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Doppel- und mehrdeutige Wörter sind ein Problem im Internetzeitalter

Im Deutschen gibt es so viele Worte, die zweierlei Bedeutung haben. Unter uns Sprachwissenschaftlern gesprochen auch Äquivokation. Dir fällt gerade keines ein? Dann ein paar Beispiele: Bank, Ball, Hahn, Montage, modern… Und dann gibt es noch Worte wie malen vs. Mahlen und Fön vs. Föhn.

Sprachwissenschaftler unterteilen die Äquivokation in Polyseme bzw. Homonyme, Homographe und Homophone. Bei den Polyseme bzw. Homonyme sind die Aussprache und Schreibweise identisch, der Unterschied liegt in ihrer sprachlichen Herkunft: Polymere haben eine gemeinsame, sprachliche Wurzel, Homonyme oft eine unterschiedliche, sprachliche Herkunft.  Bei den Homographen gleicht sich nur die Schreibweise und bei Homophonen ist nur die Aussprache die gleiche.

Und im heutigen Internetzeitalter bringt genau dies uns immer wieder zum Stolpern. Hast du auch schon einmal nach Ketten gesucht, weil dein Fahrrad einen neue benötigt und bekamst Schmuck angeboten? Suchmaschinen können hier nicht unterscheiden und bieten einfach alles an – Resultat ist eine ellenlange Trefferliste.

Für Internetautoren heißt dies, dass sie sehr viel detaillierter schreiben müssen. Um bei dem Beispiel der Kette zu bleiben: Geht es hier wirklich um den Schmuck, dann helfen den Suchmaschinen Worte wie Collier, Halskette, Schmuck usw., dem Suchenden die richtigen Ergebnisse anzubieten. Will man die Kette für das Fahrrad an den Mann bringen, dann sollte man eher Fahrradkette, Zubehör Fahrrad oder Reparatur Fahrrad mit in seinen Text aufnehmen.

Hier helfen sogenannte Typologien, sprich Wege, wie man sein Produkt beschreiben muss, damit es sich mit den Worten finden lässt, nach denen gesucht wird.

Hier mal aufgeschlüsselt anhand unseres Beispiels mit der Kette:

  1. Vom Großen ins Kleine – die Stufenmechanik

Kette | Halskette | Colliers

  1. Mit Adjektiven und Adverbien

Festliche Halsketten und elegante Colliers

  1. Nach Art (Material, Größe, Herstellung)

Halsketten aus Gold, Silber und Platin

  1. Preis

Günstige Halsketten | Modeschmuck preiswert

  1. Qualität

Hochwertige Ketten

  1. Nach Anwendung

Halskette | Fußkettchen | Armkette | Armbänder

Noch besser gelingt es über die Semantik – Suchmaschinen ziehen nämlich einfach alles um das Suchwort herum in Betracht. Aber nicht nur Suchmaschinen, auch im Gespräch kann der ein oder andere Satz – ohne eine Erklärung – für Verwirrung sorgen. Beispielsweise der Satz „Pferd schlägt Bauer“. Armer Bauer denkst du jetzt… Aber was gemeint ist, ist das Schachspiel: Hier schlägt das Pferd den Bauern. Also hilft allein das Wort „Schachspiel“, um nicht gleich an einen Unfall zu denken.

In der „Offline-Welt“ wird die Doppeldeutigkeit eines Wortes durch den Kontext geklärt. Die „Online-Welt“ benötigt den Kontext, um dem Suchenden passende Ergebnisse zu liefern. Etwas hilft den Suchenden unter uns: Je häufiger wir nach etwas suchen, desto mehr ‚lernen‘ die Suchmaschinen heutzutage. Bist du also seit 2 Monaten auf der Suche nach einem Auto und gibst den Begriff „Golf“ ein, wirst du wohl kaum einen weißen, kleinen Ball zu Gesicht bekommen. Ein Trost?

Bild: Skitterphoto  / Pexels / CC0 License

Wie Hervorhebungen den Lesefluss steigern

Hast du manchmal Sorge, dass du einen Text schreibst und dieser unter Umständen etwas länger gewordene Text dann aber nicht komplett gelesen wird? Jetzt könnten wir als Tipp natürlich sagen: Fasse dich kurz. Aber manche Themen brauchen einfach längere Ausführungen. Daher lautet der Tipp: Hebe Worte bewusst (!) hervor.

