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Ein Ratgeber für DUMMIES, der nicht nur für DUMMIES geeignet ist

„Social-Media-Marketing für Dummies“ heißt das neue Buch von Gero Pflüger, das im Mai 2020 erschienen ist. Eigentlich richtet sich die „für Dummies“-Serie des Wiley-Verlags an wirkliche Einsteiger in das entsprechende Thema. Dieses Buch, das ich jüngst lesen durfte, ist anders. Man kann behaupten, dass ich selbst ganz viel Erfahrung in Sachen Social-Media-Marketing besitze und mit fast 15 Jahren Berufspraxis in diesem Bereich ein alter Hase bin. Dennoch hat mich das Buch an einigen Stellen überrascht, mir neue Informationen und damit einen echten Mehrwert geboten. Chapeau, Herr Pflüger. Ein echt gelungener Ratgeber.

Aufbau

Wenn man das Buch aufschlägt, begegnen einem sofort die sog. „Schummelseiten“. Dies sind Seiten, die quasi den gesamten Inhalt des Buches in vier Checklisten zusammenfasst. Witzig: Ein Scheren-Symbol lädt mich zum Raustrennen und Abheften der Seiten ein.

Das Buch ist in fünf Teile aufgeteilt und beinhaltet 24 Kapitel. Das alleine zeigt schon die Vollumfänglichkeit, mit der der Autor sein Thema behandelt.

Nach einer kurzen Einführung über Social-Media-Marketing als solches kommt Gero direkt zur Sache. Von der Entwicklung einer Social-Media-Strategie über die Umsetzung der gleichen bis zur erfolgreichen Umsetzung der Social-Media-Arbeit leitet uns der rote Faden. Der Autor lässt dabei kein Thema aus: Ist-Analyse, Ziele, Zielgruppen und Personas, Ressourcenplanung, Plattformwahl und Erfolgsmessung, Content- Erstellung und Content-Verbreitung sowie Werbung.

Der letzte Teil des Buches widmet sich den sogenannten Top Ten. Gero nennt die 10 häufigsten Fehler, die 10 wichtigsten juristischen Aspekte und die 10 besten Tools für den Einstieg.

Meine Bewertung

Social-Media-Marketing ist heute viel komplexer als vor zehn Jahren. Einfach mal so was auf einer Facebook-Seite veröffentlichen ist zu wenig. Nicht umsonst gibt es heute die Berufsbilder der Social-Media-Manager und Community-Manager.

Das Buch gibt dem Leser einen einfachen Leitfaden an die Hand, um erfolgreicher im Social Web aktiv zu werden – und um Anfängerfehler zu vermeiden. Ich empfehle die Lektüre aber auch Profis in diesem Bereich, denn der Autor behandelt das Thema so ausführlich, dass eigentlich jeder noch etwas lernen kann.

Einziger Wermutstropfen: Ich empfinde die Textdichte auf den Seiten als zu hoch (sprich: Zeilenabstand zu eng). Damit wirken die Seiten oft überfüllt. Ich denke, dass dieser enge Seitenabstand dem Ziel geschuldet ist, den Seitenumfang von jetzt schon 367 Seiten (ohne Stichwortverzeichnis) nicht noch größer werden zu lassen. Daran erkennt man aber wiederum die Informationsfülle, die Gero Pflüger uns Lesern bietet.

Produktinformation

  • Taschenbuch: 378 Seiten
  • ISBN-13: 978-3527716500
  • Herausgeber: Wiley-VCH; 1. Auflage (1. Juli 2020)

 

Wie du deine Inhalte wirklich gut verbreitest

Du machst tolle Postings, Videos oder Beiträge, aber niemand sieht sie? Denn Inhalte zu gestalten ist beim Social-Media-Marketing nur die halbe Arbeit. Dein Content bringt dir nur etwas, wenn er auch gesehen wird. Wie aber bringst du deine Aussagen unters Volk? Wir haben ein paar Tipps zur Content Distribution für dich.

  1. Kenne deine Zielgruppe und richte deine Inhalte danach aus

Wenn du weißt, was deine Zielgruppe interessiert, solltest du deinen Content im Bezug auf die Themenwahl und die Content-Form danach gestalten. Eher Kurzvideo oder Whitepaper? Entscheide nicht nach deinen Vorlieben, sondern nach denen deiner Zielgruppe.

