffentlicht, die gar kein Ende nehmen wollen. Schließlich hat man Platz ohne Ende. Wir können von Webseiten aber auch lernen, wie man sich kurz fasst. Und zwar beim CTA-Button. Das ist der Button auf einer Webseite, der uns weiterbringt. Zu mehr Informationen, zum Kaufen eines Produktes o.ä. Und da ein Button nicht groß ist, kann darauf auch nicht viel Text stehen. Beim Schreiben von Texten solltest du den CTA-Button immer im Hinterkopf haben: Was willst du mit deinem Text erreichen? Was ist der nächste Schritt, den dein Leser gehen soll? Und genau wie beim CTA-Button auf einer Webseite solltest du dieses Ziel in deinem Text auch benennen. Formuliere also eine ganz konkrete Aufforderung, was dein Leser als nächstes tun soll. So kurz und knapp wie beim CTA-Button.

Lass Bilder sprechen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte heißt es so schön. Und da ist was dran. Bilder helfen dir dabei etwas zu veranschaulichen, was sonst in vielen Sätzen beschrieben werden müsste. Bilder transportieren eine Stimmung und helfen all die gestrichenen Füllwörter zu ersetzen. Und deine Leser erfassen ein Bild viel schneller als einen Text. Bilder helfen dir also, dich im Text kurz zu fassen und dieses Hilfsmittel solltest du auf jeden Fall einsetzen. Ganz egal, ob du deinen Kunden einen Newsletter schickst oder eine Postkarte.

Autorin

Anne Buch gehört zum Gründerteam von EchtPost, einer Online-Plattform, über die Unternehmen Postkarten-Mailings an Ihre Kunden verschicken können. Der begrenzte Platz auf der Postkarte zwingt Unternehmen zu Ihrem Glück: Sie müssen Ihr Anliegen kurz und knapp vermitteln.

Mit diesen Blogartikel-Typen kannst du deinen Blog aufbauen

Blogs sind auch in Deutschland zum festen Bestandteil unserer Medienlandschaft geworden. Mittlerweile entscheiden sich auch immer mehr kleine und mittlere Unternehmen dazu, einen Blog zu führen, um den eigenen Expertenstatus im Web zu festigen. Warum Blogs in der Kommunikation wichtig sind, haben wir bereits hier erklärt. Heute geht es darum, dir verschiedene Blogartikel-Typen vorzustellen. Damit kannst du dein Blog bunter und interessanter gestalten und mehr Leser ansprechen.

Anmerkung: Es gibt ganz viele unterschiedliche Ansätze zur Unterscheidung von Blogbeiträgen von unterschiedlichen Bloggern. Einige Referenzen habe ich am Ende angefügt. Konzentrieren möchte ich auf eine Kategorisierung, die u. a. von Hubspot propagiert wird.

So macht es Hubspot

  • Tactical
    Solche Blogbeiträge bezeichnen wir auch als „How-To“. Sie haben einen informierenden und lehrenden Charakter und erklären den Lesern, wie sie etwas richtig machen, wie sie etwas erreichen. „Do’s and dont’s“ gehören auch dazu oder die „10 Tipps für…“
    Der Beitrag “ 15 Themen, die für eine Pressemitteilung geeignet sind“ gehört in diese Kategorie [https://www.conpublica.de/15-themen-die-fuer-eine-pressemitteilung-geeignet-sind/]
  • Deep Tactical
    Im Grunde sind die Beiträge wie Tactical zu sehen, nur viel ausführlicher. Sie geben Beispiele, Zitate und Quellen. Die Grenzen zwischen Tactical und Deep Tactical sind sicher fließend.
  • Editorial:
    Blogartikel vom Typ “Editorial” sind redaktionelle Beiträge, die z. B. einen aktuellen Trend nutzen oder auf ein allgemeines Thema aufspringen oder zu einer bestimmten Zeit veröffentlicht werden. Auch Studien werden oft zum Anlass genommen für einen solchen Beitrag. Unser Beitrag zu den “Weihnachtsgrüßen” gehören hier rein. [https://www.conpublica.de/weihnachtsgruesse-die-originelle-post-zum-jahresende/]
  • TOFU
    “TOFU” kommt eigentlich vom Begriff „Top of the Funnel“ und meint, dass ein solcher Beitrag am oberen Anfang des Sales-Trichters angesiedelt ist. TOFU Beiträge sind leichte Kost, eher allgemeiner Natur. Ein Beispiel wäre „Helferlein beim Zählen von Worten und Zeichen“ [https://www.conpublica.de/helferlein-beim-zaehlen-von-worten-und-zeichen/]
  • Syndications
    Unter Content-Syndication wird der Austausch oder die Mehrfachverwendung medialer Inhalte verstanden. Blogbeiträge dieses Typs sind also Artikel, die schon mal irgendwo anders (ganz oder teilweise) veröffentlicht wurden. Das kann im eigenen Blog oder in einem fremden Blog sein (mit Zustimmung des Urhebers, versteht sich). Am Anfang oder Ende ist ein Hinweis zu lesen „Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht bei ….“
  • Infographic/SlideShare
    Blogs sind multimedial, das ist einer der Vorzüge dieser Medien. WordPress z. B. bietet die Möglichkeit, auch Slides und Infografiken einzubinden. Infografiken wiederum sind ideale Möglichkeiten, Geschichten und Zahlen in Bildern darzustellen. Infografiken werden gerne geteilt und sollten unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht werden. Sie können, müssen aber nicht von einem Artikel begleitet werden.
  • Promo
    Hier kommt die Werbung ins Spiel. Wenn du ein eigenes E-Book, Whitepaper, Buch, Webinar etc. bewerben willst, dann sind deine Beiträge “Promo”-Beiträge.
  • Team Initiatives
    Natürlich gibt es auch die Blogartikel, die unter dem Label „sonstiges“ laufen.

