E-Mail-Design im Jahr 2022

Design ist in den vergangenen Jahren immer bedeutender geworden, wenn es um Marketing und Kundenwerbung geht. Denn schon länger müssen nicht nur Texte und Inhalte überzeugen, auch der „Look“ nimmt immer mehr Platz ein bei der Wahrnehmung eines Mediums. Manch einer sagt sogar

„Wenn Content King ist, dann ist Design die Queen!“

Und so liegt es nahe, dass auch beim E-Mail Design auf wesentliche Punkte geachtet werden sollte, wenn zum Beispiel der Newsletter auch wirklich gelesen werden soll.

Klare Strukturen und klare Aufforderungen

…so lässt sich die Anforderung an einen Newsletter zusammenfassen, doch auch der erste Eindruck muss stimmen.

Aktuell im Trend sind beispielsweise Farbverläufe im Hintergrund. Doch wie bei vielen anderen technischen Raffinessen sind diese nicht zuverlässig in jedem Mail-Client darstellbar, weswegen du auch eine einfarbige Variante bereitstellen solltest.
Fakt ist aber: Ein Farbverlauf fängt das Auge ein und lenkt den Blick abwärts, was uns natürlich zugutekommt, denn wir möchten ja, dass der Text gelesen wird.

Kommen wir nun zu den klaren Strukturen: Hierzu zählt ein klares Design. Doch auch ein gut strukturierter Text ist relevant für die Umsetzung dieser Empfehlung. Neben einem lockeren, problemlos lesbaren und nicht verschnörkelten/ verspielten Design sollte der Text gut und leicht lesbar sein. Hierzu sind eine geeignete Schriftart* und Schriftgröße sowie ein ausreichender Zeilenabstand unabdingbar.

Auch eine deutliche Strukturierung durch Überschriften und Absätze hilft dem Empfänger, die E-Mail mit wenig Aufwand zu überfliegen und schnell den Inhalt zu erfassen. Geschickt platzierte Bilder können ebenfalls dabei helfen, das Design rund wirken zu lassen. Aber Achtung: Bei animierten Grafiken (die eigentlich sehr gerne einzusetzen sind), musst du wieder beachten, dass manche Mail-Clients diese nicht abspielen können.

Im Start-Frame sollte die wichtige Botschaft also bereits erkennbar sein. Ganz wichtig ist am Ende eine klar formulierte Handlungsanweisung, womit wir auch schon beim nächsten Thema wären.

Interaktion mit dem Leser

Ein weiteres MUST HAVE ist – ganz nach dem Vorbild der sozialen Medien – die Aufforderung zur Interaktion. Sprich: Du solltest unbedingt Call-to-Action Buttons, viele klickbare Links, die bereits erwähnten GIFs oder interaktive Menüs in die E-Mail einbauen.

Da auch hier wieder aufgepasst werden muss, dass die E-Mail auch wirklich so dargestellt wird, wie geplant ist und nicht jeder Mail-Client interaktive Menüs und GIFs anzeigt, ist der Blick auf die gesamte E-Mail unabdingbar. Denn meistens funktioniert eine Idee nur im Gesamten.

Im ersten Schritt sind zum Beispiel viele Verlinkungen (auch auf denselben Inhalt) ein guter Anfang. Vielleicht bietest du am Ende die Aufforderung an, sich doch einmal eine bestimmte Webseite anzusehen. Auch eine kurze Bewertung, wie die E-Mail gefallen hat, kann helfen, in die Interaktion mit dem Leser zu treten.

Exkurs in die Welt der Typografie

*Nun noch ein kleiner Exkurs in die Welt der Typografie. Es gibt mittlerweile viele großartige Schriftarten, die viele verschiedene Stile transportieren. Selbst die Seriosität eines Unternehmens lässt sich oft schon an der gewählten Hausschrift erkennen. Doch so chic manche Schriftarten sind, so tückisch sind sie auch. Wie bereits mehrfach erwähnt, sind die meisten Mail-Clients leider nicht im Stande, ausgefallene Schriftarten korrekt anzuzeigen. Damit würde selbst ein preisverdächtiges Design nicht funktionieren.

Daher hier eine Übersicht, welche Schriften immer korrekt angezeigt werden und was die für Merkmale transportieren:

Serif-Schriften Charakter
  • Georgia
  • Times New Roman
  • Proxima Nova
  • Baskerville
  • traditionell
  • vertrauenserweckend
  • zuverlässig
  • seriös
Sans-Serif-Schriften Charakter
  • §  Arial
  • Roboto
  • Open Sans
  • Calibri
  • Helvetica
  • Franklin Gothic
  • Raleway
  • Sofia Pro
  • Quasimoda
  • Brandon Grotesque
  • Verdana
  • Tahoma
  • geradlinig
  • modern
  • einfach
  • zuverlässig
  • sauber
Display-Schriften Charakter
  • Valencia
  • Cooper
  • einzigartig
  • ausdrucksstark
  • freundlich
  • individuell
  • teils verspielte Ausstrahlung
Moderne Schriftarten Charakter
  • Century Gothic
  • Futura
  • stilvoll
  • schick
  • kraftvoll
  • stark

Und last but not least: Der Aufbau

Empfehlenswert ist es, wenn jeder Newsletter eine klare Struktur aufzeigt und den Leser „an die Hand“ nimmt und durch die E-Mail begleitet. Perfekt ist folgende Reihenfolge:

  1. Übersicht über die Themen
  2. Begrüßung mit Einleitung
  3. Thema (mit Verlinkungen und sofern gewünscht Bildern)
  4. Call-to-Action
  5. Wiederkehrendes Thema mit Mehrwert
  6. Footer

Neu und ungewöhnlich sind die E-Mail Trends nicht, doch sollten besonders die Newsletter-Designs, die seit Jahren nicht verändert wurden, noch einmal auf diese Punkte hin bewertet werden.

