Robo-Journalismus: KI und die Texter

Keine Angst, das hier wird nicht der x-te Artikel über KI. Was genau KI ist, wissen wohl mittlerweile die meisten. Heute geht es um die „Übernahme der Maschinen“ in den Bereichen Text und Marketing und was davon zu halten ist. Und ist es überhaupt so?

„Alexa, wie groß ist eine Giraffe?“

oder

„Siri, bitte rufe Mama an!“.

Aber auch:

90‘ Offizielle Nachspielzeit (Minuten): 3

89‘ Ronald Koeman scheint tatsächlich an die Tordifferenz zu denken. Bei der Einwechslung von Óscar Mingueza scheint es aber nur noch darum zu gehen, ein viertes Gegentor zu verhindern.

89‘ Einwechslung bei FC Barcelona: Óscar Mingueza

89‘ Auswechslung bei FC Barcelona: Sergi Roberto

87‘ Gelb-Rote Karte für Eric García (FC Barcelona), Weltuntergangsstimmung in Barcelona. Zu allem Überfluss muss Eric García nach einem weiteren taktischen Foul auch noch mit Gelb-Rot vom Platz.

86‘ Einwechslung bei SL Benfica: Gonçalo Ramos

[Quelle https://sportdaten.spiegel.de]

Wir nutzen die künstliche Intelligenz der Maschinen bereits seit einigen Jahren und für viele sind die Befehle an Alexa oder Siri zum Alltag geworden. Selbst die Kleinsten sprechen mit Alexa und Co. als wäre es das Normalste der Welt. Oh Moment – Liveticker beim Sport? Da sitzt doch bestimmt jemand und tippt ganz schnell alles herunter? Oder etwa doch nicht?

Das Thema KI (künstliche Intelligenz) ist längst ein Bestandteil unseres alltäglichen Lebens geworden – teilweise ohne dass wir es merken. Denn die Informatik entwickelt sich rasant weiter und wird immer besser darin, menschliches Verhalten zu imitieren. Und so werden immer mehr Bereiche von der künstlichen Intelligenz übernommen. Mittlerweile ist sie auch im Marketing angekommen und übernimmt das Texten für einen – wenn man es denn will.

Doch was ist von der „Übernahme der Maschinen“ zu halten? Und klauen sie uns wirklich den Job? Schauen wir doch mal genauer hin:

Ergänzung oder Übernahme?

Zunächst kann ganz offen anerkannt werden, dass sich „künstliche“ kleine Teasertexte, der Wetterbericht oder Liveticker Texte ganz gut lesen lassen und exakt die Informationen beinhalten, die sich der Leser wünscht. Und das ist auch das große PRO für die KI im Marketing. Wir alle lesen immer mal wieder Liveticker, sei es nun Liveticker vom Sport oder (im letzten Jahr) von einer der zahlreichen Pressekonferenzen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Schneller kommt man kaum an Informationen und solche Liveticker bieten eine optimale Chance, dennoch alles mitzubekommen. Und dass hier immer mehr KI zum Einsatz kommt, ist ein absoluter Gewinn für Marketer, denn dadurch haben sie die Möglichkeit, die qualitativ hochwertigeren Texten zu verfassen und dennoch die „simpleren“ Informationen an die Leser weiterzugeben.
Halten wir also fest: Teasertexte, Wetterberichte und Livetickertexte dürfen die Maschinen gerne für uns übernehmen. Hier funktioniert der sogenannte Robo-Journalismus, algorithmischer oder automatisierter Journalismus wunderbar.

Doch längere Texte? Geht das überhaupt?

Es gibt mittlerweile viele Texterseiten im Web, die einen mit KI-generierten Texten zu frei wählbaren Themen locken. Es läuft eigentlich immer gleich ab: Man gibt ein Thema ein, füttert die Maschine mit einigen Informationen, gibt Zeichenlänge und Co. ein und schon geht es los. Die Texte lassen sich mittlerweile auch ganz ordentlich lesen, ABER ein paar Nachteile haben sie dann doch:

