Beiträge

Deutsche Sprache – schwere Sprache: Wie man mit Grammatikregeln Ordnung in die ganze Sache bringt

Sprache ist etwas Herrliches. Durch sie eröffnen sich für uns Menschen neue Welten. Im übertragenen und echten Sinne. Denn ohne die Sprache zu verstehen, können wir sehr hilf- und orientierungslos durch ein Land gehen. Und alle Eltern wissen, wie schwer es ist, wenn ein Baby weint und einem nicht sagen kann, warum.

Und auch jeder Dichter, Autor oder Verliebter 😉 weiß um die Großartigkeit der Sprache.

Allerdings kann Sprache auch viel zerstören: Unüberlegte oder falsche Worte können manchmal größeren Schaden anrichten als es Taten können.

Daher sind Regeln und die korrekte Wortwahl ein machtvolles Werkzeug in der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Gerade die deutsche Sprache steckt voller Ausdruckmöglichkeiten und mit den Möglichkeiten kommen auch die Regeln. Hier sind die Wichtigsten:

Adjektive

Adjektive (Wiewörter) beschreiben Nomen genauer. Sie werden – wenn dem Substantiv/Nomen (Namenwort) vorangestellt – dekliniert (also an Geschlecht, Zahl und Fall des Nomens anpasst). Nachgestellt bleiben sie allerdings in ihrer Grundform unverändert. Beispiel: Ein herrlicher Ausblick – der Ausblick ist herrlich.

Adverbien

Mittels Adverbien (oder Umstandswörter) werden die großen vier W-Fragen „Wann?“, „Wo?“, „Wie?“ und „Warum?“ beantwortet. Anders als Adjektive beziehen sie sich nicht nur auf Substantive/Nomen, sondern auch auf Adjektive oder Verben. Sie werden übrigens immer kleingeschrieben. Beispiel: Wir rennen links/oben/mittig herunter.

Substantive

Kommen wir nun zu den schon erwähnten Substantiven (Namenwort, Hauptwort oder Nomen). Sie werden immer großgeschrieben und können in der Mehrzahl vorkommen. Nomen besitzen ein Geschlecht, welches durch den Artikel sichtbar wird. Und sie können dekliniert (also gebeugt) werden, es gibt sie also im Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ.

Beispiel:
Nominativ: der Tisch, die Tische
Genitiv: des Tisches, der Tische
Dativ: dem Tisch, den Tischen
Akkusativ: den Tisch, die Tische

Interessant: Es gibt Nomen, die es nicht im Plural gibt (Obst, Polizei, Alter und Gesundheit) und Nomen, die es nicht im Singular gibt (Eltern, Leute und Ferien).

Pronomen

Wörter, die für ein Nomen stehen, nennen sich Pronomen (Fürwörter). Diese stehen anstelle eines Nomens, und werden oftmals im weiteren Textverlauf immer wieder als Ersatz für das Nomen verwendet.
Pronomen werden unterteilt in Personalpronomen (ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie), Reflexivpronomen (sich), Possessivpronomen (mein, dein, sein, ihr, unser, euer, ihr), Demonstrativpronomen (der, dieser, jener, derjenige, derselbe), Relativpronomen (der, die, das, welche, welcher, welches), Indefinitpronomen (man, jemand, niemand, jeder, alle, etwas, nichts) und Interrogativpronomen (wer?, was?, welcher?, was für ein?) in ihrer jeweiligen deklinierten Version.

Kongruenz

Dann gibt es noch die Kongruenz. Man liest immer wieder davon – aber so ganz klar ist der Begriff vielen Menschen nicht. Und besonders Nicht-Muttersprachlern macht diese Regelung viele Probleme, da gleich zwei Dinge beachtet werden müssen: Von Kongruenz spricht man nämlich, wenn sich innerhalb eines Satzes Wörter bzw. Satzteile in Person und Zahl entsprechen. Tun sie das nicht, so wird der Satz ungrammatisch.

Ein Beispiel:

Das Auto fährt auf der Autobahn. – Subjekt und Prädikat entsprechen sich in der 3. Person Singular
Die Autos fahren auf der Autobahn. – Subjekt und Prädikat entsprechen sich in der 3. Person Plural
Das Auto fahren auf der Autobahn. – keine Kongruenz, der Satz wird ungrammatisch

Superlativ

Und als letzte Grammatikregel möchten wir über den Superlativ sprechen. Der Superlativ ist die letzte der zwei (manche sagen drei) Steigerungsstufen (1. Positiv (oder eben die Grundform), 2. Komparativ, 3. Superlativ) und birgt die ein oder andere Schwierigkeit. Denn während manche Wörter regelmäßig gebildet werden (schön – schöner – am schönsten), gibt es auch die unregelmäßige Steigerungsform (viel – mehr – am meisten).

Es ist nicht verwunderlich, dass Deutsch zu einer der zehn schwersten Sprachen gehört, denn die vielen Möglichkeiten und damit verbundenen Regeln sind nicht immer leicht zu erlernen. Dennoch hat das Deutsche für viele Dinge eine Ausdrucksmöglichkeit, um die uns andere Sprachen beneiden. Ohne Regeln würde das nicht funktionieren.

