Fraggles oder: Nein, wir sprechen hier nicht von Puppen

Bei der Besprechung der Inhalte des Blogs, meinten meine Kollegen beim Stichwort „Fraggles“, dass sie da unweigerlich an Puppen denken mussten. Mir sagte das nichts, aber tatsächlich: einer der ersten Treffer bei Google ist der Eintrag zu einer Kindersendung, die vom 10. Januar 1983 bis zum 30. März 1987 ausgestrahlt wurde. Ein weiterer Treffer definiert das Wort als „The name of a very strange animal that likes to sing and dance a lot!“. Aber über diese Fraggles geht der Artikel natürlich nicht. Wir wollen heute über „Google Fraggles“ sprechen.

Und damit die Puppen jetzt einmal aus den Köpfen verschwinden: Der Begriff Fraggles (Google) wurde von der US-SEO-Expertin Cindy Crum erfunden und kommt durch das Zusammenführen der Worte „Fragment“ und „Handle“ zustande.

Hiermit sind nämlich diese praktischen kleinen Antworten gemeint, die es seit einiger Zeit bei vielen Einträgen gibt. Sprich: Man muss gar nicht mehr auf eine URL klicken, um seine Antwort zu erhalten, Google zeigt eine Kurzversion direkt bei der Suchseite an. Und mal ehrlich: in den allermeisten Fällen genügt diese Antwort bereits.

Damit wandelt sich die Suchmaschine irgendwie in eine Antwortmaschine – oder? Realisiert wird das Ganze durch Snippets, Boxen und Widgets, welche auf der ersten Seite der Suchergebnisse eingeblendet werden, also die Ergebnisse unglaublich benutzerfreundlich dargestellt. Die weiterführenden Webseiten fungieren nunmehr als zusätzliche Quelle.

In Zeiten, wo Suchanfragen oftmals via Smartphone gestellt werden und Voice Search sowie digitale Sprachassistenten auf dem Vormarsch sind, werden die klassischen Suchanfragen mit und mit abgelöst. Schon jetzt sind circa die Hälfte der Suchanfragen „Zero-Click-Searches“, die nicht zu einem Klick auf eine externe Website führen. Die Nutzer werden also innerhalb der SERP (Search Engine Result Pages, deutsch: Suchergebnisseiten). fündig und sehen keine Notwendigkeit für einen weiteren Klick auf eine externe URL. (Laut diverser Studien zwischen 2016 und 2018 von 40 Prozent auf rund 29 Prozent!)

Der Albtraum für SEO?

Und nun wird es dem ein oder andern SEO-Experten sicherlich übel, denn wenn die organischen Ergebnis-URLs künftig gar keine große Rolle mehr spielen, wie holt man nun Kunden auf die eigene Webseite? Langfristig wird man sich wohl nach neuen Wegen umsehen müssen, aber kurz- und mittelfristig gibt es Möglichkeiten.

Dazu muss man wissen, dass sich die Fraggles aus mehreren Arten zusammenbauen: Featured Snippets und Direct Answers.

Bei den Featured Snippets bedient sich Google externer URLs. Daher sollte alles darangesetzt werden, auf der eigenen Webseite strukturierte Daten zu nutzen und die Nutzerintention zu ermitteln. Außerdem und ganz wichtig: Der Fokus sollte auf mobiles Content-Design gesetzt werden. So ist die Chance groß, dass Google genau diese Anzeige für die Featured Snippets verwendet.

Anders sieht es bei den Direct Answers aus. Hier verwendet Google die eigenen Datenquellen.

Im Bild sieht man vier Beispiele, die zeigen, dass zwar sehr viele, aber noch nicht alle Suchbegriffe die kompletten Fraggles auslösen. Bei der Suche nach „Telefon“ erscheinen Angebote, bei der Suche nach „Notebook“ erscheinen nur Fragen (Direct Answers), aber keine Featured Snippets. 

Noch wichtiger als Keywords sind also die Inhalte geworden, denn auch Google gibt an, dass man auf externe Quellen (Ausnahme die Direct Answers) angewiesen ist. Daher auch der Appell an die Webseitenbetreiber: Passt eure Inhalte besonders in der Präsentationsform den Ansprüchen von Google an. So kann man als Unternehmen der Suchmaschine Google die wichtigen Informationen liefern und rückt damit auch in den Fokus der User.

Übrigens: Google Fraggles gehören laut der Social-Media-Studie von Blog2Social zu den Most Talented. 

Vertiefende Infos findet ihr z.B. bei t3n

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