Übrigens: Wie du erreichst, dass deine Newsletter wirklich gelesen werden, erfährst du hier.

Ist deine Webseite gut? 10 Fragen, die du dir stellen solltest

Fast jeder Business-Mensch hat heute eine Webseite – oder sollte eine haben. Sie ist deine Homebase, deine Visitenkarte. Gerade für weniger technikaffine Menschen ist die Erstellung in Eigenregie aber nicht ganz einfach. Wird diese Aufgabe einem Dienstleister übergeben, fragt man sich hinterher: Ist die Seite wirklich gut? Denn mal ehrlich: Wer von uns weiß schon, welche unbewussten Faktoren uns alle triggern und dazu bringen, eine Webseite zu mögen? Wir haben 10 Fragen zusammengestellt, mit denen ihr dem Rätsel „gute Webseite“ auf die Spur kommt.

  1. Was ist das primäre Ziel deiner Webseite? Willst du online gefunden werden oder Produkte verkaufen? Erst wenn du dir diese Frage beantwortest, weißt du, ob die Ausrichtung deiner Webseite richtig ist.
  2. Stimmt deine Botschaft? Ist das Ziel deiner Seite klar, überprüfe deine Texte: Sagen sie das, was du vermitteln möchtest?
  3. Verleiten deine Überschriften zum Weiterlesen? Fakt ist: Die Absprungrate bei Webseiten ist extrem hoch. Die meisten User verweilen lediglich ein paar Sekunden auf deiner Seite. Sei kritisch und frage dich: Würde ich nach dieser Überschrift weiterlesen? Wenn nicht, ändere die Headlines. Tipps dafür bekommst du z. B. in unserem Blogbeitrag zum Thema wirksame Überschriften.
  4. Ist jeder Text nötig? Zu viel Text schreckt User ab. Untersuche: Welche Sätze kann ich streichen, ohne dass Wichtiges verloren geht? Kürze deine Texte dementsprechend und mache deine Webseite etwas „luftiger“.
  5. Gehe tiefer in die Textanalyse: Nutzt du knackige, prägnante Sätze und starke Verben? User bevorzugen aktive, kurze Wortgefüge. Tipps für gute Verben erfährst du hier.
  6. Verwendest du Marketing-Blabla? Wichtig: Das Kind beim Namen nennen. Streiche alle schwammigen Standard-Ausdrücke (hochwertig, innovativ, modern usw.) und ersetze sie durch konkrete Formulierungen.
  7. Oder sprichst du Fach-Chinesisch? Tausche alle Wörter, die für den Standard-Webseiten-Besucher nicht verständlich sind.
  8. Möchtest du, dass der User etwas tut? Falls ja, machst du diesen Schritt für ihn leicht und attraktiv? Call-to-action-Buttons helfen dem User, zu reagieren.
  9. Passt der Look zu meinem Unternehmen? Der erste Eindruck zählt. Das Erscheinungsbild muss stimmen und zu deinem Unternehmenslook passen. Prüfe die verwendeten Farben, Schriften und Bilder: Wurden deine Unternehmensstandards benutzt? Gibt es noch kein Corporate Design, lege eine Hausschriftart und deine Firmenfarben fest und gebrauche diese in Zukunft auf allen Kanälen.
  10. Ist meine Webseite benutzerfreundlich gestaltet? Auch Navigation und Verlinkungen müssen funktionieren. Das Design sollte zudem responsive sein, das heißt auch auf dem Handy korrekt angezeigt werden. Ist bei der mobilen Ansicht alles am falschen Platz, wirkt das sehr unseriös.

Wo geht die Reise hin? Die Zukunft der Sprache

Sprache kann einen und trennen. Die gleiche zu beherrschen ist eine Grundvoraussetzung für gelungene Kommunikation. Vielleicht ist das bald leichter, als wir denken. Denn zum ersten Mal rückt der Gedanke einer Universalsprache in den Bereich des Denkbaren. Diese Idee ist alles andere als neu: Einheitliche Hochsprachen gab es schon häufiger. Latein ermöglichte es den Römern, mit allen Untergebenen und Unterworfenen bis in die hintersten Winkel des römischen Weltreiches zu kommunizieren. Oder im Mittelalter dem Adel und Klerus als hegemoniale Brücke zu dienen. Die Einführung von Hochdeutsch oder Oxford English diente dazu, einen weitreichenden Kommunikationsstandard zu etablieren. Der Wunsch nach einer Einheitssprache ist demnach sehr alt und wird getragen von der Vision, den menschlichen Austausch zu erleichtern.

Social Mischmasch

Insbesondere die tiefgreifenden Veränderungen des Sozialverhaltens durch neue technische Optionen und globalisierte Kanäle führen einerseits zu einer neuen Verwendung der Sprache, die immer mehr Richtung Universalsprache driftet. Gesprochenes, Geschriebenes und Zeichensprache verschmelzen durch soziale Medien und Co. zu einer Spracheinheit, die hauptsächlich der schnellen Verständigung dient. Die vormals starre, standardisierte Schriftsprache gerät in Bewegung und wird in solchen Kanälen und Chats durchdrungen von der fließenden, sich stetig verändernden gesprochenen Sprache. Geschriebenes wird so formuliert, dass es dem Gesprochenen ähnelt und neue Kodierungen strömen in die Schriftsprache ein. Die Anzahl der Kommunikationspunkte wächst dank Instagram, TikTok und Co. und mit ihr gleichzeitig die schriftlichen Zeugnisse digitaler Sprache.