 

Wo geht die Reise hin? Die Zukunft der Sprache

Sprache kann einen und trennen. Die gleiche zu beherrschen ist eine Grundvoraussetzung für gelungene Kommunikation. Vielleicht ist das bald leichter, als wir denken. Denn zum ersten Mal rückt der Gedanke einer Universalsprache in den Bereich des Denkbaren. Diese Idee ist alles andere als neu: Einheitliche Hochsprachen gab es schon häufiger. Latein ermöglichte es den Römern, mit allen Untergebenen und Unterworfenen bis in die hintersten Winkel des römischen Weltreiches zu kommunizieren. Oder im Mittelalter dem Adel und Klerus als hegemoniale Brücke zu dienen. Die Einführung von Hochdeutsch oder Oxford English diente dazu, einen weitreichenden Kommunikationsstandard zu etablieren. Der Wunsch nach einer Einheitssprache ist demnach sehr alt und wird getragen von der Vision, den menschlichen Austausch zu erleichtern.

Social Mischmasch

Insbesondere die tiefgreifenden Veränderungen des Sozialverhaltens durch neue technische Optionen und globalisierte Kanäle führen einerseits zu einer neuen Verwendung der Sprache, die immer mehr Richtung Universalsprache driftet. Gesprochenes, Geschriebenes und Zeichensprache verschmelzen durch soziale Medien und Co. zu einer Spracheinheit, die hauptsächlich der schnellen Verständigung dient. Die vormals starre, standardisierte Schriftsprache gerät in Bewegung und wird in solchen Kanälen und Chats durchdrungen von der fließenden, sich stetig verändernden gesprochenen Sprache. Geschriebenes wird so formuliert, dass es dem Gesprochenen ähnelt und neue Kodierungen strömen in die Schriftsprache ein. Die Anzahl der Kommunikationspunkte wächst dank Instagram, TikTok und Co. und mit ihr gleichzeitig die schriftlichen Zeugnisse digitaler Sprache.

Weg vom Standard hin zu persönlichen Slangs

Von einer einheitlichen Standardsprache sind wir dennoch oft weit entfernt. Denn die Sprache wird freier und ist geprägt von individuellen Eigenarten und gruppenspezifischen Slangs. Wo viele aus diesem Grund vom Verfall der deutschen Sprache sprechen, sehen andere darin eine Möglichkeit für Entwicklung und Wachstum: Vor ungefähr hundert Jahren wurde der deutsche Wortschatz auf circa 3,7 Millionen Wörter geschätzt. Heute sind es 5,3 Millionen. In ihrem dritten Bericht zur Lage der deutschen Sprache bezeichnet die „Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung“ nicht ohne Grund Deutsch als „Sprache im Werden“. Der „normfreie“ Raum in den digitalen sozialen Kanälen macht einer neuen Sprachkreativität Platz, die den deutschen Wortschatz (und alle anderen Sprachen auch) wachsen lässt.

2200 nur noch 100 Sprachen

Der Wortschatz wächst, doch die Zahl der eigenständigen Sprachen wird dabei immer kleiner. Für das Jahr 2200 prognostizieren die Forscher nur noch 100 eigenständige Sprachen weltweit. Eine Abnahme ist auch jetzt schon zu verzeichnen: Statt der geschätzten 7500 Sprachen im Jahr 1500 werden heute nur noch 7000 eigenständige Sprachen erfasst. Zu den 100 überlebenden Sprachen werden den Wissenschaftlern zufolge mit großer Wahrscheinlichkeit Englisch, gefolgt von Deutsch, Französisch, Japanisch, Spanisch und Chinesisch zählen, denn diese waren schon im Jahr 2007 die meist vertretenen im Internet. Immerhin 121 Millionen Menschen weltweit sprechen Deutsch und mehr als ein Viertel aller weltweit publizierten Bücher wird in Deutsch gedruckt.

Immer weniger Sprachenvielfalt, aber alles im Fluss?

Wo geht also der Trend hin? Zur lokalisierten, individualisierten Sprache mit Peergroup-Slang, die sich immer mehr dem Gesprochenen annähert? Wir bedienen uns zukünftig einer immer geringeren Zahl von einzelnen Sprachen, aber gleichzeitig werden diese in unglaublichem Tempo komplexer, kleinteiliger, spezieller und umfangreicher? Wohin soll das führen? Wie soll Kommunikation dann noch funktionieren? Eine Antwort lautet: mit Metatext und KI. Spracherweiterung durch Kurzelemente, die als Zusammenfassung von komplizierteren Beschreibungen fungieren (z. B. Emojis) schließen die Verständnislücken, die durch individualisierte Sprache ohne Standards entstehen. Sie nehmen eine erweiterte Bedeutung an, die als Brücke dient und komplexe Botschaften im Kontext transportieren kann.

Ein riesiges digitales Archiv hilft der KI

Linguisten sehen in der Nachverfolgbarkeit dieser Texte (da die meisten in den digitalen Kanälen öffentlich sind) eine Chance zur digitalen Erfassung aller Bedeutungen und Sprachebenen, die dann zur Entwicklung einer Universalsprache dienen könnte. Denn: Wir werden weltweit immer weniger, aber komplexere Sprachen verwenden. Damit steigt auch der Schwierigkeitsgrad der Verständigung. Die langfristige Forscher-Prognose sieht wegen dieses Problems die Herrschaft der sprechenden Maschinen voraus. KI analysiert sämtliche Texte im Net und stellt mit sogenannter „Korpuslinguistik“ den Sinngehalt der Texte, die Häufigkeit der Wortverwendung und Zusammenhänge über die grammatikalische Richtigkeit. Einmal analysiert und erfasst, lässt sich der Sprachinhalt dann in sämtliche Sprachen übersetzen und weitergeben. Und da ist sie, die Universalsprache der Zukunft: Wir sprechen die Maschine an, die Maschine spuckt den Inhalt beim Gegenüber in der Sprache aus, die verstanden wird. Der Universalübersetzer aus Star Trek lässt grüßen. Und mal ganz ehrlich: Weit entfernt sind wir mit Google Translate, Alexa, Siri und Co. doch gar nicht mehr, oder?

