Appell: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist kein Vertrieb!

In meiner fast 25-jährigen Arbeit als PR-Berater bin ich etliche Male von Vertriebsmanagern unserer Kunden damit konfrontiert worden, dass unsere PR-Arbeit (insbesondere Pressearbeit) kein Geld einbringen würde. Das Geld würden die Vertriebler draußen beim Kunden verdienen, die PR würde es nur ausgeben. Eigentlich könne man darauf ja verzichten.

Jedes Mal weise ich darauf hin, dass die Person hier einen Denkfehler macht. Denn ohne Marketing, worunter auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fällt, gäbe es keine Leads, keine Interessenten, keine Termine und keine Marketingmaterialien.

Die Gegenfrage von uns lautet dann immer: Woher sollen Ihre potenziellen Kunden von Ihrem tollen Produkt erfahren, also Kenntnis erlangen? Die Antwort der Vertriebler ist dann oft: durch unsere Anrufe, unsere Kontakte, unsere Besuche. Ok, richtig. Aber der Akquise-Prozess wird deutlich einfacher, wenn der Interessent sich bereits informieren konnte, von dem Produkt irgendwo gehört hat oder sogar ein gesteigertes Interesse zeigt und erste Informationen vom Vertrieb angefordert hat. Dann nämlich wird aus dem Mr. Anonymous ein Lead.

Das Modell der Customer Journey

An welcher Stelle hilft nun die Pressearbeit? Hierzu nehmen wir das Modell der Customer Journey zu Hilfe. Im vergangenen Jahr hatten wir in einem Blogartikel beschrieben, warum Pressearbeit für die Kaufentscheidung wichtig ist. Ich zitiere:

„Wir wissen, dass sich Kunden in der Regel durch verschiedene Phasen seiner Käuferreise bis zum Kauf bewegt. In diesen Phasen kommt er in Kontakt mit Informationen, mit Angeboten verschiedener Marken und Produkte. Das sind Informationen über den Nutzen und Mehrwert, Informationen anderer Nutzer (z. B. Tests und Empfehlungen), Informationen über die Qualität eines Produkts, aber auch einfach Werbung und Sonderangebote.

Presseveröffentlichungen in der Customer Journey

Presseveröffentlichungen sind hier in fast allen Phasen der Customer Journey besonders wertvoll, weil dort eben Dritte (die Redakteure) Informationen bereitstellen, die glaubhaft und authentisch sind. Das Gleiche gilt übrigens für Blogbeiträge.

Liest nun ein Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens einen Bericht in einer IT-Zeitung, wie ein anderes Unternehmen mithilfe einer Software die Migration in die Cloud geschafft hat oder wie ein besonderer Backup-Service die Daten eines Unternehmens gerettet hat, dann könnte er ggf. hellhörig werden. Benötigt sein Unternehmen sowas auch?

Der Pressebericht ist allerdings nur ein Baustein auf dem Weg zum Kauf. Wir wissen, dass im B2B-Geschäft ein potenzieller Interessent mehrere Kontaktpunkte zu einem Produkt oder einer Marke braucht – je höher die Investitionsentscheidung, desto tendenziell mehr Kontaktpunkte werden es sein – um eine Entscheidung zu treffen. Es gilt also, durch Kommunikationsmaßnahmen diese Kontaktpunkte herzustellen, indem man die Produkte / Leistungen und das Unternehmen bekannt macht und Vertrauen erweckt. Neben den Presseveröffentlichungen führen auch der eigene Webauftritt, die Social-Media-Auftritte, der Unternehmensblog, diverse Whitepaper, Broschüren, E-Mailings usw. zu Kontakten mit dem Produkt und der Marke. Und letztendlich auch der Anruf des Vertriebsmitarbeiters. Dieser könnte mit geeigneten Verkaufsargumenten die Customer Journey beenden und den Kauf zum Abschluss bringen.

Wir sehen also: Ohne einen aktiven Vertrieb und ohne weitere verkaufsfördernde Maßnahmen der Kommunikation kann die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nur einen Teil ihrer Wirkung entfalten. Auf der anderen Seite erleichtert sie aber die Vertriebstätigkeit.

Was deine Kunden über dich sagen, zählt – warum Advocacy Marketing und EPOMS die Zukunft sind

Marketing und Werbung – das sind ausgeklügelte Inhalte, die Fachleute verfassen und in denen ein Unternehmen genau das über sich erzählt, was die Kunden hören wollen. So fängt man Käufer und so lockt man Kapital an, oder? Weit gefehlt. Denn du und deine Marke sind nicht länger das, was du über dich sagst. Nur was andere über dich sagen, zählt.

Nach Jahrzehnten der eindringlichen Werbestrategien und Marketingbluffs weiß mittlerweile jeder Kunde, dass nicht unbedingt wahr sein muss, was dort erzählt wird. Im Klartext: Niemand verlässt sich mehr auf deine Eigendarstellung. Bewertungen und die Meinungen anderer Kunden sind gefragt. Das, was man früher „Mundpropaganda“ nannte, ist heute entscheidend, wenn auch in digitaler Form. Sternchen, Kommentare, Erfahrungen mit dem Produkt – all das macht mittlerweile eine Marke zu einer Spitzenmarke.

Wie das funktioniert? Diese Empfehlungen entsprechend zu nutzen, nennt man in der Fachsprache „Advocacy Marketing“. Man macht die Kunden zu Fürsprechern der Marke oder des Unternehmens. Das ist allerdings alles andere als leicht. Denn Kunden so sehr zu überzeugen, dass sie dich empfehlen, kostet Aufwand und funktioniert nicht allein mit althergebrachter Werbung. Mehrwert und Beratung sind die beiden Zauberwörter, mit denen Advocacy Marketing funktioniert. In anderen Worten bedeutet dies, deinen Kunden einen guten Grund zu geben, dich zu empfehlen. Ironischerweise überzeugst du Kunden nämlich am ehesten dann, wenn du Ihnen nichts verkaufen willst. Das heißt: Berate ohne Hintergedanken und sorgfältig. Oder biete mit kostenlosen Tipps einen Mehrwert, den die Kunden zu schätzen wissen. Nicht umsonst sind Ratgeber eine Topkategorie in der Onlinewelt.

