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35 Methoden, garantiert nicht in die Medien zu kommen

PR ist out, es lebe Social Media. Das ist Quatsch. Die gute alte Pressearbeit ist lebendig und sehr wichtig. Der Wert einer guten und hochwertigen, nicht gekauften Presseveröffentlichung ist fast unbezahlbar für ein Unternehmen.

Ziemlich ironisch beschreibt das Magazin iBusiness, was diejenigen tun müssen, die die Presse tunlichst vergraulen wollen, weil sie nur auf Facebook, Blogs und Online-Presseportale setzen. Die „35 Methoden, garantiert nicht in die Medien zu kommen“ sind zwar nicht ganz neu, aber sehr lesenswert.

Ich verkneife mir, die 35 Tipps nun alle abzuschreiben oder zu zitieren (vom Verstoß gegen das Urheberrecht mal abgesehen), sondern fasse zusammen:

Man sollte möglichst Keyword-optimierte und vor Werbung, Fremdworten und Anglizismen strotzende, 7 Seiten lange Texte an möglichst viele Journalisten, gleich welches Ressort sie angehören, senden und direkt nachfassen, arrogant eine Veröffentlichung fordern, aufdringlich und frech werden. Perfekt.

Probieren Sie es mal. Sie werden garantiert nicht in die Presse kommen.

Die ganzen Tipps hat Joachim Graf hier veröffentlicht.

Bild: Michael Gaida / Pixabay

Tipps für Pressestellen und PR-Agenturen: Was-Redakteure wirklich nervt

Als Redakteur hat man es nicht immer einfach. Gerade, wenn man in seinem Arbeitsalltag auf eine dieser nervtötenden Situationen trifft. Fünf davon haben wir in unserem heutigen Artikel zusammengefasst.

1. Wo kein „Presse“ draufsteht, ist nichts für die Presse drin
Wenn man sich als Redakteur auf einer Homepage einer Firma befindet, will man eigentlich nur eines: Fotos und Informationen, die man für seine Artikel verwenden kann. Und meistens findet man diese ganz einfach unter dem Menüpunkt „Presse“. Doch leider strukturieren viele Firmen ihre Webseiten falsch und stellen ihre Presseinhalte unter Menüpunkte wie „News“ oder „Aktuelles“ zur Verfügung. Was daran falsch ist? Die unter diesen Seiten zur Verfügung stehenden Inhalte dürfen Redakteure nicht verwenden! Nur wenn sich Bilder und Texte deutlich als „Presse“ gekennzeichnet sind, dürfen diese auch von der Presse verwendet werden.

2. KISS gilt auch für die Pressemeldung
Unternehmen meinen es immer gut, wenn sie eine Pressemeldung schön layouten. Mit Logo, Firmenschrift und vielen bunten Bildchen. Leider entpuppt sich sowas für Redakteure als viel Arbeit. Bilder blähen das Dokument nur unnötig auf und die genutzte Schriftart ist oft nicht auf dem Computer des Empfängers installiert usw. Das Layout wird komplett zerschossen. Unser Tipp an PR-Agenturen und Pressestellen: bei Pressemitteilungen lieber auf die Schriftarten setzen, die auf jedem PC verfügbar sind!

3. Hinterhertelefonieren ist tabu
Auch das ist ein absoluter Nervtöter, der eigentlich nur gut gemeint ist. Viele PR-Agenturen rufen bei den Redakteuren an, um sich über den Status der Pressemitteilung zu informieren. Bei den meistens Redakteuren kommt dies aber nicht so gut an. Es gilt als nervig und unprofessionell! Und es kostet Zeit, die bei Redakteuren immer knapp ist.

4. Extrawünsche
Mit Pressemitteilungen kommen oft unverschämte Wünsche einher. Auch eine Erlaubnis wie zum Beispiel „die Wahl einer Überschrift überlasse ich Ihnen“, sieht man als Redakteur nicht selten. Ja, das nennt man Pressefreiheit. Dafür braucht man als Redakteure keine zusätzliche Erlaubnis, das gehört einfach zum Beruf.

