Nur gut vorbereitete Interviews werden zu lesenswerten Interviews

Ich persönlich finde ein Interview immer informativ, wenn es sich mit einem Thema beschäftigt, das mich interessiert und im besten Fall von jemandem gegeben wird, der sich mit dem Thema perfekt auskennt. Das Themengebiet ist dabei egal, denn gut geführte Interviews passen zu jedem Thema.

Doch wir alle kennen die Situation, dass man das x-te Interview zu einem Thema liest und absolut gar keine Neuigkeiten daraus mitnimmt – mitunter sogar das Gefühl hat, dieselbe Frage (und dann natürlich auch Antwort) bereits in einem anderen Interview gelesen zu haben. Und das ist immer ein Zeichen einer schlechten Vorbereitung des Interviewführers und dem verzweifelten Versuch, Content zu produzieren. Doch zu welchem Preis…?

Und damit kommen wir zu der These aus der Headline: Nur gut vorbereitete Interviews werden zu lesenswerten Interviews!

Zunächst ist es nämlich absolut wichtig, dass man sich über seinen Interviewpartner informiert. Alles, was man dann herausfindet, ist „lahm“ im Interview zu fragen, denn das ist ja bereits bekannt.

Jedes Interview sollte einen Grund haben, einen roten Faden und ein Ziel. Beispielsweise zu einem uns alle aktuell beschäftigenden Thema: COVID-19. Hier kann man den Experten generell etwas zu COVID-19 fragen (was wohl eher wenig Neues hervorbringen wird), oder man will auf das Thema Impfstoff heraus. Also sollten sich alle Fragen irgendwie am Ende auf das Thema Impfstoff fokussieren. Logisch oder?

Ein kleiner Tipp dazu: Überlegt man sich, welche Zielgruppe das Interview lesen wird, so können die Fragen auch entsprechend formuliert werden. Beispiel: In einem wissenschaftlichen Magazin darf es auch wissenschaftlicher werden. Führt man das Interview für nicht wissenschaftlichen Leser, so sollten auch die Fragen etwas weniger wissenschaftlich gestellt werden. Klar, oder?

Auch sollten Fragen nie so gestellt werden, dass sie mit JA oder NEIN beantwortet werden können. Denn „Geschwafel“ (gehen wir von dem Fall aus, der Interviewte möchte höflich sein und ausführlich antworten) bringt einen auch nicht weiter. Besser sind Fragen, die mit den 7 „Ws“ (Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie? Wozu?) gestellt werden. Hier muss die Antwort zwangsläufig so formuliert werden, dass sie ausführlicher ausfällt – ganz ohne zu schwafeln.

So viel nun zum Inhaltlichen. Kommen wir nun zum Organisatorischen.

Hier gibt es nämlich auch ein paar Kniffe, die es für beide Seiten entspannter macht. Zunächst sollte man seinem Interviewpartner (völlig unabhängig davon, ob das Interview schriftlich oder mündlich geführt wird) gewisse Eckdaten mitteilen: Wann soll das Interview veröffentlich werden? Was benötigt man – neben den Fragen – noch an weiteren Informationen (Foto, kurze Vita etc.)? Und auch eine schriftliche Freigabe sollte man dringend einholen. Hat man dieses kurze Briefing zusammen, dann kann es losgehen.

Nach dem Interview beginnt die zweite Aufgabe des Interviewführers: Das Kürzen. Denn kaum ein Interview kann und sollte 1:1 abgedruckt werden. Meistens ist es gut, wenn gewissen Passagen, die weniger dem Fortschritt des Interviews dienen, gekürzt werden. Auch ist es oft für den roten Faden spannender und logischer, wenn man die Antworten in ihrer Reihenfolge verändert.

Wenn man diese Aspekte der Interviewführung beachtet, so schafft man es zwar nicht schnell ein Interview zu führen, weil es eben viel Recherche und im Nachhinein viel Kürz- und Strukturierarbeit bedeutet, dafür erhält man aber ein Interview, das definitiv lesenswert ist.

Übrigens: Dies alles gilt auch für Interviews, die für Hörfunk, Fernsehen und Podcasts produziert werden.

Hier findest du den richtigen Text für deine geschäftlichen Weihnachtsgrüße

Plötzlich ist wieder Weihnachten. Alle Jahre wieder sitzen wir vor den Weihnachtskarten für unsere Kunden, Geschäftspartner und Lieferanten und grübeln über den richtigen, den passenden Text für die Weihnachtsgrüße. Schwierig, denn zu Weihnachten sollte der Grußtext einerseits die persönliche Note haben, andererseits aber nicht zu aufdringlich sein. Er sollte einen ehrlichen Dank und Wertschätzung zeigen, aber nicht „schleimen“.

Wir haben uns im Netz umgeschaut und viele tolle Seiten entdeckt, die wunderbare Texte, Sprüche und Zitate bieten. Natürlich sollen diese Texte dir nur eine Inspiration sein, denn der ganz persönliche Text ist das Beste, was du Kunden, Geschäftspartnern und Lieferanten bieten kannst.

Quellen der Inspiration

Die Druckerei „Die Kartenmacherei“ bietet dir gleich eine ganze Liste von deutschen und englischen Textvorschlägen.

Nicht ganz so kreativ, aber dennoch passend sind die Texte, die du bei weihnachtssprüche.eu  findest.

Bei Rosemood findest du ganz viele Zitate – von den Klassischen bis zu Originellen und Inspirierenden

Bei weihnachtsgedichte-sprueche.net und bei talu.de werden passende Zitate in einem individuellen Text aufgegriffen und verarbeitet. Finde ich eine gute Idee.

Und auch im RAAB Verlag Magazin findest du viele nette Anregungen.

Eigene Texte

Als Textagentur sind wir natürlich auch selbst in der Lage, individuelle Texte für Weihnachtsgrüße zu formulieren. Hier ein Beispiel, das wir für unsere Kunden, eine Druckerei, getextet haben:

Es wird still in der Druckerei,
so schnell ist die Adventszeit vorbei.
Unsere Druckmaschinen werden nun abgeschaltet,
die Halle ist weihnachtlich gestaltet.
Die Maschinen hören auf zu knattern,
die Blätter werden nicht weiter flattern.
Denn nun beginnt die Weihnachtszeit,
und alle Kollegen sind bereit.
Wir freuen uns auf die Weihnachtstage,
auf Ruhe und Entspannung, keine Frage.
Zeit für uns, sich bedanken,
bei Kunden, Partnern und Lieferanten.
Wir wünschen Ihnen ein frohes Fest,
und fürs kommende Jahr, all the best.