So machen es die Kollegen von Chimpify

Die Blogger-Kollegen von Chimpify haben eine ähnliche Kategorisierung gewählt mit anderen Begriffen. Auch hier geht es eigentlich darum, die Qualität und Tiefe der Beiträge zu kategorisieren.

Wichtig ist die Kategorie „Gastartikel“, die in der zuvor vorgestellten Einteilung nicht vorkommen. Gastartikel, also Artikel fremder Autoren, sind in der Blog-Szene sehr beliebt und bringen deinem Blog eine neue Wertigkeit und viel Aufmerksamkeit. Lade einen externen Experten ein und publiziere dessen Gastartikel. Er wird seinen Artikel in deinem Blog sicher in seinen Netzwerken bekannt machen wollen. Oft wird sogar ein Artikel-Tausch vollzogen. Dabei schreibst du einen Artikel für den Blog des Gastautors und er einen Artikel für deinen Blog.

Interessant ist zudem die Aufteilung, die die Kollegen dort empfehlen.

  • Typ 1: Qualität (Tactical) – 50%
  • Typ 2: Hohe Qualität (Deep Tactical) – 10%
  • Typ 3: Influencer – 20%
  • Typ 4: Persönlich – 15%
  • Typ 5: Verkauf – 5%

Der Ansatz von Nicole Kempe

Deutlich mehr ins Detail geht die Unterteilung von Bloggerin Nicole Kempe. Sie hat gleich 15 Kategorien im Angebot, die sich alle in die oben vorgestellten Kategorien einordnen lassen.

Schließlich findest du noch eine Einteilung bei den Kollegen vom Webnode-Blog. Sie wählen wieder einen etwas anderen Ansatz und unterteilen die Blogbeiträge in sechs Kategorien:

  1. Autoritätsartikel („Pillar Posts“)
  2. Listenartikel
  3. Interviews
  4. Tutorials
  5. Leserfragen
  6. Videobeiträge

Hier sind die Autoritätsartikel und Tutorials von der Wichtigkeit her mit Tactical und Deep Tactical zu vergleichen. Diesen Weg geht auch die Bloggerin Jessica Ebert

Fazit

Du solltest nun ein Gefühl dafür haben, welche Typen von Blogartikel es gibt und welchen Nutzen sie für dein Blog und dessen Leser haben. Wichtig zwei Punkte:

  1. Der Mix macht’s
  2. Finde deinen Weg und deinen Inhalt für deine Leser.

Photo by Miguel Á. Padriñán from Pexels

Textipp: So trennst du Wörter mit Überlänge

Hin und wieder stellen wir hier im Blog den sog. Text-Tipp vor. Das sind Tipps unserer Textexperten, mit deren Hilfe deine Texte vielleicht ein wenig besser werden könnten. Heute geht es um unendlich lange Wörter und deren Worttrennung. Durch unendlich lange Wörter sieht man oft den Text vor lauter Silben nicht mehr. Der Text ist dadurch verwirrend und der Lesefluss wird gestört. Mithilfe der richtigen Worttrennung und dem Ersetzen von Wörtern wirkt der Text wieder fließend und ist angenehm zu lesen.

So entstehen viel zu lange Wörter

Gerade in den Bereichen Recht, Verwaltung, Medizin und Technik bilden sich oft unendlich lange Wortketten. Jede weitere Silbe ist eine Spezifikation eines Wortes und führt zu einem Silbensalat. Der Satz wird mit jeder zusätzlichen Silbe unübersichtlicher und macht den Text somit komplizierter.

Das längste Wort im Duden

Im Moment lautet das längste Wort im Duden mit 36 Buchstaben Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Gleich danach kommt mit 34 Buchstaben die Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft. (Quelle: Duden)

Diese werden mit Bindestrichen aufgeteilt und sind so viel leichter zu lesen und zu verstehen. Beim viertlängsten Wort im Duden, dem Arbeiterunfallversicherungsgesetz, wurden keine Bindestriche gesetzt. Dadurch ist es unübersichtlich und die Lese-Geschwindigkeit wird gebremst.