  1. Du brauchst eine optimierte Homebase

Mache dich unabhängig von Plattformen, die du nicht kontrollieren kannst, und veröffentliche deine Inhalte grundsätzlich immer auf deinem Content Hub – zum Beispiel deiner Webseite. Sie ist die zentrale Anlaufstelle für alle deine Inhalte – egal wo du sonst noch postest. Deinen Hub kannst du so gestalten, wie du es willst. Du solltest aber selbstverständlich auf SEO-Optimierung achten und entsprechende Keywords etc. in deine Inhalte einbauen. Deine Webseite sollte auch mobil gut aussehen, lange Ladezeiten vermeiden etc. So stehen deine Inhalte auch dann noch, wenn Facebook und Co. mal nicht erreichbar sind.

  1. Dein Inhalt muss einen Mehrwert haben, damit er geteilt wird

Die sogenannte „Sharability“ ist nicht einfach zu erreichen. Damit sich dein Content wie von selbst verbreitet, muss er begeistern und einen Mehrwert bieten. Er muss sich unterscheiden, weil er besonders witzig oder rührend ist, weil er etwas verspricht, das andere nicht haben. Wenn du die Sprache deiner Zielgruppe kennst, ist das gar nicht mehr so schwer. Berücksichtige dabei unbedingt auch die speziellen Vorlieben der einzelnen Kanäle (Instagram, Facebook, Twitter, TikTok etc.) Fordere zum Teilen auf, wenn das in deinem bevorzugten Kanal so üblich ist (z.B. bei YouTube).

  1. Nutze die kostenlosen Kanäle

Nur die wenigsten Videos gehen viral, ohne dass man etwas dafür tut. Du musst deinen Content aktiv verbreiten, auf allen Plattformen, die passen und dir kostenlos zur Verfügung stehen. Das kostet etwas Zeit und Mühe, lohnt sich aber. Neben deiner Webseite hast du vielleicht auch noch einen Newsletter oder eine E-Mail-Signatur, die angepasst werden können. Daneben postest du im Idealfall auf allen Social Media, die du betreibst: Facebook, Instagram, Twitter, YouTube, LinkedIn, Xing – was auch immer für deine Zielgruppe Sinn macht, solltest du auch nutzen. Poste gerne an mehreren Tagen, aber nie gleich, sondern etwas abgewandelt mit der gleichen Grundinformation. Hier brauchst du etwas Geduld und Fleiß. Denn du solltest die Inhalte für jeden Kanal optimiert gestalten.

  1. Motiviere Personen die multiplizieren

Wenn du Personen dazu bekommst, deine Inhalte zu teilen oder zu empfehlen, hast du gewonnen. Dann ist der wichtigste Grundstein gelegt. Beginne mit dir selbst, deinen Freunden, Kollegen, guten Kunden oder Partnern. Wenn du die ersten „Markenbotschafter“ oder „Corporate Influencer“ gefunden hast, erweiterst du deinen Bekanntheitsgrad oft rasend schnell. Überlege, wen du ansprechen und zu deinem Multiplikator machen kannst. Erfahrungsgemäß kann man oft diesen Gefallen erwidern und damit den eigenen Multiplikatoren ebenfalls auf die Sprünge helfen. Vielleicht sind deine Influencer Relations besser, als du denkst.

  1. Investiere in Werbung

Manchmal nützen die schönsten Inhalte, die beste Strategie und die tollsten Kontakte nichts. Dann bleibt dir immer noch die Option, deinen Content zu bewerben. Gerade am Anfang macht es oft Sinn, eine Anzeige auf Facebook zu schalten und Aufmerksamkeit einzukaufen. Setze dir ein Budget und überprüfe die Wirksamkeit deiner Maßnahmen.

  1. Kenne deine Ziele

All deine Maßnahmen hängen immer von deinen Zielen ab. Willst du Menschen mit konkreten Fragen erreichen, bieten sich Google Ads an. Wenn du Personen mit speziellen Interessen ansprechen willst, lohnen sich Facebook Ads. Wenn niemand nach deinem Keyword sucht, bringt dir ein Platz ganz oben im Google Ranking nichts. In manchen Geschäftsbereichen werden sich Social Media Post-Erfolge nicht in Kundenzahlen messen lassen. Überdenke die Suchwege deiner Zielgruppe ebenso wie deine Ziele und plane danach.

Die berühmte 5-3-2 Regel für Content kurz erklärt

Wer sich mit Content-Marketing und Social Media beschäftigt, stolpert unweigerlich irgendwann über die sogenannte “5-3-2 Regel”. Kurz gesagt beschreibt diese Regel, in welchem Verhältnis verschiedene Content-Arten zueinander stehen sollten. Content Arten?

Die verschiedenen Content-Arten

Ja, es gibt verschiedene Content-Arten. Im Februar 2020 haben wir zum Beispiel verschiedene Blogartikel-Typen vorgestellt. Unter anderem wurden diese Blogartikel-Typen vorgestellt: Tactical, Deep Tactical, Editorial, TOFU, Syndications, Infographic/SlideShare, Promo und Team Initiatives.