Und zum Abschluss unser persönlicher Lieblingstext zu Weihnachten:

Es wird Weihnachten
vergessen wir den Lärm der Welt.
Es ist an der Zeit
wieder einmal Ruhe zu gewinnen,
Kraft zu schöpfen und sensibel zu werden
für die scheinbar kleinen Dinge ,
die uns nachdenklich machen.

(aus SPRUCHZEIT von Josè Flume und Heide Huchel)

Was auch immer du deinen Kunden, Freunden, Partnern und Lieferanten zu Weihnachten schreibst, wir sind sicher, dass es von Herzen kommt.

Kleines Komma, große Bedeutung

Das Komma – ein kleiner Strich, der vielen Deutschen so viel Kopfschmerzen bereitet und doch so eine große Bedeutung hat für unsere Sprache. Liest man sich heute diverse Texte, ja sogar hochoffizielle Briefe von Behörden und Unternehmen durch, so gewinnt man den Eindruck, dass die Nutzung des Kommas so langsam in Vergessenheit gerät. Erst neulich erhielt ich ein Schreiben von meiner Versicherung, in dem sage und schreibe acht Kommafehler zu finden waren.

Können wir das kleine Strichlein also weglassen? NEIN.

Denn das Komma erfüllt eine wichtige Rolle in unserer geschriebenen Sprache. Es dient nicht nur zur Strukturierung eines Satzes und zur gedanklichen Trennung, z.B. bei Lesen, es kann auch die Bedeutung von Sätzen komplett verändern, lässt man es weg oder setzt man es an anderer Stelle. Hier ein paar Beispiele:

Wir essen jetzt, Mama.
Wir essen jetzt Mama.

Es ist schwierig für Frauen, eine Lösung zu finden.
Es ist schwierig, für eine Frauen eine Lösung zu finden.

Nicht, aufhören!
Nicht aufhören!

Er will sie nicht.
Er will, sie nicht.

Bei Wikipedia fand ich gar eine fiktive Kurzgeschichte, die die Bedeutung und Wichtigkeit eines Kommas unterstreicht

Ein Verbrecher soll gehängt werden, doch der König erfährt durch einen Boten in letzter Sekunde, dass der Todgeweihte unschuldig ist. Nun richtet er eine Nachricht an den Scharfrichter, die Nachricht heißt: „Wartet nicht, hängen!“ Der Scharfrichter erhält die Nachricht und hängt den Unschuldigen zur Empörung des Königs. Dieser hatte einen Beistrichfehler gemacht, er wollte eigentlich schreiben: „Wartet, nicht hängen!“

Wie setzt man das Komma richtig?

Für die korrekte und standardisierte Verwendung von Kommas gelten Kommaregeln. Für das Deutsche wurden die Kommaregeln im Zuge der Rechtschreibreform von 1996 mit dem Ziel einer Vereinfachung grundlegend geändert. Dabei wurde die Kommasetzung in vielen Fällen freigestellt. Mit der Überarbeitung des Reformregelwerks im Jahr 2006 wurde die Kommasetzung nochmals modifiziert; vor allem viele Freistellungen wurden mit dem Ziel einer besseren Lesbarkeit zurückgenommen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht die gesamten Kommaregeln ausführen, das kannst du überall nachlesen. Hier nur ein paar grundlegende Regeln:

  • Werden in einem Satz Satzteile (das können ein- oder auch mehrwortige Satzteile sein) mit gleicher syntaktischer Funktion aufgezählt oder verbindend genannt, so kann ihre Abtrennung entweder durch Konjunktionen (Bindewort) oder durch Kommata erfolgen.
  • Das Komma steht ebenfalls zwischen Satzteilen, die durch Konjunktionen in der Art einer Aufzählung verbunden sind (z. B. zum einen …, zum anderen …)
  • Auch Beifügungen werden in Kommata eingeschlossen, z. B. „Peter Meier, 70 Jahre, war früher Vorstandsvorsitzender.“
  • Zudem werden Einschübe in Kommata eingeschlossen, wenn sie nicht schon mit Gedankenstrichen eingeschlossen sind: „Eines Tages, es war mitten im Sommer, hagelte es.“
  • Schließlich werden noch Nebensätze durch Kommata abgetrennt (z. B. Wir ziehen uns Kleidung an, weil wir nicht nackt sein wollen.)

Es gibt noch einige weitere Fälle, in denen Kommata gesetzt werden. Du solltest dir nur bewusst sein, dass das Komma immer noch eine sehr wichtige Bedeutung in der deutschen Sprache hat und nicht einfach weggelassen werden kann.

 

Stoßlüften im Kopf: Kreativitätstechniken

Ein Gastbeitrag von Daniel Fitzke

Die Kollegin ruft im Homeoffice an. Wir haben uns seit einem halben Jahr nicht gesehen. Um Infektionsbrücken einzudämmen ist sie an einem anderen Standort untergebracht und wir haben derzeit keinen direkten Kontakt – auch nicht an unseren Bürotagen. Eine Kampagne will nicht vorankommen und es ist höchste Zeit. Es fehlt noch die zündende Idee…

Normalerweise würden wir jetzt zu dritt oder zu viert im Büro ein bisschen rumhirnen. Aber im Moment ist alles anders. Die Kampagne soll aber trotzdem – oder gerade deshalb – frisch und knackig daherkommen. Gute Bilder gibt es schon von der Werbeagentur. Jetzt braucht es einen passenden, prägnanten Titel.

