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Komm auf den Punkt! Kurze Texte in der Kundenkommunikation

Wie lang oder kurz ein guter Text sein sollte, dafür gibt es keine Regel. Während man bei Twitter in 280 Zeichen vermitteln muss, was man zu sagen hat, gilt für viele Texte im Rahmen des Content Marketing: Je länger desto besser, um in Sachen Suchmaschinenoptimierung möglichst weit vorn zu sein. Somit bestimmt das Medium häufig die Textlänge.

In der Kundenkommunikation aber gilt ganz unabhängig vom Medium: Fasse dich kurz! Warum? Das hat vor allem einen Grund: Die allerwenigsten deiner Kunden werden bereit sein, mehr Text von dir zu lesen, als auf einer Postkarte Platz hat. Schließlich warten sie nicht darauf, von dir zu hören. Daher ist es so wichtig, dass du es schaffst, in wenigen Worten dein Anliegen zu vermitteln.

Kurze Texte zu formulieren, ist allerdings viel schwieriger als lange. Daher geben wir dir ganz konkrete Tipps, wie du mit deinen Kunden (und solchen, die es werden sollen) kurz und knapp kommunizierst. Und dabei trotzdem überzeugst.

Schreibe nicht von dir

Wenn es darum geht, das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung zu beschreiben, ist es ganz besonders schwierig, sich kurz zu fassen. Schließlich gäbe es sooo viel zu erzählen. Daher schreib am besten gar nicht von dir – oder zumindest fast gar nicht. Stelle stattdessen deinen Kunden in den Fokus: Welche Probleme hat er? Was braucht er? Wie fühlt er sich? Das hat gleich zwei Vorteile: Zum einen wird es dir hierbei leichter fallen, dich kurz zu fassen. Zum anderen erreichst du deinen Kunden besser, wenn du von ihm sprichst, als wenn du nur von deinem Unternehmen sprichst. Denn deine Kunden sind nicht an DEINEM Produkt interessiert, sondern an einer Lösung IHRES Problems.

Benutze Umgangssprache

“Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie die Initiative ergreifen über die untenstehenden Kontaktmöglichkeiten mit uns ins Gespräch zu kommen.” Zu solchen Sätzen lädt die deutsche Sprache leider ein und gerade im Geschäftsumfeld wird häufig so geschrieben – weil man besonders höflich und professionell rüberkommen will. Das macht einen Text aber nicht nur lang, sondern auch langweilig. Ohne jetzt die Grammatik-Fibel herauszuholen und vom Nominalstil abzuraten, machen wir es lieber praktisch: Wenn du deinen Kunden schreibst, dann formulier deinen Text so, als würdest du einem Bekannten schreiben. Denn wie dein Bekannter ist auch dein Kunde vor allem ein Mensch.

Kurze Sätze für kurze Texte

Wenn du dich kurz fassen willst, dann nimm dir nicht den ganzen Text auf einmal vor, sondern jeden Satz einzeln. Und dann überlege, wie du ihn kürzen kannst. Setze möglichst viele Punkte. Nutze möglichst wenig Kommas. Und: Nicht jeder Satz muss vollständig sein. Ehrlich. Wenn du das ganz bewusst so einsetzt.

Kurze Sätze erreichst du auch dadurch, dass du Füllwörter streichst. Gehe nachträglich mit dem Rotstift über deinen Text und streiche Füllwörter wie als, ganz, ziemlich, auch, sozusagen etc. Das fällt schwer. Aber wenn du danach noch einmal den Text liest, merkst du, dass es ihm gut getan hat.

Mehr Emotionen, weniger Fakten

In persönlichen Gesprächen habe ich schon häufiger die Erfahrung gemacht: Ich erzähle von einem Thema und liefere Fakten. Aus meinem Lebenslauf beispielsweise oder von den Funktionen einer Software. Und im Laufe des Gesprächs fragt mein Gegenüber dann nach genau diesen Fakten. Obwohl ich die bereits erwähnt habe. Wenn ich hingegen erzähle, wie ich mich bei einem Vorstellungsgespräch gefühlt habe oder welchen Erfolg ein Kunde hatte, der eine Funktion meiner Software genutzt hat, dann bleibt das hängen.

Fakt ist: Geschichten und Emotionen kann man sich besser merken als Fakten. Daher gehe mit der Auflistung von Features und Produkteigenschaften sehr sparsam um. Du glaubst ja gar nicht, wie sehr das dabei hilft, einen Text zu kürzen 🙂 Wenn du erst einmal mit Emotionen die Aufmerksamkeit deiner Kunden gewonnen hast, kannst du im zweiten Schritt dann immer noch diese Details liefern.

Unterschiedliche Texte für unterschiedliche Kunden

Wenn du einen Text schreibst, solltest du ganz genau im Kopf haben, für wen du ihn schreibst. Für eine 60-jährige Hausfrau oder einen 25jährigen Hipster? Für eine Abteilungsleiterin oder einen Solo-Selbstständigen? Je mehr Menschen du mit deinem Text erreichen willst, desto länger wird er. Warum? Weil du versuchst, dass sich jeder einzelne wiederfinden kann, in einem Beispiel oder einer Beschreibung. Daher richte dich mit deinem Texte an EINE spitze Zielgruppe. Und schreibe einen anderen Text für eine andere Zielgruppe. Die Mittel im modernen Marketing lassen es heute zu, Kunden ganz individuell anzusprechen. Also Finger weg von dem einen Newsletter der an alle Kunden verschickt wird.