Weg vom Standard hin zu persönlichen Slangs

Von einer einheitlichen Standardsprache sind wir dennoch oft weit entfernt. Denn die Sprache wird freier und ist geprägt von individuellen Eigenarten und gruppenspezifischen Slangs. Wo viele aus diesem Grund vom Verfall der deutschen Sprache sprechen, sehen andere darin eine Möglichkeit für Entwicklung und Wachstum: Vor ungefähr hundert Jahren wurde der deutsche Wortschatz auf circa 3,7 Millionen Wörter geschätzt. Heute sind es 5,3 Millionen. In ihrem dritten Bericht zur Lage der deutschen Sprache bezeichnet die „Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung“ nicht ohne Grund Deutsch als „Sprache im Werden“. Der „normfreie“ Raum in den digitalen sozialen Kanälen macht einer neuen Sprachkreativität Platz, die den deutschen Wortschatz (und alle anderen Sprachen auch) wachsen lässt.

2200 nur noch 100 Sprachen

Der Wortschatz wächst, doch die Zahl der eigenständigen Sprachen wird dabei immer kleiner. Für das Jahr 2200 prognostizieren die Forscher nur noch 100 eigenständige Sprachen weltweit. Eine Abnahme ist auch jetzt schon zu verzeichnen: Statt der geschätzten 7500 Sprachen im Jahr 1500 werden heute nur noch 7000 eigenständige Sprachen erfasst. Zu den 100 überlebenden Sprachen werden den Wissenschaftlern zufolge mit großer Wahrscheinlichkeit Englisch, gefolgt von Deutsch, Französisch, Japanisch, Spanisch und Chinesisch zählen, denn diese waren schon im Jahr 2007 die meist vertretenen im Internet. Immerhin 121 Millionen Menschen weltweit sprechen Deutsch und mehr als ein Viertel aller weltweit publizierten Bücher wird in Deutsch gedruckt.

Immer weniger Sprachenvielfalt, aber alles im Fluss?

Wo geht also der Trend hin? Zur lokalisierten, individualisierten Sprache mit Peergroup-Slang, die sich immer mehr dem Gesprochenen annähert? Wir bedienen uns zukünftig einer immer geringeren Zahl von einzelnen Sprachen, aber gleichzeitig werden diese in unglaublichem Tempo komplexer, kleinteiliger, spezieller und umfangreicher? Wohin soll das führen? Wie soll Kommunikation dann noch funktionieren? Eine Antwort lautet: mit Metatext und KI. Spracherweiterung durch Kurzelemente, die als Zusammenfassung von komplizierteren Beschreibungen fungieren (z. B. Emojis) schließen die Verständnislücken, die durch individualisierte Sprache ohne Standards entstehen. Sie nehmen eine erweiterte Bedeutung an, die als Brücke dient und komplexe Botschaften im Kontext transportieren kann.

Ein riesiges digitales Archiv hilft der KI

Linguisten sehen in der Nachverfolgbarkeit dieser Texte (da die meisten in den digitalen Kanälen öffentlich sind) eine Chance zur digitalen Erfassung aller Bedeutungen und Sprachebenen, die dann zur Entwicklung einer Universalsprache dienen könnte. Denn: Wir werden weltweit immer weniger, aber komplexere Sprachen verwenden. Damit steigt auch der Schwierigkeitsgrad der Verständigung. Die langfristige Forscher-Prognose sieht wegen dieses Problems die Herrschaft der sprechenden Maschinen voraus. KI analysiert sämtliche Texte im Net und stellt mit sogenannter „Korpuslinguistik“ den Sinngehalt der Texte, die Häufigkeit der Wortverwendung und Zusammenhänge über die grammatikalische Richtigkeit. Einmal analysiert und erfasst, lässt sich der Sprachinhalt dann in sämtliche Sprachen übersetzen und weitergeben. Und da ist sie, die Universalsprache der Zukunft: Wir sprechen die Maschine an, die Maschine spuckt den Inhalt beim Gegenüber in der Sprache aus, die verstanden wird. Der Universalübersetzer aus Star Trek lässt grüßen. Und mal ganz ehrlich: Weit entfernt sind wir mit Google Translate, Alexa, Siri und Co. doch gar nicht mehr, oder?

Entspannt ins neue Jahr – kein Problem mit Listen

Das neue Jahr bringt sie immer wieder mit sich: Vorsätze und To-do-Listen. Das ist auch gar nicht so schlimm, wie es klingt. Denn neue Studien beweisen, dass Listen schreiben uns dabei hilft, Stress abzubauen.

Wenn wir zukünftige Aufgaben konkret auf eine Liste schreiben, können wir ein gedankliches Häkchen setzen, das uns beispielsweise besser schlafen lässt. Vielen Menschen macht das Abhaken der To-do-Listen regelrecht Spass, weil es ein Gefühl von Kontrolle und Erfolg vermittelt. Warum es sich aber auch für diejenigen lohnt, die sich durch Listen bevormundet und in ihrer Freiheit eingeengt fühlen, verraten wir euch hier. Denn Listen sind gut für unser Gehirn UND für unsere Seele.

Konkretisiertes dümpelt nicht mehr ziellos im Hirn herum

Um eine Liste schreiben zu können, muss unser Verstand Ordnung schaffen. Wir müssen filtern, zusammenfassen, priorisieren und konkretisieren. Haben wir die Aufgaben also in Worte und eine Reihenfolge gebracht, fühlen wir uns buchstäblich aufgeräumter. Unser Hirn freut sich, denn es liebt Schubladen. Positiver Nebeneffekt: Was man aufgeschrieben hat, behält man besser. Auch das gibt ein zusätzliches Gefühl von Kontrolle. Diese wirkt sich unbewusst auf unseren Stressfaktor aus. Ein Team um den Forscher Michael Scullin von der Baylor Universität in Waco, Texas prüfte zwei Gruppen. Eine sollte abends im Bett eine To-do-Liste schreiben, die andere (Kontrollgruppe) sollte aufschreiben, was sie den Tag über geschafft und erledigt hatte. Das Ergebnis ist erstaunlich: Die Schreiber der To-do-Liste schliefen deutlich schneller ein als die Gruppe mit der Erfolgsbilanz. Auch der Konkretisierungs-Faktor spielte eine Rolle: Je konkreter die Liste oder die Bilanz waren, desto mehr verstärkte sich der Effekt.