Brainwriting: Kreatives Kritzeln gegen die Zeit

Also erinnern wir uns daran, dass wir Profis sind und setzen professionelle Methoden zur Ideengewinnung ein. In diesem Fall fällt die Wahl auf Brainwriting. Ich hole den Design-Thinking-Timer raus (die normale Stoppuhr-App auf dem Handy tut es natürlich auch) und wir fangen an, gegen die Zeit zu kritzeln. Drei Runden zu je einer Minute. Beide schreiben wahllos Kampagnentitel auf, wie sie uns gerade in den Sinn kommen. Kein Nachdenken. Keine Bewertung. Das kommt hinterher.

Nach den drei Runden haben wir beide eine lange Liste von Titeln. Die meisten sind unbrauchbar, einige klingen interessant, manche auf den ersten Blick viel versprechend. Jetzt geht es ans Aussortieren. Wir beide streichen auf unseren Listen alle Titel bis auf drei weg. Die drei eben, die uns von unserer eigenen Sammlung am besten gefallen. Die stellen wir uns gegenseitig vor, und wir wählen von der Auswahl unseres telefonischen Gegenübers jeweils einen Favoriten. Es bleiben also zwei Titel, die wir unserem Team vorstellen. Einen von der Liste der Kollegin, einen von meiner. Zwei wirklich brauchbare Kandidaten, die gut zur Kampagne passen und für Aufmerksamkeit sorgen dürften.

Das Team wählt am Ende den einen Kampagnentitel aus. Innerhalb weniger Stunden ist alles auf den Weg gebracht. So eine Deadline diszipliniert manchmal ungemein…

Brainstorming: Frischer Wind statt Laberrunde

Das Brainwriting ist eine spezielle, strukturierte Form des Brainstormings. Ein Brainstorming soll, wie der Name schon sagt, für frischen Wind im Kopf sorgen oder einen Sturm von Ideen entfachen. Ein Brainstorming ist keine Laberrunde, sondern ein Prozess, in dem Ideen ungefiltert und unvoreingenommen generiert und formuliert werden. Niemand hat das Sagen, es gibt keine Sitzungsleitung. Im Idealfall sorgt allerdings eine Moderation dafür, dass der Prozess ungestört und zielgerichtet abläuft – am besten gegen die Zeit. Dann kommen die Leute nicht unnötig ins Nachdenken oder Grübeln. Erst später werden die Ideen bewertet. Oft wirkt ein Brainstorming noch über Tage nach. In dieser Zeit ist es gut, wenn der Moderator oder die Moderatorin noch als Ansprechpartner/in zur Verfügung steht. In einer zweiten Runde können die Ideen dann gefiltert und sortiert werden.

Es gibt zahlreiche Varianten des Brainstormings. Entscheidend ist, dass die Ideen ungefiltert sprudeln können und die Teilnehmenden keine Selbstzensur betreiben. Dafür braucht es eine geeignete Arbeitsatmosphäre und die richtigen Rahmenbedingungen. Und vor allem gilt: Es gibt keine Denkverbote.

Methode 6-3-5: Nicht schmutzig, sondern strukturiert

Eine weitere strukturierte Technik zur Ideengewinnung ist die Methode 6-3-5. Hier schreiben sechs Teilnehmende jeweils drei Ideen auf ein Blatt und reichen die Blätter fünf Mal weiter. So werden die Ideen aller Teilnehmenden von den anderen aufgegriffen und weitergeführt. Rein rechnerisch entstehen dadurch 108 ungefilterte Ideen. Erst dann geht es an die Bewertung und ans Aussortieren.

Kinderspiele: Kreativ wie Kinder

Als Kinder waren wir praktisch ab Werk kreativ. Es hat uns nur niemand gesagt. Wir nannten es Spielen! Viele der alten Kinderspiele eignen sich hervorragend, um Kreativität zu beflügeln und Ideen zu generieren. Wenn wir sie unverkrampft und ergebnisoffen anwenden, können sie uns durch freies Assoziieren auf neue, unerwartete Gedanken bringen.

Zu Beginn eines Workshops mit gemischten Teams wirken Übungen wie „Wörterketten“ oder „Gegensatzpaare bilden“ Wunder. Sie zerstreuen Erwartungen, brechen bestehende Muster auf und ebnen den Weg in das freie Assoziieren. Ein Spieler sagt bei „Wörterketten“ ein Wort, der oder die nächste nennt ein anderes, das er oder sie mit dem vorherigen assoziiert. So werden Sinnzusammenhänge gebildet wie Wald – Baum – Blatt – Blüte. Gegensatzpaare werden zu zweit gebildet. Eine Person sagt ein Wort, die andere das Gegenteil. Danach wird gewechselt.

Andere Spiele eignen sich, um konkrete Ideen zu generieren. Wer es zum Beispiel auf Wortakrobatik mit doppeldeutigen Begriffen anlegt, kann „Teekesselchen“ spielen. „Der lange Satz“ kann zur Themenfindung dienen. Ein Satzanfang wie „Unser Unternehmen hat 2020 …“ kann in verschiedenen Varianten immer wieder beliebig fortgesetzt werden. Auch der Klassiker „Stadt-Land-Fluss“ lässt sich beliebig abwandeln, um sich einem Thema oder einem Themenfeld anzunähern und eine weite Spielwiese für neue Ideen zu bereiten.

Einfach mal ausprobieren

Klingt komisch? Probieren Sie es doch einfach mal aus und spielen Sie ein bisschen verrückt. Durch solche Techniken werden ganz andere Areale im Gehirn angesprochen als die, in denen unser Alltags- und Routinedenken angesiedelt ist. Ganz nebenbei macht es auch noch Spaß und man lernt die Kolleginnen und Kollegen von einer ganz neuen Seite kennen.

Das nächste Mal, wenn die zündende Idee nicht kommen will: Nicht lange rumgrübeln, einfach mal ein bisschen spinnen. Viel Spaß dabei!

Über den Autor:

Daniel Fitzke ist Kommunikationsmanager und Betriebswirt mit langjähriger Erfahrung als Kommunikationsberater, Pressesprecher, Fachjournalist und PR-Redakteur.

Als Berater, Trainer und Coach begleitet er Menschen und Unternehmen bei der Entwicklung eines prägnanten Profils und bei der Vermittlung klarer Botschaften – von der Positionierung und Strategieentwicklung bis zur operativen Umsetzung. Dabei reicht sein Erfahrungsschatz von der Arbeit für Großkonzerne über mittelständische Unternehmen aus Dienstleistung, Industrie und Handwerk bis hin zur Begleitung von Freiberuflern und Solo-Unternehmern.