5. Falsche Fotos
Fotos sind wichtig und gehören definitiv zu einer Veröffentlichung dazu. Umso wichtiger ist es, dass diese auch bei der Redaktion ankommen und man sie nicht aus labyrinthartigen Datenbanken herauskramen muss. Auch die Art von Foto, die ein Redakteur verwenden möchte, scheint nicht allen PR-Agenturen klar sein. Hochprofessionelle Werbe- und Stockfotos mit sterilen und unpersönlichen Models sind eher weniger geeignet. Authentische Fotos von Menschen oder Szenen sind viel besser.

Foto: composita / pixabay / CC0 Creative Commons

Journalisten sagen: Die Presseinformation ist nicht tot

Totgeglaubte leben länger. Immer wieder wurde und wird die gute alte Pressemeldung als „veraltet“ und bei Journalisten ungeliebt betitelt. Doch anscheinend ist es anders: 97 Prozent der im Rahmen einer im Oktober 2017 durchgeführten Journalistenstudie von TheNewsMarket befragten Medienvertreter möchten darauf nicht verzichten. Wow!

TheNewsMarket wollte mehr darüber wissen, wie Journalisten heute arbeiten. Also wurde ein Fragebogen erarbeitet, mit dessen Hilfe geklärt werden sollte, wie Journalisten Online-Content-Ressourcen nutzen, um ihre redaktionellen Geschichten anzureichern, was sie frustriert und was sie begeistert. Hier sind einige interessante Ergebnisse:

Nicht nur die extrem große Mehrheit arbeitet immer noch mit der Pressemeldung zur journalistischen Recherche, nein auch über 90 % finden Texte in Kombination mit Videos und Fotos hilfreich. Für 88 % ist sogenanntes Footagematerial allein schon nützlich. 86 % der Befragten geht das bei Bildern so.

65 Prozent der Befragten besuchen nahezu täglich Content-Plattformen im Internet, besonders wenn sie nach Geschichten suchen und / oder wenn sie vorab eine E-Mail-Benachrichtigung erhalten haben. Und im Schnitt bleiben sie dann etwa zehn Minuten auf der Seite. Interessanterweise sagte zwar fast ein Drittel, dass redaktionelle, unabhängige Inhalte die wichtigste Ressource sind, mehr als 60 Prozent meinten aber, dass Nachrichten, die von Unternehmen und Organisationen stammen, gleich wichtig sind.

Was Journalisten nervt

Anders herum nervt Journalisten, wenn sie keine nützlichen Inhalte finden (57 %). Auf Platz 2 folgt, wenn die Nutzungsrechte nicht eindeutig sind (42 %), auf Platz 3 stehen nicht sofort nutzbare Formate (34 %).

Überraschenderweise scheint die Registrierung bei einem Portal kein Problem zu sein. Die Mehrheit der Journalisten (76 %) hat kein Problem mit einer Akkreditierung, wenn sie dafür vollen Zugriff auf das Material haben. Nur sechs Prozent ziehen es vor, sich überhaupt nicht registrieren zu lassen.

Stress statt Spaß an der Arbeit

Was die Studie auch zeigt, ist das viele Journalisten heute nur noch unter Stress arbeiten, vor allem wegen der immer dünneren Personaldecke in den Redaktionen. Während Journalisten früher viel mehr Zeit hatten, um zu recherchieren, Kontakte zu pflegen und an der Formulierung von Texten zu feilen, ist ihr Job heute eine Art von Massenproduktion geworden. TheNewsMarket nennt sie deshalb „Churnalisten“ (von churn = aufwirbeln, am laufenden Band produzieren).

Einschränkend muss man noch erwähnen, dass von den 114 teilnehmenden Journalisten aus aller Welt der überwiegende Teil aus der Motorbranche kommt. Die Studie ist als keineswegs repräsentativ, was die Branchen angeht.