Doch wie hebt man hervor?

Kennst du auch bunte, unterstrichene Abschnitte, wo jedes zweite Wort fett oder kursiv geschrieben wurde? Sinnvolles hervorheben geht anders. Soviel vorweg.

In unserem Internetzeitalter assoziieren wir mit unterstrichenen Worten einen Link; zur Hervorhebung eignet sich das nicht. Kursiv geschriebene Worte oder Satzabschnitte drosseln unser Lesetempo, auch nicht unbedingt gut geeignet zum hervorheben und auch nicht wünschenswert bei langen Texten.

Am besten eignet sich tatsächlich der Fettdruck zur Hervorhebung einzelner Worte oder Satzteilen. Er darf kombiniert werden mit gezielten Buntdrucken – jedoch sollten hier kräftige und gut lesbare Farben gewählt werden.

Hierbei solltest du ein paar Dinge wissen und beachten:

Die Worte/ Satzteile die fett/ bunt geschrieben werden,

  • sollten das Auge des Lesers geschickt durch den Text leiten.
  • sollten die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und neugierig auf den Text machen.
  • beschleunigen das Lesetempo.
  • bieten Orientierung (beispielsweise, wenn es mehrere Abschnitte zu mehreren Themenbereichen gibt).

Außerdem sollte dir bewusst sein, dass

  • man mit dem Fett-/Buntschreiben ganz gezielt steuert, wie sich jemand durch den Text bewegt.
  • alle „fetten“ Wörter den Text sinnvoll zusammenfassen sollten, sodass kein Missverständnis den Inhalt des Textes betreffend aufkommt.
  • die markierten Wörter sinnvoll sind und echte Vorteile bringen sollen. Beispielsweise nicht immer den Produktnamen fett markieren – der Leser weiß ja, worum es geht.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass sich das Hervorheben von Worten/ Satzabschnitten lohnt, wenn es hilft, den Text zu unterteilen, überfliegen und den Inhalt zu erfassen, kurzum dem Leser hilft, den Text schnell und leicht zu lesen.

Bild: Unsplash / pixabayCC0 Public Domain

Abkürzungen in der Unternehmenskommunikation

„asap“, „afaik“, „imho“ und „fyi“ – Die Abkürzungen erwecken eher den Eindruck, als hätte man zufällig Buchstaben zusammengewürfelt. Doch diese so zufällig er-scheinenden Kombinationen, werden immer öfter im Alltag angewandt. Die meistens aus dem Englischen stammenden Kürzel heißen so viel wie, „sobald wie möglich“, „soweit ich weiß“, „meiner bescheidenen Meinung“ und „zu Deiner / Ihrer Information“.
Viele glauben, dass diese seltsamen Kürzel aus der Faulheit im Sprachgebrauch junger Menschen entstanden sind.

Doch Abkürzungen sind keine eine Modeerscheinung aus der heutigen Zeit. Die verkürzte Ausdrucksweise war schon im Mittelalter eine beliebte Art zu kommunizieren. Damals war Papier knapp und sehr kostbar, sodass die Kurzeschreibweise sogar ein Ausdruck eleganten und professionellen Schreibens war.

Heutzutage zählt der Duden bis an die 50.000 nationalen und internationalen Abkürzungen. Natürlich sind individuelle und regionale Besonderheiten hier noch nicht inbegriffen.

Abkürzungen in der internen und externen Unternehmenskommunikation

Zeit ist Geld. Das gilt auch bei der Kommunikation zwischen Personen in Unter-nehmen. In der heutigen Zeit zählt Schnelligkeit im Austausch von Informationen und Neuigkeiten, wodurch Abkürzungen im täglichen Gebrauch nicht mehr weg zu denken sind.

Neben Fachtermini wie ISO, CT und MRT, Institutionen wie BMWI oder BITKOM und Begriffe des täglichen Gebrauchs wie FAQ, BTW oder BMI werden zunehmend auch Abkürzungen aus dem Englischen im Austausch mit Kollegen oder Kunden verwendet. So liest man immer häufiger „asap“ (as soon as possible), anstatt „so schnell wie möglich“.