Bau einen CTA ein

Auf vielen Webseiten werden Texte veröffentlicht, die gar kein Ende nehmen wollen. Schließlich hat man Platz ohne Ende. Wir können von Webseiten aber auch lernen, wie man sich kurz fasst. Und zwar beim CTA-Button. Das ist der Button auf einer Webseite, der uns weiterbringt. Zu mehr Informationen, zum Kaufen eines Produktes o.ä. Und da ein Button nicht groß ist, kann darauf auch nicht viel Text stehen. Beim Schreiben von Texten solltest du den CTA-Button immer im Hinterkopf haben: Was willst du mit deinem Text erreichen? Was ist der nächste Schritt, den dein Leser gehen soll? Und genau wie beim CTA-Button auf einer Webseite solltest du dieses Ziel in deinem Text auch benennen. Formuliere also eine ganz konkrete Aufforderung, was dein Leser als nächstes tun soll. So kurz und knapp wie beim CTA-Button.

Lass Bilder sprechen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte heißt es so schön. Und da ist was dran. Bilder helfen dir dabei etwas zu veranschaulichen, was sonst in vielen Sätzen beschrieben werden müsste. Bilder transportieren eine Stimmung und helfen all die gestrichenen Füllwörter zu ersetzen. Und deine Leser erfassen ein Bild viel schneller als einen Text. Bilder helfen dir also, dich im Text kurz zu fassen und dieses Hilfsmittel solltest du auf jeden Fall einsetzen. Ganz egal, ob du deinen Kunden einen Newsletter schickst oder eine Postkarte.

Autorin

Anne Buch gehört zum Gründerteam von EchtPost, einer Online-Plattform, über die Unternehmen Postkarten-Mailings an Ihre Kunden verschicken können. Der begrenzte Platz auf der Postkarte zwingt Unternehmen zu Ihrem Glück: Sie müssen Ihr Anliegen kurz und knapp vermitteln.

PS: Wir lieben Dich – Oder wie man das Postskriptum richtig nutzt

Wir kennen es alle und wir verwenden es auch gelegentlich – das PS unter einer Nachricht. Aber ist das eigentlich noch zeitgemäß? Denn das PS oder Postskriptum stammt aus der Zeit der Briefe, als man noch ausschließlich von Hand schrieb. Sein Vorteil lag darin, dass durch das Vergessen eines Teiles nicht alles nochmals geschrieben werden musste, sondern man es einfach anhängen konnte. Ein kleiner Trick also, der Zeit sparte. Heute kann man fast immer problemlos ergänzen, was man vergaß. Ist das PS damit überflüssig geworden? Ganz klar nicht, finden wir. Denn das Postskriptum hat viel zu bieten, vor allem im Hinblick auf die modere, digitale Kommunikation.

Shortcut zur Hauptinfo

Wir lesen heute oft online, meist über das Smartphone und oft zwischen Tür und Angel. Der Bildschirm ist klein, die Schriftgröße auch und unsere Zeit sehr begrenzt. Der geneigte Leser erwartet deshalb kurze, knappe Infos und eine Aufteilung, die lesefreundlich ist. Das PS ist hier eine wunderbare Möglichkeit, die zentrale Aussage des Textes zu betonen, damit sie als Teaser zuerst wahrgenommen wird. Richtig formuliert animiert sie dann dazu, den gesamten Text zu lesen. Wenn das PS wirken soll, muss seine Aussage allerdings wirklich präzise und kurz den Kern treffen. Dem mobilen Leser bringt das PS in seiner Entscheidungsfindung nämlich nur etwas, wenn es nicht zu lang ist und als Zusammenfassung dienen kann. Ähnlich wie bei den Menschen, die den letzten Satz eines Buches zuerst lesen, um zu wissen, ob es sie interessiert.

Wenn, dann bitte richtig

Es gibt also Gründe für das PS im modernen Marketing. Aber wie schreibt man es richtig? Die korrekte Schreibweise lautet: zwei Großbuchstaben, ohne Punkte dazwischen, aber gefolgt von einem Doppelpunkt. Also zum Beispiel so: PS: Danke für die Beachtung der Rechtschreibung! Auch der korrekte Platz für das PS ist durch die DIN Norm 5008 (die im bürokratischen Deutschland die Korrespondenz regelt) festgelegt: mit mindestens einer Zeile Abstand zum Briefende. Eben jener Absatz ist es auch, der das PS für soziale Medien und Co. besonders attraktiv macht. Absätze sind für geplagte Smartphone-Augen eine Wohltat und betonen alles, was dahintersteht.