Mut zur Lücke – hier gehört ein Leerzeichen hin

Manchmal ist ein Leerzeichen wirklich zu viel – bei Deppenleerzeichen zum Beispiel, die zwischen selbst erfundenen Wortschöpfungen stehen und eigentlich ein Bindestrich sein sollten. Aber manchmal müssen sie orthografisch sein. Oft gerade da, wo viele von uns sie nicht vermuten. Wir haben ein paar Regeln für euch zusammengestellt.

Leerzeichen vor und nach Satzzeichen (,.!?)

Bei Komma, Punkt, Semikolon, Doppelpunkt, Fragezeichen und Ausrufezeichen gilt laut Duden: vorher kein Leerzeichen, danach schon.

Leerzeichen nach Bindestrich (-)

Beim Bindestrich wird kein Leerzeichen gesetzt. Beim Gedankenstrich allerdings schon. Dieser, auch Parenthesestrich genannt, ist übrigens auch länger als ein üblicher Bindestrich.

Vor und nach dem Schrägstrich (/)

Setzt man vor und nach dem Schrägstrich ein Leerzeichen? Die Empfehlung des Dudens: Steht nur jeweils ein Wort vor und nach dem Schrägstrich, setzt ihr kein Leerzeichen, z. B. Januar/Februar. Sind es jedoch mehrere Wörter, die davor und/oder danach stehen, sollte ein Leerzeichen gesetzt werden, um Missverständnisse zu vermeiden, also Ende Januar / Anfang Februar.
Leerzeichen vor und nach Prozent (%)

Laut Duden gehört vor das Prozentzeichen ein fester Zwischenraum. Bei Ableitungen entfällt das Leerzeichen. Zum Beispiel bei 40%igem Rum. Das gilt übrigens auch für das Paragrafenzeichen (§) und das kaufmännische Und (&).

Leerzeichen vor und nach Auslassungspunkten (…)

Setzt man bei Auslassungspunkten ein Leerzeichen? Dann, wenn die Punkte für ein komplettes Wort oder einen Satzteil stehen. Nicht, wenn nur ein Wortteil ausgelassen wird. Satzzeichen werden ohne Leerzeichen angeschlossen. Einen zusätzlichen Schlusspunkt setzt man übrigens nicht.

Leerzeichen nach Klammer ( )

Hier drückt sich der Duden klar aus. Klammern schreibt man ohne Leerzeichen vor und nach dem Text in der Klammer.

 

 

Vertraute Bilder – wie Personifikationen deinen Text zum Leben erwecken

Wer in der Schule mal Lyrik analysieren musste, kennt sie vielleicht noch: die Personifikation. Die „Vermenschlichung“ von Gegenständen, Tieren oder Pflanzen wird dort als Stilmittel häufig eingesetzt. Aber wusstest du auch, dass Personifikationen eine unglaubliche Wirkung auf deine Business-Texte haben können? Wie man sie richtig einsetzt und was sie wirklich bringen, zeigen wir dir hier.

Bilder bevorzugt

Unser Gehirn ist ein wahres Wunderwerk. Und weil es Millionen komplexer Vorgänge gleichzeitig erledigen muss, freut es sich über Vereinfachung in jeder Hinsicht. Bilder bieten ihm die Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge schnell zu erfassen. Sprachliche Bilder tun das auch. Deshalb wird Sprache, die ein Bild in unserem Kopf erzeugt, schneller erfasst und bleibt länger haften. Für werbliche Texte ist das ein echtes Geschenk. Slogans und Headlines sind nicht ohne Grund voll von Stilmitteln, die genau das tun – wie zum Beispiel die Personifikation.

Was genau ist eine Personifikation?

Dann macht Haribo Kinder und Erwachsene froh oder Red Bull verleiht Flügel. Den Produkten oder allgemein Dingen, Tieren oder Pflanzen wird Leben eingehaucht, indem man sie vermenschlicht. Sie werden mit menschlichen Dispositionen in Zusammenhang gebracht. Der sogenannte Anthropomorphismus überträgt also menschliche Eigenschaften auf Nichtmenschliches oder verleiht menschliche Züge. Das unterscheidet die Personifikation von der Metapher oder Allegorie, bei der ebenfalls zwei Bereiche miteinander verknüpft werden, die eigentlich nicht zusammengehören.

Personifikation leicht gemacht

Eine Personifikation zu bilden, ist im Prinzip ganz leicht. Wahrscheinlich tun wir alle es jeden Tag mehrmals, ohne es zu merken. Ganz bewusst kannst du Personifikationen einsetzen, indem du entweder ein menschenbezogenes Adjektiv (z. B. blinde Eifersucht), Substantiv (z. B. Gevatter Tod) oder Verb (die Sonne lacht) zur Beschreibung von etwas Nichtmenschlichem verwendest.