Mehr Verständlichkeit durch Wort-Trennung

Laut Duden kann ein Bindestrich zur Hervorhebung einzelner Bestandteile in Zusammensetzungen und Ableitungen verwendet werden, die normalerweise in einem Wort geschrieben werden. Wann dies der Fall ist, erklären folgende Regeln:

Regel 21 – Zur Hervorhebung einzelner Bestandteile von Zusammensetzungen und Ableitungen kann ein Bindestrich gesetzt werden:

  • Soll-Stärke (neben: Sollstärke)

Regel 22 – Man kann einen Bindestrich in unübersichtlichen Zusammensetzungen setzen:

  • Mehrzweck-Küchenmaschine
  • Lotto-Annahmestelle

Regel 24 – Einen Bindestrich kann man setzen, um Missverständnisse zu vermeiden:

  • Druck-Erzeugnis (für: Erzeugnis einer Druckerei)
  • Drucker-Zeugnis (für: Zeugnis eines Druckers)

Regel 25 – Ein Bindestrich kann beim Zusammentreffen dreier gleicher Buchstaben in Zusammensetzungen gesetzt werden:

  • Kaffee-Ersatz (neben: Kaffeeersatz)
  • Schwimm-Meisterschaft (neben: Schwimmmeisterschaft)
  • Auspuff-Flamme (neben: Auspuffflamme)

Leerzeichen zur Worttrennung

Was im Englischen ganz normal ist (zum Beispiel bei cell phone), wird bei uns als „Deppenleerzeichen“ bezeichnet. Gerade bei Werbung wird das Leerzeichen gerne zur Worttrennung verwendet. So wird aus Roaminggebühren > Roaming Gebühren und aus Brillenputztücher ganz einfach Brillen Putztücher.

Wir empfehlen, auf diese Spielerei zu verzichten und es bei dem ursprünglichen, zusammengehörenden Wort zu belassen.

Erfolgsgeschichte schreiben will gelernt sein – was eine gute Success Story ausmacht

Neben Fachartikel und Anwenderbericht existiert eine dritte Form des Berichts in der Pressearbeit – die Success Story (oder Case Study, deutsch Anwenderbericht oder Erfolgsgeschichte). Wenn diese gut geschrieben und an den richtigen Stellen platziert ist, kann sie viel mehr leisten als eine bloße Referenz. Sie erzählt vom Erfolg – dem des Kunden und dem eigenen. Sie stellt Dienstleistungen dar und bildet Prozesse ab, die dem potenziellen Neukunden zeigen, dass man´s drauf hat und Ähnliches schon erfolgreich leisten konnte. So erzählt nicht das Unternehmen von sich selbst und wirbt für sich, sondern es lässt die Kunden sprechen. Dies verleiht dem Inhalt Authentizität, dokumentiert die Erfahrungen des Unternehmens und schafft vor allem Vertrauen in die Produkte oder Leistungen.

Kurz und knackig

In der Kürze liegt auch hier die Würze, denn alles andere wird schlichtweg nicht gelesen. Die Länge sollte daher ca. zwei bis drei Seiten betragen. Zudem besteht das Dokument im optimalen Fall nicht nur aus Text, sondern auch aus Bildern, Logos und Grafiken. So entsteht ein gut lesbares Dokument, das man gerne bis zum Schluss studiert.

Auf vier Säulen ruht das Meisterwerk

Der Aufbau ist meist gleich, sehr übersichtlich und besteht aus vier Elementen. Üblicherweise berichtet man zunächst über den Kunden, der als Referenz dient. In einer kurzen Beschreibung erweist man ihm hier die Ehre, eine Darstellung über sein Unternehmen mit einzubauen, was nur fair ist, da er ja schließlich auch für die Success Story als Projekt herhält.

Anschließend beschreibt man in ein paar verständlichen Sätzen die spezielle Herausforderung dieses Projektes. Wo lag das Problem? Warum brauchte der Kunde dich und dein Unternehmen? Auch hier gilt die Regel: nicht für den Fachmann, sondern für den Laien schreiben. Wäre der potenzielle Neukunde/Leser ein Fachmann, bräuchte er deine Hilfe vermutlich nicht.

Zum Abschluss folgt der Lösungsteil. Hier wird das Produkt oder die Dienstleistung im praktischen Einsatz und aus dem objektiven Blickwinkel des Anwenders beschrieben. Besonders wichtig ist es hier, die Vorteile der Lösung aufzuzeigen und transparent zu machen, wie reibungslos und gut die Zusammenarbeit war. Dem Leser soll schließlich klar werden, wie zufrieden andere Kunden mit dir und deinem Unternehmen sind.

Last but not least gibt man dem Geschäftsführer oder Ansprechpartner der Referenz-Firma die Gelegenheit, sich positiv über das Projekt zu äußern. Es geht nichts über ein Zitat des Kunden, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu schaffen. Wenn der Projektpartner in dieser Hinsicht nicht kreativ ist, macht das gar nichts. Ein vorformuliertes Zitat, für das (wie für den gesamten Text plus Bilder und Logos) eine Genehmigung zur Verwendung und Veröffentlichung beim Kunden eingeholt wird, reicht auch. Dieses kann man direkt zu Beginn als Teaser verwenden oder auch als Bestätigung zum krönenden Abschluss einbauen, je nach Gusto.

Wohin damit?