Unzählige Möglichkeiten für den Bonussatz

Ist es nicht wunderbar, dass es diese Möglichkeit gibt? Das PS kann ein Booster für deine Botschaft sein, sozusagen eine Extra-Werbefläche. Betrachtest du das PS also als strahlende Leuchtreklame für deinen Text, was würde dann dort stehen? Weist du auf einen Extra-Vorteil hin? Auf eine zeitlich limitierte Aktion? Ein „PS: Schnell Zugreifen lohnt sich – nur noch bis zum 02.06!“ stellt schnell die Dringlichkeit des Lesens heraus. Der Leser will immerhin wissen, ob er etwas verpasst. Auch Auszeichnungen oder besondere Serviceleistungen können im PS leicht Erwähnung finden, ohne dass es zu aufdringlich wirkt. Man weist auf die eigene Qualität hin, aber ohne langen Selbstbeweihräucherungstext.

Doppelt gemoppelt hält besser

Durch den zusätzlichen Schlusssatz hat man die Möglichkeit, den eigenen Slogan noch einmal anders zu formulieren. Betonst du deine Kernaussage erneut, kannst du den Vorteil anders beleuchten und dem Kunden damit einen zusätzlichen Mehrwert näherbringen. Zeigt dein Text zum Beispiel schon die Effizienz deiner IT-Dienstleistung auf, kannst du im PS vielleicht noch den Sicherheitsaspekt betonen.

Weiterlesen lohnt sich

Das PS dient aber nicht nur als Teaser, sondern auch als Animation weiterzulesen. Hast du Angst, dass deine Anhänge (PDFs, Gutscheine, weiterführende Infos, Anmeldeformulare usw.) übersehen werden? Dann nutze dein Postskriptum dazu, darauf hinzuweisen. Kurz zwischen Text und Anhang geschoben macht es darauf aufmerksam, dass da noch was kommt. Mit einem Link versehen kann es auch gleich wunderbar zur statistischen Auswertung des Leseverhaltens dienen.

Wie man sieht, ist ein gut gewähltes Postskriptum alles andere als obsolet. Gerade in Zeiten von Social Media und Online-Texten sollte man es nutzen.

Und übrigens: Es muss nicht immer ein PS sein. Auch andere Formulierungen funktionieren ganz gut. 😊

Textipp: So trennst du Wörter mit Überlänge

Hin und wieder stellen wir hier im Blog den sog. Text-Tipp vor. Das sind Tipps unserer Textexperten, mit deren Hilfe deine Texte vielleicht ein wenig besser werden könnten. Heute geht es um unendlich lange Wörter und deren Worttrennung. Durch unendlich lange Wörter sieht man oft den Text vor lauter Silben nicht mehr. Der Text ist dadurch verwirrend und der Lesefluss wird gestört. Mithilfe der richtigen Worttrennung und dem Ersetzen von Wörtern wirkt der Text wieder fließend und ist angenehm zu lesen.

So entstehen viel zu lange Wörter

Gerade in den Bereichen Recht, Verwaltung, Medizin und Technik bilden sich oft unendlich lange Wortketten. Jede weitere Silbe ist eine Spezifikation eines Wortes und führt zu einem Silbensalat. Der Satz wird mit jeder zusätzlichen Silbe unübersichtlicher und macht den Text somit komplizierter.

Das längste Wort im Duden

Im Moment lautet das längste Wort im Duden mit 36 Buchstaben Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Gleich danach kommt mit 34 Buchstaben die Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft. (Quelle: Duden)

Diese werden mit Bindestrichen aufgeteilt und sind so viel leichter zu lesen und zu verstehen. Beim viertlängsten Wort im Duden, dem Arbeiterunfallversicherungsgesetz, wurden keine Bindestriche gesetzt. Dadurch ist es unübersichtlich und die Lese-Geschwindigkeit wird gebremst.

Mehr Verständlichkeit durch Wort-Trennung

Laut Duden kann ein Bindestrich zur Hervorhebung einzelner Bestandteile in Zusammensetzungen und Ableitungen verwendet werden, die normalerweise in einem Wort geschrieben werden. Wann dies der Fall ist, erklären folgende Regeln:

Regel 21 – Zur Hervorhebung einzelner Bestandteile von Zusammensetzungen und Ableitungen kann ein Bindestrich gesetzt werden:

  • Soll-Stärke (neben: Sollstärke)

Regel 22 – Man kann einen Bindestrich in unübersichtlichen Zusammensetzungen setzen:

  • Mehrzweck-Küchenmaschine
  • Lotto-Annahmestelle

Regel 24 – Einen Bindestrich kann man setzen, um Missverständnisse zu vermeiden:

  • Druck-Erzeugnis (für: Erzeugnis einer Druckerei)
  • Drucker-Zeugnis (für: Zeugnis eines Druckers)

Regel 25 – Ein Bindestrich kann beim Zusammentreffen dreier gleicher Buchstaben in Zusammensetzungen gesetzt werden:

  • Kaffee-Ersatz (neben: Kaffeeersatz)
  • Schwimm-Meisterschaft (neben: Schwimmmeisterschaft)
  • Auspuff-Flamme (neben: Auspuffflamme)

Leerzeichen zur Worttrennung

Was im Englischen ganz normal ist (zum Beispiel bei cell phone), wird bei uns als „Deppenleerzeichen“ bezeichnet. Gerade bei Werbung wird das Leerzeichen gerne zur Worttrennung verwendet. So wird aus Roaminggebühren > Roaming Gebühren und aus Brillenputztücher ganz einfach Brillen Putztücher.