In Seminaren, Workshops und unterhaltsamen Vorträgen gibt er sein umfangreiches Wissen über die strategische und operative PR-Arbeit weiter. 2018 ist mit 30 Minuten Schreibblockaden lösen sein erstes Buch im GABAL Verlag erschienen. 2020 folgte das Praxishandbuch PR für Freiberufler, zu dem conpublica-Gründer Frank Bärmann einen lesenswerten Gastbeitrag beigesteuert hat.

Weitere Infos: https://www.gutekommunikation.net/

Das Rezept für wirklich gute Teaser

Neugier ist eine grundlegende menschliche Eigenschaft. Gute Teaser nutzen genau das aus. Macht ein Teaser neugierig, liest man weiter. Doch wie genau sieht ein guter Teaser aus? Wir haben das Rezept mit den ultimativen Tipps für euch.

Zutaten

  1. Knackige Sätze

Wir lesen Teaser als Appetithäppchen. Wir wollen wissen, ob uns das ganze Menü schmeckt.

Appetithäppchen sind klein und so sollten auch Teaser-Sätze sein. Mundgerecht und nur so um die neun Wörter.

  1. Kräftige Wörter

Auch die Zutaten sollten klar erkennbar sein. Das heißt: einfache, kurze Wörter, keine komplizierten Wortkonstruktionen. Vor allem sollte die Wortwahl zur Zielgruppe passen.

  1. Aromatische Verben

Auch wenn ein Häppchen einfach gehalten ist, sollte es geschmacklich überzeugen. Dementsprechend sollten eure Verben aussagekräftig und vielsagend sein. „Kaufen“ kann auch „Schnäppchen machen“ sein, „gehen“ auch „schlendern“. Macht dem Leser Appetit auf mehr!

  1. Gepfefferte Adjektive

Ebenso wie die Verben tragen auch die Adjektive zum delikaten Genuss bei. Sind sie aussagekräftig und bildreich, werden unsere Geschmacksknospen angeregt- oder eben wir zum Weiterlesen.

  1. Keine komplizierten Zusatzstoffe

Für gute Teaser gilt: Zu viele Substantive und Substantivierungen vermeiden. Beim Probieren greifen wir auch eher zu Bekanntem als zu ausgefallenen Häppchen, deren Bestandteile wir nicht kennen. Manchmal reagieren wir sogar allergisch darauf. Regel: Einfach ist oft besser.

Zubereitung

Ihr könnt euren Teaser auf mehrere Arten zubereiten. Alle Zubereitungsarten funktionieren, schmecken aber etwas unterschiedlich.

Geht ihr eher journalistisch vor, solltet ihr die klassischen W-Fragen (Wer, Wie, Wo, Was, Wann, Warum) im Teaser beantworten. Euer Teaser lockt dann über Information und sollte auch mit Zahlen und Fakten glänzen. Das verleiht Glaubwürdigkeit.

Wenn ihr eher über Storytelling herangeht, wird euer Teaser etwas persönlicher geraten. Der Anfang eurer Geschichte sollte dann so schmackhaft sein, dass der Leser gar nicht genug davon bekommen kann.

Manchmal können auch Bitterstoffe verlockend sein. Weist in eurem Teaser auf ein bestehendes Problem hin. Oft erkennt sich der Leser darin wieder und will eure Lösung dazu kennenlernen.

Oder aber ihr lockt mit dem Honigtopf. Das Versprechen eines unwiderstehlichen Geschmacks (oder aber die Vorteile eures Produktes) können selbstverständlich auch reizen. Auch der Traum vom Idealzustand führt oft dazu, dass man weiterliest.

Egal, wie ihr ihn auch anlegt, er sollte maximal 250 Zeichen (3-4 Sätze) lang sein. Die meisten davon sollten maximal 9 Wörter haben. Die Überschrift und auch den Teaser solltet ihr außerdem immer zuletzt verfassen. Dann erst ist euch die Essenz eures Gerichts und die tatsächliche Geschmacksrichtung klar. 😉 Wir wünschen gutes Gelingen.

Zum Tag des Punktes: Der Gebrauch des Punktes in der deutschen Sprache

Heute ist internationaler Tag des Punktes (International Dot Day). Mal wieder ein kurioser Aktionstag, oder? Der Tag des Punktes hängt eng mit dem weltweit populären Kinderbuch mit dem Titel The Dot (dt. Der Punkt: Kunst kann jeder) zusammen, das 2004 von dem Amerikaner Peter H. Reynolds publiziert wurde. Angeblich präsentierte der US-amerikanische Lehrer Terry Shay das Buch am 15. September 2009 seiner Klasse und erklärte im Rahmen des Unterrichts den 15. September zum Dot Day.

Der Punkt hat im Grunde viele Rollen. Er ist ein Fleck im Zusammenhang mit Kunst und Malerei, er ist eine geometrische Form, er markiert einen bestimmten, sehr genau definierter Ort oder eine exakt festgelegte Zeit (Zeitpunkt), er ist eine Maßeinheit (1 Punkt = 0,375 mm) und auch ein zentrales Element von Schriften bzw. Schriftzeichen. Und um genau darum geht es im Folgenden.

Wer mehr zur Herkunft des Tages des Punktes wissen will, dem empfehlen wir die Webseiten https://www.kuriose-feiertage.de/internationaler-tag-des-punktes/ und http://www.thedotclub.org/dotday.

Der Punkt als Satzzeichen (in der deutschen Sprache)

Der Punkt am Satzende

Der Punkt schließt in der deutschen Sprache einen Aussagesatz ab und steht daher an seinem Ende.