Success Stories können online und offline verwendet werden. Wir empfehlen aber in jedem Fall, die Success Story als hochwertiges PDF zu gestalten und online auf der Unternehmensseite zum Download bereitzustellen. Selbstverständlich kann man sie oder den Link dazu auf allen Social-Media-Kanälen posten und zum Beispiel im Newsletter publik machen. Als Vertriebswerkzeug macht auch eine ausgedruckte Version zur Akquise oft Sinn. Auch für die klassische PR können Success Stories relevant sein. Aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Success Story muss zum Anwenderbericht werden und gänzlich auf Marketing Floskeln und Eigenwerbung verzichten, denn diese sind für die Medien ein No-Go. Zusätzlich sollte der Bericht fundierten Content mit relevanten Informationen für das jeweilige Medium beinhalten. Nützlich sind hier immer ausführliche Zahlenmaterialien, Zusatzquellen, Proof Points und so weiter. Erfüllt dein Anwenderbericht die Anforderung des Nachrichtenwerts, ist es durchaus möglich, diesen auch der Fachpresse für deinen Unternehmenszweig anzubieten. Erfolgsgeschichte(n) zu schreiben macht also in jedem Fall Sinn – auf die eine oder andere Weise.

Pressemitteilung

15 Themen, die für eine Pressemitteilung geeignet sind

Pressemitteilung sind heute in der PR- und Pressearbeit umstrittener denn je. Die einen sagen, dass die Pressemitteilung als Informationsmedium für die Presse und als Quelle für News ausgedient hat. Kein Redakteur und keine Redakteurin lese sich heute noch Pressemitteilungen durch, weil sie eh in den allermeisten Fällen nur PR-Gewäsch und schlecht geschrieben sind. Die anderen halten die Pressemitteilung immer noch für das beste Mittel, um einem Journalisten echte News zukommen zu lassen. Und sie wird immer noch gelesen.

In der großen Journalistenumfrage „Recherche 2018“ von news aktuell (dpa-Tochter) gaben immerhin 86 Prozent an, dass sie Pressemitteilungen für ihre Recherchen nutzen. Fast jeder fünfte Journalist meint sogar, dass ihre Bedeutung in den vergangenen zwei Jahren gestiegen ist (18 Prozent).

Allerdings ist es in der Tat so, dass Unternehmen und Agenturen vieles in eine Pressemitteilung verpacken, ja zwängen, das dort nicht hinein gehört. Der Name „Pressemitteilung“ ist ja auch so verlockend: Ich gebe der Presse unsere Mitteilung. Doch nicht nur Struktur und Aufbau einer Pressemitteilung sind genau festgelegt, sondern auch das Thema ist ziemlich eng gesteckt. Im Prinzip ist alles relevant für Journalisten und Redaktionen, was aktuell, neu oder außergewöhnlich ist.

„Natürlich interessiert es die Leser, dass mein Unternehmen ein neues Produkt entwickelt hat, mit der Kaffee noch schneller fertig gebrüht wird“ sagt der Unternehmer Hans K.

Tatsächlich? Kann sogar sein.

Denn es kommt immer auf den Fokus und auf die Zielgruppe an. Während die Lokalzeitung diese Nachricht sicher nicht interessiert, könnte ein Fachredakteur durchaus Interesse zeigen, wenn es sich z. B. um eine echte Innovation, sprich: Erfindung, handelt.

Wir haben mal eine Liste angefangen, die dir Themen nennt, mit denen du mit einer Pressemitteilung Gehör finden könntest.

Eine Pressemitteilung kann sinnvoll sein, wenn

  1. du ein wirklich völlig neuartiges Produkt oder eine neuartige Dienstleistung auf den Markt bringst (Stichwort: Innovation),
  2. dein Produkt ein wichtiges Problem für viele Menschen löst (z. B. neue Therapie gegen Kopfschmerzen),
  3. dein Produkt oder deine Dienstleistung sehr ausgefallen und ungewöhnlich ist,
  4. du etwas Wichtiges zu einem aktuell heiß diskutierten Thema beitragen kannst,
  5. du auf lokaler Ebene etwas Besonderes auf die Beine stellst (für Lokal- und Regionalmedien, z. B. Investitionen in den Standort),
  6. deine Firma sich stark vergrößert –  baulich oder von der Anzahl der Mitarbeiter her (bei größeren Unternehmen),
  7. dein Unternehmen einen bekannten neuen Kunden / einen Großauftrag erhalten hat,
  8. deine Firma bzw. deine Mitarbeiter eine Auszeichnung erhalten haben,
  9. dein Unternehmen an einem wichtigen Wettbewerb (z. B. Innovationspreis, Mittelstandspreis) teilnimmt,
  10. an deinem Firmensitz eine interessante Veranstaltung stattfindet,
  11. der Jahresabschluss vorgestellt wird (bei größeren Unternehmen),
  12. dein Unternehmen ein besonderes Firmenjubiläum feiert (z. B. 25, 50, 75, 100 Jahre),
  13. dein Unternehmen oder deine Mitarbeiter an einer Spendenaktion, einem sozialen Sponsoring teilnimmt oder an sonstigen sozialen Themen teilnimmt (ACHTUNG: Viele Medien haben Mindestgrenzen für Spenden),
  14. dein Unternehmen eine Leitungsposition neu besetzt hat (Personalmeldung),
  15. du als Person prominent oder eine wichtige Person des öffentlichen Lebens bist (auch regional für Lokalmedien).