Durch diese Veränderung im Marketing ändern sich auch die Bezeichnungen für die Touchpoints und werden bei einigen Experten neuerdings mit dem Akronym EPOMS kategorisiert. Earned, Paid, Owned, Managed und Shared: Das sind die neuralgischen Punkte, an denen deine Kunden mit dir in Berührung kommen.

Verdient: Earned Touchpoints

Hier handelt es sich um Bewertungen, Testergebnisse, Referenzen usw., also alle Berührungspunkte mit den Kunden, die du dir redlich verdient hast. Im Guten wie im Schlechten.

Eingekauft: Paid Touchpoints

Anzeigen, Adwords, klassische Werbung in Form von Plakaten und Flyern, Spots usw. werden als Paid Touchpoints bezeichnet. Die Inhalte kannst du weiterhin selbst bestimmen. Du bezahlst ja schließlich dafür.

Im Besitz: Owned Touchpoints

Alles, was dir von Haus aus gehört, wie Webseite, Shop, Gebäude, Läden und Magazine, fällt in diese Kategorie. Alles, was man sicher über sich erzählen will, muss an dieser Stelle oder bei den Paid Touchpoints kommuniziert werden. Hier wird deine Außendarstellung geboren.

Verwaltet: Managed Touchpoints

Es geht um Drittplätze: also Social Media, Regalflächen deiner Produkte im Handel, Messestände usw. Oft kannst du nicht vollends kontrollieren, wie dein Produkt und Unternehmen hier präsentiert wird, weil du auf Plattformen und Betreiber sowie ihre Regeln angewiesen bist. Managen solltest du diese Touchpoints aber selbstverständlich trotzdem ganz gezielt.

Geteilt: Shared Touchpoints

Alles, was User mit anderen teilen, zählt zu den Shared Touchpoints. Darüber hast du natürlich absolut keine Kontrolle mehr. Die Bedeutung nimmt aber immer mehr zu, denn gerade schlechte Erfahrungen werden geteilt und gelesen. Das Vermeiden von negativer Kritik und das Generieren von teilungswürdigen Inhalten sollte deshalb deine Zukunftsstrategie sein. Was sympathisch rüberkommt und nützlich oder emotional ist, findet Verbreitung, kommt gut an und lässt dein Unternehmen erfolgreich sein.

So geht Storytelling – Der Fall Klaus Buhmann

Kennst du Klaus Buhmann? Nein? Dann hast du etwas verpasst. Klaus Buhmann ist Bereichs- und Niederlassungsleiter des Pumpenherstellers Fluidtronic AG. Der Manager lässt keine Sekunde aus, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seine cholerische und leicht narzisstische Art spüren zu lassen. Das Schlimme daran ist, Buhmann ist felsenfest davon überzeugt, eine gute Führungskraft zu sein. Besonders die Personalerin, Monika Zielinski, sowie die Kollegen Anton Scholz und Sebastian Meier bekommen die Launen täglich zu spüren.

Weshalb erzähle ich dir das? Weil Klaus Buhmann, Monika Zielinski, die anderen Herren sowie die Fluidtronic AG frei erfunden sind – und zwar vom Geschäftsführercoach, Speaker und Gründer der Online-Leadership-Plattform, Bernd Geropp. Geropp ist ein alter Bekannter von mir und hat einen sehr erfolgreichen Leadership-Podcast „Führen auf den Punkt gebracht“ am Start.

Wie kam es zu der Idee,  die Figur Klaus Buhmann ins Leben zu rufen? Nun, nachdem der Podcast seit mehreren erfolgreich läuft, wollte Geropp etwas Neues ausprobieren. Das Format Video faszinierte ihn. Also startet der Aachener 2018 einen YouTube Kanal „Führung auf den Punkt gebracht mit Bernd Geropp“. Er wollte sich aber nicht einfach nur vor die Kamera setzen und den Leuten da draußen seine Tipps und Erfahrungen mitgeben, er wollte Geschichten erzählen. Geschichten sind bekannterweise leicht verständlich und einprägsam. Menschen lieben gute Geschichten.

Bernds Thema „Mitarbeiterführung“ verlangte nach einer zentralen Figur, einem Vorgesetzten, der entweder alles richtig oder alles falsch macht. Er entschied sich für zweiteres und erfand die Figur des Klaus Buhmann für seine kleinen YouTube-Videos. Er selbst spielt den Herrn Manager – und zwar brillant. Daneben übernimmt er auch weitere Rollen der Kollegen Sebastian Meier (mit anderen Haaren und Schnurrbart) und Anton Scholz (mit schwarzer Perücke). Anhand dieser Personen kann Geropp sehr einfach und deutlich zeigen, welche Fehler Vorgesetzte tunlichst vermeiden sollten.

Der cholerische Buhmann im Video-Call mit Kollegen / Quelle: Bernd Geropp / Geropp Leadership GmbH

Wie bereits beschrieben ist Buhmann ein Choleriker mit recht narzisstischen Zügen. Er trampelt auf den Gefühlen seiner Kollegen und Mitarbeiter herum, tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste und merkt es nicht einmal. Im Gegenteil, er glaubt stets, er sei im Recht und auf dem richtigen Weg. Kritik wird nicht zugelassen.

Mit der Zeit bekam Geropp immer mehr Spaß am Medium Film und an der Rolle des Klaus Buhmann. Das Feedback bei YouTube war richtig gut, es kamen die ersten Aufträge aufgrund seiner guten YouTube Videos.

Geropp bietet auf YouTube eine große Auswahl an Tutorials und Ratgeber-Videos / Quelle: Bernd Geropp / Geropp Leadership GmbH

Also machte er den nächsten Schritt und produzierte 2020 seinen ersten Kurzfilm mit Klaus Buhmann, der Personalerin Monika Zielinski und mehreren Bewerbern. Denn die Fluidtronic AG sucht einen neuen Mitarbeiter, um die Position eines Produktmanagers zu besetzen.