Quelle: Presseinformation von TheNewsMarket 

Foto: geralt / pixabay / CC0 Creative Commons

Geht gar nicht: PR zu 100% auf Erfolgsbasis

Immer wieder poppt auch bei uns die Frage auf, ob man die Honorierung der PR-Arbeit nicht zu 100% Erfolgsbasiert machen könne. Das wäre ja nur fair, weil ein Text ja nur ein Teil der vereinbarten Leistung und die erfolgreiche Veröffentlichung der wichtigere Teil der Leistung darstelle und man ja nur für eine Gesamtleistung zahlen wolle.

Ich kann diese Sichtweise durchaus verstehen. Befinden wir uns doch alle in einem gnadenlosen Kampf um Klicks, Views, Page-Impressions sowie um Aufmerksamkeit und Likes usw. Jeder mag nur für das Ergebnis zahlen und nicht für den Weg dorthin.

Ich möchte dazu noch einmal meine persönliche Sichtweise darstellen und zur Diskussion – auch mit Kollegen anderer PR-Agenturen – aufrufen.

PR hat sich verändert

Früher war alles einfacher. Es gab viel mehr Printmedien als heute, das Internet war nicht so dominierend und die Zahl der PR-Agenturen übersichtlich. In den Redaktionen gab es genügend Mitarbeiter und den Verlagen ging es gut.

Die Arbeit einer PR-Agentur war recht einfach: Man hatte gute Kontakte zu den Redakteuren und konnte mit einem Anruf sehr oft einen Artikel gleich mehrfach – in abgewandelter Form – platzieren. Pressemeldungen waren gerne gesehen und wurden oft im Gießkannen-Prinzip an alle gegebenenfalls relevanten Redaktionen und Ressorts verbreitet. Ich übertreibe hier bewusst ein wenig, um die Situation zu beschreiben.

Heute herrscht ein gnadenloser Konkurrenzkampf der Massen von Agenturen und Einzelkämpfern auf PR-Seite um die begehrten Plätze in den deutlich weniger gewordenen Magazinen und Zeitungen. Die Ausgaben sind oft dünner, die Redaktionen unterbesetzt und der wirtschaftliche Druck auf den Verlag schlägt bis zur Redaktion durch.

Die PR-Arbeit ist deutlich anspruchsvoller geworden. Pressemeldungen verlieren immer mehr an Relevanz, weil die meisten ohne echte Information und echten Mehrwert für die Redaktionen herausgeblasen werden. Das Gießkannen-Prinzip funktioniert nicht mehr, heute muss sich der PR-Redakteur genau überlegen, welche Information er wem sendet. Jetzt zeigt sich, wer wirklich gute Kontakte zu den Medienvertretern hat. Denn der persönliche Kontakt, der Anruf ist heute Gold wert. Es wird ein Beitrag abgesprochen, der exklusiv für diese Publikation verfasst wird. Eine Mehrfach-Verwendung ist schwierig geworden, schon alleine der Fairness halber.

Würde man in diesem Fall eine zu 100% erfolgsbasierte Honorierung vereinbaren, würde niemals ein Honorar zustande kommen, das der geleisteten (Vor-)Arbeit entspricht.

Trotz einer persönlichen Absprache kann es durchaus vorkommen, dass ein Beitrag aufgrund der Platz-Knappheit für redaktionelle Inhalte in vielen (Fach-)Magazinen verschoben werden muss. Und der wirtschaftliche Druck, der auf vielen Verlagen lastet, zwingt die Verlagsleitung und Chefredaktion manchmal dazu, abgesprochene Beiträge gegen einen kurz vor Schluss rein gekommenen Beitrag eines Werbekunden auszutauschen.

Die Konsequenz bei 100% Erfolgsbasierter Honorierung: Kein Geld zum geplanten Veröffentlichungstermin.