Sicher ist diese Liste nicht erschöpfend. Du hast aber bemerkt, um welche Art von Informationen es im Grunde geht. Anders herum gehören diese Themen weder in eine Pressemitteilung noch in die Presse:

  1. Du feierst als Geschäftsführer deinen 50. Geburtstag.
  2. Dein Softwareprodukt bekommt das x-te Release-Update.
  3. Deine Azubis haben die Prüfung bestanden.
  4. Du hast 100,- € an den örtlichen Kaninchenzuchtverein gespendet.
  5. Du investiert in den Standort und kaufst fünf neue PCs.
  6. Dein neuer Online-Shop ist fertig.

Warum Blogs so wichtig sind

Die PR-Branche prognostiziert es seit einiger Zeit immer wieder – das Ende der Blogs. „Haben Blogs heute noch Sinn?“ lautet die oft gestellte Frage. Immer mehr Plattformen entstehen und bieten mehr Marketing-Instrumente denn je. Neben dem Blog gibt es unter anderem Facebook, Twitter und Snapchat. Soll es das gewesen sein mit den Blogs? Nein, sagen wir, denn das Betreiben eines Blogs ermöglicht nicht nur das Teilen von Gedanken und Ideen mit anderen, Blogs dienen auch der Kundenbindung, der Information und der Werbung.

Interessengemeinschaft

Ein Blog ist nicht nur der gedankliche Erguss in schriftlicher Form, er ermöglicht es auch, ein Thema zur Diskussion zu stellen und sich auszutauschen. In einem Blog wird nicht nur Protokoll geführt, sondern es wird Wissen untereinander geteilt. Dementsprechend gibt es Blogs in den verschiedensten Interessenbereichen und Branchen, wie zum Beispiel:

  • Modeblogs
  • Food-Blogs
  • Reiseblogs
  • Journalisten-Blogs
  • Fachblogs
  • Foto-Blogs
  • Berater-Blogs
  • DIY-Blogs

Der Inhalt des jeweiligen Blogs richtet sich nach dem Thema. Er verfolgt die Absicht, Wissen und Ratschläge zu vermitteln und lebt von Interaktion.

Was Blogger wollen

Blogs sind gute PR. Unabhängig von anderen Internetplattformen kann man mit ihnen vieles erreichen:

  • Unternehmensinhalte verbreiten
  • Markenbekanntheit steigern
  • Markenreputation verbessern
  • Kunden-/ Kundinnen-Interaktion
  • Einbindung von Experten, Journalisten, Mitarbeitern und anderen Bloggern
  • Experten überzeugen
  • Kunden binden
  • Pflege des Kundenstamms, Pflege des Miteinander, des Austauschs
  • Aktiver Austausch
  • Unterstützung der PR-Maßnahmen von Marketing und Vertrieb

Blogs bleiben

Das Aussterben der Blogs wird bereits seit Jahren vorausgesagt. Die Flut von Plattformen, Designs und Apps überschwemmt natürlich auch die Bloggerlandschaft. Dennoch glauben wir an die Kraft eines guten Blogbeitrags – und das aus gutem Grund. Denn die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden ist nach wie vor essenziell. Selbstverständlich ist dieser Austausch auch über Plattformen wie Twitter, Instagram, Facebook und Co. möglich, doch Blogs bieten nach wie vor einen höheren Informationsgehalt. Zudem gestalten sie sich persönlicher, geben mehr vom Unternehmen preis und prägen damit das Markenimage positiv. Gute Blogs sind mächtig im Marketingbereich, weil sie die Leidenschaft für eine Sache glaubhaft vermitteln können.

Erfolgreiche Blogs leben länger

Ein sehr gutes Beispiel für einen jahrzehntelang erfolgreichen Blog ist Daimler. Er gibt den Kunden die Möglichkeit, mit visuellen Elementen zu experimentieren oder Erfahrungen auszutauschen – er lebt durch die Kunden.

Was macht also einen guten Blog aus? Leidenschaft, Know-how und eine klare Linie – diese Elemente sind spürbar und vermitteln einen Mehrwert beim Lesen.

In diesem Sinne: fröhliches Bloggen!

Pressearbeit, die wirklich was bringt – mit Pitch-Mails bei Journalisten punkten

Sie war und ist immer noch das Instrument der Presseagenturen – die Pressemitteilung. Rasch formuliert und schnell rausgeschickt erzeugte sie in den vergangenen Jahren jedoch eine Flut an Meldungen, die für Journalisten zunehmend uninteressant wurden. Mittlerweile raten deshalb PR-Profis in den meisten Fällen von einer Pressemeldung ab.

R.I.P. Pressemitteilung – und was nun?