  1. Assoziationen: Das ist der erste Punkt, den der Robo-Journalismus einfach (noch) nicht hinbekommt. Denn natürlich fehlen den Maschinen die Fertigkeiten, Emotionen zu vermitteln. Und so bleibt es bei den von den Maschinen geschrieben Texten bei rein informativen Texten, die subtil Informationen transportieren, aber keinerlei Kopfkino erzeugen.
  2. Argumente für den Nutzen: Schlägt etwa in die gleiche Kerbe, aber von der anderen Seite: Ein Mensch ist in der Lage, den Nutzen für ein Produkt dem Leser nahezubringen, da der Mensch dazu im Stande ist, aus den Informationen „mehr“ zu machen. Die Maschine verwertet ausschließlich die Informationen.
  3. Kreativität: Das wohl größte K. O.-Kriterium für den Robo-Journalismus ist die Kreativität. Denn eine Maschine kann nicht kreativ sein – jedenfalls heute noch nicht. Und somit wird ein Mensch immer gegen die Maschine gewinnen, will man abwechslungsreiche Texte haben, die sich weiterentwickeln und im Laufe der Zeit auch Wandlungen durchgehen. Denn auch bei diesem Punkt gilt: Die Maschine verwertet nur die eingetragenen Informationen und fügt sie zu einem lesbaren Gesamttext zusammen.

Betrachten wir die letzten Punkte, wird schnell klar, dass KI noch nicht fähig ist, den Menschen im Texten zu ersetzen. Es fehlen wesentliche Skills, die einen Text erst gut und zielführend machen. Anspruchsvolle Texte, die eine hohe Conversion-Rate hervorbringen wollen, bleiben also weiterhin Aufgabe von uns Menschen.

Ist man auf der Suche nach einem rein informativen Text, kann allerdings unterstützend auf den Robo-Journalismus zurückgegriffen werden. Denn hier funktioniert die Kombination aus Mensch und Maschine schon sehr gut.

Fazit: Es bleibt spannend, wobei uns KI noch alles unterstützend wird. Fakt ist, dass man sich nicht gegen diese (gar nicht mehr so) neue Technik wehren muss, aus Angst ersetzt zu werden. Lieber sollte man die Vorteile nutzen, um sich selber die Arbeit einfacher zu gestalten.

Appell: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist kein Vertrieb!

In meiner fast 25-jährigen Arbeit als PR-Berater bin ich etliche Male von Vertriebsmanagern unserer Kunden damit konfrontiert worden, dass unsere PR-Arbeit (insbesondere Pressearbeit) kein Geld einbringen würde. Das Geld würden die Vertriebler draußen beim Kunden verdienen, die PR würde es nur ausgeben. Eigentlich könne man darauf ja verzichten.

Jedes Mal weise ich darauf hin, dass die Person hier einen Denkfehler macht. Denn ohne Marketing, worunter auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fällt, gäbe es keine Leads, keine Interessenten, keine Termine und keine Marketingmaterialien.

Die Gegenfrage von uns lautet dann immer: Woher sollen Ihre potenziellen Kunden von Ihrem tollen Produkt erfahren, also Kenntnis erlangen? Die Antwort der Vertriebler ist dann oft: durch unsere Anrufe, unsere Kontakte, unsere Besuche. Ok, richtig. Aber der Akquise-Prozess wird deutlich einfacher, wenn der Interessent sich bereits informieren konnte, von dem Produkt irgendwo gehört hat oder sogar ein gesteigertes Interesse zeigt und erste Informationen vom Vertrieb angefordert hat. Dann nämlich wird aus dem Mr. Anonymous ein Lead.

Das Modell der Customer Journey

An welcher Stelle hilft nun die Pressearbeit? Hierzu nehmen wir das Modell der Customer Journey zu Hilfe. Im vergangenen Jahr hatten wir in einem Blogartikel beschrieben, warum Pressearbeit für die Kaufentscheidung wichtig ist. Ich zitiere:

„Wir wissen, dass sich Kunden in der Regel durch verschiedene Phasen seiner Käuferreise bis zum Kauf bewegt. In diesen Phasen kommt er in Kontakt mit Informationen, mit Angeboten verschiedener Marken und Produkte. Das sind Informationen über den Nutzen und Mehrwert, Informationen anderer Nutzer (z. B. Tests und Empfehlungen), Informationen über die Qualität eines Produkts, aber auch einfach Werbung und Sonderangebote.

Presseveröffentlichungen in der Customer Journey

Presseveröffentlichungen sind hier in fast allen Phasen der Customer Journey besonders wertvoll, weil dort eben Dritte (die Redakteure) Informationen bereitstellen, die glaubhaft und authentisch sind. Das Gleiche gilt übrigens für Blogbeiträge.