So setzt man sie ein

Bildhafte Sprache ist generell lebendiger und spannender. Wir lesen solche Texte schneller, weil uns die Bilder vertraut sind, das Hirn den Sinn schneller erfasst und wir sie dadurch lieber lesen. In Zeiten der kurzen Aufmerksamkeitsspanne ist das essenziell. Vor allem abstrakte Fakten oder schwieriger Lesestoff wird mit Personifikationen zu einer leichteren Lektüre. Produktnamen bekommen mit einem personifizierten Zusatz einen schnell greifbaren Sinn. So werden unverständliche Artikel mit einem Zusatz zum „besten Freund“, „verlässlichen Partner“ oder „Retter in der Not“.

Weil Bilder sehr stark sind, gehören sie auf die besten Plätze. Wenn jede Sekunde zählt, packst du deine Botschaft optimalerweise in die Headline oder Subheadline beziehungsweise in den Slogan. Oder zumindest in den Anfang deines Textes. Mit dem von dir erzeugten Bild im Kopf wird der folgende Text anders gelesen. Das Eingangs-Bild im Hinterkopf des Lesers verleiht dem gesamten Text die Prägung, die du dir wünschst.

Die Dosis macht das Gift

Übertreiben solltest du es bei aller Liebe zu Bildern aber nicht. Ein Stilmittel alle drei Sätze reicht. Egal in welche Trickkiste du greifst – ob Metapher, Allegorie, Anapher, Alliteration oder Personifikation – wenn jeder Satz etwas im Kopf des Lesers heraufbeschwört, bist du nah an dichter Lyrik und das schreckt in werblichen Texten die meisten wohl eher ab. Wenn du die Personifikation aber in Maßen einsetzt, wird sie für genau den richtigen Film im Hirn deiner Leser sorgen.

Anglizismen im Deutschen – so geht‘s

Fremdworte fuschen sich mittlerweile in unsere tägliche Sprache, ohne dass wir es bemerken. Und dabei werden sie gar nicht mehr ausschließlich von Jugendlichen verwendet, denn dank oder wegen der modernen Medien und der immer digitaleren Welt sind „denglische“ Begriffe in aller Munde. Und für alle Kritiker: Die meisten vermeintlich englischen Wörter ersetzen gar nicht unbedingt ein deutsches Wort, sie bezeichnen nur neue technische oder kulturelle Entwicklungen, für die noch gar kein deutsches Wort vorhanden ist. Hier fallen mir z. B. Wörter wie „twittern“, „Smartphone“ oder „Blog“.

Plural und Genitiv

Meist fällt uns auf, dass wir nicht immer typisch deutsch sprechen, wenn wir sie aufschreiben sollen. Ein „Problem“ stellen da insbesondere die Pluralbildung oder die Konjunktion von Verben dar. Dennoch sollten sie korrekt geschrieben sein und tatsächlich gibt es hierzu Regeln und Richtlinien.

So werden bei der Pluralbildung von Substantiven nicht – wie wir es im Englischen sonst handhaben -ies angehängt, sondern tatsächlich oft nur ein -s (Lady-Ladys). Und auch der Genetiv ist der deutschen Sprache angeglichen: Bei den weiblichen Begriffen bleibt es beim Nominativ, die männlichen Begriffe erhalten ein -s. So heißt es „auf Basis der Case Study“ bzw. „auf Grundlage des Blogs“.

Groß- und Kleinschreibung

Ähnliches gilt bei der Groß- und Kleinschreibung, hier orientiert man sich auch an der deutschen Rechtschreibung und macht es dieser gleich, je nach Wort und dessen Verwendung.

Zusammengesetzte Worte

Wirklich kniffelig wird es dann bei zusammengesetzten Worten, denn diese werden manchmal mit einem Bindestrich verbunden, manchmal aber eben auch nicht. Übernimmt man den ursprünglich englischen Begriff, so wird er genauso geschrieben wie im Englischen (Public Relations).

Bei Substantiven aus zusammengesetzten Anglizismen schreibt man diese zusammen oder verbindet sie mit einem Bindestrich. Beides ist möglich (Home-Office oder Homeoffice). Sollte sich aber bei der Zusammensetzung um ein Verb und einen Partikel handeln, so müssen diese Teile mit einem Bindestrich verbunden werden (Know-how). Der Partikel wird hier kleingeschrieben. Und wird man ganz wild und will diese Zusammensetzung noch weiter kombinieren (Abend-Make-up), werden alle Teile mit einem Bindestrich verbunden (Durchkoppeln). Alle Substantive werden – egal wo sie stehen – immer großgeschrieben.

Konjugationen

Wird es notwendig Verben zu konjugieren, darf man sich komplett an die deutsche Rechtschreibung halten – auch bei der Vergangenheitsform! Hier sollte man sich unbedingt auf sein sprachliches Baugefühl verlassen, denn bei einigen wenigen Verben muss man darauf achten, dass man keinen Zungenbrecher baut. Beispiel: designen. Natürlich heißt es hier nicht „Ich habe gedesignt.“ Sondern „Ich habe designt.“.

Ein interessanter Fun-Fact sind dann diese vermeintlich englischen Begriffe, die im Englischen aber tatsächlich eine ganz andere Bedeutung haben. Beispiele hierfür sind Handy, Shooting, Public Viewing usw. Diese bedeuten bei uns tatsächlich etwas anderes als im englischen Original.

Umgekehrt verwenden unsere amerikanischen Freunde „unsere Wörter“ übrigens auch: Bratwurst, Kindergarten und Autobahn gehören zum täglichen Sprachgebrauch, da für diese Dinge ein englischer Begriff fehlt.