Wir empfehlen, auf diese Spielerei zu verzichten und es bei dem ursprünglichen, zusammengehörenden Wort zu belassen.

Acht Regeln für gute Texte

Es klingt so einfach und ist doch so schwer – Texte zu schreiben, die auch gelesen werden. Dabei muss man nur wissen, wie es richtig gemacht wird. Wir haben hier acht wichtige Regeln für Texte, bei denen man bis zum Schluss lesen will.

  1. Formuliere konkret.

Vermeide leere Worthülsen und schreibe, was Sache ist. Positiv besetzte Wörter wie „Praktikabilität“ oder „Moderne Kommunikationsformen“ klingen toll, bieten aber keinen Informationswert, weil sie viel zu schwammig sind. Der Leser will konkret wissen, wo der Mehrwert liegt.

Mache zum Beispiel aus „zu diesem Zeitpunkt“ ein „jetzt“.

Auch sogenannte Nullwörter, Füllwörter, Flickwörter und Blähwörter solltest du vermeiden.

Ein Beispiel: „Ich habe dir das doch schon gestern gesagt.“ Ohne Füllwort: „Ich habe dir das gestern gesagt“ – hört sich anders an, oder?

  1. Verben rein, Substantive raus

Verben stärken den Text – Substantive langweilen (vor allem die, die auf -ung enden). Formuliere aktive Sätze, mache aus dem substantivierten Verb wieder ein richtiges Verb.

Hier ein Beispiel: „Wir bieten Versicherungen“ oder „Wir versichern dein Haus, deine Familie, dein Auto, dein Haustier und dich selbst.“

  1. Nutze „gute“ Verben.

Verben sind ein wichtiger Bestandteil von Texten und verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit. Während sie Texte bildhafter und lebendiger gestalten können, wirken Beiträge durch die Verwendung von ‚falschen‘ Verben schnell umständlich oder monoton.

Die Klassiker hierfür sind: machen, sein und haben.

  1. Hebe Worte bewusst (!) hervor.

Gezielt eingesetzte Hervorhebungen von Worten/ Satzabschnitten  steigern den Lesefluss eines Textes. Hervorhebungen helfen, den Text zu unterteilen, überfliegen und den Inhalt zu erfassen, kurzum dem Leser hilft, den Text schnell und leicht zu lesen.

  1. Prahle nicht mit Expertenwissen.

Dein Expertenwissen in allen Ehren, aber einfacher ist besser. Benutze daher trotz aller Kompetenz Worte, die nicht der Expertensprache entstammen und für jeden verständlich sind. Denn dein Leser muss nicht unbedingt deine Fachtermini kennen.

  1. Nutze kurze Sätze.

Eine der wichtigsten Regeln: je wichtiger die Aussage, desto kürzer der Satz. Wir behalten Hauptsätze besser als Nebensätze. Deshalb lange Sätze vermeiden und kurz fassen. Längere Sätze in mehrere einzelne Sätze aufteilen.

  1. Lasse Subjekt und Prädikat zusammen.

Durch eingeschobene Nebensätze trennen wir im Deutschen gerne, was zusammengehört. Stelle deine Sätze so um, dass Subjekt und Prädikat wieder beieinander sind.

Ein Beispiel: Er (Subjekt) war noch nie zuvor eine solche Frau, die nicht nur schön, sondern auch intelligent und gut erzogen war, begegnet (Prädikat).
Besser:Er (Subjekt) war noch nie zuvor einer solchen Frau begegnet (Prädikat), die nicht nur schön, sondern auch intelligent und gut erzogen war.

  1. Starke Wort sind kurz.

Kurze, starke Worte bleiben hängen. Wir merken uns das Auto eher als das Kraftfahrzeug oder das „Volk“ eher als die „Bevölkerung“. Prüfe deinen Text auf lange Wörter. Vielleicht gibt es eine kurze, prägnantere Version.

Und noch drei Tipps von mir:

Der Duden Online-Dienst „Duden-Mentor“, den ich vor einigen Wochen vorgestellt hatte, hilft dir, die Floskeln, Bläh- und Füllwörter sowie Passivsätze und unglückliche Satzstellungen zu finden.

Lese deinen Text immer laut. Das klingt zwar seltsam, hilft aber. Denn durch das Hören wird uns manches klarer.

Und lass jemanden anderes den Text lesen, der nicht im Thema ist.

Wir wünschen viel Spaß beim Schreiben und Lesen 😊.

Kleines Komma, große Bedeutung

Das Komma – ein kleiner Strich, der vielen Deutschen so viel Kopfschmerzen bereitet und doch so eine große Bedeutung hat für unsere Sprache. Liest man sich heute diverse Texte, ja sogar hochoffizielle Briefe von Behörden und Unternehmen durch, so gewinnt man den Eindruck, dass die Nutzung des Kommas so langsam in Vergessenheit gerät. Erst neulich erhielt ich ein Schreiben von meiner Versicherung, in dem sage und schreibe acht Kommafehler zu finden waren.