„Der Laden ist geschlossen.“ oder „Der Zug ist weg.“

Nicht mit einem Punkt beendet werden dagegen nach Überschriften und nach Buch-, Aufsatz- und Zeitungstiteln und ihren selbstständigen Teilen, die ohnedies durch die Anordnung deutlich abgehoben sind. Das ist im Zusammenhang mit unserer Arbeit sehr wichtig. Die Rechtschreibprüfung der Textverarbeitungsprogramme kommt damit immer noch nicht klar. Ebenfalls wird der Punkt weggelassen, wenn er bei einem angeführten Satz am Anfang oder im Innern des Ganzsatzes steht. Beispiel: „Der Laden ist geschlossen.“

Der Punkt bei Abkürzungen und Trennungen

Der Punkt wird außerdem für Abkürzungen und in bestimmten Fällen zur Trennung verwendet. Dabei ist zu beachten, dass es auch Abkürzungen gibt, die ohne Punkt geschrieben werden.

Beliebte Abkürzungen mit Punkt sind:

  1. B., u. a., u. a. m., usw.

Bitte beachte, dass nach DIN 5008 bei Abkürzungen nach jedem Punkt ein Leerzeichen zu stehen hat.

Abkürzungen wie AGB, BRD usw. werden ohne Punkt abgeschlossen.

Der Punkt wird auch zur Trennung bei Datumsangaben, bestimmten Daten und als Tausendertrennzeichen eingesetzt.

„Sie ist am 15.09.1998 geboren.“

„Die Internetadresse lautet www.conpublica.de.“

„Sie verdient 1.400 Euro pro Monat.“

Der Punkt bei Ordnungszahlen

Eine weitere Aufgabe kommt dem Punkt bei Ordnungszahlen zu. Diese werden im Deutschen ebenfalls mit Punkt geschrieben.

„Dies ist nun der 12. Tag.“

„Friedrich II. war der Sohn von Heinrich VI.“

Beachte

Wird der Punkt als Satzschlusszeichen verwendet, wird der nächste Satz stets mit einem Großbuchstaben begonnen. Bei Abkürzungen wird je nach Wortart groß oder klein weiter geschrieben. Auch hier streiken die meisten Rechtschreibkorrekturen, zumindest, wenn man die übliche Autokorrektur angeschaltet hat.

Übrigens

Der Punkt ist auch Teil anderer Satzzeichen, z. B. des Strichpunktes (Semikolon), des Ausrufezeichens, Fragezeichens, Doppelpunktes (Kolon), des Aufzählungszeichens und der drei Auslassungspunkte (…). Er hat in der deutschen Sprache also eine gewichtige Rolle.

Links

Wir empfehlen für die weiterführende Studie zum Punkt als Satzzeichen die Wikipedia-Seite https://de.wikipedia.org/wiki/Punkt_(Satzzeichen) und die Grundlagen der deutschen Rechtschreibung des Rates für deutsche Rechtschreibung. Die Online-Version kannst du hier lesen: https://grammis.ids-mannheim.de/rechtschreibung/

Und nun: Mach mal einen Punkt.

Nein Verwirrung

Warum ein NEIN oft zu Verwirrung führt

Eltern von kleinen Kindern kennen die „Regel“ schon: Lieber positiv („Leg die Banane auf den Tisch!“) formulieren als negativ („Nein, wirf bitte die Banane nicht auf dem Boden.“). Denn meist lockt diese Idee dann zu sehr und wird doch ausprobiert oder aber das Kind versteht gar nicht so recht, was es genau nun tun soll. Dass sowas auch bei uns Erwachsenen für Verwirrung sorgt, das wissen viele jedoch nicht.

Daher wollen wir uns heute mal diesem Thema widmen und einen Blick auf gute Formulierungen werfen.

Nun, ich glaube, wir Erwachsenen haben schon verstanden, dass die Banane nicht auf den Boden gehört. Doch bei vielen Dingen tun wir uns ausgesprochen schwer, Verbote zu befolgen. Interessanterweise kommt es sogar immer öfter vor, dass Erwachsene sagen, dass sie gar nicht von dem Verbot gewusst haben, dabei stand es deutlich in der E-Mail oder auf dem Schild.

Nun, lügen Erwachsene dann?

Nein, denn oftmals ist tatsächlich die Formulierung von Verboten das Problem. Dazu werden entweder die Worte „kein“ oder „nicht“ verwendet oder aber Prä- oder Suffixe. Noch dazu kommen meistens lange Sätze – wobei das Verbot am Ende steht. Und die Aufmerksamkeit von uns Erwachsenen schwindet schnell, meinen wir doch, dass wir den Inhalt des Satzes schon erfasst haben.

Und jetzt kommt die Wissenschaft ins Spiel

Die hat nämlich herausgefunden, dass unser Gehirn für Negationen deutlich länger benötigt als für einfache und klare Botschaften. Und positive Aussagen werden auch deutlich schneller verarbeitet.

Die Wissenschaft erklärt es so: Bis das Gehirn Negationen aufgelöst hat, muss es einige logische Vorgänge meistern. Erwachsene schaffen das zwar besser als Kleinkinder, mühevoll ist es aber dennoch. Denn die linke Gehirnhälfte (zuständig für die Logik, Sprache und analytisches Denken) muss der rechten Gehirnhälfte (u. a. zuständig für bildhaftes Denken) erst sagen, dass sie zwar etwas sieht, aber das nicht umsetzen darf. Das kostet Zeit und Energie.

Daher sollte man auch beim Texten für Erwachsene Verneinungen vermeiden und positiv formulieren. Das gelingt, indem man sich klar macht, was man eigentlich aussagen möchte. Denn erst dann schreibt man logisch und nicht zu umständlich.

Simpel – einfach – logisch

Und damit sind wir bei dem Punkt, an dem wir uns klar werden müssen, dass die gesprochene Sprache wirklich anders rüberkommt als das geschriebene Wort. Denn während wir beim Sprechen immer wieder „komplizierter“ und „um die Ecke“ sprechen können, ohne dass es direkt zur Verwirrung führt, so ist es bei der schriftlichen Kommunikation absolut relevant, Aussagen so direkt und logisch zu formulieren wie eben möglich. Dabei darf die Satzstruktur dann gerne auch simpler ausfallen.

In dem Sinne:

Gutes Texten ist nicht schwer – ähm, ich meinte: Gutes Texten ist leicht!