Fehlende Mitarbeit und kein Kostenbewusstsein beim Kunden

Neben den Risiken, dass ein Beitrag trotz Absprache verschoben oder ganz gekippt wird, kommt die mangelnde Mitarbeit bei einzelnen Kunden dazu. Zu späte Freigaben, fehlendes Bildmaterial usw. führt ebenfalls oft dazu, dass ein abgesprochener Beitrag in letzter Sekunde platzt. Ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen.

Hier hilft nur eine Klausel im Vertrag, die mangelnde Mitarbeit genau regelt.

Und da ist noch das mangelnde Kostenbewusstsein bei einigen Kunden. Aufgrund der Tatsache, dass man ja nur für den Erfolg zahlen muss, scheint es dem einen oder anderen Kunden egal zu sein, welchen Aufwand er bei der Agentur verursacht. Da wird jeden zweiten Tag der Berater angerufen, da werden Briefings verlangt, da werden Bilder eingesendet, die so schlecht sind, dass man sie ohne Nachbearbeitung nicht anbieten kann. Und alles soll erst dann honoriert werden, wenn der Beitrag erschienen ist – oft mit einem Pauschalbetrag. Nein.

Die Mär von der fehlenden Transparenz

Ein Argument, das Marketingagenturen gerne entgegengebracht wird, ist die fehlende Transparenz. Man wisse oft nicht, wofür man die Agentur bezahle, also werde am liebsten nur der Erfolg bezahlt. Manch einer unterstellt den Agenturen sogar, man wolle gar keine Höchstleistungen zeigen, man bekomme das Geld ja automatisch.

Auch hier kann ich nur sagen: Es mag solche Agenturen und Dienstleister geben, aber die meisten Agenturen und Dienstleister sind fleißig, ehrenhaft und arbeiten immer im Dienste des Kunden. Nur dessen Erfolg führt zur Zufriedenheit der Agentur. Da braucht es keiner Erfolgsprovision.

Liebe Leute, es geht hier auch um Vertrauen.

Man kann durchaus die eine oder andere Leistung einer Marketingagentur an Erfolgskomponenten knüpfen, das muss aber fair gehandhabt sein und den Leistungen entsprechen, die die Mitarbeiter permanent erbringen.

Ich für meinen Teil stehe dem Modell Erfolgsbasierte Bezahlung sehr skeptisch gegenüber. Wie seht ihr das, liebe Kollegen?

Bilder: USA-Reiseblogger / geralt / pixabay / CC0 Creative Commons

Pressearbeit – so bitte nicht!

Als freier Journalist und Blogger erhalte ich auch immer wieder Pressemeldungen von anderen PR-Agenturen. In der vergangenen Woche ist ein Exemplar in meinen Posteingang getrudelt, dass mir schon ein wenig die Sprache verschlagen hat. Schaut selbst.

Ich möchte den Kollegen nicht zu nahe treten, aber das geht gar nicht. Was soll man hier noch lesen können? Dort wurde das Stilelement „Hervorhebung“ derart überstrapaziert, dass der Text nicht mehr lesbar ist.

Eine solche E-Mail wird zumindest bei mir gar nicht erst gelesen. Wie sieht es bei euch aus?

Studie zum Nutzen von Online-Pressemitteilungen in Presseportalen

Immer wieder werde ich auf den Sinn oder Unsinn von Online-Pressemitteilungen angesprochen, die in sogenannten Online-Presseportalen veröffentlicht werden. Vor einigen Wochen hatte ich bereits das Thema hinsichtlich Nutzen oder Schaden für das Google Ranking angesprochen.

Just eine Woche später flattert mir die Studie von Adenion in den Posteingang. Das Unternehmen, das den Dienst PR-Gateway betreibt, wollte selbst wissen, was Online-Pressemitteilungen für die Unternehmenskommunikation bringen. Konkret geht es um die Frage, ob und wenn ja, wie sich mit Hilfe der Online-PR die Reichweite und Sichtbarkeit für die eigenen PR-Inhalte steigern lässt.