Heute geht es aber um die Content-Arten für Social Media. Hier unterscheidet man eigentlich nur die drei Arten

  1. Fremde Inhalte mit hohem Mehrwert, sog. kuratierte Inhalte
  2. Eigene Inhalte mit Fokus auf das eigene Unternehmen
  3. Persönliche oder unterhaltende Inhalte

Die Content-Arten im Detail

  1. Fremde Inhalte mit hohem Mehrwert, sog. kuratierte Inhalte

Die Grundidee des Social Web war und ist, Inhalte mit anderen Menschen zu teilen. Das hat gar nichts mit Content klauen oder „mit fremden Federn schmücken“ zu tun. Denn ALLE Social Media Plattformen bieten eine Funktion an, mit deren Hilfe Beiträge anderer im eigenen Netzwerk verbreitet werden können. Das ist erwünscht.

Nehmen wir an, jemand schreibt ein Posting zu einem bestimmten Thema, das einen neuen Aspekt in einen Sachverhalt bringt. Wenn sich deine Zielgruppe auch dafür interessiert, wäre es passend, wünschenswert und sogar zuvorkommend, wenn du deine Freunde, Fans, Follower und Abonnenten auch an dem Wissen des anderen teilhaben lässt. Du lässt deine Follower und Fans über den Tellerrand des Unternehmens hinausblicken. Damit klar ist, dass der Beitrag von dem anderen kommt, nutzt man die „Teilen-Funktion“, statt den Beitrag zu kopieren und unter deinem eigenen Namen zu veröffentlichen. Das wäre dann wirklich Content-Klau.

Idealerweise teilst du den Beitrag nicht einfach, sondern sagst ein paar Worte dazu. Du gibst deinen Senf dazu ab. Das nennt man dann kuratieren, weil der Content ergänzt, beleuchtet, kommentiert wird.

Warum solltest du das tun?

Mit dem Teilen fremder Inhalte zeigst du, dass du dir über die Bedürfnisse und Probleme deiner Zielgruppe Gedanken machst und ihr themenrelevante Informationen fremder Urheber nicht vorenthalten möchtest.

  1. Eigene Inhalte mit Fokus auf das eigene Unternehmen

Jetzt kommt die Content-Art, die die meisten als die wichtigste ansehen. Die Inhalte über das eigene Unternehmen oder die eigene Person. Böse könnte man diese Inhalte als „Eigenlob“ bezeichnen. Ganz so böse ist das aber gar nicht, denn diese Inhalte bieten dir die Chance,  Einblick in dein Unternehmen gewähren.

Es ist legitim, dein Unternehmen zu präsentieren, allerdings bitte ohne dabei allzu werblich zu klingen. Ein Unternehmensblog ist eine gute Plattform, um interessante und informative Beiträge zu veröffentlichen und damit die Aufmerksamkeit von potenziellen Kunden zu gewinnen. Im Idealfall platzierst du diese Blogbeiträge nicht nur auf deiner Website, sondern auch in den sozialen Medien, in denen du vertreten bist.

Außerdem bieten gut gemachte Inhalte den Fans und Followern die Möglichkeit, dein Unternehmen und die dahinterstehenden Menschen kennenzulernen. Du kannst ihnen zudem einen Einblick in euren Unternehmensalltag gewähren. Für diesen Zweck eignen sich Fotostrecken, Videobeiträge, Stories besonders.

  1. Persönliche oder unterhaltende Inhalte

Nicht zu verwechseln mit den eigenen Inhalten sind die persönlichen Inhalte. Sie repräsentieren die menschliche Seite deines Unternehmens.

Hier darf ruhig ein wenig Humor mitspielen. Ihr müsst euch dabei nicht ganz so ernst nehmen. Denn Unterhaltung und Schmunzeln regt die Empfänger zum Teilen an. Beispiele können lustige Fotos von einer Kaffeepause deiner Mitarbeiter sein, aber auch der Hund im Büro oder ein witziges Selfie kommen gut an. Hauptsache, es „menschelt“ ordentlich.

Das perfekte Social Media Content-Verhältnis

Die oben genannte “5-3-2 Regel” besagt nun, dass das perfekte Verhältnis so aussieht.

Von 10 Posts, z.B. auf Facebook, sollten nach dieser Regel:

  • 5 fremde Inhalte von anderen Nutzern mit hohem Mehrwert
  • 3 eigene Inhalte mit Fokus auf das eigene Unternehmen
  • 2 eher persönliche oder unterhaltende Inhalte

Dieser Mix ist ein Sinnbild dafür, dass man generell eher auf die Nutzer fokussiert sein soll, anstatt nur aus einer reinen Ich-Perspektive zu werben

Es ist übrigens nur eine Faustregel und kein Gesetz.