Doch aufgepasst, denn nicht bei jedem Kollegen oder Kunden ist das Abkürzen angebracht. Je höher die Position des anderen, desto schneller können die Kürzel spartanisch und unhöflich wirken.

Besonders in der Kommunikation mit Kunden, Lieferanten und Partnern sollte man aber Abkürzungen vermeiden oder nur wenig nutzen. Dort ist eine klare Sprache sinnvoll.
Kein Kunde sollte beim Lesen einer E-Mail in Stocken geraten oder erst über die Bedeutung des Wortes Rätseln müssen. Zu viel von: „dgl.“, „zz.“, „m. E.“, erweckt auch schnell den Eindruck, als wäre eilig gearbeitet worden und man hätte sich für den Kunden nicht viel Zeit genommen.

Allgemein kann man also sagen, dass Abkürzungen sowohl früher als auch heute unsere Kommunikation erleichtern. Werden sie jedoch zu häufig eingesetzt, kann man auch schnell unhöflich wirken.

Übrigens: die gängigsten Abkürzungen und ihre Bedeutungen findest du hier http://faql.de/grundlagen.html#abk

Fehler im Englischen – woran man einen Deutschen erkennt

Es gibt Dinge in der englischen Sprache, die machen Deutsche üblicherweise falsch, insbesondere, wenn sie falsch gelernt wurden und durch mangelnde Sprechpraxis nicht korrigiert werden. Die Rede ist von Fehlern, die dabei entstehen, wenn man das Deutsche im Kopf als Wörtliches ins Englische übersetzt. In diesem Artikel werden die typischsten dieser Fehler aufgelistet und richtig korrigiert.

1. Das Problem mit „Live / Life“:
„Live“: Mit diesem Wort bezieht man sich auf etwas Gegenwärtiges. Ein passendes Beispiel dafür ist der sog. „Livestream“. Dabei wird etwas aktuell dargestellt. Etwas geschieht im gleichen Moment, in dem man selber auch dieses Video anschaut. Außerdem beschreibt es einen Zustand: „lebend/ lebendig“.
„Life“: Mit diesem Wort ist das „Leben“ gemeint.

2. „Ich muss“ und „Ich darf“
„Ich muss“ wird im Englischen nicht mit „I must“ übersetzt. Stattdessen verwendet man „I have to“. Dieser Fehler kommt durch die wörtliche Übersetzung des deutschen Wortes „muss“ ins Englische „must“ zu Stande. Bei der Übersetzung von „Ich darf“ gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Zum Beispiel kann man „I am allowed“ nutzen oder auch „I may“, wobei „may“ meist in Fragesätzen verwendet wird, z.B. „Darf ich das Fenster öffnen?“. Dabei passt besser „may I open the window?“ als „am I allowed to open the window?“. Dabei geht es sich aber nur um den Unterschied, dass sich ersteres besser anhört und kürzer ist.

3. Verwirrung durch „muss nicht“ und „darf nicht“

„Muss nicht“ wird im Englischen mit „needn´t“ übersetzt. Dabei ist das Verwunderliche, dass „need“ ins Deutsche übersetzt „dürfen“ heißt. Noch verwirrender ist dabei dann noch, dass „ich darf nicht“ im Englischen mit „I must not“ übersetzt wird.

4. „Wir treffen uns“ bedeutet nicht „We meet us“
Stattdessen heißt es „we meet“, da das „uns“ im Englischen wegfällt, um die Wiederholung zu vermeiden.

5. „Ich habe Hunger“ heißt nicht „I have hunger“
…sondern „I am hungry“. Dieser Fehler ist bloß ein trügerischer Gedanke, der zu Stande kommt, wenn man den deutschen Teil wörtlich ins Englische übersetzt. Ähnlich ist das auch bei „Mir ist kalt“. Dies heißt richtig übersetzt „I am cold“, was wiederum wörtlich ins Deutsche übersetzt heißen würde „Ich bin kalt“. Ein tückischer Denkfehler.

6. Gehört das „am“ dahin?
Die Rede ist vom deutschen Ausdruck „Ich soll“. Ins Englische übersetzt heißt es „I am supposed to“. Bei der Übersetzung fällt das „am“ weg, wodurch das einfach wörtliche Übersetzen nicht möglich ist.