In der empirischen Studie zur Sichtbarkeit von Online-Pressemitteilungen wurde erhoben, welche kurzfristige und langfristige Wirkung die Veröffentlichung von Online-Pressemitteilungen in Presseportalen auf die Suchergebnisse bei Google hat.

Um herauszufinden, wie sichtbar Online-Pressemitteilungen nach ihrer Veröffentlichung in Suchmaschinen wie Google platziert werden, wurden 120 Pressemitteilungen nach ihrer Veröffentlichung untersucht – und zwar in drei unterschiedlichen Zeiträumen 0 bis 2 Monate, 6 Monate bis 1 Jahr und 2 bis 4 Jahre.

Gezählt wurden alle Treffer auf der 1. Seite bei Google mit vorher ermittelten Keywords bzw. Keywordphrasen.

Das Ergebnis ist der Studie nach eindeutig

Kurz nach ihrer Veröffentlichung erzielen die Online-Pressemitteilungen durchschnittlich 5 der Top-10 Suchergebnisse auf der ersten Seite in der Google-Suche. Auch 2 bis 4 Jahre nach ihrer Veröffentlichung erzielen Online-Pressemitteilungen im Durchschnitt immer noch 3 Top-10 Suchergebnisse auf der ersten Seite in der Google-Suche.

Die Studie hat zudem untersucht, welche Presseportale es in welchem Zeitraum mit den Pressemeldungen in den Top-20 Suchergebnissen bei Google schafften.

Ergebnis: Insgesamt wurden 90 Portale, auf denen die 120 untersuchten Online-Pressemitteilungen veröffentlicht wurden, in den TOP 20 über Google gefunden.

Interessant ist hier, dass es je nach Untersuchungszeitraum unterschiedliche Portale waren.

Lediglich 16 Portale tauchten mit den Pressemeldungen zu allen Untersuchungszeiträumen in den Ergebnislisten auf. 21 Portale werden in jeweils zwei Untersuchungszeiträumen gelistet und 53 Portale werden sogar nur in einem Untersuchungszeitraum gelistet.

Woran liegt das? Die Google-Ergebnisse variieren dynamisch und sind von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Außerdem ist der Suchalgorithmus für jedes Suchumfeld unterschiedlich.

Fazit

Die Studie zeigt hier den nachhaltigen Nutzen der Veröffentlichung von Online-Pressemitteilungen in vielen verschiedenen Presseportalen. Was mich an dieser Studie allerdings stört, ist die Tatsache, dass sie von einem der führendem Anbieter für die Verbreitung von Online-Pressemitteilungen selbst kommt. Hier habe ich gar kein anderes Ergebnis erwartet. Eine neutrale Untersuchung durch Dritte wäre sicher sinnvoll gewesen.

Die gesamte Studie findest du hier: https://www.pr-gateway.de

Sind über Presseportale verbreitete Pressemeldungen eigentlich schädlich fürs SEO?

Das Thema ist einfach nicht tot zu bekommen: Sind über Presseportale verbreitete Pressemeldungen nun schädlich oder nicht?

Denn es gibt da eine Theorie, die besagt, dass Google den sog. Duplicate Content abstraft, weil er als Betrugsversuch gewertet wird. Und da Pressetexte, die in vielen verschiedenen Portalen identisch publiziert werden, könnte das dem Herausgeber der Meldung ja schaden, oder nicht?

Da wir für unsere Kunden selbst die sog. Presseportale für die Verbreitung von Pressemeldungen im Netz nutzen, wollte ich der Sache selbst auf den Grund gehen.

Woher kommt die Theorie?

Vor einigen Jahren war es eine beliebte SEO Strategie, ganze Website-Container millionenfach auf Serverfarmen zu kopieren, um damit missbräuchlich die Suchergebnisse zu manipulieren. Solche massiv und manipulativ erzeugten Inhalte versuchte Google mit dem Panda Update aus dem Index zu filtern. Es gab aber nie eine Abstrafung z.B. der Adressaten von Pressetexten, die vielfach im Web verbreitet wurden.