Komm auf den Punkt! Kurze Texte in der Kundenkommunikation

Wie lang oder kurz ein guter Text sein sollte, dafür gibt es keine Regel. Während man bei Twitter in 280 Zeichen vermitteln muss, was man zu sagen hat, gilt für viele Texte im Rahmen des Content Marketing: Je länger desto besser, um in Sachen Suchmaschinenoptimierung möglichst weit vorn zu sein. Somit bestimmt das Medium häufig die Textlänge.

In der Kundenkommunikation aber gilt ganz unabhängig vom Medium: Fasse dich kurz! Warum? Das hat vor allem einen Grund: Die allerwenigsten deiner Kunden werden bereit sein, mehr Text von dir zu lesen, als auf einer Postkarte Platz hat. Schließlich warten sie nicht darauf, von dir zu hören. Daher ist es so wichtig, dass du es schaffst, in wenigen Worten dein Anliegen zu vermitteln.

Kurze Texte zu formulieren, ist allerdings viel schwieriger als lange. Daher geben wir dir ganz konkrete Tipps, wie du mit deinen Kunden (und solchen, die es werden sollen) kurz und knapp kommunizierst. Und dabei trotzdem überzeugst.

Schreibe nicht von dir

Wenn es darum geht, das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung zu beschreiben, ist es ganz besonders schwierig, sich kurz zu fassen. Schließlich gäbe es sooo viel zu erzählen. Daher schreib am besten gar nicht von dir – oder zumindest fast gar nicht. Stelle stattdessen deinen Kunden in den Fokus: Welche Probleme hat er? Was braucht er? Wie fühlt er sich? Das hat gleich zwei Vorteile: Zum einen wird es dir hierbei leichter fallen, dich kurz zu fassen. Zum anderen erreichst du deinen Kunden besser, wenn du von ihm sprichst, als wenn du nur von deinem Unternehmen sprichst. Denn deine Kunden sind nicht an DEINEM Produkt interessiert, sondern an einer Lösung IHRES Problems.

Benutze Umgangssprache

“Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie die Initiative ergreifen über die untenstehenden Kontaktmöglichkeiten mit uns ins Gespräch zu kommen.” Zu solchen Sätzen lädt die deutsche Sprache leider ein und gerade im Geschäftsumfeld wird häufig so geschrieben – weil man besonders höflich und professionell rüberkommen will. Das macht einen Text aber nicht nur lang, sondern auch langweilig. Ohne jetzt die Grammatik-Fibel herauszuholen und vom Nominalstil abzuraten, machen wir es lieber praktisch: Wenn du deinen Kunden schreibst, dann formulier deinen Text so, als würdest du einem Bekannten schreiben. Denn wie dein Bekannter ist auch dein Kunde vor allem ein Mensch.

Kurze Sätze für kurze Texte

Wenn du dich kurz fassen willst, dann nimm dir nicht den ganzen Text auf einmal vor, sondern jeden Satz einzeln. Und dann überlege, wie du ihn kürzen kannst. Setze möglichst viele Punkte. Nutze möglichst wenig Kommas. Und: Nicht jeder Satz muss vollständig sein. Ehrlich. Wenn du das ganz bewusst so einsetzt.

Kurze Sätze erreichst du auch dadurch, dass du Füllwörter streichst. Gehe nachträglich mit dem Rotstift über deinen Text und streiche Füllwörter wie als, ganz, ziemlich, auch, sozusagen etc. Das fällt schwer. Aber wenn du danach noch einmal den Text liest, merkst du, dass es ihm gut getan hat.

Mehr Emotionen, weniger Fakten

In persönlichen Gesprächen habe ich schon häufiger die Erfahrung gemacht: Ich erzähle von einem Thema und liefere Fakten. Aus meinem Lebenslauf beispielsweise oder von den Funktionen einer Software. Und im Laufe des Gesprächs fragt mein Gegenüber dann nach genau diesen Fakten. Obwohl ich die bereits erwähnt habe. Wenn ich hingegen erzähle, wie ich mich bei einem Vorstellungsgespräch gefühlt habe oder welchen Erfolg ein Kunde hatte, der eine Funktion meiner Software genutzt hat, dann bleibt das hängen.

Fakt ist: Geschichten und Emotionen kann man sich besser merken als Fakten. Daher gehe mit der Auflistung von Features und Produkteigenschaften sehr sparsam um. Du glaubst ja gar nicht, wie sehr das dabei hilft, einen Text zu kürzen 🙂 Wenn du erst einmal mit Emotionen die Aufmerksamkeit deiner Kunden gewonnen hast, kannst du im zweiten Schritt dann immer noch diese Details liefern.

Unterschiedliche Texte für unterschiedliche Kunden

Wenn du einen Text schreibst, solltest du ganz genau im Kopf haben, für wen du ihn schreibst. Für eine 60-jährige Hausfrau oder einen 25jährigen Hipster? Für eine Abteilungsleiterin oder einen Solo-Selbstständigen? Je mehr Menschen du mit deinem Text erreichen willst, desto länger wird er. Warum? Weil du versuchst, dass sich jeder einzelne wiederfinden kann, in einem Beispiel oder einer Beschreibung. Daher richte dich mit deinem Texte an EINE spitze Zielgruppe. Und schreibe einen anderen Text für eine andere Zielgruppe. Die Mittel im modernen Marketing lassen es heute zu, Kunden ganz individuell anzusprechen. Also Finger weg von dem einen Newsletter der an alle Kunden verschickt wird.

Bau einen CTA ein

Auf vielen Webseiten werden Texte veröffentlicht, die gar kein Ende nehmen wollen. Schließlich hat man Platz ohne Ende. Wir können von Webseiten aber auch lernen, wie man sich kurz fasst. Und zwar beim CTA-Button. Das ist der Button auf einer Webseite, der uns weiterbringt. Zu mehr Informationen, zum Kaufen eines Produktes o.ä. Und da ein Button nicht groß ist, kann darauf auch nicht viel Text stehen. Beim Schreiben von Texten solltest du den CTA-Button immer im Hinterkopf haben: Was willst du mit deinem Text erreichen? Was ist der nächste Schritt, den dein Leser gehen soll? Und genau wie beim CTA-Button auf einer Webseite solltest du dieses Ziel in deinem Text auch benennen. Formuliere also eine ganz konkrete Aufforderung, was dein Leser als nächstes tun soll. So kurz und knapp wie beim CTA-Button.