Textertipp: Floskeln vermeiden

Und täglich grüßt uns das Murmeltier

So oder ähnlich könnten zahlreiche Werbeslogans auf den Punkt gebracht werden. Immer wieder werden die gleichen oder ähnlichen Wörter genutzt. Besonders beliebt sind Aussagen wie: effektiv, innovativ oder dynamisch. Doch schon lange locken diese Floskeln keinen mehr hinter dem Ofen hervor.

Floskeln, die uns jeden Tag begegnen, lassen uns nicht nur abstumpfen, sondern es sind oft leere Worthüllen/Versprechen. Emotionen werden nicht geweckt und es wird die Einzigartigkeit oder Individualität vermisst.

Vermeide Floskeln

Wenn du einen Text, zum Beispiel Werbetext, verfasst, solltest du Wörter vermeiden, die mehrfach verbraucht werden. Floskeln lassen in der Regel keine Bilder im Kopf entstehen, doch genau das lässt die Leser später an ein Unternehmen/Produkt erinnern. Lebendige Wörter, die dem Leser im Kopf bleiben, ein Bild erzeugen, bleiben in Erinnerung.

Unkonkrete Aussagen solltest du unbedingt vermeiden, leere Worthülsen bleiben nicht im Gedächtnis haften. Wörter, die jeden Tag mehrfach verwendet werden, lassen das Interesse schnell schwinden.

Was sind eigentlich Floskeln

Wenn du einen Blick in den Duden wirfst, wirst du unter dem Begriff Floskeln folgendes finden: „Nichtssagende Redensart; formelhafte, leere Redewendung“. Mit dieser Aussage ist eigentlich schon alles gesagt, Floskeln sagen nichts aus. Obwohl es sich um „leere“ Worthülsen handelt, werden sie täglich eingesetzt und wir sehen sie wirklich überall.

Besonder häufig genutzte Floskeln sind unter anderem: Innovativ, Dynamisch, Sicher und viele weitere. Da Floskeln austauschbar und vielseitig einsetzbar sind, werden diese auch gerne verwendet.

Ein Beispiel wie wandelbar Floskeln sind: „Dynamisches Team bietet Ihnen eine kompetente Beratung an“ – Es kann ein Medienunternehmen sein, eine Versicherungsagentur oder irgendeine Firma. Genau da liegt das Problem, es kann irgendein Unternehmen von tausenden sein, es ist nicht das Eine, das Besondere – sondern eins von vielen.

Worte ohne Bedeutung langweilen die Leser

Du möchtest, dass dir die Leser folgen, dich nicht vergessen, dann vermeide Floskeln. Auch wenn viele Unternehmen Floskeln einsetzen, die Slogans immer kürzer werden, sorg du für Aufmerksamkeit.

Die allgemeinen Slogans, Texte lassen auch viel Raum für Interpretationen, die so eventuell nicht gewünscht sind. Ein weiteres „Problem“ von Floskeln ist, dass diese oft als Platzhalter gesehen werden und somit noch weniger haften bleiben.

Kommst du nicht auf den Punkt und lieferst echte Inhalte, wirst du bzw. dein Text einfach überlesen. Die Leser langweilen sich deutlich schneller, denn sie wünschen sich konkrete, nachvollziehbare Aussagen.

Floskeln gezielt einsetzen

Natürlich lassen sich Floskeln, wie innovativ, dynamisch usw. nicht immer vermeiden, das musst du auch nicht. Du kannst diese einsetzen, wenn du dazu konkrete Gründe lieferst. Nehmen wir mal als Beispiel den Begriff: kundenfreundlich. Nur dieses Wort allein sorgt nicht für Aufsehen, es bleibt nicht im Kopf, denn fast jeder wirbt mit der Kundenfreundlichkeit.

Nimmst Du aber dieses Wort und beschreibst warum du oder das Unternehmen besonders kundenfreundlich bist/ist, dann bleibt es in den Köpfen. Hierzu ein Beispiel: Wir sind besonders kundenfreundlich, denn bei uns können Sie auch noch nach 30 Tagen umtauschen, ohne wenn und aber. Ein weiteres Beispiel: Wir sind kundenfreundlich, weil wir Ihnen die Ware bis ins Auto bringen.

Mit diesen konkreten Aussagen kann der Leser etwas anfangen. Er bekommt ein Bild suggeriert, wie zum Beispiel der Verkäufer, der die Ware bis zum Auto bringt.