In dem Sinne ein HOCH auf die lebendigen Sprachen und exercitatio artem parat (um eine nicht mehr lebendige Sprache hinzuzunehmen).

PS: Wenn du mehr über die Die Wirkung von Fremdwörtern wissen möchtest, empfehlen wir diesen Artikel.

Mit diesen 5 Schritten wird deine Rede zum echten Erfolg

Vor Publikum reden – das liegt nicht jedem. Eine wirklich gute vorformulierte Rede ist da mehr als die halbe Miete. Aber wie stellt man das an? Schließlich schreiben die wenigsten von uns jeden Tag eine Rede oder haben viel Übung darin. Keine Panik – wenn du unsere 5 ultimativen Tipps befolgst, kann fast nichts mehr schief gehen und dein Publikum wird begeistert sein.

  1. Die Grundstruktur einer Geschichte

Wir haben es alle im Deutschunterricht mal gelernt: Eine gute Geschichte hat eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schlussteil. Und wenn wir selbst eine schreiben mussten, haben wir uns deshalb vorher Stichpunkte gemacht, die uns halfen, der Sache Struktur zu verleihen. Ganz genauso ist es beim Aufbau einer Rede. Zunächst schreibt man alle Punkte in Stichworten auf, die man erwähnen will. Diese ordnet man dann nach einer sinnvollen, aufeinander aufbauenden Reihenfolge. So erhält man den roten Faden. Vorweg brauchst du nur noch eine Begrüßung, die dann zu deinem Thema überleitet und zum Schluss eine Verabschiedung, die den Kern deines Themas noch einmal aufgreift. Voilà! Die Struktur steht!

  1. Warum hältst du die Rede?

Ganz wichtig für deine Rede: Sei dir immer klar über den Anlass. Warum hältst du sie? Warum ist das eine Rede wert? Wenn du beim Schreiben immer daran denkst, wird dir schnell klar, welche Tonalität du anschlagen und welchen Emotionalitätsgrad du wählen solltest. Eine feierliche Rede zum 80. Geburtstag sollte andere Adjektive und Formulierungen enthalten als eine Büttenrede.

  1. Für wen hältst du die Rede?

Wenn du auf einer Beerdigung zu den Hinterbliebenen sprichst, muss deine Wortwahl eine andere sein als bei der Trauzeugenrede vor einem leicht angetrunkenen, jungen Hochzeitspublikum. Stelle dir im Kopf dein Publikum vor: Was erwartet es? Was würde es zum Lachen oder Weinen bringen? Was völlig kalt lassen? Wenn du eine Vorstellung davon hast, was deine Zuhörer wollen, kannst du deinen Text entsprechend lustig, traurig, aufmunternd, lobend oder auch ernst gestalten.

  1. Was willst du sagen?

Vergiss deine Intention nicht ganz. Was ist deine Botschaft? Du willst deinen Eltern zur Goldhochzeit danken und hervorheben, wie sehr du ihr Durchhaltevermögen bewunderst? Denk daran, was das Herzstück deiner Rede sein soll und packe diese Aussage ins Zentrum deiner Rede. Arbeite textlich von der Begrüßung ausgehend darauf hin. Unterstütze deine Botschaft, indem du in einer Art Zusammenfassung am Schluss darauf zurückkommst – nur mit anderen Worten. So bleibt deine Botschaft als letzte Aussage im Gedächtnis.

  1. Lies dir deine Rede laut vor

Geschrieben klingt es gut – gesprochen gar nicht mehr. Das kommt häufig vor und liegt daran, dass die meisten Texte nur für Augen und nicht für Ohren geschrieben werden. Zwar kommt es auch auf Stimme, Charisma und Charme des Redners an, aber die meisten Fehler kannst du ausmerzen, wenn du vorher den Hörtest machst. Klingt für dich alles gut? Teste noch mal und noch mal. Liest sich der Text flüssig? Sind Stolperfallen drin? Wenn ja: Texte um, dann ist es gerade für nervöse Redner einfacher.

Kleines Komma, große Bedeutung

Das Komma – ein kleiner Strich, der vielen Deutschen so viel Kopfschmerzen bereitet und doch so eine große Bedeutung hat für unsere Sprache. Liest man sich heute diverse Texte, ja sogar hochoffizielle Briefe von Behörden und Unternehmen durch, so gewinnt man den Eindruck, dass die Nutzung des Kommas so langsam in Vergessenheit gerät. Erst neulich erhielt ich ein Schreiben von meiner Versicherung, in dem sage und schreibe acht Kommafehler zu finden waren.

Können wir das kleine Strichlein also weglassen? NEIN.

Denn das Komma erfüllt eine wichtige Rolle in unserer geschriebenen Sprache. Es dient nicht nur zur Strukturierung eines Satzes und zur gedanklichen Trennung, z.B. bei Lesen, es kann auch die Bedeutung von Sätzen komplett verändern, lässt man es weg oder setzt man es an anderer Stelle. Hier ein paar Beispiele:

Wir essen jetzt, Mama.
Wir essen jetzt Mama.

Es ist schwierig für Frauen, eine Lösung zu finden.
Es ist schwierig, für eine Frauen eine Lösung zu finden.

Nicht, aufhören!
Nicht aufhören!

Er will sie nicht.
Er will, sie nicht.

