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Was deutsche PR-Profis am meisten nervt

Zu wenig Personal, zu geringes Budget und eine hohe Fremdbestimmung: Diese Faktoren frustrieren PR-Profis an ihrem Job am meisten. Zumindest besagt dies eine Online-Umfrage der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor.

Demnach sagten 40 Prozent der rund 350 PR-/ Kommunikationsverantwortlichen aus Unternehmen und PR-Agenturen, die an der Studie teilgenommen haben, dass ihre Abteilung oder ihre Agentur zu wenig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die anstehenden Aufgaben hat. Das mag daran liegen, dass im vergangenen Jahr eine stark erhöhte Nachfrage nach Kommunikations- und PR-Leistungen zu verzeichnen war. Dies war auch bei uns nicht anders.

Die Pandemie und Corona-Krise hat den Unternehmen die Augen geöffnet in Sachen Kommunikationsnotwendigkeit. Auf der anderen Seite waren gute Kommunikationsexperten rar. Niemand wechselt gerne in Krisenzeiten den Job.

An zweiter Stelle (31 Prozent) der größten Frust-Faktoren steht laut der Studie mangelndes Budget. Auch das kann der Pandemie geschuldet sein. Die Unternehmen wollten zwar mehr PR, hatten oft aber nicht das Budget für hochwertige und professionelle Arbeit. Also wurde am Budget geschraubt, ohne die Ansprüche zu reduzieren.

Frustfaktor Nr. 3 (mit ebenfalls 31 Prozent): eine zu hohe Fremdbestimmung in der professionellen Kommunikation. Offenbar zerstören zu oft aktuelle Themen und andere Prioritäten der Auftraggeber den eigentlichen Tagesplan. Selbstbestimmtes Arbeiten hat dann das Nachsehen.

Frustration wird aber nicht nur durch Kunden und Auftraggeber ausgelöst. Es ist schockierend, dass immer noch fehlende Wertschätzung (25 %) und starre Unternehmensstrukturen (24 %) die PR-Profis im eigenen Unternehmen frustriert. Auch die folgenden Punkte „Zu wenig Zeit für Weiterbildung (23 %)“, „Schlechte Work-Life-Balance (22 %)“, „Niedriges Gehalt (21 %)“, „Fehlendes ‚Gehört werden‘ beim Top-Management (20 %)“ sowie „Unfähige bzw. schlechte Chefs (18 %)“ sind echte Motivationskiller. Immerhin: Beim Thema „eigenverantwortliches Arbeiten“ gibt es weniger Frust: Nur 13 Prozent der Befragten beklagen fehlende eigene Gestaltungsmöglichkeiten. Und nur 10 % der Befragten beklagen unzuverlässige Teammitglieder.

Was sagt uns dieses Ergebnis? Beim Mängeln nicht nur auf die bösen Kunden und Auftraggeber zeigen, sondern sich an die eigene Nase fassen. Und: Die Zeit nach der Krise wird sicher wieder besser für alle.

Die größten Frust-Faktoren von PR-Profis (vollständige Ergebnisliste):

  1. Zu wenig personelle Ressourcen 40%
  2. Zu geringes Budget 31%
  3. Hohe Fremdbestimmung 31%
  4. Zu viel Silodenke 28%
  5. Erfolge nicht eindeutig messbar 28%
  6. Erfolge nicht wertgeschätzt 25%
  7. Starre Unternehmensstrukturen 24%
  8. Zu wenig Zeit für Weiterbildung 23%
  9. Schlechte Work-Life-Balance 22%
  10. Niedriges Gehalt 21%
  11. Fehlendes ‚Gehört werden‘ beim Top-Management 20%
  12. Unfähige bzw. schlechte Chefs 18%
  13. Zu wenig eigenverantwortliches Arbeiten 13%
  14. Unzuverlässige Teammitglieder 10%
  15. Unzuverlässige Dienstleister 9%
  16. Geschäftsführung bevorzugt Marketingabteilung 8%

(Quelle: Online-Befragung im Februar 2021 von news aktuell und Faktenkontor, 353 Kommunikationsprofis aus Unternehmen, Organisationen und PR-Agenturen in Deutschland, Mehrfachnennungen möglich)