Pressearbeit für Start-ups – Meine Tipps

Ein altes PR-Sprichwort sagt: Tue Gutes und rede drüber. Viele Start-ups tun Ersteres und vergessen Zweiteres. Dabei erfinden und entwickeln sie gute Produkte und Dienstleistungen bis zur Marktreife und bringen dadurch vielen Menschen einen Mehrwert. Denken wir an die Biotech-Unternehmen oder viele Internet-Start-ups.

Natürlich gibt es beim Start viele Dinge, die wichtiger sind als Marketing und Pressearbeit. Ab einem gewissen Punkt gehört die PR aber zur Pflicht eines Start-ups. Denn irgendwann müssen die Medien, die Öffentlichkeit und nicht zuletzt Investoren von den tollen Erfindungen erfahren. Wichtig ist hierbei, das Ganze von vornherein ernst zu nehmen und nicht mal so nebenbei erledigen zu wollen. Pressearbeit muss strategisch gut geplant und mit Herzblut umgesetzt werden. Wer schnell mal eine Pressemeldung raussenden will oder ein paar E-Mails an die Redakteure sendet, wird keinen Erfolg haben. Die Installation einer eigenen PR-Abteilung ist dafür übrigens nicht nötig, am Anfang ist Pressearbeit eine Aufgabe für die Gründer und Geschäftsführer.

Wer es richtig macht, für den kann die Pressearbeit zum wichtigen Multiplikator in der Kunden- oder Nutzerakquise werden.

Wie man es richtig angeht, darüber habe ich in meinem Blogartikel über Technologie-PR bereits berichtet. Natürlich sind die dortigen Tipps und Ratschläge auch für andere Branchen außerhalb des Technologiesektors anzuwenden.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind die gute Vorbereitung und Authentizität.

Vorbereitung

An dieser Stelle werde ich meine Beiträge aus der Vergangenheit nicht wiederholen, sondern nur kurz zusammenfassen. Wenn ihr ein Start-up gegründet und euer Produkt / eure Dienstleistung einen gewissen Reifegrad erreicht hat, solltet ihr mit der Planung der Pressearbeit beginnen. Überlegt euch, welche Medien ihr ansprechen wollt, wen ihr erreichen wollt, was ihr erzählen wollt und bereitet eine (digitale) Infomappe vor. Dort solltet ihr einige Texte über euch und euer Produkt / eure Dienstleistung in Kurz- und Langversion, Fotos (Logo, Produkt und Team) und gegebenenfalls Videos zum herunterladen bereitstellen.

Ganz wichtig: Verzichtet in den Texten auf Werbesprache, auf Fachchinesisch und Eigenlob. Niemand will lesen, wie cool ihr seid oder welche Detailfunktionen die neue Lösung hat. Holt euch notfalls Hilfe bei Text- oder PR-Profis.

Sucht euch dann die richtigen Kontakte in den Redaktionen heraus, ruft dort an und erzählt eure Geschichte. Das Stichwort heißt „Storytelling“.

Hier helfen euch übrigens meine 7 Mythen über Journalisten und deren Wahrheitsgehalt, meine acht Grundregeln für erfolgreiche PR sowie meine 10 Tipps für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Journalisten.

Wichtig ist der persönliche Kontakt. Eine E-Mail ist zwar schnell und praktisch, aber verpufft im Posteingang neben Hunderten anderer E-Mails. Und es gibt keinen Betreff, der so spannend sein kann wie ein persönlicher Satz am Telefon.

Ich empfehle euch, das Telefonat vorher zu üben. Am besten ruft ihr nicht gleich die WirtschaftsWoche an, sondern übt mit einem kleinen Lokalmagazin oder der Zeitung. Damit will ich nicht sagen, dass diese Medien weniger wichtig sind. Es ist jedoch so, dass ein Scheitern dort nicht so weh tut.

Authentizität

Ihr steht ganz am Anfang eurer Unternehmenshistorie. Nutzt die Chance der unternehmerischen Unbeflecktheit. Verstellt euch nicht, spielt nicht jemanden, der ihr nicht seid. Versucht nicht, dem Redakteur etwas vorzuspielen. Das klappt auf Dauer nie. Bleibt einfach authentisch.

Nachfolgend einige weitere Tipps

  1. Verabredet euch auf Messen. Ob ihr nun auf einer Fachmesse als Aussteller zu finden seid oder nicht, spielt keine große Rolle. Geht dorthin, wo ihr Journalisten trefft. Versucht im Vorfeld, einen Termin für ein Gespräch, gemütlich bei einer Tasse Kaffee, zu ergattern.
  2. Übt unbedingt den Elevator-Pitch. Er ist für ein Gespräch mit Investoren von Nöten, aber er funktioniert auch bei Journalisten, die üblicherweise nie Zeit haben. Habt ihr einen wichtigen Redakteur an der Strippe oder vor euch, muss der erste Satz sitzen.
  3. Beachtet die Grice´sche Konversationsmaximen.
  4. Nehmt euch Zeit. Pressearbeit ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Ich wünsche euch viel Erfolg.

 

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