Bei Wikipedia fand ich gar eine fiktive Kurzgeschichte, die die Bedeutung und Wichtigkeit eines Kommas unterstreicht

Ein Verbrecher soll gehängt werden, doch der König erfährt durch einen Boten in letzter Sekunde, dass der Todgeweihte unschuldig ist. Nun richtet er eine Nachricht an den Scharfrichter, die Nachricht heißt: „Wartet nicht, hängen!“ Der Scharfrichter erhält die Nachricht und hängt den Unschuldigen zur Empörung des Königs. Dieser hatte einen Beistrichfehler gemacht, er wollte eigentlich schreiben: „Wartet, nicht hängen!“

Wie setzt man das Komma richtig?

Für die korrekte und standardisierte Verwendung von Kommas gelten Kommaregeln. Für das Deutsche wurden die Kommaregeln im Zuge der Rechtschreibreform von 1996 mit dem Ziel einer Vereinfachung grundlegend geändert. Dabei wurde die Kommasetzung in vielen Fällen freigestellt. Mit der Überarbeitung des Reformregelwerks im Jahr 2006 wurde die Kommasetzung nochmals modifiziert; vor allem viele Freistellungen wurden mit dem Ziel einer besseren Lesbarkeit zurückgenommen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht die gesamten Kommaregeln ausführen, das kannst du überall nachlesen. Hier nur ein paar grundlegende Regeln:

  • Werden in einem Satz Satzteile (das können ein- oder auch mehrwortige Satzteile sein) mit gleicher syntaktischer Funktion aufgezählt oder verbindend genannt, so kann ihre Abtrennung entweder durch Konjunktionen (Bindewort) oder durch Kommata erfolgen.
  • Das Komma steht ebenfalls zwischen Satzteilen, die durch Konjunktionen in der Art einer Aufzählung verbunden sind (z. B. zum einen …, zum anderen …)
  • Auch Beifügungen werden in Kommata eingeschlossen, z. B. „Peter Meier, 70 Jahre, war früher Vorstandsvorsitzender.“
  • Zudem werden Einschübe in Kommata eingeschlossen, wenn sie nicht schon mit Gedankenstrichen eingeschlossen sind: „Eines Tages, es war mitten im Sommer, hagelte es.“
  • Schließlich werden noch Nebensätze durch Kommata abgetrennt (z. B. Wir ziehen uns Kleidung an, weil wir nicht nackt sein wollen.)

Es gibt noch einige weitere Fälle, in denen Kommata gesetzt werden. Du solltest dir nur bewusst sein, dass das Komma immer noch eine sehr wichtige Bedeutung in der deutschen Sprache hat und nicht einfach weggelassen werden kann.

 

Zum Tag des Punktes: Der Gebrauch des Punktes in der deutschen Sprache

Heute ist internationaler Tag des Punktes (International Dot Day). Mal wieder ein kurioser Aktionstag, oder? Der Tag des Punktes hängt eng mit dem weltweit populären Kinderbuch mit dem Titel The Dot (dt. Der Punkt: Kunst kann jeder) zusammen, das 2004 von dem Amerikaner Peter H. Reynolds publiziert wurde. Angeblich präsentierte der US-amerikanische Lehrer Terry Shay das Buch am 15. September 2009 seiner Klasse und erklärte im Rahmen des Unterrichts den 15. September zum Dot Day.

Der Punkt hat im Grunde viele Rollen. Er ist ein Fleck im Zusammenhang mit Kunst und Malerei, er ist eine geometrische Form, er markiert einen bestimmten, sehr genau definierter Ort oder eine exakt festgelegte Zeit (Zeitpunkt), er ist eine Maßeinheit (1 Punkt = 0,375 mm) und auch ein zentrales Element von Schriften bzw. Schriftzeichen. Und um genau darum geht es im Folgenden.

Wer mehr zur Herkunft des Tages des Punktes wissen will, dem empfehlen wir die Webseiten https://www.kuriose-feiertage.de/internationaler-tag-des-punktes/ und http://www.thedotclub.org/dotday.

Der Punkt als Satzzeichen (in der deutschen Sprache)

Der Punkt am Satzende

Der Punkt schließt in der deutschen Sprache einen Aussagesatz ab und steht daher an seinem Ende.

„Der Laden ist geschlossen.“ oder „Der Zug ist weg.“

Nicht mit einem Punkt beendet werden dagegen nach Überschriften und nach Buch-, Aufsatz- und Zeitungstiteln und ihren selbstständigen Teilen, die ohnedies durch die Anordnung deutlich abgehoben sind. Das ist im Zusammenhang mit unserer Arbeit sehr wichtig. Die Rechtschreibprüfung der Textverarbeitungsprogramme kommt damit immer noch nicht klar. Ebenfalls wird der Punkt weggelassen, wenn er bei einem angeführten Satz am Anfang oder im Innern des Ganzsatzes steht. Beispiel: „Der Laden ist geschlossen.“

Der Punkt bei Abkürzungen und Trennungen

Der Punkt wird außerdem für Abkürzungen und in bestimmten Fällen zur Trennung verwendet. Dabei ist zu beachten, dass es auch Abkürzungen gibt, die ohne Punkt geschrieben werden.

Beliebte Abkürzungen mit Punkt sind:

  1. B., u. a., u. a. m., usw.

Bitte beachte, dass nach DIN 5008 bei Abkürzungen nach jedem Punkt ein Leerzeichen zu stehen hat.