Können wir das kleine Strichlein also weglassen? NEIN.

Denn das Komma erfüllt eine wichtige Rolle in unserer geschriebenen Sprache. Es dient nicht nur zur Strukturierung eines Satzes und zur gedanklichen Trennung, z.B. bei Lesen, es kann auch die Bedeutung von Sätzen komplett verändern, lässt man es weg oder setzt man es an anderer Stelle. Hier ein paar Beispiele.

Wir essen jetzt, Mama.
Wir essen jetzt Mama.

Es ist schwierig für Frauen, eine Lösung zu finden.
Es ist schwierig, für eine Frauen eine Lösung zu finden.

Nicht, aufhören!
Nicht aufhören!

Er will sie nicht.
Er will, sie nicht.

Bei Wikipedia fand ich gar eine fiktive Kurzgeschichte, die die Bedeutung und Wichtigkeit eines Kommas unterstreicht

Ein Verbrecher soll gehängt werden, doch der König erfährt durch einen Boten in letzter Sekunde, dass der Todgeweihte unschuldig ist. Nun richtet er eine Nachricht an den Scharfrichter, die Nachricht heißt: „Wartet nicht, hängen!“ Der Scharfrichter erhält die Nachricht und hängt den Unschuldigen zur Empörung des Königs. Dieser hatte einen Beistrichfehler gemacht, er wollte eigentlich schreiben: „Wartet, nicht hängen!“

Wir setzt man das Komma richtig?

Für die korrekte und standardisierte Verwendung von Kommas gelten Kommaregeln. Für das Deutsche wurden die Kommaregeln im Zuge der Rechtschreibreform von 1996 mit dem Ziel einer Vereinfachung grundlegend geändert. Dabei wurde die Kommasetzung in vielen Fällen freigestellt. Mit der Überarbeitung des Reformregelwerks im Jahr 2006 wurde die Kommasetzung nochmals modifiziert; vor allem viele Freistellungen wurden mit dem Ziel einer besseren Lesbarkeit zurückgenommen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht die gesamten Kommaregeln ausführen, das kannst du überall nachlesen. Hier nur ein paar grundlegende Regeln:

  • Werden in einem Satz Satzteile (das können ein- oder auch mehrwortige Satzteile sein) mit gleicher syntaktischer Funktion aufgezählt oder verbindend genannt, so kann ihre Abtrennung entweder durch Konjunktionen (Bindewort) oder durch Kommata erfolgen.
  • Das Komma steht ebenfalls zwischen Satzteilen, die durch Konjunktionen in der Art einer Aufzählung verbunden sind (z. B. zum einen …, zum anderen …)
  • Auch Beifügungen werden in Kommata eingeschlossen, z. B. „Peter Meier, 70 Jahre, war früher Vorstandsvorsitzender.“
  • Zudem werden Einschübe in Kommata eingeschlossen, wenn sie nicht schon mit Gedankenstrichen eingeschlossen sind: „Eines Tages, es war mitten im Sommer, hagelte es.“
  • Schließlich werden noch Nebensätze durch Kommata abgetrennt (z. B. Wir ziehen uns Kleidung an, weil wir nicht nackt sein wollen.)

Es gibt noch einige weitere Fälle, in denen Kommata gesetzt werden. Du solltest dir nur bewusst sein, dass das Komma immer noch eine sehr wichtige Bedeutung in der deutschen Sprache hat und nicht einfach weggelassen werden kann.

 

Doppel- und mehrdeutige Wörter sind ein Problem im Internetzeitalter

Im Deutschen gibt es so viele Worte, die zweierlei Bedeutung haben. Unter uns Sprachwissenschaftlern gesprochen auch Äquivokation. Dir fällt gerade keines ein? Dann ein paar Beispiele: Bank, Ball, Hahn, Montage, modern… Und dann gibt es noch Worte wie malen vs. Mahlen und Fön vs. Föhn.

Sprachwissenschaftler unterteilen die Äquivokation in Polyseme bzw. Homonyme, Homographe und Homophone. Bei den Polyseme bzw. Homonyme sind die Aussprache und Schreibweise identisch, der Unterschied liegt in ihrer sprachlichen Herkunft: Polymere haben eine gemeinsame, sprachliche Wurzel, Homonyme oft eine unterschiedliche, sprachliche Herkunft.  Bei den Homographen gleicht sich nur die Schreibweise und bei Homophonen ist nur die Aussprache die gleiche.

Und im heutigen Internetzeitalter bringt genau dies uns immer wieder zum Stolpern. Hast du auch schon einmal nach Ketten gesucht, weil dein Fahrrad einen neue benötigt und bekamst Schmuck angeboten? Suchmaschinen können hier nicht unterscheiden und bieten einfach alles an – Resultat ist eine ellenlange Trefferliste.

Für Internetautoren heißt dies, dass sie sehr viel detaillierter schreiben müssen. Um bei dem Beispiel der Kette zu bleiben: Geht es hier wirklich um den Schmuck, dann helfen den Suchmaschinen Worte wie Collier, Halskette, Schmuck usw., dem Suchenden die richtigen Ergebnisse anzubieten. Will man die Kette für das Fahrrad an den Mann bringen, dann sollte man eher Fahrradkette, Zubehör Fahrrad oder Reparatur Fahrrad mit in seinen Text aufnehmen.