Planung führt zu mehr Effizienz

Wer die To-dos priorisiert, hat einen Plan vor Augen und kann so regelmässig überprüfen, ob das (zeitliche) Ziel eingehalten wurde. Dazu gehört zudem auch eine konkrete Planung von Zwischenschritten, die man ohne schriftlichen Plan gerne vergisst. Laut Forschern führt dieser „Priming-Effekt“ zur schnelleren und besseren Erledigung der Aufgaben. Auch psychologisch können wir davon profitieren: Listen machen aus großen Problemen kleine, überschaubare Problemchen. Diese erscheinen uns weniger unlösbar. Die Angst vorm Kontrollverlust schwindet und wir sind beruhigt, denn wir sehen nicht die ganze Straße auf einmal, sondern Meter für Meter.

Den Schalter umlegen

Listen schaffen es, den Schalter im Gehirn von Reaktion auf Aktion umzulegen. Mit dem konkreten Wissen um die noch zu erledigenden Aufgaben lassen wir uns erwiesenermaßen durch Störungen von außen weniger ablenken. Denn wir haben ein Ziel im Sinn, auf das wir andere dann auch verweisen und leichter mal „Nein“ sagen können. Zusätzlich schaltet das Hirn durchs Listenschreiben von „offen“ zwar noch nicht auf „erledigt“, aber immerhin schon auf „in Arbeit“. Das entstresst uns, weil uns bereits angegangene Dinge weniger belasten als gänzlich Unerledigtes.

Viele gute Gründe für To-do-Listen, oder? Wie man sie perfekt schreibt und worauf man achten sollte, erzählen wir euch dann in Kürze.

Hier könnt ihr mehr über die Studien lesen:

https://www.fastcompany.com/3063392/how-writing-to-do-lists-helps-your-brain-even-when-you-dont-comple

https://www.herfamily.ie/wellness/the-simple-five-minute-trick-that-can-help-you-get-to-sleep-quicker-293299

Vertraute Bilder – wie Personifikationen deinen Text zum Leben erwecken

Wer in der Schule mal Lyrik analysieren musste, kennt sie vielleicht noch: die Personifikation. Die „Vermenschlichung“ von Gegenständen, Tieren oder Pflanzen wird dort als Stilmittel häufig eingesetzt. Aber wusstest du auch, dass Personifikationen eine unglaubliche Wirkung auf deine Business-Texte haben können? Wie man sie richtig einsetzt und was sie wirklich bringen, zeigen wir dir hier.

Bilder bevorzugt

Unser Gehirn ist ein wahres Wunderwerk. Und weil es Millionen komplexer Vorgänge gleichzeitig erledigen muss, freut es sich über Vereinfachung in jeder Hinsicht. Bilder bieten ihm die Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge schnell zu erfassen. Sprachliche Bilder tun das auch. Deshalb wird Sprache, die ein Bild in unserem Kopf erzeugt, schneller erfasst und bleibt länger haften. Für werbliche Texte ist das ein echtes Geschenk. Slogans und Headlines sind nicht ohne Grund voll von Stilmitteln, die genau das tun – wie zum Beispiel die Personifikation.

Was genau ist eine Personifikation?

Dann macht Haribo Kinder und Erwachsene froh oder Red Bull verleiht Flügel. Den Produkten oder allgemein Dingen, Tieren oder Pflanzen wird Leben eingehaucht, indem man sie vermenschlicht. Sie werden mit menschlichen Dispositionen in Zusammenhang gebracht. Der sogenannte Anthropomorphismus überträgt also menschliche Eigenschaften auf Nichtmenschliches oder verleiht menschliche Züge. Das unterscheidet die Personifikation von der Metapher oder Allegorie, bei der ebenfalls zwei Bereiche miteinander verknüpft werden, die eigentlich nicht zusammengehören.

Personifikation leicht gemacht

Eine Personifikation zu bilden, ist im Prinzip ganz leicht. Wahrscheinlich tun wir alle es jeden Tag mehrmals, ohne es zu merken. Ganz bewusst kannst du Personifikationen einsetzen, indem du entweder ein menschenbezogenes Adjektiv (z. B. blinde Eifersucht), Substantiv (z. B. Gevatter Tod) oder Verb (die Sonne lacht) zur Beschreibung von etwas Nichtmenschlichem verwendest.

So setzt man sie ein

Bildhafte Sprache ist generell lebendiger und spannender. Wir lesen solche Texte schneller, weil uns die Bilder vertraut sind, das Hirn den Sinn schneller erfasst und wir sie dadurch lieber lesen. In Zeiten der kurzen Aufmerksamkeitsspanne ist das essenziell. Vor allem abstrakte Fakten oder schwieriger Lesestoff wird mit Personifikationen zu einer leichteren Lektüre. Produktnamen bekommen mit einem personifizierten Zusatz einen schnell greifbaren Sinn. So werden unverständliche Artikel mit einem Zusatz zum „besten Freund“, „verlässlichen Partner“ oder „Retter in der Not“.

Weil Bilder sehr stark sind, gehören sie auf die besten Plätze. Wenn jede Sekunde zählt, packst du deine Botschaft optimalerweise in die Headline oder Subheadline beziehungsweise in den Slogan. Oder zumindest in den Anfang deines Textes. Mit dem von dir erzeugten Bild im Kopf wird der folgende Text anders gelesen. Das Eingangs-Bild im Hinterkopf des Lesers verleiht dem gesamten Text die Prägung, die du dir wünschst.