Zum ersten Mal arbeitete Geropp mit einem professionellen Regisseur und mit Profi-Schauspielern. Es wurden ein Script und ein Drehbuch geschrieben und daraus ein 10-Minuten-Film produziert. Den kannst du dir hier bei YouTube ansehen. Um die Geschichte um die Figur Klaus Buhmann noch realistischer zu machen, folgten eine echte Webseite für die Fluidtronic AG sowie ein eigenes Profil bei LinkedIn. Buhmann lebt!

Zurück zum Storytelling: In jeder erfolgreichen Geschichte gibt es einen Helden bzw. eine Heldin, der auf seiner bzw. die auf ihrer Heldenreise immer wieder auf Konflikte mit dem Antihelden oder anderen Begleitpersonen trifft, aber am Schluss einen Sieg erreicht. Das Publikum leidet mit dem Helden bzw. der Heldin und freut sich am Ende über den Erfolg.

Bei Bernd Geropp ist Monika Zielinski die Heldin, die in ihrer Tätigkeit als Personalerin bei der Fluidtronic AG immer wieder mit dem Antihelden Klaus Buhmann zusammenprallt. Durch ihre Souveränität führt sie die Bewerbungs- und Personalgespräche aber zum Erfolg.

Personalerin Monika Zielinski geht im Personalgespräch mit Klaus Buhmann durch die Hölle / Quelle: Bernd Geropp / Geropp Leadership GmbH

Geropp lässt seinen Antihelden nicht nur in dem Kurzfilm, sondern in etlichen Kurzvideos für YouTube sprechen und zeigt an seinem Beispiel, was ein Manager falsch machen kann. Der Zuschauer erkennt es sofort, ohne dass Geropp den Fehler erklären muss.

Jetzt kann man sich fragen, ob sich der ganze Aufwand lohnt. Schließlich ist die Produktion eines Kurzfilms mit professionellen Schauspielern und einem Profi-Regisseur ziemlich kostspielig. Bernd Geropp erklärte mir, dass die selbst in seinem Keller produzierten Videos bereits neue Aufträge als Coach oder Teilnehmer für sein Leadership-Programm hervorbrachten. Der Aufwand refinanziert sich also.nOb der Aufwand der Kurzfilme jemals mit neuen Aufträgen zu decken ist, bleibt abzuwarten.

Es geht ihm aber nicht primär um das monetäre Ziel. Vielmehr lautet das Ziel des Projekts wachsende Aufmerksamkeit für den Coach. Immerhin: Die Zahl der Abonnenten für den YouTube-Kanal ist seit dem ersten Kurzfilm rapide auf jetzt knapp 9600 gewachsen. Der englische Kanal hat bereits über 10.000 Abonnenten.

Apropos Kurzfilm: Geropp war vor einigen Wochen im Studio und hat mit dem Filmteam und den Schauspielern den zweiten Kurzfilm abgedreht. Verraten wird noch nichts. Nur so viel sei gesagt: Es geht um Online-Weiterbildung, ein Thema, das Klaus Buhmann bestimmt perfekt beherrscht. Du darfst gespannt sein.

 

 

Influencer der eigenen Marke sein

Alle, die uns auf Instagram oder Facebook folgen, haben dieses Zitat gelesen, welches wir gepostet haben:

„Im Marketing geht es nicht mehr um das, was Sie herstellen, sondern um die Geschichten, die Sie erzählen.“

Nun ist das klassische Marketing ja schon recht entfernt vom Geschichten-Erzählen: Es werden meistens Produkte klassisch (schriftlich) vorgestellt und so angepriesen. Wesentlich aufwendiger sind da kleine Werbevideos. Aber auch die präsentieren das Produkt meist kontextlos und offensichtlich werblich.

Diese Werbestrategie funktioniert jedoch immer weniger, auch verschuldet durch die vielen Influencer, die das Internet überrollen. Diesen wird mehr vertraut, dadurch wird mehr gekauft und das nutzen immer mehr Firmen für sich.

Wer heute wirklich „an den Kunden“ will, sollte sich überlegen, dies mithilfe der sozialen Medien und eines Influencers zu machen und sein Geld dort zu investieren. Wir haben vor ein paar Wochen berichtet, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Werbemaßnahmen haben.

Heute wollen wir eine Variante des „Influenzen“ vorstellen, die etwas preiswerter, aber dafür deutlich aufwendiger zu finden ist: Den Corporate Influencer, also ein Influencer aus den eigenen Reihen, dem eigenen Unternehmen. Denjenigen, der jetzt denkt „was für ein moderner Krams“, muss ich leider enttäuschen, denn diese Art gibt es schon eine Weile – wenn auch nicht so genannt und nicht in den sozialen Medien präsent. Und doch verbindet man ein bestimmtes Merkmal direkt mit der Marke, für die diese Person steht. Ein Beispiel ist der frühere Chefdesigner des französischen Modehauses Chanel, Karl Lagerfeld – der Herr mit weiß gepudertem Zopf, einem hochstehenden Vatermörder sowie dunkler Sonnenbrille. Es gibt kaum jemanden, der bei diesen Merkmalen nicht sofort die Assoziation zu Chanel hat.

Aufgabe eines Corporate Influencers

Doch was genau ist die Aufgabe eines Corporate Influencers und wie muss man sich dessen Rolle und Aufgabe vorstellen?

Zunächst geht es ja darum, die eigene Marke / die eigenen Produkte bestmöglich zu präsentieren. Und wer könnte das besser als jemand, der die Marke / das Produkt in- und auswendig kennt?

Na klar, niemand!

Daher ist der Blick in die eigenen Reihen ein recht Naheliegender. Bei der Auswahl des Corporate Influencers empfiehlt es sich, wie bei einem Bewerbungsgespräch vorzugehen. Denn nicht jeder ist dazu geeignet. Zum einen muss der Mitarbeiter gerne im Unternehmen arbeiten, er sollte eine hohe Affinität zu den sozialen Medien haben und natürlich eloquent genug sein, begeistert von den Produkten und der Marke zu sprechen. Aber auch die Art und Weise, wie er spricht, ist entscheidend. Man sagt, dass je kindlicher = begeisterungsfähiger jemand berichtet, desto eher kaufen Leute die Produkte. Ein sachlicher Bericht packt den Zuhörer weniger und verliert eher die Aufmerksamkeit.