Abkürzungen wie AGB, BRD usw. werden ohne Punkt abgeschlossen.

Der Punkt wird auch zur Trennung bei Datumsangaben, bestimmten Daten und als Tausendertrennzeichen eingesetzt.

„Sie ist am 15.09.1998 geboren.“

„Die Internetadresse lautet www.conpublica.de.“

„Sie verdient 1.400 Euro pro Monat.“

Der Punkt bei Ordnungszahlen

Eine weitere Aufgabe kommt dem Punkt bei Ordnungszahlen zu. Diese werden im Deutschen ebenfalls mit Punkt geschrieben.

„Dies ist nun der 12. Tag.“

„Friedrich II. war der Sohn von Heinrich VI.“

Beachte

Wird der Punkt als Satzschlusszeichen verwendet, wird der nächste Satz stets mit einem Großbuchstaben begonnen. Bei Abkürzungen wird je nach Wortart groß oder klein weiter geschrieben. Auch hier streiken die meisten Rechtschreibkorrekturen, zumindest, wenn man die übliche Autokorrektur angeschaltet hat.

Übrigens

Der Punkt ist auch Teil anderer Satzzeichen, z. B. des Strichpunktes (Semikolon), des Ausrufezeichens, Fragezeichens, Doppelpunktes (Kolon), des Aufzählungszeichens und der drei Auslassungspunkte (…). Er hat in der deutschen Sprache also eine gewichtige Rolle.

Links

Wir empfehlen für die weiterführende Studie zum Punkt als Satzzeichen die Wikipedia-Seite https://de.wikipedia.org/wiki/Punkt_(Satzzeichen) und die Grundlagen der deutschen Rechtschreibung des Rates für deutsche Rechtschreibung. Die Online-Version kannst du hier lesen: https://grammis.ids-mannheim.de/rechtschreibung/

Und nun: Mach mal einen Punkt.

PS: Wir lieben Dich – Oder wie man das Postskriptum richtig nutzt

Wir kennen es alle und wir verwenden es auch gelegentlich – das PS unter einer Nachricht. Aber ist das eigentlich noch zeitgemäß? Denn das PS oder Postskriptum stammt aus der Zeit der Briefe, als man noch ausschließlich von Hand schrieb. Sein Vorteil lag darin, dass durch das Vergessen eines Teiles nicht alles nochmals geschrieben werden musste, sondern man es einfach anhängen konnte. Ein kleiner Trick also, der Zeit sparte. Heute kann man fast immer problemlos ergänzen, was man vergaß. Ist das PS damit überflüssig geworden? Ganz klar nicht, finden wir. Denn das Postskriptum hat viel zu bieten, vor allem im Hinblick auf die modere, digitale Kommunikation.

Shortcut zur Hauptinfo

Wir lesen heute oft online, meist über das Smartphone und oft zwischen Tür und Angel. Der Bildschirm ist klein, die Schriftgröße auch und unsere Zeit sehr begrenzt. Der geneigte Leser erwartet deshalb kurze, knappe Infos und eine Aufteilung, die lesefreundlich ist. Das PS ist hier eine wunderbare Möglichkeit, die zentrale Aussage des Textes zu betonen, damit sie als Teaser zuerst wahrgenommen wird. Richtig formuliert animiert sie dann dazu, den gesamten Text zu lesen. Wenn das PS wirken soll, muss seine Aussage allerdings wirklich präzise und kurz den Kern treffen. Dem mobilen Leser bringt das PS in seiner Entscheidungsfindung nämlich nur etwas, wenn es nicht zu lang ist und als Zusammenfassung dienen kann. Ähnlich wie bei den Menschen, die den letzten Satz eines Buches zuerst lesen, um zu wissen, ob es sie interessiert.

Wenn, dann bitte richtig

Es gibt also Gründe für das PS im modernen Marketing. Aber wie schreibt man es richtig? Die korrekte Schreibweise lautet: zwei Großbuchstaben, ohne Punkte dazwischen, aber gefolgt von einem Doppelpunkt. Also zum Beispiel so: PS: Danke für die Beachtung der Rechtschreibung! Auch der korrekte Platz für das PS ist durch die DIN Norm 5008 (die im bürokratischen Deutschland die Korrespondenz regelt) festgelegt: mit mindestens einer Zeile Abstand zum Briefende. Eben jener Absatz ist es auch, der das PS für soziale Medien und Co. besonders attraktiv macht. Absätze sind für geplagte Smartphone-Augen eine Wohltat und betonen alles, was dahintersteht.

Unzählige Möglichkeiten für den Bonussatz

Ist es nicht wunderbar, dass es diese Möglichkeit gibt? Das PS kann ein Booster für deine Botschaft sein, sozusagen eine Extra-Werbefläche. Betrachtest du das PS also als strahlende Leuchtreklame für deinen Text, was würde dann dort stehen? Weist du auf einen Extra-Vorteil hin? Auf eine zeitlich limitierte Aktion? Ein „PS: Schnell Zugreifen lohnt sich – nur noch bis zum 02.06!“ stellt schnell die Dringlichkeit des Lesens heraus. Der Leser will immerhin wissen, ob er etwas verpasst. Auch Auszeichnungen oder besondere Serviceleistungen können im PS leicht Erwähnung finden, ohne dass es zu aufdringlich wirkt. Man weist auf die eigene Qualität hin, aber ohne langen Selbstbeweihräucherungstext.