Die Dosis macht das Gift

Übertreiben solltest du es bei aller Liebe zu Bildern aber nicht. Ein Stilmittel alle drei Sätze reicht. Egal in welche Trickkiste du greifst – ob Metapher, Allegorie, Anapher, Alliteration oder Personifikation – wenn jeder Satz etwas im Kopf des Lesers heraufbeschwört, bist du nah an dichter Lyrik und das schreckt in werblichen Texten die meisten wohl eher ab. Wenn du die Personifikation aber in Maßen einsetzt, wird sie für genau den richtigen Film im Hirn deiner Leser sorgen.

Texten wie die Profis – so gehts

Formulieren müssen wir im Leben immer wieder, sowohl geschäftlich als auch privat. Egal ob Reden, Aufsätze, Dankesschreiben, Postings und Blogs oder Business-Texte: fesselnd zu schreiben ist nicht leicht. Profis haben dieses Problem auch, aber eine Trickkiste, mit der sie sich dann weiterhelfen. Wir öffnen sie für dich.

Trick 1: Denk über den Leser nach

Für wen schreibst du? Stelle dir diese Frage, bevor du mit dem Schreiben beginnst. Dann überlege, wie die Sprache deines Lesers aussieht: Bevorzugt er anspruchsvolle Fachsprache oder liest er zwischendurch auf dem Handy und du musst seine Aufmerksamkeit aufrechterhalten? Was interessiert ihn an deinem Text? Welche Infos will er haben? Warum würde er weiterlesen bis zum Ende? Wenn du dir darüber klar bist, kannst du das Sprachniveau und die Länge deines Textes festlegen.

Trick 2: Notiere dir den roten Faden

Auch jetzt schreibst du immer noch nicht los. Für wen du schreibst, weißt du. Aber auch, was du schreiben willst? In Stichworten notierst du dir einen roten Faden, dem eine logische Reihenfolge zugrunde liegt. Bei einem Ratgeber kann das zum Beispiel die Auflistung aller Möglichkeiten nach einem bestimmten Gesichtspunkt sein. Oder bei einem Blog die bekannte Struktur von Einleitung, Hauptteil mit Höhepunkt und Schluss mit Zusammenfassung. Wichtig ist, dass die Reihenfolge für den Leser einen Sinn ergibt und nicht hin- und herspringt. Dann springt er nämlich ab.

Trick 3: Nutze die Macht der Struktur

Der rote Faden ist nicht nur für den logischen Aufbau da. Er kann dir auch gleichzeitig sagen, wo dein Text eine Unterbrechung in Form eines Absatzes, eines Titels, einer Aufzählung oder einer Zwischenüberschrift braucht. Denn mittlerweile weiß man: In kleinen Häppchen liest das Hirn unbewusst lieber. Ist der sogenannte „Grauwert“ zu hoch – wirkt dein Text also wie ein massiver grauer Block – schreckt das eher ab. Unterteile deinen Text in mundgerechte Stücke und der Leser wird lieber naschen. Eine Faustregel lautet: Kein Abschnitt sollte mehr als acht Sätze haben.

Trick 4: Schreibe nach absteigender Reihenfolge

Das Wichtigste kommt zuerst. Die Aufmerksamkeitsspanne der Leser hat in jüngster Zeit durch Mobile Devices eine unglaubliche Einbuße hinnehmen müssen. Alle Lehrer dieser Welt werden dir das bestätigen. Die wenigsten haben „on the Fly“ Lust und Zeit, sich lange Niederschriften zu Gemüte zu führen. Dein Text hat also nur eine kurze Chance, den Leser für sich zu gewinnen. In den ersten Sekunden muss Mehrwert her! Die Schwierigkeit besteht nun darin, zwar zu Beginn etwas Wichtiges auszusagen, aber trotzdem nicht sofort alles zu verraten.

Trick 5: Mixe kurz und lang

Viele behaupten, ein Satz dürfe nicht mehr als 14 Wörter enthalten, damit er zieht. Damit wären alle Prosa-Klassiker und etliche Zeitungsartikel schlecht geschrieben. Lange Sätze müssen nicht zwangsläufig ermüdend sein, wichtig ist nur der Mix. Ein gelungenes Wechselspiel zwischen prägnanten kurzen Sätzen und beschreibenden langen Sätzen kann viel spannender sein.

Trick 6 : Formuliere trennscharf

Dein Sprachniveau passt, roter Faden und Struktur sind da und das Wichtigste wurde schon zu Beginn eingeführt. Auch deine Satzlänge hast du bedacht. So weit, so gut. Was deinen Text jetzt von einem guten Text zu einem sehr guten Text macht, sind trennscharfe Formulierungen. Überdenke als Abschluss deshalb jedes wichtige Substantiv und Adjektiv. Beschreibt es ganz exakt das, was du sagen willst? Synonyme zu finden ist heute so leicht. Mach dir diese Arbeit – es lohnt sich.

Die witzigsten Anreden für E-Mail-Newsletter

Newsletter sind unglaublich langweilig und du löschst die Mails immer ungelesen? So geht es vielen. Gerade deshalb möchten wir euch die folgenden Fundstücke einer Befragung nicht vorenthalten. Die Internetseite email-marketing-forum.de hat ihre Leser gefragt, wie sie denn gerne bei Newslettern begrüßt werden. Dabei sind erstaunliche Stilblüten herausgekommen. Die unserer Ansicht nach 50 ungewöhnlichsten der 236 (!) Anreden haben wir euch hier mal aufgelistet. Und übrigens: Etwas Abwechslung und Erstaunen sind aus werblicher Sicht immer gut, zu weit sollte man allerdings auch nicht gehen – also eher mit Augenzwinkern sehen und bitte nicht ungefiltert umsetzen 😊