Danach sollte auch die Regelmäßigkeit Beachtung finden. Denn, wenn der neue Influencer loslegt, sollte es auch beständig Content geben, der eine immer gleichbleibende Qualität und Art hat und nie wie 1:1 Werbung aussieht. Ein Corporate Influencer muss also zudem noch recht kreativ und experimentierfreudig sein, sodass auch abwechslungsreicher, qualitativer Inhalt über lange Zeit hinweg produziert werden kann. Der Corporate Influencer muss also ein toller Storyteller sein. Und der muss erst einmal gefunden werden. Aber wie eingangs erwähnt: Es geht nicht mehr um das, was sie herstellen, sondern um die Geschichten, die Sie erzählen.

Übrigens: Das Gleiche, was für Marken und Produkte gilt, gilt auch für die Arbeitgebermarke, also die Marke des eigenen Unternehmens als Arbeitgeber.

Influencer Marketing oder doch lieber Public Relations Marketing

Eins ist klar: Das Internet ist voller Werbung und damit auch voller Firmen, die versuchen, sich selbst oder ihre Produkte sichtbar zu machen. Doch das ist nicht immer einfach, denn klassisches Marketing über Flyer oder Banner rückt immer mehr in den Hintergrund. Auch weil die meisten von uns von solch offensichtlicher Werbung grundgenervt sind.

Influencer Marketing ist gar nicht mehr so neu

Seit einigen Jahren schauen wir uns aber bereitwillig sogenannte Influencer an, die uns Produkte vorstellen und in den meisten Fällen so schmackhaft machen, dass wir nicht selten diese Produkte bestellen. Psychologisch betrachtet sicherlich wahnsinnig spannend, von der Laienseite her ergibt es allerdings durchaus Sinn: Zum einen werden Produkte durch einen Influencer wesentlich intensiver und persönlicher präsentiert – da kann ein Banner oder ein Flyer gar nicht mithalten. Zum andern ist es meistens so, dass man dem Influencer schon eine Weile folgt und sich eine Beziehung aufgebaut hat (wir haben hier unter anderem darüber berichtet). Und so wundert es nicht, dass man dieser Person mehr Vertrauen entgegenbringt als einem Zettel oder Banner. Nochmals höheres Vertrauen gibt es dann, wenn man bereits einmal ein empfohlenes Produkt gekauft und hat und davon begeistert war. Schon verkauft dieser Influencer einem spielend leicht das nächste und nächste […] und nächste Produkt.

Für Firmen haben Influencer viele Vorteile und einen großen Nachteil: Dieser ist schlichtweg das Geld. Denn solche Postings von und mit einem Produkt lassen sich Influencer großzügig bezahlen – und hier ist alles möglich, von 50 bis 500 000 €. Auf dieses Marketingpferdchen zu setzen, geht also ganz schön ins Geld… Die Vorteile sind allerdings nicht von der Hand zu weisen: Man weiß genau WANN, in WELCHEM Rahmen und WO das Produkt beworben wird. Und man hat sogar eine zuverlässige Angabe darüber, wie viele und welche (demografisch betrachtet) Personen erreicht wurden. Verteilt man noch Promotion Codes, so weiß man sogar, von wem die Kunden kamen…

Zur Planung ist das extrem optimal.

Doch – was ist die Alternative?

Public Relations Marketing hingegen zielt darauf ab, dass sich ein willkürliches Medium für das Produkt entscheidet. Als Firma ‚streut‘ man sein Produkt und wenn ein Redakteur, ein YouTuber oder auch Social Media Guru das Produkt gefällt, so wird er im besten Falle wieder und wieder darüber berichten. Das klingt erst einmal gut, denn die oben erwähnten gekauften Influencer werden nur genau das tun, wofür man sie auch bezahlt, ein Redakteur der ehrlich überzeugt von dem Produkt ist, wird es immer wieder erwähnen. Doch der große Nachteil ist, dass man absolut keinen Einfluss darauf hat, ob das Produkt irgendwo erwähnt wird und auch auf den Umfang, Ort, Zeit und Zielgruppe hat man keinen Einfluss.

Man hat zwar im Verhältnis recht niedrige Anfangskosten, doch was, wenn niemand das Produkt erwähnt? Dann bleibt man auf den Kosten sitzen, hat aber keinen Marketing Output. Oder was, wenn das Produkt zwar erwähnt wird, aber nicht auf die Art und Weise, wie man sich das vorstellt (beispielsweise kritisch)? Dann hat man unter Umständen sogar negative PR, auf die man ebenfalls keinen Einfluss hat.

Public Relations Marketing ist also ein riskantes Pferdchen, auf das man setzen kann, Influencer Marketing, das Teure, aber Sicherere.

Doch was wählt man nun am besten?

Letztlich hängt es stark vom Produkttyp ab, was man genau als Werbestrategie wählt. Hier am Beispiel „Corona Schutzprodukte“: von vielen gebrauchte Produkte wie Corona-Selbsttest verkaufen sich schon als kleiner Banner am Rande einer Webseite, sichere und seriöse Produkte wie die Schutzmasken von Livinguard eignen sich bestens für Public Relations Marketing und eher unsichere Dinge oder absolute Neuheiten wie eine Mundspülung gegen Corona verkaufen Influencer besser als irgendein anderes Medium.

Jede Firma muss also für sich entscheiden, auf welche Marketing- und Werbestrategie sie setzt. Eins ist aber klar: Ohne Geld in die Hand zu nehmen, funktioniert Werbung nicht.

