Beim Verfassen eines Textes kann die Worttrennung (oder auch Silbentrennung genannt) eine große Rolle spielen. So entscheidet sich dadurch nicht nur wie ein Text optisch auf den Leser wirkt, sondern auch wie flüssig und verständlich er sich lesen lässt. Um im Regelwirrwarr der deutschen Sprache den Überblick nicht zu verlieren, gibt es hier die wichtigsten Praxistipps zusammengefasst.

Worttrennung als Schönheitsmerkmal

Generell müssen natürlich keine Wörter getrennt werden. Stellt man die Funktion in seinem Textprogramm aus, so kann es jedoch passieren, dass das Schriftbild unschön verzerrt wird. Gerade wenn man seinen Text im Blocksatz ausrichtet, kann das schnell passieren und zur Irritation beim Leser führen. Deshalb gilt: Wo sich eine Worttrennung vermeiden lässt, verzichtet darauf. Wo sich jedoch das Erscheinungsbild des Textes verzerrt, darf gern auf die Trennung eines Wortes zurückgegriffen werden. Hier solltet Ihr Euch jedoch nicht auf die automatische Worttrennung des Textprogramms verlassen, denn diese trennt streng danach, was erlaubt ist, und nicht danach, was Sinn ergibt. Da die Worttrennung aber gerade zum Verständnis des Textes beitragen soll, vermeidet in jedem Fall verwirrende Trennungen. Statt Fahrer-laubnis bevorzugt also Fahr-erlaubnis, und statt Urin-stinkt lieber Ur-instinkt. Es empfiehlt sich alle getrennten Wörter am Ende nochmal selbst zu prüfen.

Die Grundregeln: Was wird getrennt?

Seit der Rechtschreibreform gibt es zwei grundsätzliche Regeln, die bei der Worttrennung zu beachten sind.

  • Erstens: Einfache Wörter trennt man nach Sprechsilben. Um diese zu ermitteln kann man sich ein Wort langsam vorsagen und dazu klatschen. So trennt man Lap-top, Freun-de, Ho-tel.
  • Zweitens: Zusammengesetze Wörter sowie Wörter mit Vor- oder Nachsilben werden nach ihren Bestandteilen getrennt. So heißt es Über-see, Fluss-aue, eis-kalt.

Von diesen Regeln gibt es jedoch Abweichungen, beziehungsweise ergänzende Möglichkeiten. Nicht immer lassen sich nämlich die Sprechsilben durch langsames Vorsagen klar bestimmen. Im Zweifel ist daher eine sogenannte mechanische Trennung erlaubt, bei der vor dem letzten Konsonant getrennt wird, z.B. Fin-ger oder Kat-zen. Auch bei zusammengesetzten Wörtern lassen sich die Bestandteile nicht immer eindeutig festlegen. Daher ist es in diesem Fall ebenfalls erlaubt, nach den zu ermittelnden Sprechsilben zu trennen.

Was darf nicht getrennt werden?

Während es früher erlaubt war, einzelne Vokale zu trennen (z.B. I-gel), wurde diese Regelung mit der Rechtschreibreform aufgehoben. Der beliebte Merksatz ‚Trenne nie ‚st‘, denn es tut ihm weh‘ findet heutzutage allerdings keine Anwendung mehr. Die Zusammensetzung ‚st‘ ist ganz normal nach den Worttrennungsregeln zu trennen. Nicht getrennt werden dürfen allerdings weiterhin Konsonantenverbindungen, die für einen einzelnen Laut stehen, das heißt ‚ck‘, ‚ch‘, ‚sch‘ und für Fremdwörter auch ‚ph‘, ‚rh‘, ‚sh‘ und ‚th‘. So heißt es also Zu-cker, Bü-cher oder Fla-sche. Ebenfalls nicht getrennt werden Zwielaute (Diphthonge) wie ai, au, äu, ei, eu und oi sowie die stummen Dehnungslaute i und e. So heißt es natürlich Kai-ser, Räu-ber und Eu-le genauso wie Wie-se oder Bie-ne.

 

Bild: freephotocc / pixabay / CC0 Creative Commons

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