 

Welche Werbung uns wirklich zum Lachen bringt

Die meiste Zeit nervt sie uns – die Werbung. Durch Streamingdienste und Co. haben wir uns von Spots schon fast gänzlich verabschiedet und Werbeplakate nehmen wir beim Autofahren fast nicht mehr wahr. Wenn es dann mal ein Plakat schafft, unsere Aufmerksamkeit zu erregen, muss es auch wirklich besonders auffällig sein – oder ganz besonders witzig. Damit ihr in diesen schweren Zeiten auch mal was zu Lachen habt, haben wir für euch die Top Five der für uns witzigsten Werbungen zusammengesucht. Viel Spaß beim Kaputtlachen!

Platz 5: Taffo

Zugegeben – unser Platz fünf ist etwas makaber. Vor allem momentan. Doch den Humor zu verlieren, wäre unserer Meinung nach auch keine Lösung. Deshalb nur Platz 5 und mit allem nötigen Respekt: Das italienische Bestattungsunternehmen Taffo. Dieses sah keinen Grund dafür, dass sich Bestattungen und humorvolle Werbung ausschließen und warb mit Werbesprüchen wie: „Wenn Sie etwas getrunken haben, lassen Sie wen anders fahren“. Sonst fahren wir Sie.“ Mit solchen Slogans hat es das Unternehmen zu landesweiter Bekanntheit gebracht, vor allem bei Facebook. Anlässlich des Todes von Ikea-Gründer Ingvar Kamprad postete es dort eine Ikea-typische Aufbauanleitung für einen Sarg, der dann auch stilecht mit „TÄFFÖ“ betitelt wurde.

Werbunf Taffo

Gefunden auf https://www.handelsblatt.com

Platz 4: David Küchenthal

Im Auftrag eines Dozenten gestaltete der 28-jährige Hamburger David Küchenthal eine Anzeige für Hustenbonbons. Er wählte die Firma Wick und entwarf ein Plakat, das nicht nur mit einem silbernen Nagel für Gestaltung, Konzept und Text ausgezeichnet, sondern auch in den Social Media gehypt wurde. Mit „Wick dich du Hustensohn“, brachte er die Social Media User zum Lachen. Er wählte die Marke bewusst aus, da sie sehr konservativ und zurückhaltend wirbt. Ob Wick allerdings jemals damit werben wird, ist wohl eher fraglich.

Gefunden auf https://www.horizont.net

Platz 3: True Fruits

Ja, unser Platz drei ist etwas zweideutig. Denn der Smoothie Hersteller True Fruits ergänzt seine Drinks jetzt durch Chia-Samen und nutzte diese Tatsache für witzige Werbung. „Oralverzehr – schneller kommst du nicht zum Samengenuss“ heißt es da beispielsweise oder „Bei Samenstau schütteln“.

Gefunden auf https://www.merkur.de

Platz 2: Pick Up

Gerade Süßigkeitenwerbung ist oft abgedroschen. Die Slogans kennen wir alle und die meisten sind so daneben, dass wir sie zwar auswendig kennen, aber eigentlich nicht leiden können. Diese Tatsache nimmt Pick Up aufs Korn, indem der Hersteller sämtliche Slogans der Süßwaren-Konkurrenz benutzt und abändert. Sprüche wie „Prinzen rollen, Könige stehen“ oder „Das Leben ist zu kurz für lange Pralinen“ lassen uns schmunzeln. Werbung, die da sagt „Ich geh als Langweiler“ und den Pick Up-Riegel in die Verpackung eines Konkurrenten steckt, ist so frech, dass wir lachen müssen. Besonders auf Facebook macht Pick Up damit Furore. Daumen hoch für Mut und Einfallsreichtum, finden wir.

Gefunden auf https://www.facebook.com/Bahlsen.PiCKUP/

Platz 1: Lieferando

Wer uns wirklich umgehauen hat, ist der Lieferdienst Lieferando. Gängige Phrasen wurden zu einer ganzen Serie an witzigen Slogans, passend zum jeweiligen gelieferten Food. Als kurzer Ausschnitt seien „Isch bin dir Farfalle“, „Isch will mit dir Penne“,  „Wasabi da nur bestellt?“ oder „Kein Wok zu kochen?“ erwähnt. Natürlich immer mit dem passenden Plakat untermalt. Unser absoluter Liebling und damit unsere Nummer eins ist aber „Ich will ein Rind von dir!“ mit saftigem Burger in Frontalansicht 😊

Gefunden auf https://www.lieferando.de/

Viel Spaß.

Wenn Ihr auch eine witzige Werbung entdeckt habt, dann lasst uns dran teilhaben.