Wie du WhatsApp für dein Unternehmen nutzen kannst

Die aktuelle Situation rund um Corona hat gezeigt, wie wichtig es für alle Arten von Unternehmen ist, mit den Kunden in Kontakt zu bleiben – auch wenn man komplett geschlossen hat oder nur einen Bestell- und Abholservice anbieten darf. Die sozialen Medien haben hier einen wertvollen Beitrag geleistet in der Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden. Heute soll es aber nicht um Facebook, Instagram, Twitter, LinkedIn & Co. gehen, sondern um weltweit meistgenutzten Messenger-Dienst WhatsApp. Derzeit verzeichnet die Plattform rund 500 Millionen monatlich aktive Nutzer. Wen wundert‘s, denn WhatsApp durchzieht von morgens bis nachts unseren Alltag bei der Kommunikation mit Freuden, Partner, Familienmitgliedern, Nachbarn, Bekannten usw.

Einige Unternehmen haben längst erkannt, dass man über WhatsApp sehr praktikabel mit Kunden kommunizieren kann – sofern man einige datenschutzrechtliche Aspekte berücksichtigt und Maßnahmen ergreift.

Vorteile von WhatsApp als Kommunikationskanal

  • Geringe Kosten
    Ein Beispiel – zur Erstellung eines WhatsApp-Accounts benötigt man lediglich ein Smartphone und eine einfache Prepaid SIM-Karte, welche man schon für 15 Euro im nächsten Kiosk bekommt.
  • Unkomplizierte Kontaktaufnahme
    Kunden können problemlos mit Deinem Unternehmen in Kontakt treten und ihr Anliegen beschreiben oder einfach ein Foto vom Problem schicken.
  • Einfache Anwendung
    Durch die Verwendung der WhatsApp Desktop-App können Nachrichten einfach am PC beantwortet werden. Außerdem können Dateien wie zum Beispiel Flyer oder Preislisten im PDF Format verschickt werden.
  • Zeitersparnis
    Die Verwendung von WhatsApp ist nicht nur einfach, sondern auch schnell. So kann man anstelle einer ausgetippten Adresse einfach seinen Standort schicken, den der Kunde mithilfe seiner Navigations-App unkompliziert erreicht. Man erspart sich zudem lange Telefongespräche und kann einen Termin einfach vorschlagen und absprechen.

WhatsApp Business statt WhatsApp

WhatsApp Business wurde speziell für Kleinunternehmen entwickelt und ist ebenso wie die Ursprungs-App vollkommen kostenlos. Mithilfe der App kannst du ganz bequem mit deinen Kunden in Kontakt treten, deine Produkte und Dienstleistungen vorstellen und Fragen während des gesamten Einkaufserlebnisses beantworten. WhatsApp Business bietet dir dementsprechend ganz spezielle Funktionen, die das normale WhatsApp nicht hat.

  • Unternehmensprofil
    Erstelle ein Unternehmensprofil mit nützlichen Informationen für deine Kunden wie Adresse, Beschreibung des Unternehmens, E-Mail-Adresse und Webseite. Hier kannst du auch z. B. dein Firmenlogo hochladen, damit deine Kunden sofort wissen, dass es sich um ein Firmenprofil handelt.
  • Schnellantworten
    Mithilfe von Schnellantworten kannst du oft gesendete Nachrichten speichern und wiederverwenden, um häufig gestellte Fragen im Handumdrehen zu beantworten.
  • Labels
    Organisiere deine Kontakte oder Chats bequem mithilfe von Labels – so lassen sie sich leichter wiederfinden.
  • Automatisierte Nachrichten
    Richte eine Abwesenheitsnachricht ein, damit deine Kunden Bescheid wissen, wann sie eine Antwort von dir erwarten können. Du kannst auch eine Begrüßungsnachricht erstellen, mit der du Kunden bei deinem Unternehmen willkommen heißt.
  • Dokumente teilen
    Du kannst ohne umständliche Umwege über E-Mails oder File-Sharing-Apps Dokumente (PDFs, Tabellen, Präsentationen) mit einer Größe von bis zu 100 MB einfach und direkt an den gewünschten Empfänger weiterleiten.
  • Festnetznummer
    Du kannst dein WhatsApp Business mit deiner geschäftlichen Festnetznummer betreiben. Die Kunden können diese Nummer in ihren Kontakten speichern und dich dann per WhatsApp Business kontaktieren.

Mache die Kunden auf deinen WhatsApp-Kanal aufmerksam

Wenn du WhatsApp als Kommunikationskanal nutzen möchtest, musst du deine Kunden natürlich an allen erdenklichen Stellen – online wie offline – auf die Möglichkeit hinweisen. Facebook zum Beispiel hilft dir dabei, WhatsApp als bevorzugten Kanal für Anfragen einzurichten. Du kannst beispielsweise mithilfe von WhatsApp (Business) einen QR-Code generieren, den du ausdrucken und im Geschäft / Restaurant aufhängen oder über alle Kanäle verteilen kannst. Auch auf deiner Firmenwebseite kannst du auf den Kanal für Fragen oder Bestellungen hinweisen.

Konkrete Anwendungsbeispiele

Im Folgenden wollen wir dir einige Ideen und Anwendungsbeispiele zeigen, wie du WhatsApp in deine Kundenkommunikation einbinden kannst.

WhatsApp kannst du überall dort einsetzen, wo deine Kunden mit dir und deinem Unternehmen schnell und einfach in Kontakt treten sollen. Zugegeben, jemand muss den Kanal regelmäßig im Auge halten, um schnell antworten zu können, aber das lässt sich meistens organisieren.

Termine vereinbaren

Ein Friseur oder eine Arztpraxis könnte über WhatsApp Termine vereinbaren. Das Gleiche gilt für Restaurants (wenn wieder offen), bei denen man darüber einen Tisch reservieren kann.

Bestellungen aufnehmen

Genauso kannst du – gerade in Zeiten von Click & Collect – per WhatsApp Bestellungen für dein Restaurant aufnehmen oder Warenbestellungen für deinen Laden empfangen.

Feedback-Kanal

WhatsApp eignet sich umgekehrt auch super, um deine Kunden z. B. über den Status eines Auftrags oder einer Dienstleistung zu informieren. Angefangen von der Werkstatt über die Reinigung bis zum Optiker, der eine Brille fertigt.