Wie zieht man aber dann zeitgemäß die Aufmerksamkeit der Presse auf sich? Zunächst einmal heißt es: prüfen und aussortieren. In einigen Fällen lohnt sich eine Pressemitteilung immer noch, aber eben nur in einigen. In ländlichen Bereichen mit arbeitsreichen Lokalredaktionen mag sich mancher Journalist noch sehr über die Arbeitserleichterung freuen. Oder immer dann, wenn die Mitteilung wirklich einen Newsgehalt bietet.
Wenn es doch eine Pressemitteilung sein soll, gibt es folgende Regeln: Bleibe sachlich, wie es ein Journalist tun würde. Werbliche Sprache ist hier fehl am Platz. Wähle eine knackige Überschrift, die zum Lesen verlockt, zähle darunter zunächst alle wichtigen Infos (was, wann, wo) gegliedert auf. Dann erst folgt der ausführlichere Fließtext, idealerweise untermalt durch ein Zitat oder einen Verweis. Zum Schluss werden die Unternehmensdaten informativ zusammenfasst und durch die Kontaktdaten von Ansprechpartnern ergänzt. Die gesamte Pressemitteilung sollte maximal zwei Seiten umfassen. Das Corporate Design gehört nicht in die Mitteilung, Bildmaterial (mit Rechten) für den Journalisten sollte über Links bereitgestellt werden und nicht die Größe der Mail erhöhen.

Der Nachfolger – Pitch-Mails

Der beliebte Ersatz für die Pressemitteilungen sind momentan sogenannte Pitch-Mails, kurze Infomails mit dem Angebot über personalisierte Gespräche und Gastbeiträge an die Journalisten. Der Begriff Pitch wird eigentlich abgeleitet vom englischen Verb „to pitch“ für werfen. In unserem Kontext ist er aber als Wettbewerb oder Kurzvorstellung zu verstehen.

Wie fange ich an?

Wichtig hierfür sind eine gute Recherche und kreative Stories. Finde in deinem Unternehmen Themen und Personen, die etwas Spannendes erzählen können, aus dem sich eine Geschichte stricken ließe. Dann muss noch der passende Journalist bzw. das passende Medium gefunden werden. Nur jemand, zu dessen Berichterstattung der Beitrag passt, wird ihn auch bringen.

Was macht eine gute Pitch-Mail aus?

Ein Pitch ist immer kurz. Daher sollte er in aller Kürze alles Relevante enthalten. Wer, was, warum sind wichtig, ein Bezug zu aktuell debattierten Themen oder ein Verweis auf zusätzliche Fakten ist wünschenswert. Alles Ungewöhnliche punktet oft zusätzlich, weil es sich von der Masse abhebt. Die Kürze bezieht sich dabei auch auf den Mail-Betreff. Er muss ein echter Teaser sein und in den höchstens fünf angezeigten Wörtern einen Journalisten dazu bringen, die Mail zu öffnen.

Wofür du dich auch entscheidest, es wird nicht immer funktionieren. Ob dein Beitrag gebracht und dein Unternehmen erwähnt wird, hängt von vielen Faktoren ab. Wenn du jedoch ehrlich und informativ bleiben und einen Informationsgehalt bieten kannst, wird das früher oder später ein paar Journalisten von deinen Geschichten überzeugen.

Bild K’LeAnn / pexels

Reiße die Nachricht an dich – Newsjacking in der PR

Vor gut zwei Wochen hatten wir das Agenda Surfing vorgestellt, mit dem Unternehmen eine bereits bestehende, von anderer Seite gesetzte Agenda, für sich selbst nutzen können. Die Idee ist, dass man die Aufmerksamkeit eines aktuell relevanten Themas für sich nutzen kann. Wenn die Menschen sowieso schon auf ein bestimmtes Thema eingestellt sind, ist es leichter, hier ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.

Eine ähnliche Idee verfolgt das Newsjacking. Der Begriff ist ein Kunstwort und setzt sich aus den beiden Worten „news“ und „highjacking (dt. Entführung) zusammen. Gemeint ist, eine Nachricht oder eine Veranstaltung zu entführen/zu kapern und zumindest einen Teil der Aufmerksamkeit zu rauben. Das hört sich zunächst wie Agenda Surfing an, ist aber deutlich aggressiver und skrupelloser. Hier geht es nicht darum, ein aktuelles und öffentlich diskutiertes Thema zu nutzen, sondern darum, ein Thema durch eigene Berichterstattung an sich zu reißen, auch wenn dies im Zweifelsfall zu Lasten anderer geht.

Im Unterschied zum Agenda Surfing ist Newsjacking weniger strategisch und langfristig. Es wird sehr oft bei kurzfristigen, unvorhersehbaren Einzelereignissen, die Eingang in die Berichterstattung gefunden haben, spontan eingesetzt. Deshalb verlangt es einerseits ein kontinuierliches Monitoring und andererseits Schnelligkeit und Spontanität. Natürlich ist auch hier eine gute Vorbereitung notwendig. Agenda Surfing nutzt eher lange im Voraus planbare oder zumindest länger andauernde Ereignisse wie sportliche Großveranstaltungen oder Wahlen.