Liest nun ein Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens einen Bericht in einer IT-Zeitung, wie ein anderes Unternehmen mithilfe einer Software die Migration in die Cloud geschafft hat oder wie ein besonderer Backup-Service die Daten eines Unternehmens gerettet hat, dann könnte er ggf. hellhörig werden. Benötigt sein Unternehmen sowas auch?

Der Pressebericht ist allerdings nur ein Baustein auf dem Weg zum Kauf. Wir wissen, dass im B2B-Geschäft ein potenzieller Interessent mehrere Kontaktpunkte zu einem Produkt oder einer Marke braucht – je höher die Investitionsentscheidung, desto tendenziell mehr Kontaktpunkte werden es sein – um eine Entscheidung zu treffen. Es gilt also, durch Kommunikationsmaßnahmen diese Kontaktpunkte herzustellen, indem man die Produkte / Leistungen und das Unternehmen bekannt macht und Vertrauen erweckt. Neben den Presseveröffentlichungen führen auch der eigene Webauftritt, die Social-Media-Auftritte, der Unternehmensblog, diverse Whitepaper, Broschüren, E-Mailings usw. zu Kontakten mit dem Produkt und der Marke. Und letztendlich auch der Anruf des Vertriebsmitarbeiters. Dieser könnte mit geeigneten Verkaufsargumenten die Customer Journey beenden und den Kauf zum Abschluss bringen.

Wir sehen also: Ohne einen aktiven Vertrieb und ohne weitere verkaufsfördernde Maßnahmen der Kommunikation kann die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nur einen Teil ihrer Wirkung entfalten. Auf der anderen Seite erleichtert sie aber die Vertriebstätigkeit.

25 unwiderstehliche Zauberwörter für deine Texte

Abra Kadabra – Zaubersprüche kennt jeder. Das wirkliche Geheimnis sind aber ZAUBERWÖRTER. Wörter, die Menschen auf magische Weise dazu bringen, deine Texte zu lesen. Von denen gibt es viele und als gute Wordmagier werden wir dir nicht alle verraten. 25 dieser besonderen Verführer haben wir dennoch hier für dich zusammengestellt.

Lesefaulheit oder die Frage nach dem Warum

Die entscheidende Frage nach dem „Warum“ liefert auch gleichzeitig die Antwort auf einen Teil der Zauberwörter. Denn die meisten Menschen sind sehr lesefaul und brauchen einen guten Grund, um sich die Zeit für deinen Text zu nehmen. Gib ihnen also einen Anlass, der sie quasi zwingt, den Text zu lesen. Wörter, die den Nutzen, die gewünschte Exklusivität oder die Einmaligkeit deines Texterlebnisses ausdrücken, sind zum Beispiel:

  • Sparen
  • Steigern
  • Vereinfachen
  • Verbessern
  • Helfen
  • Vermeiden
  • Nur noch
  • einzigartig
  • ausschließlich
  • Zum letzten Mal
  • verblüffend
  • unglaublich
  • faszinierend
  • erstaunlich
  • überraschend

Deine Leser erhalten damit den Eindruck, wirklich etwas zu verpassen, wenn sie den Text nicht lesen. Unterschätze nicht die magische Macht der verpassten Chance.

Mit ein bisschen Gefühl

Lange ist es bewiesen: Was unsere Emotionen anspricht, nehmen wir eher, besser und tiefer wahr. Warum also nicht ein bisschen emotionaler Texten? Mit folgenden Zauberwörtern sprichst du das uns allen innewohnende Bedürfnis nach Harmonie und Sicherheit an:

  • angenehm
  • glücklich
  • großartig
  • begeistert
  • sicher
  • zuverlässig
  • garantiert
  • wertvoll
  • empfehlenswert
  • einzigartig

Zu viel gezaubert – auf die Menge kommt es an

Einige wertvolle Bausteine für magische Texte hast du nun. Bitte beachte bei all deiner Wortzauberei allerdings Folgendes: Weil die Zauberwörter wirklich mächtig sind, benutze nur maximal eines pro Satz oder Headline. Zu viel davon erweckt schnell den Eindruck eines faulen Zaubers. Daher auch nicht mehr als zwei pro Absatz oder höchstens 5 im gesamten Text benutzen. 😉

 

7 Mythen über Journalisten und deren Wahrheitsgehalt

Gute Pressearbeit funktioniert nur, wenn man seine Zielgruppe kennt. Die Zielgruppen für die Arbeit mit der Presse sind die Menschen, die in den Redaktionen deiner Zielmedien arbeiten, also die Redakteure (Wir meinen damit ALLE Geschlechter, nutzen der Einfachheit halber aber die männlich Schreibweise). Diese Personen haben den Beruf des Journalisten. So weit sollte alles bekannt sein.