Hier helfen sogenannte Typologien, sprich Wege, wie man sein Produkt beschreiben muss, damit es sich mit den Worten finden lässt, nach denen gesucht wird.

Hier mal aufgeschlüsselt anhand unseres Beispiels mit der Kette:

  1. Vom Großen ins Kleine – die Stufenmechanik

Kette | Halskette | Colliers

  1. Mit Adjektiven und Adverbien

Festliche Halsketten und elegante Colliers

  1. Nach Art (Material, Größe, Herstellung)

Halsketten aus Gold, Silber und Platin

  1. Preis

Günstige Halsketten | Modeschmuck preiswert

  1. Qualität

Hochwertige Ketten

  1. Nach Anwendung

Halskette | Fußkettchen | Armkette | Armbänder

Noch besser gelingt es über die Semantik – Suchmaschinen ziehen nämlich einfach alles um das Suchwort herum in Betracht. Aber nicht nur Suchmaschinen, auch im Gespräch kann der ein oder andere Satz – ohne eine Erklärung – für Verwirrung sorgen. Beispielsweise der Satz „Pferd schlägt Bauer“. Armer Bauer denkst du jetzt… Aber was gemeint ist, ist das Schachspiel: Hier schlägt das Pferd den Bauern. Also hilft allein das Wort „Schachspiel“, um nicht gleich an einen Unfall zu denken.

In der „Offline-Welt“ wird die Doppeldeutigkeit eines Wortes durch den Kontext geklärt. Die „Online-Welt“ benötigt den Kontext, um dem Suchenden passende Ergebnisse zu liefern. Etwas hilft den Suchenden unter uns: Je häufiger wir nach etwas suchen, desto mehr ‚lernen‘ die Suchmaschinen heutzutage. Bist du also seit 2 Monaten auf der Suche nach einem Auto und gibst den Begriff „Golf“ ein, wirst du wohl kaum einen weißen, kleinen Ball zu Gesicht bekommen. Ein Trost?

Bild: Skitterphoto  / Pexels / CC0 License

Wie Hervorhebungen den Lesefluss steigern

Hast du manchmal Sorge, dass du einen Text schreibst und dieser unter Umständen etwas länger gewordene Text dann aber nicht komplett gelesen wird? Jetzt könnten wir als Tipp natürlich sagen: Fasse dich kurz. Aber manche Themen brauchen einfach längere Ausführungen. Daher lautet der Tipp: Hebe Worte bewusst (!) hervor.

Doch wie hebt man hervor?

Kennst du auch bunte, unterstrichene Abschnitte, wo jedes zweite Wort fett oder kursiv geschrieben wurde? Sinnvolles hervorheben geht anders. Soviel vorweg.

In unserem Internetzeitalter assoziieren wir mit unterstrichenen Worten einen Link; zur Hervorhebung eignet sich das nicht. Kursiv geschriebene Worte oder Satzabschnitte drosseln unser Lesetempo, auch nicht unbedingt gut geeignet zum hervorheben und auch nicht wünschenswert bei langen Texten.

Am besten eignet sich tatsächlich der Fettdruck zur Hervorhebung einzelner Worte oder Satzteilen. Er darf kombiniert werden mit gezielten Buntdrucken – jedoch sollten hier kräftige und gut lesbare Farben gewählt werden.

Hierbei solltest du ein paar Dinge wissen und beachten:

Die Worte/ Satzteile die fett/ bunt geschrieben werden,

  • sollten das Auge des Lesers geschickt durch den Text leiten.
  • sollten die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und neugierig auf den Text machen.
  • beschleunigen das Lesetempo.
  • bieten Orientierung (beispielsweise, wenn es mehrere Abschnitte zu mehreren Themenbereichen gibt).

Außerdem sollte dir bewusst sein, dass

  • man mit dem Fett-/Buntschreiben ganz gezielt steuert, wie sich jemand durch den Text bewegt.
  • alle „fetten“ Wörter den Text sinnvoll zusammenfassen sollten, sodass kein Missverständnis den Inhalt des Textes betreffend aufkommt.
  • die markierten Wörter sinnvoll sind und echte Vorteile bringen sollen. Beispielsweise nicht immer den Produktnamen fett markieren – der Leser weiß ja, worum es geht.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass sich das Hervorheben von Worten/ Satzabschnitten lohnt, wenn es hilft, den Text zu unterteilen, überfliegen und den Inhalt zu erfassen, kurzum dem Leser hilft, den Text schnell und leicht zu lesen.

Bild: Unsplash / pixabayCC0 Public Domain

Abkürzungen in der Unternehmenskommunikation

„asap“, „afaik“, „imho“ und „fyi“ – Die Abkürzungen erwecken eher den Eindruck, als hätte man zufällig Buchstaben zusammengewürfelt. Doch diese so zufällig er-scheinenden Kombinationen, werden immer öfter im Alltag angewandt. Die meistens aus dem Englischen stammenden Kürzel heißen so viel wie, „sobald wie möglich“, „soweit ich weiß“, „meiner bescheidenen Meinung“ und „zu Deiner / Ihrer Information“.
Viele glauben, dass diese seltsamen Kürzel aus der Faulheit im Sprachgebrauch junger Menschen entstanden sind.