Newsjacking wird zum Beispiel bei bekannt gewordenen Verfehlungen bekannter Branchengrößen (Marken, Politiker, Promis) genutzt. Meistens geschieht das Kapern der New in humorvoller, ironischer Art und Weise und braucht stets auch ein gewisse Portion Glück und Zufall, um viral zu werden und damit die gewünschte Reichweite und Aufmerksamkeit zu erreichen.

Wichtig ist dabei, dass Newsjacking sehr schnell nach hinten losgehen kann, wenn man eine falsche beziehungsweise unpassende Nachricht kapert. Anstatt einer positiven Berichterstattung bricht dann häufig in Social-Media-Kanälen ein Shitstorm über dem Unternehmen herein.

Als Paradebeispiel werden hierbei immer wieder die Aktionen des Autovermieters Sixt angeführt, der aktuelle Ereignisse, meist solche, die Personen oder Unternehmen in schlechtem Licht dastehen lassen, für die eigene Werbung nutzt und so große Aufmerksamkeit erzielt. Der Rücktritt von Andrea Nahles, das Fehlverhalten von Ex-BND Chef Massen

Werbung von Sixt setzt oft auf aktuelle News und Fehlverhalten von Promis und Politiker auf.

Ein anderes Beispiel ist das Video der niederländischen Satiresendung „Zondag met Lubach“, die zum Amtsantritt von Donald Trump ein Video auf YouTube veröffentlichte. In dem Video wurden die Niederlande mit typischer Trump-Rhetorik vorgestellt. Das Video wurde innerhalb von drei Wochen rund zehn Millionen Mal aufgerufen und trug so spürbar zur Bekanntheit der Sendung bei.

Fazit

Newsjacking ist durchaus ein probates Mittel, um in der Öffentlichkeit mehr Bekanntheit und Reichweite zu bekommen. Es bedarf allerdings einer guten, wenn auch spontanen Vorbereitung und einer Portion Mut und Glück.

Titelbild von Engin Akyurt von Pexels

Verzweifel nicht an Headlines und Betreffzeilen

Headlines und Betreffzeilen sind beim Texten so ein Kapitel für sich. Während der Text oft nur so fließt, kommen wir beim Formulieren der Überschrift und Betreffzeile ins Schwitzen. Perfekt muss sie sein, zum Lesen oder Klicken animieren. Doch wie erreichen wir das?

Weil es uns ebenso geht wie vielen anderen, haben wir ein paar Tipps zusammengestellt für die perfekte Headline und Betreffzeile.

Der inhaltliche Aspekt

Wenn dein Leser schon in der Überschrift oder im Betreff erfährt, warum er weiterlesen sollte, hast du dein Ziel an dieser Stelle schon erreicht.

Deshalb:

Nenne einen Vorteil, mache neugierig und sorge für Interesse: „So schreibst du die perfekte Headline“

Deute den Inhalt in Kurzform an: „15 Tipps für die perfekte Betreffzeile“

Nenne das Wesentliche zuerst: „Eine Headline braucht nur 60 Zeichen“

Formale Anforderungen

In der Kürze liegt die Würze. Das gilt auch und insbesondere für Headlines und Betreffzeilen. Warum? Nicht nur, weil kurze Sätze schneller ins Gehirn und ins Gedächtnis eindringen, sondern weil die E-Mail-Programme nur kurze Betreffzeilen komplett anzeigen. Wenn die Texte zu lang sind, werden sie mit … gekürzt.

Googlemail beispielsweise zeigt 87 Zeichen an, Outlook noch 70 Zeichen und Freemailer nur noch 63 Zeichen.

Noch problematischer wird es mit der mobilen Darstellung auf Smartphones und Wearables. Hier werden z. B. auf der Apple Watch nur noch 16 Zeichen angezeigt. iPhone und Androiden zeigen 41 bzw. 30 Zeichen an.

Merke: Das erste Wort ist hier entscheidend!

Im Zeitalter von Emoticons kannst du versuchen, durch ein solches Bildchen die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Doch Vorsicht: Nicht jeder E-Mail Client zeigt diese Emoticons an. Teste es vor dem Versand auf verschiedenen Geräten.

❆ Winterangebote zum Wohlfühlen

✔ Ihre Checkliste für den Urlaub

♥ Liebesgrüße zum Valentinstag

Unser Tipp zum Schluss: Die direkte Ansprache mit Du, Sie, Ihren, Ihr etc. sowie der Name in der Betreffzeile erhöhen ebenfalls die Öffnungsrate bzw. Lesechance: „Erfahren Sie, wie Sie perfekte Headlines schreiben, Herr Schmitz“.

Bild von Lukas Bieri auf Pixabay

Agenda Surfing in der PR – Reite auf der Welle der Trendthemen

In der Pressearbeit und im Content Marketing ist es manchmal ganz schön schwierig, mit den eigenen Themen Gehör zu finden bei den Medien und in der Öffentlichkeit. Niemand interessiert sich für deine Meinung, deine Dienste oder dein Unternehmen. Einfach ist es immer dann, wenn man eine echte News bieten kann, eine echte Innovation oder einen Großauftrag. Ansonsten bleibt dir nur die Möglichkeit, auf öffentlich diskutierte Themen (z. B. Klimaschutz) oder Themen mit hoher Aufmerksamkeit (z. B. Sportereignisse) aufzuspringen und deinen Beitrag als Experte zu leisten. Man nennt sowas Agenda Surfing.