  1. Ahoi Herr
  2. Allerliebster
  3. Also jetzt hör mal genau zu,
  4. Carpe diem Bella Donna!
  5. Cheerio Herr
  6. Diesen Newsletter solltest du mal besser nicht abbestellen,
  7. Du Morgenmuffel
  8. Es ist heute!
  9. Grüezi Frau
  10. Grüß Gott Herr
  11. Halli, hallo, hallöle
  12. Hallo Alter
  13. Hallo, Eure Herrlichkeit
  14. Hallo Wonderwoman
  15. Hallöchen, mein liebster
  16. Hallöle Frau
  17. Hello Mister,
  18. Hey freaky
  19. Hi Digger
  20. Hola Amigo
  21. Hola, Buenas Dias
  22. Hola, Roger
  23. Horrido,
  24. Huhu Frau
  25. Ich grüße Sie Herr
  26. Ja, ist es denn die Möglichkeit, Herr
  27. jahhhooooo
  28. Jaja,
  29. Jó napot
  30. Juten Morgen Meister,
  31. Madame
  32. Mahlzeit
  33. Mein allerliebster
  34. Mein lieber Herr
  35. Meister
  36. Moin Moin
  37. Moin, lieber
  38. Na du
  39. Na, alter Sack!
  40. Na? Schon ausgeschlafen, Herr
  41. Pfiadi Gott, Frau
  42. Salü
  43. Saluti
  44. Schalom
  45. Servus Herr
  46. So schön kann Werbung sein, Herr
  47. Teuerste Madame
  48. Uffbasse Herr
  49. Wie gehts denn heut wieder, alter Sack?
  50. yo yo yo

Mehr Anreden gibt es übrigens unter: https://www.email-marketing-forum.de/fachartikel/details/236-anreden-fuer-e-mail-newsletter/2085

Autor ist übrigens kein Geringer als der Experte für Newsletter-Marketing Torsten Schwarz

Text Content vom Roboter – Die Zukunft ist Realität

Texte werden von einer Maschine geschrieben! Zukunft? Science-Fiction? Nein. Realität und fast schon gelebter Alltag.

Schon heute nutzen viele Zeitungs-Redaktionen bereits eine Technik, bei der Maschinen mit Künstlicher Intelligenz (KI) automatisiert z. B. Spielberichte aus den unteren Spielklassen im Fußball, Handball etc. (sprich Lokalsport) produzieren.

Wir haben vor einiger Zeit eine der führenden Lösungen in diesem Bereich bei der Arbeit zusehen dürfen.

Die Software heißt Natural Language Generation (NLG) und kommt von AX Semantics

Die NLG Software wertet Daten aus vielen verschiedenen Quellen, z.B. Produkt-Factsheets, BI-Daten oder Nachrichten und Wetterdaten aus und wandelt diese Daten direkt in schriftliche Inhalte um, ohne dass ein Redakteur benötigt wird. Damit der Text möglichst genau den Wünschen des Auftraggebers entspricht, wird die Software trainiert z.B. mit Informationen über die gewünschte Ausgabe, Bedeutung der Datenelemente, Phrasierung, Styling, Keywords, Übersetzungstipps etc.

Ein solcher Text wird in weniger als 200ms (Millisekunden) erstellt, also sozusagen in Echtzeit auf Knopfdruck. Insgesamt können mit der Software mehr als 150 Millionen Texte pro Tag erstellt werden. Und was mich wirklich fasziniert: Die computergenerierten Texte lassen sich kaum bis gar nicht von echten, von Menschenhand geschriebenen Texten unterscheiden.

Ein anderer Anbieter ist uNaice. Das Unternehmen hat sich u.a. auf Produkttexte spezialisiert. Witzig ist, dass man auf deren Seite gleich testen kann, ob man den von einer Maschine geschriebenen Text unter mehreren Texten findet.

Was diese Technologie für die Content-Erstellung bedeutet, ist jedem klar.

Wenn Maschinen genauso gut Texte schreiben wie Menschen, dann bekommt die Dimension Content eine ganz neue Bedeutung. Wir können so viel einzigartigen Content produzieren (lassen) wie wir wollen. Google erkennt nicht mehr, ob der Content maschinell erstellt wurde oder nicht.

Wir benötigen kein Content-Rewriting, kein Text-Spinning mehr, weil jeder neue Text einzigartig ist.

Oder nicht?

Bild von Markus Winkler auf Pixabay

Brave New Work – von den Nachteilen des Homeoffice

Ungewollt wurde 2020 zu einer Art exzessivem Feldversuch für sämtliche Formen des flexiblen Arbeitens. Und das neue Jahr startet nun sogar mit einer Verordnung zur Ermöglichung des Homeoffice, die sich vor ein paar Jahren noch niemand in Deutschland hätte träumen lassen. Allen, die aus familiären oder privaten Gründen immer auf eine derartige Möglichkeit gewartet haben, scheint diese Entwicklung oft als einziger Lichtblick in der Krise. Endlich Homeoffice und flexiblere Arbeitszeiten, endlich die Betreuung der Kinder leisten können und trotzdem arbeiten! Auch wir begrüßen den Känguru-Sprung, den die Arbeitswelt im vergangenen Jahr gemacht hat. Aber als heimliche Trendforscher können wir nicht umhin, auch ein paar Wermutstropfen in euren Homeoffice-Kaffee zu träufeln.

Schöne neue Arbeitswelt?