Doch Abkürzungen sind keine eine Modeerscheinung aus der heutigen Zeit. Die verkürzte Ausdrucksweise war schon im Mittelalter eine beliebte Art zu kommunizieren. Damals war Papier knapp und sehr kostbar, sodass die Kurzeschreibweise sogar ein Ausdruck eleganten und professionellen Schreibens war.

Heutzutage zählt der Duden bis an die 50.000 nationalen und internationalen Abkürzungen. Natürlich sind individuelle und regionale Besonderheiten hier noch nicht inbegriffen.

Abkürzungen in der internen und externen Unternehmenskommunikation

Zeit ist Geld. Das gilt auch bei der Kommunikation zwischen Personen in Unter-nehmen. In der heutigen Zeit zählt Schnelligkeit im Austausch von Informationen und Neuigkeiten, wodurch Abkürzungen im täglichen Gebrauch nicht mehr weg zu denken sind.

Neben Fachtermini wie ISO, CT und MRT, Institutionen wie BMWI oder BITKOM und Begriffe des täglichen Gebrauchs wie FAQ, BTW oder BMI werden zunehmend auch Abkürzungen aus dem Englischen im Austausch mit Kollegen oder Kunden verwendet. So liest man immer häufiger „asap“ (as soon as possible), anstatt „so schnell wie möglich“.

Doch aufgepasst, denn nicht bei jedem Kollegen oder Kunden ist das Abkürzen angebracht. Je höher die Position des anderen, desto schneller können die Kürzel spartanisch und unhöflich wirken.

Besonders in der Kommunikation mit Kunden, Lieferanten und Partnern sollte man aber Abkürzungen vermeiden oder nur wenig nutzen. Dort ist eine klare Sprache sinnvoll.
Kein Kunde sollte beim Lesen einer E-Mail in Stocken geraten oder erst über die Bedeutung des Wortes Rätseln müssen. Zu viel von: „dgl.“, „zz.“, „m. E.“, erweckt auch schnell den Eindruck, als wäre eilig gearbeitet worden und man hätte sich für den Kunden nicht viel Zeit genommen.

Allgemein kann man also sagen, dass Abkürzungen sowohl früher als auch heute unsere Kommunikation erleichtern. Werden sie jedoch zu häufig eingesetzt, kann man auch schnell unhöflich wirken.

Übrigens: die gängigsten Abkürzungen und ihre Bedeutungen findest du hier http://faql.de/grundlagen.html#abk

Fehler im Englischen – woran man einen Deutschen erkennt

Es gibt Dinge in der englischen Sprache, die machen Deutsche üblicherweise falsch, insbesondere, wenn sie falsch gelernt wurden und durch mangelnde Sprechpraxis nicht korrigiert werden. Die Rede ist von Fehlern, die dabei entstehen, wenn man das Deutsche im Kopf als Wörtliches ins Englische übersetzt. In diesem Artikel werden die typischsten dieser Fehler aufgelistet und richtig korrigiert.

1. Das Problem mit „Live / Life“:
„Live“: Mit diesem Wort bezieht man sich auf etwas Gegenwärtiges. Ein passendes Beispiel dafür ist der sog. „Livestream“. Dabei wird etwas aktuell dargestellt. Etwas geschieht im gleichen Moment, in dem man selber auch dieses Video anschaut. Außerdem beschreibt es einen Zustand: „lebend/ lebendig“.
„Life“: Mit diesem Wort ist das „Leben“ gemeint.

2. „Ich muss“ und „Ich darf“
„Ich muss“ wird im Englischen nicht mit „I must“ übersetzt. Stattdessen verwendet man „I have to“. Dieser Fehler kommt durch die wörtliche Übersetzung des deutschen Wortes „muss“ ins Englische „must“ zu Stande. Bei der Übersetzung von „Ich darf“ gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Zum Beispiel kann man „I am allowed“ nutzen oder auch „I may“, wobei „may“ meist in Fragesätzen verwendet wird, z.B. „Darf ich das Fenster öffnen?“. Dabei passt besser „may I open the window?“ als „am I allowed to open the window?“. Dabei geht es sich aber nur um den Unterschied, dass sich ersteres besser anhört und kürzer ist.

3. Verwirrung durch „muss nicht“ und „darf nicht“

„Muss nicht“ wird im Englischen mit „needn´t“ übersetzt. Dabei ist das Verwunderliche, dass „need“ ins Deutsche übersetzt „dürfen“ heißt. Noch verwirrender ist dabei dann noch, dass „ich darf nicht“ im Englischen mit „I must not“ übersetzt wird.

4. „Wir treffen uns“ bedeutet nicht „We meet us“
Stattdessen heißt es „we meet“, da das „uns“ im Englischen wegfällt, um die Wiederholung zu vermeiden.