Online-Shopping im Laden

Die allermeisten Einzelhändler standen in Zeiten des Lockdowns vor der Situation, keine Ware mehr präsentieren zu können, wenn man keinen Online-Shop hatte. Hier können Kanäle wie WhatsApp und andere Plattformen über man Video-Telefonie durchführen kann, helfen. Der Kunde ruft eine Mobilnummer an und wird kurze Zeit später vom freundlichen Personal per Video zurückgerufen. Die Verkäuferin geht dann gemeinsam mit dem Kunden durch den Laden und zeigt die Ware. Nicht ideal, aber es funktioniert. Man kann sogar eine Festnetznummer angeben, unter der die Kunden anrufen sollen. Wie bereits erklärt, funktioniert WhatsApp Business auch mit Festnetznummern auf dem Smartphone.

Wochenangebote per WhatsApp

Einen anderen Weg des „Online“-Shoppings geht z. B. die Fleischerei Stroh. Hier kann man schnell und einfach einer WhatsApp-Gruppe beitreten und von da an jede Woche die aktuellen Angebote empfangen.

Bevor du aber loslegst, hier sind ein paar

Tipps zur Verwendung von WhatsApp

WhatsApp auf dem Desktop

Seit einiger Zeit gibt es für Windows und MacOS eine WhatsApp-Desktop-Anwendung, mit der du auf dem Desktop statt auf dem Smartphone WhatsApp bedienen kannst. Du musst die Anwendung auf dem Rechner installieren und dann mithilfe der Smartphone-App verknüpfen.

Trenne Privates von Geschäftlichem

Kein Kunde möchte Dein Profilbild vom letzten Strandurlaub sehen und genauso wenig möchtest du um 3 Uhr nachts eine Kundennachricht beantworten. Deshalb gilt: keine Privatnummer für den geschäftlichen WhatsApp-Verkehr verwenden. Nutze einfach für den geschäftlichen Gebrauch entweder ein eigenes Smartphone mit geschäftlicher Nummer oder WhatsApp Business.

Keine Anrufe annehmen
WhatsApp nur als Chat zu nutzen, macht einiges leichter. So werden die Leitungen nicht durch Anrufe blockiert und die Anfragen können ohne Unterbrechung eine nach der anderen bearbeitet werden. Sollte ein Kunde dennoch anrufen, antworte darauf einfach mit einer vordefinierten Nachricht, in der auf die Büro-Telefonnummer verwiesen wird.

Datenschutz

WhatsApp hat gerade mit der Aktualisierung der AGB für erneute Aufregung gesorgt. Die Daten der WhatsApp-Nutzer sollen dem Mutterkonzern Facebook zur Verfügung gestellt werden. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, ob er diesen Deal „Daten gegen kostenlose Nutzung“ eingehen mag. Wer die Vorteile der App nutzen möchte, muss den Bestimmungen zustimmen. Letztendlich ist immer die Frage, was man wirklich preis gibt. Und datenschutzrechtlich ist die Nutzung dann kein Problem, wenn nur Kontakte enthalten sind, die selbst auch WhatsApp nutzen. Denn jeder, der die App nutzt, hat den Datenschutzbestimmungen zugestimmt. Du solltest also darauf achten, dass du auf dem Diensthandy keine privaten Kontakte verknüpft und importiert hast.

Studie zum Content Marketing: Fehlende Ideen und Ressourcen sind das Problem

Jeder, der sich mit der Erstellung von Content für die diversen Social-Media-Kanäle beschäftigt, weiß: Das ist alles andere als „easy“ und „mal so nebenher“ erledigt. Und das, obwohl es für den Nutzer häufig so aussieht.

Mal eben eine Kaffeetasse fotografieren ist keine Kunst? Haben Sie das schon einmal bei Regenwetter und miesem Licht getan? Ein betrübliches Bild einer Kaffeetasse erweckt bei den wenigsten den Wunsch, sich ebenfalls eine Tasse Kaffee zu machen und sich motiviert an die Arbeit zu begeben, sondern eher den Wunsch, sich wieder ins Bett zu verkriechen. Aber besonders Videomaterial ist extrem aufwendig zu kreieren. Und dann möchte man natürlich auch etwas Individuelles produzieren – und schon ist ein Tag rum.

Eine neue Studie der contentbird GmbH hat das Thema Content Marketing im Jahr 2021 beleuchtet und Marketing-Verantwortliche befragt, welche Bedeutung Content Marketing für sie hat. Und – ehrlicherweise wenig überraschend – hat Content Marketing zu Corona Zeiten enorm an Bedeutung gewonnen. Denn natürlich erreicht man seine (potenziellen) Kunden aktuell am besten digital. Doch mit der Steigerung an Bedeutung ist auch die Schwierigkeit der Content Produktion stärker in den Fokus gerutscht. Zwar geben nur 6,8 Prozent der 238 Marketing-Verantwortlichen an, dass es ihnen an Ideen fehlt, doch sind es fast 20 Prozent, die angeben, dass es schwierig ist, Ideen zu finden, die wirklich Potenzial haben (und auch individuell sind und nicht nur die Nachahmung der Konkurrenz).

Problem: fehlende Ressourcen

Das größte und bedeutendste Problem (mit 53,4 Prozent) jedoch stellen die fehlenden Ressourcen und mangelnde Personalsituation dar. Denn wie eingangs erwähnt kreiert sich Content leider nicht von allein – auch bei Firmen, die eigentlich ausreichend Material produzieren (z. B. Handwerksberufe). Dennoch muss es jemanden geben, der mit ein wenig Geschick Fotos und Videos dreht, jemand der diese sichtet und entsprechend aufarbeitet und dann online stellt (und das mit System).