Lass Bilder sprechen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte heißt es so schön. Und da ist was dran. Bilder helfen dir dabei etwas zu veranschaulichen, was sonst in vielen Sätzen beschrieben werden müsste. Bilder transportieren eine Stimmung und helfen all die gestrichenen Füllwörter zu ersetzen. Und deine Leser erfassen ein Bild viel schneller als einen Text. Bilder helfen dir also, dich im Text kurz zu fassen und dieses Hilfsmittel solltest du auf jeden Fall einsetzen. Ganz egal, ob du deinen Kunden einen Newsletter schickst oder eine Postkarte.

Autorin

Anne Buch gehört zum Gründerteam von EchtPost, einer Online-Plattform, über die Unternehmen Postkarten-Mailings an Ihre Kunden verschicken können. Der begrenzte Platz auf der Postkarte zwingt Unternehmen zu Ihrem Glück: Sie müssen Ihr Anliegen kurz und knapp vermitteln.

Das Textergeheimnis: 3 wirklich wirksame Überschriften, die jeder Blogger kennen sollte

Hast du dich auch schon mal gefragt, was uns dazu bringt, bestimmte Texte zu lesen und andere nicht? Zuerst stoßen wir immer auf die Überschrift, ganz klar. Ist die nicht interessant genug, machen wir hier erst mal Schluss. Das wissen natürlich auch die Journalisten und Medien, weshalb oft sehr reißerische Headline veröffentlicht werden.

Doch welche Überschriften ziehen (fast) immer? Gibt es eine Wunderformel für Überschriften, die uns reizen, speziell bei Online-Medien, die man meist zwischen Tür und Angel konsumiert? Ja, die gibt es. Zumindest unserer Erfahrung nach.

Typ 1: Der Cliffhanger

Man trifft eine Aussage – und dann schränkt man sie wieder ein. Also ungefähr so: „Überschriften, die immer funktionieren – aber auf das Medium kommt es an“. Damit erzeugt man Neugier, die unbedingt vom Leser gestillt werden will. Der Text wird gelesen, weil unsere Spürnase wissen will, warum. Hier ein Praxisbeispiel aus der Presse:

Überschrift Cliffhanger

 

Typ 2: Die „sollte jeder“-Überschrift

Wir kennen Sie alle, lesen sie zuhauf und doch funktionieren sie immer wieder gut – Überschriften die ein „sollte jeder“ enthalten. Ganz nach dem Motto „Diese 3 Überschriften-Typen sollte jeder Blogger kennen“. Hier ein brandaktuelles Beispiel:

Überschrift mit sollte jeder

Bei dem Wort „jeder“ wollen wir selbstverständlich dazu gehören und nichts verpassen. Der Gruppenzwang verpflichtet quasi zum Lesen.

Typ 3: Die „wirklich“-Überschrift

Wenn das Zauberwörtchen „wirklich“ in einer Überschrift enthalten ist, weckt das in uns Vertrauen. Wir glauben daran, dass dieser Blog „wirklich“ wichtig ist, und sind dankbar, dass diese Überschrift uns bei unserem Schubladendenken hilft. Denn im Wust von Blogs und Infos auf Facebook, Pinterest und Co. fällt es auch unserem zum Sortieren gemachten Hirn manchmal nicht leicht, auszufiltern. Wenn wir also lesen „3 wirklich wirksame Überschriften für Blogs“ glauben wir instinktiv an die Priorität dieses Beitrags. Bei euch hat es doch auch funktioniert, oder? Ansonsten hättet ihr ja nicht bis zu dieser Stelle gelesen 😉 .

Hier wieder ein aktuelles Beispiel aus der Presse:

Überschrift mit wirklich

In diesem Sinne: fröhliches Texten.

Foto von Sound On von Pexels

So schreibst Du einen hervorragenden Essay!

Wer oder was ist eigentlich dieser Essay? Das Wort „Essay“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet zum einen „Abwiegen“, aber auch „Abwägen“. Bei der Textform des Essays handelt es sich daher um eine gedankliche Abhandlung von wenigsten drei und maximal fünfzehn Seiten, in denen Du Deine Theorien und Thesen gegeneinander abwägen kannst. Dabei ist das Essay zwar eine wissenschaftliche Textform, kann zum Beispiel Fußnoten enthalten und gliedert sich nach einer klassischen Struktur in Einleitung, Hauptteil und Schlussteil, muss aber stilistisch nicht so strengen wissenschaftlichen Formalien entsprechen.

Das Essay stellt Argumente und Fragen des Verfassers in den Vordergrund.

Jeder Essay sollte sich als Versuch verstehen, seine eigenen Auseinandersetzungen mit einem Thema in den Fokus zu rücken. Es ist die Probe oder ein Experiment gedanklicher Natur, sich einem Themenfeld zu nähern. Du solltest den Leser Deines Essays also an Deinen Überlegungen und Deiner Vorgehensweise, an ein Thema heranzutreten, teilnehmen lassen und ihm gleichzeitig Einblicke in Deine Fortschritte Deiner Entwicklung gewähren. Dabei darfst Du jederzeit in einem kritischen Modus bleiben, Diskussionen eröffnen oder gar schriftlich abhandeln, Vergleiche ziehen, Fakten prüfen oder bereits begründen.

Essays sind faktisch eine sehr subjektive Textform.

Zwar gibt es formale Kriterien, an denen Du dich orientieren kannst. Inhaltlich hingegen bist Du ganz auf dich alleine gestellt.
Oftmals kommst Du erst zum Beispiel während des Studiums mit dieser Art Aufsatz in Berührung. In der Schule und während der Ausbildung ist er eher selten gefragt.

Was Du beachten solltest, um einen guten Essay zu schreiben.

Da es sich beim Essay um eine höchst individuelle Textform handelt, kann als grundsätzlicher Leitfaden zunächst nur die Gliederung dienen: Es gibt immer eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schlussteil. Darüber hinaus gibt es jedoch keine allgemein gültigen Regeln, die Du beim Verfassen eines Essays beachten musst. Es sind vielmehr Vorschläge oder Ideen, die Du umsetzen kannst, aber nicht musst. Einige Leitgedanken sollen Dir im Folgenden als Anleitung dienen.

