Vertraute Bilder – wie Personifikationen deinen Text zum Leben erwecken

Wer in der Schule mal Lyrik analysieren musste, kennt sie vielleicht noch: die Personifikation. Die „Vermenschlichung“ von Gegenständen, Tieren oder Pflanzen wird dort als Stilmittel häufig eingesetzt. Aber wusstest du auch, dass Personifikationen eine unglaubliche Wirkung auf deine Business-Texte haben können? Wie man sie richtig einsetzt und was sie wirklich bringen, zeigen wir dir hier.

Bilder bevorzugt

Unser Gehirn ist ein wahres Wunderwerk. Und weil es Millionen komplexer Vorgänge gleichzeitig erledigen muss, freut es sich über Vereinfachung in jeder Hinsicht. Bilder bieten ihm die Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge schnell zu erfassen. Sprachliche Bilder tun das auch. Deshalb wird Sprache, die ein Bild in unserem Kopf erzeugt, schneller erfasst und bleibt länger haften. Für werbliche Texte ist das ein echtes Geschenk. Slogans und Headlines sind nicht ohne Grund voll von Stilmitteln, die genau das tun – wie zum Beispiel die Personifikation.

Was genau ist eine Personifikation?

Dann macht Haribo Kinder und Erwachsene froh oder Red Bull verleiht Flügel. Den Produkten oder allgemein Dingen, Tieren oder Pflanzen wird Leben eingehaucht, indem man sie vermenschlicht. Sie werden mit menschlichen Dispositionen in Zusammenhang gebracht. Der sogenannte Anthropomorphismus überträgt also menschliche Eigenschaften auf Nichtmenschliches oder verleiht menschliche Züge. Das unterscheidet die Personifikation von der Metapher oder Allegorie, bei der ebenfalls zwei Bereiche miteinander verknüpft werden, die eigentlich nicht zusammengehören.

Personifikation leicht gemacht

Eine Personifikation zu bilden, ist im Prinzip ganz leicht. Wahrscheinlich tun wir alle es jeden Tag mehrmals, ohne es zu merken. Ganz bewusst kannst du Personifikationen einsetzen, indem du entweder ein menschenbezogenes Adjektiv (z. B. blinde Eifersucht), Substantiv (z. B. Gevatter Tod) oder Verb (die Sonne lacht) zur Beschreibung von etwas Nichtmenschlichem verwendest.

So setzt man sie ein

Bildhafte Sprache ist generell lebendiger und spannender. Wir lesen solche Texte schneller, weil uns die Bilder vertraut sind, das Hirn den Sinn schneller erfasst und wir sie dadurch lieber lesen. In Zeiten der kurzen Aufmerksamkeitsspanne ist das essenziell. Vor allem abstrakte Fakten oder schwieriger Lesestoff wird mit Personifikationen zu einer leichteren Lektüre. Produktnamen bekommen mit einem personifizierten Zusatz einen schnell greifbaren Sinn. So werden unverständliche Artikel mit einem Zusatz zum „besten Freund“, „verlässlichen Partner“ oder „Retter in der Not“.

Weil Bilder sehr stark sind, gehören sie auf die besten Plätze. Wenn jede Sekunde zählt, packst du deine Botschaft optimalerweise in die Headline oder Subheadline beziehungsweise in den Slogan. Oder zumindest in den Anfang deines Textes. Mit dem von dir erzeugten Bild im Kopf wird der folgende Text anders gelesen. Das Eingangs-Bild im Hinterkopf des Lesers verleiht dem gesamten Text die Prägung, die du dir wünschst.

Die Dosis macht das Gift

Übertreiben solltest du es bei aller Liebe zu Bildern aber nicht. Ein Stilmittel alle drei Sätze reicht. Egal in welche Trickkiste du greifst – ob Metapher, Allegorie, Anapher, Alliteration oder Personifikation – wenn jeder Satz etwas im Kopf des Lesers heraufbeschwört, bist du nah an dichter Lyrik und das schreckt in werblichen Texten die meisten wohl eher ab. Wenn du die Personifikation aber in Maßen einsetzt, wird sie für genau den richtigen Film im Hirn deiner Leser sorgen.

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