Wäre die Krise nicht, wären wir jetzt alle glückliche Homeoffice-Mitarbeiter mit perfekter Work-Life-Balance, oder? Eben das wagen wir zu bezweifeln. Denn auch eigenverantwortliches Arbeiten benötigt einen Lernprozess. Wer sich im Studium plötzlich völlig selbstständig organisieren musste, nachdem ihm in der Schule alle ToDos fein säuberlich geordnet auf dem Silbertablett serviert wurden, kennt diesen Effekt. Genauso chaotisch kann auch das Arbeiten im Homeoffice sein, wenn man sich und seine Arbeit nicht organisiert. Ohne Anleitung und geeignete Planner- und Aufgabentools fällt vielen von uns schwer, was wir bisher nicht leisten mussten: die Eigenverantwortlichkeit für die Erfüllung unserer Arbeitsaufträge. Mit ein bisschen Unterstützung und Erfahrung ist das kein Hexenwerk und wir sind optimistisch, dass es mit der Zeit gelingt, sich daran anzupassen. Als Organizer-Tipp können wir übrigens die App „ToDoist“ und MS Teams mit seinem Planungstool „Tasks“ empfehlen.

Segen oder Fluch?

Zur Generation Z (1997 -2012 Geborene) gehören wir leider nicht, wir fallen eher in die X- und Y-Kategorie. Deshalb ist es uns auch Studien zufolge nicht so wichtig, Arbeit und Freizeit voneinander zu trennen. Das sogenannte „Work-Life-Blending“ hat ja auch viele Vorteile. Die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie ich meinen Tag strukturiere und eine daraus folgende, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehören dazu. Die Verschmelzung von Beruf und Alltag können auf diesem Weg zu einer höheren Motivation und Zufriedenheit der Arbeitnehmer führen. Was als Segen erscheint, kann aber auch ein Fluch sein. Der uns nachfolgenden Generation Z ist das bereits bewusst. Mit der Flexibilität im Arbeitsalltag geht nämlich leider oft der Mangel an Struktur und Freizeit einher. Ständige Erreichbarkeit, die bei Homeoffice und flexiblen Arbeitszeiten oft erwartet wird, kann psychisch sehr belastend sein und eine Menge Stress auslösen. Die Jüngeren haben hier erkannt, was wir oft gesundheitlich zu spüren bekommen: Wir brauchen Auszeiten. Der Entwicklung hin zum Homeoffice bekommt damit einen klaren Gegentrend – die Work-Life-Separation. Das Homeoffice wird auch nach der Krise bleiben, so viel ist klar. Neu wird aber die Rückforderung der Mitarbeiter nach festen Arbeitszeiten sein und wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, ist das wohl auch gut so.

Zauberwort Digital Detox

Was für uns als Kinder selbstverständlich war, wird also wieder Trend werden: Zeiten ohne Handy, Laptop und Co. Soziologen kennen das: Was sich explosiv entwickelt, wird später oft von einer Gegenentwicklung begleitet. „Digital Detox“, also der temporäre Verzicht auf alle Medien, ist heute schon sehr beliebt und wird unserer Überzeugung zufolge in Zukunft wieder verstärkt praktiziert. Die Umwelt mal mit den eigenen Augen und nicht durch die Linse der Handykamera wahrzunehmen und Menschen zu treffen, statt deren Posts zu liken, wird in Zukunft gerade wegen der Krise ein neues Hoch erfahren. Was im Moment unsere einzige Möglichkeit der Verbindung mit der Außenwelt ist, werden wir danach sicher gerne mal beiseitelegen, um wieder in persönlichen Kontakt mit den Kollegen zu treten oder die Wirkung des neuen Oberteils mal live vor Ort im Laden zu testen. Denn so segensreich digitale Medien gerade in der heutigen Zeit sind: reale Kontakte sind doch um einiges netter, oder?

Der Artikel ist unser Beitrag zur Blogparade „Erwartungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 2021“ von Nicolas Scheidtweiler. #HRin2021

Stoßlüften im Kopf: Kreativitätstechniken

Ein Gastbeitrag von Daniel Fitzke

Die Kollegin ruft im Homeoffice an. Wir haben uns seit einem halben Jahr nicht gesehen. Um Infektionsbrücken einzudämmen ist sie an einem anderen Standort untergebracht und wir haben derzeit keinen direkten Kontakt – auch nicht an unseren Bürotagen. Eine Kampagne will nicht vorankommen und es ist höchste Zeit. Es fehlt noch die zündende Idee…

Normalerweise würden wir jetzt zu dritt oder zu viert im Büro ein bisschen rumhirnen. Aber im Moment ist alles anders. Die Kampagne soll aber trotzdem – oder gerade deshalb – frisch und knackig daherkommen. Gute Bilder gibt es schon von der Werbeagentur. Jetzt braucht es einen passenden, prägnanten Titel.

Brainwriting: Kreatives Kritzeln gegen die Zeit

Also erinnern wir uns daran, dass wir Profis sind und setzen professionelle Methoden zur Ideengewinnung ein. In diesem Fall fällt die Wahl auf Brainwriting. Ich hole den Design-Thinking-Timer raus (die normale Stoppuhr-App auf dem Handy tut es natürlich auch) und wir fangen an, gegen die Zeit zu kritzeln. Drei Runden zu je einer Minute. Beide schreiben wahllos Kampagnentitel auf, wie sie uns gerade in den Sinn kommen. Kein Nachdenken. Keine Bewertung. Das kommt hinterher.

Nach den drei Runden haben wir beide eine lange Liste von Titeln. Die meisten sind unbrauchbar, einige klingen interessant, manche auf den ersten Blick viel versprechend. Jetzt geht es ans Aussortieren. Wir beide streichen auf unseren Listen alle Titel bis auf drei weg. Die drei eben, die uns von unserer eigenen Sammlung am besten gefallen. Die stellen wir uns gegenseitig vor, und wir wählen von der Auswahl unseres telefonischen Gegenübers jeweils einen Favoriten. Es bleiben also zwei Titel, die wir unserem Team vorstellen. Einen von der Liste der Kollegin, einen von meiner. Zwei wirklich brauchbare Kandidaten, die gut zur Kampagne passen und für Aufmerksamkeit sorgen dürften.