Immer noch falsche Erwartungen an Messbarkeit

In den Köpfen vieler steht übrigens immer noch die „Nutzen / Kosten Sache“ ganz weit oben (29,1 Prozent). Hier versuchen alteingesessene Marketing-Verantwortliche immer noch mit klassischen Mitteln zu messen, wie sinnvoll Postings etc. sind. Doch leider ist das nicht (mehr) so einfach. Denn Social-Media und der kreierte Content lassen sich nicht direkt an den Verkaufszahlen messen oder gehen 1 zu 1 mit gesteigerten Einnahmen einher. Insbesondere nicht zu Beginn (und hier sprechen wir nicht von ein paar Monaten, sondern eher von einem Jahr!). Kürzlich hörte ich den Vergleich mit einer Zeitungsanzeige. Denn ehrlich: Hier lässt sich auch nicht messen, wie viele Personen diese gesehen haben und daraufhin etwas gekauft haben o. ä. Natürlich kann man versuchen, mittels Gutscheinen oder Ähnlichem zu messen, woher der Kunde kommt. Doch gerade im Online-Geschäft ist die Verteilung von Gutscheinen gar nicht mehr unbedingt nachvollziehbar, werden sie doch über Freunde / Foren getauscht.

Wenige nutzen Content-Marketing

Und obwohl Content-Marketing in Deutschland durchaus an Fahrt aufnimmt, sind es aktuell nur 38 Prozent der Firmen, die Content-Marketing nutzen. 64,3 Prozent der Marketing-Verantwortlichen gaben an, dass sie als nächsten Schritt Prozesse zur Content-Marketing-Erstellung aufstellen wollen. Unter denen, die Content-Marketing bereits nutzen, gaben aber 43,1 Prozent an, dass Content-Marketing gleich wichtig ist, 40,8 Prozent, dass Content-Marketing wichtiger und nur 16,2 Prozent, dass Content-Marketing weniger wichtig geworden ist im Vergleich zu anderen Marketing-Maßnahmen.

Die Zukunft des Marketings liegt auf jeden Fall in großen Teilen im digitalen Bereich und sollte ernst genommen werden. Und noch ein Tipp: Bevor man startet, sollte man sich überlegen, wer dafür zuständig ist, dann Content-Marketing bedeutet eine Menge Arbeit. Und wir alle wissen, dass schlecht gemachtes Marketing (ganz egal wo) nicht rentabel ist.

Balkendiagramme, die um die Wette laufen

Kennzahlen (sog. KPIs) sind ein wichtiger Baustein für ein erfolgreiches Marketing. Im Social-Media-Marketing gibt es eine Reihe solcher Kennzahlen, einige weniger aussagekräftig (z.B. die Zahl der Fans, Abonnenten und Follower), andere aussagekräftiger (z.B. das Engagement der eigenen Fans und Follower). Einige Kennzahlen lassen sich hier sogar mit dem Wettbewerb vergleichen. Hierzu gibt es effektive Werkzeuge wie Fanpage Karma.

Die Macher dieser Plattform haben nun eine eher witzige Form des Datenvergleichs veröffentlicht: Das sog. Bar-Chart-Race. Es handelt sich um eine Visualisierung bestimmter Daten wie die Zahl der Tweets oder Abonnenten bei Twitter, Facebook, Instagram oder YouTube. Die verschiedenen zu vergleichenden Profile / Accounts treten dabei in einem Wettrennen gegeneinander an.

Bar-Chart-Race ist kostenlos. Ihr müsst euch aber mit einem Facebook-Account bei Fanpage Karma anmelden und eine Datenschutzvereinbarung unterschreiben. Wer neu ist bei Fanpage Karma, kann anschließend drei Monate lang kostenfrei die Gold-Version nutzen; danach wird automatisch zur Free-Version gewechselt. Ihr müsst euch also nicht um eine eventuelle Kostenfalle sorgen.

Nach der Anmeldung kann man das witzige Wettrennen der Profile oder Konten nutzen.

Wir haben zum Test die Twitter-Profile einer deutschen Politiker gegeneinander laufen lassen.

Quelle Fanpage Karma / Bar Chart Race

 

Dass das Wettrennen auch mit Instagram funktioniert, zeigt das zweite Bild. Hier haben wir die drei großen Marken im Markt für Sportschuhe, Adidas, Puma und Nike gegeneinander laufen lassen. Das Video dazu findet ihr bei uns auf Instagram und Facebook.

Quelle Fanpage Karma / Bar Chart Race

Fanpage Karma bietet außerdem einen kostenlosen Zweikampf von Facebook-Seiten an. Unter https://www.fanpagekarma.com/vs könnt ihr zwei beliebige Seitennamen (oder Seiten-IDs) eingeben und sehen, wie sich die beiden Gegner so schlagen. Hierbei werden neben der Fanzahl auch das Fanwachstum, das Engagement und die Post-Interaktion sowie der Service-Level der Seite verglichen.

Auch hierfür haben in die beiden großen Kontrahenten Adidas und Puma zum Test in den Zweikampf geschickt. So sieht das aus:

Quelle Fanpage Karma

Natürlich könnt ihr hier auch eure Seite und die Seite eures stärksten Wettbewerbers vergleichen.

Dieser Vergleich funktioniert übrigens ohne Anmeldung bei Fanpage Karma. Wer aber dann mehr wissen möchte über die Seiten, muss wiederum ein Konto besitzen.

Solche Vergleiche sind selbstverständlich wenig aussagekräftig, vor allem die Wettrennen haben eher einen Unterhaltungsfaktor als einen Mehrwert. Die Plattform Fanpage Karma möchte damit vielmehr darauf aufmerksam machen, was man damit alles tun kann. Und das kann sich sehen lassen – leider gegen saftige Gebühren.

Fraggles oder: Nein, wir sprechen hier nicht von Puppen

Bei der Besprechung der Inhalte des Blogs, meinten meine Kollegen beim Stichwort „Fraggles“, dass sie da unweigerlich an Puppen denken mussten. Mir sagte das nichts, aber tatsächlich: einer der ersten Treffer bei Google ist der Eintrag zu einer Kindersendung, die vom 10. Januar 1983 bis zum 30. März 1987 ausgestrahlt wurde. Ein weiterer Treffer definiert das Wort als „The name of a very strange animal that likes to sing and dance a lot!“. Aber über diese Fraggles geht der Artikel natürlich nicht. Wir wollen heute über „Google Fraggles“ sprechen.

Und damit die Puppen jetzt einmal aus den Köpfen verschwinden: Der Begriff Fraggles (Google) wurde von der US-SEO-Expertin Cindy Crum erfunden und kommt durch das Zusammenführen der Worte „Fragment“ und „Handle“ zustande.