Foto: geralt / pixabay / CC0 Creative Commons

Die Wirkung von Fremdwörtern

Sind sie nun cool und überzeugen den Leser oder wirken sie doch aufgesetzt und unprofessionell? Fremdwörter oder Anglizismen in Texten zu benutzen ist für viele ein No-Go. Meine Meinung: Komplett auf Fremdwörter zu verzichten kann eurem Text genauso schaden.

Die Wirkung von Fremdwörtern

Um eins gleich mal vorweg zu sagen: Natürlich rate ich nicht dazu, dass ihr Eure Texte unnötig kompliziert gestaltet. Der durchschnittliche Leser hört auf einen Text zu lesen, wenn er auf ein Wort stößt, dessen Bedeutung er nicht kennt. Wenn das bei jedem zweiten Wort der Fall ist, dann dürftet Ihr wohl selbst die hartnäckigsten Leser verlieren. Ein Text sollte sich flüssig und unkompliziert lesen. Er sollte dem Leser ein Thema verständlich näherbringen, oder ihn anregend unterhalten. Wer das jedoch damit gleichstellt einen Text vom sprachlichen Niveau herunterzuschrauben, läuft leicht Gefahr auch an der Qualität mitzudrehen.

Auf die Art des Textes kommt es an

Ich gebe gerne zu, ich bin ein großer Sprachenenthusiast. Ich liebe schöne Rhetorik und ansprechend geschriebene Texte. Ob mich ein Text überzeugen kann, hängt jedoch auch von einem entscheidenden Kriterium ab: Kaufe ich dem Verfasser des Textes ab, dass er sich mit dem Thema auskennt? Und da kommt die Wortwahl wieder ins Spiel. Wenn Ihr Euch in einer Branche befindet (erst recht wenn es sich um eine Nischenbranche handelt), dann seid Ihr mit dem verbreiteten Fachvokabular sehr wahrscheinlich vertraut. Verfasst Ihr einen Text in diesem Bereich, dann wirkt es unprofessionell die üblichen Begriffe nicht zu verwenden, auch wenn diese vielleicht als Fremdwort durchgehen. Vermeidet Ihr generell schwierige Wörter, kann es schnell so wirken, als ob Ihr Euch entweder selbst nicht richtig auskennt, oder als ob Ihr Euren Lesern nicht zutraut, dass sie einen etwas anspruchsvollen Text verstehen. Beides wirkt nicht positiv.

Auf die Leser kommt es an

Neben der Art des Textes ist daher auch die Leserzielgruppe ausschlaggebend. Schreibt Ihr einen Text für komplette Neulinge in Eurem Bereich, so müsst Ihr natürlich etwas vorsichtig mit Fachbegriffen sein. Auch hier rate ich jedoch dazu, nicht auf schwierige Wörter zu verzichten, sondern sie stattdessen in einem Nebensatz oder in einer Klammer zu erklären. So fühlt sich der Leser nicht allein gelassen und kann trotzdem dabei lernen. Das gleiche gilt übrigens für Anglizismen. Schreibt Ihr für ein junges Publikum, so ist gegen Anglizismen hier und da nichts einzuwenden, gehören sie doch mittlerweile zur Jugendsprache dazu und werden von allen verstanden (Achtung: Bitte nur geläufige Anglizismen, wir müssen unsere schöne Sprache ja auch nicht verschandeln!). Besteht Euer Ansprechpublikum hingegen überwiegend aus reiferen Lesern, so kann bei Anglizismen doch dazu geraten werden, sich nur auf das absolut Nötigste zu beschränken.

Fazit

Macht Eure Leser nicht dümmer als sie sind. Deutsch kann eine schwere, aber auch eine schöne und vielseitige Sprache sein. Gerade in Schriftform schadet es daher nicht von der Vielzahl an Wörtern Gebrauch zu machen. Gleiches gilt für den gelegentlichen Einfluss der englischen Sprache. Lasst Eure Leser trotzdem nie mit einem Wort allein im Regen stehen – zur Not lieber einmal mehr erklären, als ein großes Fragezeichen bei Euren Adressaten zu hinterlassen.

Bild: BenediktGeyer / pixabay / CC0 Creative Commons