„Das Gerücht von den doppelten Inhalten hält sich hartnäckig, aber Duplicate Content ist und bleibt ein missverstandenes SEO Konzept. Für Pressemitteilungen, News und Artikel mit relevanten Inhalten ist es vollkommen ohne Belang und hat auch keinerlei Auswirkungen auf das Ranking. Anderslautende Aussagen von Suchmaschinen-Optimierern sind schlichtweg falsch. Das hat auch Google selbst immer wieder bestätigt“, erklärt Melanie Tamblé, Geschäftsführerin PR-Gateway. PR-Gateway ist einer der führenden Dienste zur Verbreitung von Pressemeldungen im Web.

Heute leben wir im semantischen Web 3.0, in dem der Google Index dynamisch jedem User die Ergebnisse anzeigt, die für ihn relevant sind. Was zählt, ist Relevanz! Und relevant ist für Google, was viele teilen, verbreiten, weiterverwenden, liken etc.

Sind denn Backlinks aus Presseportalen gefährlich?

Man könnte jetzt noch auf die Idee kommen, dass die Links, die mit jeder verbreiteten Pressemeldung mit verbreitet werden und eigentlich als Backlink den Google PageRank erhöhen sollen, schädlich sind, wenn sie von immer gleichen Inhalten ausgehen.

Auch das ist falsch: Auch das Konzept der Backlinks hat Google längst überworfen. Der Google PageRank wurde bereits seit 2014 nicht mehr weitergeführt und 2016 ganz entfernt.

Die Backlinks haben aber eine ganz andere, entscheidende Funktion. Im Zeitalter des Social Webs wird es für Unternehmen immer wichtiger, nicht nur SEO für die eigene Website zu betreiben, sondern überall dort zu sein, wo die Kunden sind. Das bedeutet, mit einer Content Seeding Strategie ein dichtes Netzwerk von Touchpoints im Internet aufzubauen. Dabei spielen die Owned Media Portale, also die Portale, auf denen Sie selbst Inhalte veröffentlichen können, eine wichtige Rolle. Denn diese stellen ganz viele potenzielle Touchpoints dar. Zu den Owned Media gehören auch die zahlreichen Presse- und Themenportale, die viele mögliche Fundstellen im den Suchmaschinen und im Social Web erzeugen. Die Links führen interessierte Leser von den verschiedenen Portalen wieder zurück zur Website führen.

Es besteht also weder aus der Sicht des Duplicate Content noch aus Sicht der Backlinks eine Gefahr darin, Pressemeldungen und Nachrichten in vielen Portalen zu veröffentlichen. Doppelte Inhalte sind ein ganz normaler Bestandteil des Internets. Vor allem Pressemitteilungen, Bilder, Videos, Social Media Posts und Links werden im Internet tausendfach verteilt und das ist auch durchaus so gewollt. Mehrfachveröffentlichungen und Re-Postings sind sinnvoll, um Touchpoints außerhalb der eigenen Website zu schaffen und Reichweite zu erzielen. Presseveröffentlichungen auf Presseportalen sind natürliche Veröffentlichungen auf thematisch relevanten Portalen. Doch nur relevante Inhalte haben wirklich Erfolg.

Doch was ist, wenn die Inhalte in den Presseportalen einfach irrelevant sind? Oftmals wird nämlich der letzte Schrott über die Presseportale verbreitet, Inhalte, die niemanden interessieren. Und das ist natürlich kontraproduktiv.

„Das wesentliche Google Kriterium für das Ranking ist: Relevanz. Verbessern kann man das Ranking dadurch, dass man dem User mit Inhalten einen Mehrwert bietet, der für ihn möglichst neu und relevant ist und Pressemitteilungen suchmaschinenoptimiert gestaltet,“ sagt Melanie Tamblé.

Fazit: Pressemeldungen online über Presseportale zu verbreiten ist gut, sofern die Inhalte gut sind. Alles andere ist schlecht.

Bild Pacman: OpenClipart-Vectors / pixabay /  CC0 Public Domain