Das Team wählt am Ende den einen Kampagnentitel aus. Innerhalb weniger Stunden ist alles auf den Weg gebracht. So eine Deadline diszipliniert manchmal ungemein…

Brainstorming: Frischer Wind statt Laberrunde

Das Brainwriting ist eine spezielle, strukturierte Form des Brainstormings. Ein Brainstorming soll, wie der Name schon sagt, für frischen Wind im Kopf sorgen oder einen Sturm von Ideen entfachen. Ein Brainstorming ist keine Laberrunde, sondern ein Prozess, in dem Ideen ungefiltert und unvoreingenommen generiert und formuliert werden. Niemand hat das Sagen, es gibt keine Sitzungsleitung. Im Idealfall sorgt allerdings eine Moderation dafür, dass der Prozess ungestört und zielgerichtet abläuft – am besten gegen die Zeit. Dann kommen die Leute nicht unnötig ins Nachdenken oder Grübeln. Erst später werden die Ideen bewertet. Oft wirkt ein Brainstorming noch über Tage nach. In dieser Zeit ist es gut, wenn der Moderator oder die Moderatorin noch als Ansprechpartner/in zur Verfügung steht. In einer zweiten Runde können die Ideen dann gefiltert und sortiert werden.

Es gibt zahlreiche Varianten des Brainstormings. Entscheidend ist, dass die Ideen ungefiltert sprudeln können und die Teilnehmenden keine Selbstzensur betreiben. Dafür braucht es eine geeignete Arbeitsatmosphäre und die richtigen Rahmenbedingungen. Und vor allem gilt: Es gibt keine Denkverbote.

Methode 6-3-5: Nicht schmutzig, sondern strukturiert

Eine weitere strukturierte Technik zur Ideengewinnung ist die Methode 6-3-5. Hier schreiben sechs Teilnehmende jeweils drei Ideen auf ein Blatt und reichen die Blätter fünf Mal weiter. So werden die Ideen aller Teilnehmenden von den anderen aufgegriffen und weitergeführt. Rein rechnerisch entstehen dadurch 108 ungefilterte Ideen. Erst dann geht es an die Bewertung und ans Aussortieren.

Kinderspiele: Kreativ wie Kinder

Als Kinder waren wir praktisch ab Werk kreativ. Es hat uns nur niemand gesagt. Wir nannten es Spielen! Viele der alten Kinderspiele eignen sich hervorragend, um Kreativität zu beflügeln und Ideen zu generieren. Wenn wir sie unverkrampft und ergebnisoffen anwenden, können sie uns durch freies Assoziieren auf neue, unerwartete Gedanken bringen.

Zu Beginn eines Workshops mit gemischten Teams wirken Übungen wie „Wörterketten“ oder „Gegensatzpaare bilden“ Wunder. Sie zerstreuen Erwartungen, brechen bestehende Muster auf und ebnen den Weg in das freie Assoziieren. Ein Spieler sagt bei „Wörterketten“ ein Wort, der oder die nächste nennt ein anderes, das er oder sie mit dem vorherigen assoziiert. So werden Sinnzusammenhänge gebildet wie Wald – Baum – Blatt – Blüte. Gegensatzpaare werden zu zweit gebildet. Eine Person sagt ein Wort, die andere das Gegenteil. Danach wird gewechselt.

Andere Spiele eignen sich, um konkrete Ideen zu generieren. Wer es zum Beispiel auf Wortakrobatik mit doppeldeutigen Begriffen anlegt, kann „Teekesselchen“ spielen. „Der lange Satz“ kann zur Themenfindung dienen. Ein Satzanfang wie „Unser Unternehmen hat 2020 …“ kann in verschiedenen Varianten immer wieder beliebig fortgesetzt werden. Auch der Klassiker „Stadt-Land-Fluss“ lässt sich beliebig abwandeln, um sich einem Thema oder einem Themenfeld anzunähern und eine weite Spielwiese für neue Ideen zu bereiten.

Einfach mal ausprobieren

Klingt komisch? Probieren Sie es doch einfach mal aus und spielen Sie ein bisschen verrückt. Durch solche Techniken werden ganz andere Areale im Gehirn angesprochen als die, in denen unser Alltags- und Routinedenken angesiedelt ist. Ganz nebenbei macht es auch noch Spaß und man lernt die Kolleginnen und Kollegen von einer ganz neuen Seite kennen.

Das nächste Mal, wenn die zündende Idee nicht kommen will: Nicht lange rumgrübeln, einfach mal ein bisschen spinnen. Viel Spaß dabei!

Über den Autor:

Daniel Fitzke ist Kommunikationsmanager und Betriebswirt mit langjähriger Erfahrung als Kommunikationsberater, Pressesprecher, Fachjournalist und PR-Redakteur.

Als Berater, Trainer und Coach begleitet er Menschen und Unternehmen bei der Entwicklung eines prägnanten Profils und bei der Vermittlung klarer Botschaften – von der Positionierung und Strategieentwicklung bis zur operativen Umsetzung. Dabei reicht sein Erfahrungsschatz von der Arbeit für Großkonzerne über mittelständische Unternehmen aus Dienstleistung, Industrie und Handwerk bis hin zur Begleitung von Freiberuflern und Solo-Unternehmern.

In Seminaren, Workshops und unterhaltsamen Vorträgen gibt er sein umfangreiches Wissen über die strategische und operative PR-Arbeit weiter. 2018 ist mit 30 Minuten Schreibblockaden lösen sein erstes Buch im GABAL Verlag erschienen. 2020 folgte das Praxishandbuch PR für Freiberufler, zu dem conpublica-Gründer Frank Bärmann einen lesenswerten Gastbeitrag beigesteuert hat.

Weitere Infos: https://www.gutekommunikation.net/