Doppelt gemoppelt hält besser

Durch den zusätzlichen Schlusssatz hat man die Möglichkeit, den eigenen Slogan noch einmal anders zu formulieren. Betonst du deine Kernaussage erneut, kannst du den Vorteil anders beleuchten und dem Kunden damit einen zusätzlichen Mehrwert näherbringen. Zeigt dein Text zum Beispiel schon die Effizienz deiner IT-Dienstleistung auf, kannst du im PS vielleicht noch den Sicherheitsaspekt betonen.

Weiterlesen lohnt sich

Das PS dient aber nicht nur als Teaser, sondern auch als Animation weiterzulesen. Hast du Angst, dass deine Anhänge (PDFs, Gutscheine, weiterführende Infos, Anmeldeformulare usw.) übersehen werden? Dann nutze dein Postskriptum dazu, darauf hinzuweisen. Kurz zwischen Text und Anhang geschoben macht es darauf aufmerksam, dass da noch was kommt. Mit einem Link versehen kann es auch gleich wunderbar zur statistischen Auswertung des Leseverhaltens dienen.

Wie man sieht, ist ein gut gewähltes Postskriptum alles andere als obsolet. Gerade in Zeiten von Social Media und Online-Texten sollte man es nutzen.

Und übrigens: Es muss nicht immer ein PS sein. Auch andere Formulierungen funktionieren ganz gut. 😊

Jugendsprache oder Werbe-Bla-Bla? Die optimale Sprache für Facebook, Instagram und Co.

Als Unternehmen kommt man nicht mehr dran vorbei – schon gar nicht in Zeiten einer Krise, die die Menschen zu digitaler Kommunikation zwingt. Wir alle müssen präsent sein auf Facebook, Instagram und Co. Was dabei zum Beispiel eine gute Facebook-Unternehmens-Seite ausmacht, erfährst du momentan von uns über unsere Praxis-Tipps auf eben dieser. Aber wie sieht es eigentlich mit den Texten in sozialen Netzen aus? Muss ich bestimmte Insider-Formulierungen kennen, fünfzig Emojis pro Beitrag einflechten und wissen, was ein Hashtag ist? Wir klären dich auf.

Guck mal, wer da spricht

Zunächst einmal muss man sich darüber klar werden, wer die Nutzer der Kanäle sind, die man bedienen will. Bei Facebook zum Beispiel wird man es hauptsächlich mit den sogenannten Millennials, den Menschen zwischen Anfang zwanzig und vierzig zu tun haben. Diese Generation wuchs mit dem Internet und seinen Möglichkeiten auf, war rund um den Jahrtausendwechsel jung und entwickelte die Sprache in den sozialen Medien maßgeblich mit. Für sie ist Facebook so selbstverständlich wie für die vor 1980 Geborenen der Walkman. Die Generation nach ihnen, Generation Z, ist wiederum schon auf ganz anderen Kanälen unterwegs. Hier laufen TikTok und Konsorten den klassischen Plattformen bereits den Rang ab. Wir gehen also davon aus, dass wir mit unseren Postings zum allergrößten Teil mündige, bereits erwachsene Personen, erreichen, die die digitale Kommunikation schon mit der Muttermilch aufgesogen haben. Sie kommunizieren knapp, präzise und eher informell, nutzen oft Abkürzungen, Anglizismen und Emojis.

Keine Angst

Das ist allerdings kein Grund, Angst vor Postings zu haben. Wenn man ein paar Grundregeln beachtet, kann man auch als „Nicht-Millennial“ gute Postings kreieren.

In der Kürze liegt die Würze. Die Aufmerksamkeitsspannen haben sich mit den Mobile Devices geändert. Oft werden Meldungen oder Nachrichten nur zwischendurch auf dem Handy gecheckt. Die wichtigste Info muss also bei deinem Posting direkt am Anfang stehen und knapp formuliert sein. Dann klickt der User vielleicht den „Weiterlesen“-Button.

Ein Hingucker muss her. Bilder sagen tausendmal mehr als Worte und verleiten diversen Studien zufolge auch viel eher dazu, einen Beitrag anzuklicken. Wenn das Bild also passt und lockt und die Überschrift den Kern der Sache trifft, hat man eine gute Chance.

Wichtig ist dabei das Auslösen von Emotionen, auch was den Fließtext angeht. Trockene, formelle Sprache ist nicht angebracht. Verben und Adjektive, die Emotionen erzeugen, sind gut, duzen ist quasi Pflicht, weil persönlicher.

Noch persönlicher wird es, wenn du die User zu Antworten und Handlungen aufforderst. Mit Fragen nach Vorlieben oder der Möglichkeit mitzubestimmen, fühlt sich der User eingebunden, kommentiert vielleicht sogar und belebt damit deine Seite.

Fremde Federn schmücken nicht

Wer kein Millennial ist, sollte auch nicht versuchen, einer zu sein. Gewollt jugendlich und cool rüber zu kommen, hat noch niemandem wirklich gestanden. Texte einfach wie mit einem netten Kollegen, höflich, aber ein bisschen persönlicher. Schlimme Imitationen von Jugendsprache gibt es in der Werbung genug. Grundsätzlicher sollte man authentisch bleiben. Wenn also englische Fachbegriffe und Smileys hinter jedem Satz nicht dein Ding sind, dann zwinge dich nicht dazu. User merken ziemlich schnell, ob dein „Tonfall“ echt ist. Ist das der Fall, kommt dein Posting sicher auch ohne das gut an 😉