Hiermit sind nämlich diese praktischen kleinen Antworten gemeint, die es seit einiger Zeit bei vielen Einträgen gibt. Sprich: Man muss gar nicht mehr auf eine URL klicken, um seine Antwort zu erhalten, Google zeigt eine Kurzversion direkt bei der Suchseite an. Und mal ehrlich: in den allermeisten Fällen genügt diese Antwort bereits.

Damit wandelt sich die Suchmaschine irgendwie in eine Antwortmaschine – oder? Realisiert wird das Ganze durch Snippets, Boxen und Widgets, welche auf der ersten Seite der Suchergebnisse eingeblendet werden, also die Ergebnisse unglaublich benutzerfreundlich dargestellt. Die weiterführenden Webseiten fungieren nunmehr als zusätzliche Quelle.

In Zeiten, wo Suchanfragen oftmals via Smartphone gestellt werden und Voice Search sowie digitale Sprachassistenten auf dem Vormarsch sind, werden die klassischen Suchanfragen mit und mit abgelöst. Schon jetzt sind circa die Hälfte der Suchanfragen „Zero-Click-Searches“, die nicht zu einem Klick auf eine externe Website führen. Die Nutzer werden also innerhalb der SERP (Search Engine Result Pages, deutsch: Suchergebnisseiten). fündig und sehen keine Notwendigkeit für einen weiteren Klick auf eine externe URL. (Laut diverser Studien zwischen 2016 und 2018 von 40 Prozent auf rund 29 Prozent!)

Der Albtraum für SEO?

Und nun wird es dem ein oder andern SEO-Experten sicherlich übel, denn wenn die organischen Ergebnis-URLs künftig gar keine große Rolle mehr spielen, wie holt man nun Kunden auf die eigene Webseite? Langfristig wird man sich wohl nach neuen Wegen umsehen müssen, aber kurz- und mittelfristig gibt es Möglichkeiten.

Dazu muss man wissen, dass sich die Fraggles aus mehreren Arten zusammenbauen: Featured Snippets und Direct Answers.

Bei den Featured Snippets bedient sich Google externer URLs. Daher sollte alles darangesetzt werden, auf der eigenen Webseite strukturierte Daten zu nutzen und die Nutzerintention zu ermitteln. Außerdem und ganz wichtig: Der Fokus sollte auf mobiles Content-Design gesetzt werden. So ist die Chance groß, dass Google genau diese Anzeige für die Featured Snippets verwendet.

Anders sieht es bei den Direct Answers aus. Hier verwendet Google die eigenen Datenquellen.

Im Bild sieht man vier Beispiele, die zeigen, dass zwar sehr viele, aber noch nicht alle Suchbegriffe die kompletten Fraggles auslösen. Bei der Suche nach „Telefon“ erscheinen Angebote, bei der Suche nach „Notebook“ erscheinen nur Fragen (Direct Answers), aber keine Featured Snippets. 

Noch wichtiger als Keywords sind also die Inhalte geworden, denn auch Google gibt an, dass man auf externe Quellen (Ausnahme die Direct Answers) angewiesen ist. Daher auch der Appell an die Webseitenbetreiber: Passt eure Inhalte besonders in der Präsentationsform den Ansprüchen von Google an. So kann man als Unternehmen der Suchmaschine Google die wichtigen Informationen liefern und rückt damit auch in den Fokus der User.

Übrigens: Google Fraggles gehören laut der Social-Media-Studie von Blog2Social zu den Most Talented. 

Vertiefende Infos findet ihr z.B. bei t3n

Social-Media 2021 – Die Zukunftsthemen Teil 2: Most Talented

Wie ihr wisst, teilt man die Zukunftsthemen bei Social Media in zwei Typen ein: Rising Stars und Most Talented.

Über die Rising Stars haben wir letzte Woche bereits berichtet, doch nun widmen wir uns der kleinen Schwester: den Most Talented Topics 2021.

Themen, die dieser Kategorie zugeteilt werden, stehen noch am Anfang ihrer Karriere: Grundsätzlich haben sie ein hohes Potenzial – doch sind sie noch lange nicht so „berühmt“ wie ihre große Schwester „Rising Star“. Das macht es für Content-Experten zum Glückspiel auf sie zu setzen, weiß man nicht, ob sie von anderen Themen verdrängt werden. Jedoch eins sollte man tatsächlich tun: Die Most Talented 2021 im Blick halten.

Doch was ist so ein „Most Talented“?

Ein großer Begriff ist Femtech! Doch was versteckt sich hinter Femtech?

Im Grunde geht es um gesundheitsrelevante Technologien – speziell für Frauen. Was irgendwie als „längst klar“ klingt, entpuppte sich bis kürzlich tatsächlich als kaum existent. Zwar gibt es viele gesundheitsunterstützende Technologien für Menschen – ganz klar – aber speziell für die Bedürfnisse von Frauen kaum welche. Im Zuge von der nun auch gesetzlich verankerten Frauenquote nimmt auch das Thema Femtech an Fahrt auf und mittlerweile gibt es immer mehr Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben.

Das Thema hat also definitiv Potenzial, die kommenden Jahre vorne mitzuspielen und sollte daher gut beobachtet werden.

Noch einmal zur Erinnerung

Wenn ein Thema besonders viele Branchen, Märkte oder Menschen betrifft, dann hat es per se eine potenziell hohe Zuhörerschaft. Gleiches gilt, wenn es nicht nur technisch, sondern auch politisch relevant ist.

Spätestens dann hat es ein hohes Trendpotenzial und somit eine hohe Chance, zu einer medialen Awareness zu gelangen. Wenn es diese dann behält und keine „Eintagsfliege“ bleibt, so ist es auf dem Weg ein neues Rising-Star Thema zu werden.

Übrigens: Zu den weiteren entdeckten Talenten gehören die Themen Psychological Safety, Splinternet/ Balkanisierung des Internets, Naturkapital und Google Fraggles.

Was das genau bedeutet, das könnt ihr in der Social Media-Studie 2021 von Blog2Social und Adenion nachlesen.