Der Begriff Agenda Surfing stammt ursprünglich aus der Politik- und Medienwissenschaft. Er wird abgeleitet vom Begriff des Agenda Settings.

Agenda Surfing bedeutet, eine bereits bestehende, von anderer Seite gesetzte Agenda, für sich selbst zu nutzen. Die Idee ist, dass man die Aufmerksamkeit eines aktuell relevanten Themas für sich nutzen kann. Wenn die Menschen sowieso schon auf ein bestimmtes Thema eingestellt sind, ist es leichter, hier ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.

Wir haben Agenda Surfing in den verschiedensten Ausprägungen bereits häufiger in der PR-Arbeit genutzt.

Beispiel 1: Klimaschutz und Verkehr

Es gibt im Moment wohl kein Thema, das mehr gehypt wird wie der Klimaschutz. Vor allem die Dieselthematik hängt hier unweigerlich dran. Wir haben das Thema KIimaschutz, Staus und Umweltverschmutzung mit dem Thema Coworking verknüpft. Wenn weniger Autos im Stau stehen, wird die Umwelt weniger belastet. Ein Weg, die Leute von der Autobahn zu bekommen, ist, sie in nahe am Wohnort gelegenen Coworking-Spaces arbeiten zu lassen. Hierzu haben wir einen Blogbeitrag verfasst.

Beispiel 2: EuGH Urteil zum Thema Arbeitszeiterfassung

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Arbeitgeber/Innen die Arbeitszeit ihrer Angestellten lückenlos erfassen müssen. Das Urteil verpflichtet die nationalen Gesetzgeber in der EU nun, die Einhaltung der Arbeitszeit sicherzustellen, indem sie aufgezeichnet wird.

Eine Kundin von uns ist seit Jahren starke Verfechterin des Homeoffice-Konzepts. Hier stellte sich nach dem Urteil sofort die Frage, ob das EuGH-Urteil auch Auswirkungen auf Homeoffice-Arbeitsplätze hat, weil dort die systematische Zeiterfassung problematisch werden könnte. Flux sind wir auf die Agenda aufgesprungen und haben für die Fachpresse ein Experten-Statement veröffentlicht.

Im Übrigen passt das gleiche Thema auch zum Coworking-Thema.

Beispiel 3: Die „WannaCry“-Attacke auf britische Krankenhäuser

Im Mai 2017 befiel die Schadsoftware „WannaCry“ viele britische Krankenhäuser und legte deren komplette IT lahm. Diese Meldung nutzen wir für einen unserer Kunden für ein Statement. Dessen Software sorgt als Cloud-Version unabhängig von der Krankenhaus IT für die zuverlässige Alarmierung und Mobilisierung von Ärzten und Krankenhauspersonal im Notfall.

Wie findet man nun die Trendthemen?

Nun, zu allererst sollte man als Verantwortlicher für Presse- und PR stets die Augen und Ohren offen halten, die Medien und die Internet-News verfolgen. Hier ergeben sich immer wieder aktuelle Themen.

Natürlich sind gewisse Top-Themen schon lange bekannt, z.B. Wahlen, Weltmeisterschaften, Olympische Spiele usw. Hiermit kannst du langfristig planen. Auch die großen Diskussionen etwa über Gleichheit, Sicherheit und Freiheit sind in gewissem Maße planbar.

Dann solltest du die zur Verfügung stehenden Tools wie Google Trends regelmäßig im Blick haben.

Tipp: Die Google Trends kannst du dir tagesaktuell als RSS-Feed in dein Outlook oder auf dein Smartphone liefern lassen.

Auch die Google Alerts liefern dir in der Kategorie News zu bestimmten Suchworten automatisch die neuesten Nachrichten.

Und auch der Trending-Hashtag bei Twitter gibt dir einen Anhaltspunkt für eine Trending-Topic.

Zu guter Letzt kannst du dir wichtige Newsletter der großen Zeitungen oder Newsportale abonnieren.

Vorsicht: Finger weg von allzu kontroversen oder genuin negativen Ereignissen und Diskussionen: Tragödien eignen sich niemals, um Profit daraus zu schlagen und auch wenn Sie sich innerhalb einer stark polarisierten politischen Diskussion positionieren, müssen Sie Gegenwind einkalkulieren.

Fazit

Wenn du gerade kein eigenes Thema hast, dass die nötige Relevanz für eine Berichterstattung in der Presse besitzt, kannst du mit Agenda Surfing auf andere Themen aufspringen und dich auf dieser Welle in die Köpfe bzw. in die Rechner der Journalisten transportieren lassen.

Agenda Surfing ist aufwendig und bedarf eines Gespürs für die richtigen Themen sowie einer gehörigen Portion Einfallsreichtum.

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