5. „Ich habe Hunger“ heißt nicht „I have hunger“
…sondern „I am hungry“. Dieser Fehler ist bloß ein trügerischer Gedanke, der zu Stande kommt, wenn man den deutschen Teil wörtlich ins Englische übersetzt. Ähnlich ist das auch bei „Mir ist kalt“. Dies heißt richtig übersetzt „I am cold“, was wiederum wörtlich ins Deutsche übersetzt heißen würde „Ich bin kalt“. Ein tückischer Denkfehler.

6. Gehört das „am“ dahin?
Die Rede ist vom deutschen Ausdruck „Ich soll“. Ins Englische übersetzt heißt es „I am supposed to“. Bei der Übersetzung fällt das „am“ weg, wodurch das einfach wörtliche Übersetzen nicht möglich ist.

Textertipp: Floskeln vermeiden

Und täglich grüßt uns das Murmeltier

So oder ähnlich könnten zahlreiche Werbeslogans auf den Punkt gebracht werden. Immer wieder werden die gleichen oder ähnlichen Wörter genutzt. Besonders beliebt sind Aussagen wie: effektiv, innovativ oder dynamisch. Doch schon lange locken diese Floskeln keinen mehr hinter dem Ofen hervor.

Floskeln, die uns jeden Tag begegnen, lassen uns nicht nur abstumpfen, sondern es sind oft leere Worthüllen/Versprechen. Emotionen werden nicht geweckt und es wird die Einzigartigkeit oder Individualität vermisst.

Vermeide Floskeln

Wenn du einen Text, zum Beispiel Werbetext, verfasst, solltest du Wörter vermeiden, die mehrfach verbraucht werden. Floskeln lassen in der Regel keine Bilder im Kopf entstehen, doch genau das lässt die Leser später an ein Unternehmen/Produkt erinnern. Lebendige Wörter, die dem Leser im Kopf bleiben, ein Bild erzeugen, bleiben in Erinnerung.

Unkonkrete Aussagen solltest du unbedingt vermeiden, leere Worthülsen bleiben nicht im Gedächtnis haften. Wörter, die jeden Tag mehrfach verwendet werden, lassen das Interesse schnell schwinden.

Was sind eigentlich Floskeln

Wenn du einen Blick in den Duden wirfst, wirst du unter dem Begriff Floskeln folgendes finden: „Nichtssagende Redensart; formelhafte, leere Redewendung“. Mit dieser Aussage ist eigentlich schon alles gesagt, Floskeln sagen nichts aus. Obwohl es sich um „leere“ Worthülsen handelt, werden sie täglich eingesetzt und wir sehen sie wirklich überall.

Besonder häufig genutzte Floskeln sind unter anderem: Innovativ, Dynamisch, Sicher und viele weitere. Da Floskeln austauschbar und vielseitig einsetzbar sind, werden diese auch gerne verwendet.

Ein Beispiel wie wandelbar Floskeln sind: „Dynamisches Team bietet Ihnen eine kompetente Beratung an“ – Es kann ein Medienunternehmen sein, eine Versicherungsagentur oder irgendeine Firma. Genau da liegt das Problem, es kann irgendein Unternehmen von tausenden sein, es ist nicht das Eine, das Besondere – sondern eins von vielen.

Worte ohne Bedeutung langweilen die Leser

Du möchtest, dass dir die Leser folgen, dich nicht vergessen, dann vermeide Floskeln. Auch wenn viele Unternehmen Floskeln einsetzen, die Slogans immer kürzer werden, sorg du für Aufmerksamkeit.

Die allgemeinen Slogans, Texte lassen auch viel Raum für Interpretationen, die so eventuell nicht gewünscht sind. Ein weiteres „Problem“ von Floskeln ist, dass diese oft als Platzhalter gesehen werden und somit noch weniger haften bleiben.

Kommst du nicht auf den Punkt und lieferst echte Inhalte, wirst du bzw. dein Text einfach überlesen. Die Leser langweilen sich deutlich schneller, denn sie wünschen sich konkrete, nachvollziehbare Aussagen.

Floskeln gezielt einsetzen

Natürlich lassen sich Floskeln, wie innovativ, dynamisch usw. nicht immer vermeiden, das musst du auch nicht. Du kannst diese einsetzen, wenn du dazu konkrete Gründe lieferst. Nehmen wir mal als Beispiel den Begriff: kundenfreundlich. Nur dieses Wort allein sorgt nicht für Aufsehen, es bleibt nicht im Kopf, denn fast jeder wirbt mit der Kundenfreundlichkeit.

Nimmst Du aber dieses Wort und beschreibst warum du oder das Unternehmen besonders kundenfreundlich bist/ist, dann bleibt es in den Köpfen. Hierzu ein Beispiel: Wir sind besonders kundenfreundlich, denn bei uns können Sie auch noch nach 30 Tagen umtauschen, ohne wenn und aber. Ein weiteres Beispiel: Wir sind kundenfreundlich, weil wir Ihnen die Ware bis ins Auto bringen.

Mit diesen konkreten Aussagen kann der Leser etwas anfangen. Er bekommt ein Bild suggeriert, wie zum Beispiel der Verkäufer, der die Ware bis zum Auto bringt.

Foto: geralt / pixabay / CC0 Creative Commons