Einige Tipps, worauf es bei Verfassen eines Essays ankommt

  1. Der Essay ist eine Mischform einer wissenschaftlichen Abhandlung.

Zum einen ist ein Essay eine klassische wissenschaftliche Arbeit. Zum anderen aber hält er sich nicht an die traditionellen wissenschaftlichen Gepflogenheiten. Er ist ein Mischwesen aus wissenschaftlicher und nicht wissenschaftlicher Arbeit. Das bedeutet, dass Du Deinen Essay nicht in einem strengen wissenschaftlichen Stil verfassen musst. Du musst dabei also keinem umständlichen Aufbau mit langen, verschachtelten Sätzen folgen oder durch die Verwendung möglichst vieler Fremdwörter punkten. Anderseits darfst Du auch nicht in eine reine umgangssprachliche Ausdrucksform verfallen. Du musst versuchen, einen lockeren und leichten Ton zu treffen, der aber dennoch Fakten liefert und nicht nur auf Floskeln basiert. Du musst einen Kompromiss aus beiden Extremen finden und dabei stets Deine spätere Leserschaft im Auge behalten.

Schreibe als Autor den Essay in der Ich-Form. Sowohl dem akademischen als auch dem Publikum außerhalb eines wissenschaftlichen Sektors soll es klar werden, dass es sich bei der Abhandlung um Deine eigene und persönliche Meinung handelt.

  1. Halte dich an einen Leitgedanken während Deiner Argumentation.

Der klassische rote Faden sollte in keiner Textform fehlen. Behalte diesen stets im Hinterkopf und hangle dich daran vorwärts. Bevor Du mit dem Schreiben beginnst, solltest Du im Groben schon wissen, was Dir wichtig ist und sich lohnt, auf der doch geringen Seitenzahl anzusprechen. Setze also Prioritäten. Unwichtige Details haben in einem Essay nichts zu suchen.

Du hast nur begrenzen Platz, also nutze diesen sinnvoll. Frage dich beim Auslassen stets, ob Dir dein logischer Strang dann noch erhalten bleibt. Wenn man Deiner Argumentation auch ohne das Detail folgen kann, lass es weg. Überzeuge, indem Du Fakten und Argumente nicht nur aneinanderreihst, sondern diese miteinander verwebst oder perspektivisch neu verortest. Man muss Deiner Auseinandersetzung mit der Problematik stets folgen können, sollte dabei aber auch Einblicke in Deine Gedanken bekommen.

  1. Formal ist der Essay eine ganz klassische Textform.

Zwar gliedert sich ein Essay stets in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schlussteil, aber diese Teilbereiche müssen nicht zwangsläufig auch als diese gekennzeichnet sein. Das bedeutet, dass Dein Essay sich vielmehr als ein großer gesamter Fließtext offenbart, als in Einzelteile mit Überschriften zerstückelt zu werden. Du gliederst Deinen Essay durch den Inhalt selbst, leitest über und beschreibst vielmehr, ob Du dich zu Beginn, im Kern oder am Schluss Deiner Argumentation befinden.

Vermeide also, Deinen Essay in drei Abschnitte zu teilen, die Du dann jeweils mit den Begriffen Einleitung, Hauptteil und Schlussteil betitelst. Du darfst zwar Überschriften verwenden. Diese sollten sich aber auf inhaltliche Aspekte des Abschnittes beziehen und nicht deren formales Gewand beschreiben. Auf Untertitel oder Zwischenüberschriften solltest Du komplett verzichten, um den Schreib- und Lesefluss nicht gänzlich zu zerstückeln.

Welche Aufgabe hat welcher Abschnitt?

Wie bei jeder Einleitung hat diese die Aufgabe, die Neugierde des Lesers zu wecken. Starte also mit einer Aussage, einem Argument oder einer These, die möglichst aussagekräftig ist und gleich das Interesse des späteren Lesers anspricht. Ist die Neugierde erst geweckt, liest sich ein Essay viel leichter und lieber. Auf den Einstiegssatz folgt dann direkt Deine Fragestellung, die Du im Folgenden behandeln wirst. Du gehst einem bestimmten Phänomen auf den Grund oder diskutieren und vergleichen zwei gegensätzliche Punkte? Wunderbar, dann schreibe dies auch in Deiner Einleitung. Der Leser muss an dieser Stelle wissen, was ihn erwartet. Stimme ihn auf Deinen Essay ein, indem Du genau sagst, was folgt. Du kannst bereits an dieser Stelle Deine Kernthese ansprechen.

Solltest Du in der Einleitung Deine Kernthese noch nicht ausformuliert haben, ist dies spätestens zu Beginn des Hauptteils fällig. Formuliere Dein Anliegen ganz konkret, führe Deine Thesen oder Hypothesen auf und ergänze diese gegebenenfalls auch mit Beispielen, um den eigenen Argumentationsstrang zu vervollständigen. Bleibe dabei aber immer beim Wesentlichen und gehe nicht zu sehr ins Detail. Konkrete Zitate oder Quellen solltest Du nur dann nennen, wenn diese wesentlich sind für Deine Aussage. Bleibe ansonsten möglichst in Deinem eigenen Sprachjargon.

Im Schlussteil oder Conclusio fasst nochmals die wichtigsten Deiner Argumente zusammen. Dabei sollst Du dich jedoch nicht einfach nur wiederholen, sondern nochmals komprimieren und alles auf einen Punkt bringen. Auch hast Du hier die Möglichkeit, nochmals einen Ausblick zu geben. Bist Du bei Deiner Analyse auf ein neues Problem oder andere wichtige Fragestellungen gestoßen, die lohnenswert erscheinen an anderer Stelle betrachtet zu werden? Dann gib hier eine Aussicht darauf, um das Interesse des Lesers auch zukünftig an Dein Thema zu binden.

Autorin: Kerstin Schmidt, Content Managerin und erfahrene Ghostwriterin bei Hausarbeit-Agentur

 

 

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