Doch immer noch ranken sich viele Mythen und Missverständnisse um den Beruf des Journalisten bzw. Redakteurs. Diese Mythen und Missverständnisse führen dazu, dass Unternehmer und Freiberufler regelrecht Angst davor haben, einen Redakteur zu kontaktieren bzw. zu treffen. Lass dir eines gesagt sein: Journalisten sind Leute wie du und ich, und sie könnten deine Nachbarn sein. Vor den allermeisten Journalisten muss man keinerlei Angst haben.

Einige der Mythen und Missverständnisse möchten wir heute ein für alle Mal beseitigen.

Mythos 1: Redakteure sind schnell genervt und blocken dich, wenn du Ihnen regelmäßig Informationen sendest, die sie gerade nicht brauchen können.

Stimmt nicht. Sie urteilen NICHT bei jeder E-Mail „Oh Mann, wie nervig, DER schon wieder!“, sondern sie sortieren die eingehenden E-Mails sachlich nach „interessant und lesenswert“ oder „Müll“, je nachdem, wie interessant deine Betreffzeile und das Thema klingen. Die einen werden sofort oder später gelesen (archiviert) oder eben gelöscht. In manchen E-Mail-Posteingängen gehen pro Tag mehrere 100 solcher E-Mails ein. Für eine Bewertung bleibt überhaupt keine Zeit.

Tipp: Der Betreff deiner E-Mail muss sitzen. Kurz und knackig das Thema vorstellen. Denk auch daran, dass der Betreff in den E-Mail-Programmen oft nicht vollständig dargestellt wird. In der Kürze liegt die Würze.

Mythos 2: Redakteure melden sich absichtlich nicht bei dir zurück, weil sie keinen Bock auf dich und dein Thema haben.

Stimmt und stimmt nicht. Die Masse an (nicht relevanten) Themenvorschlägen und Presseinformationen macht es für die meisten Redakteure unmöglich, jede E-Mail zu beantworten. Das macht auch keinen Sinn. Es passiert allerdings auch, dass du nichts von ihnen hörst, obwohl dein Thema interessant ist. Es kommt im Alltagsstress nämlich vor, dass der Redakteur nicht sofort antwortet, aber vergisst, deine E-Mail auf Wiedervorlage zu legen. Dann rutscht sie nach unten und wird ganz vergessen.

Tipp: Eine Nachfrage oder Erinnerung per E-Mail ist kein Problem. Mach aber kenntlich, dass es einen Bezug zu einem früheren Thema gibt. Noch besser: Verknüpfe die Nachfrage geschickt mit einem neuen Ansatz, einer neuen Herangehensweise.

Beim Thema Nachtelefonieren streiten sich die Experten. Während viele gebetsmühlenartig propagieren, nicht die Redakteure anzurufen und nach dem Stand zu fragen, lese ich in Blogartikeln aktiver Journalisten, dass auch ein höflicher Anruf kein Problem ist. Die Redakteure sind dir nicht böse und das Schlimmste, was dir passieren kann, ist eine Absage zu bekommen. Das habe ich anders erfahren. Mein Tipp: Sorgsam und selektiv mit Anrufen umgehen.

Mythos 3: Redakteure halten sich für was Besseres

Oh nein. Wie ich bereits oben sagte, sind Journalisten Leute wie du und ich, und sie könnten deine Nachbarn sein.

Tipp: Sprich die Leute so an, wie du eine neue Nachbarin ansprechen würdest: nett, umgänglich, hilfsbereit, auf Augenhöhe.

Mythos 4: Redakteure lieben gut geschriebene, aktuelle und informative Pressemeldungen

Das ist kein Mythos, das ist ein Faktum. Jeden Tag „müllen“ etliche 100 miserable Pressemeldungen die Posteingänge der Redakteure zu. Das beginnt beim Thema: „Der neue Katalog der Schmidt GmbH erscheint“ oder „Paul Hermanns steigt zum Vertriebschef auf“ sind keine Themen für Pressemeldungen. Eine Pressemeldung muss nicht nur brandaktuell sein, sie muss auch relevant sein für die Leser des Mediums, auf das du zielst. Studien sagen, dass mehr als 90 % der Journalisten Pressemeldung lesen, wenn sie aktuell sind. Für 83 % muss die Pressemeldung branchenrelevant sein.

Neben der Irrelevanz des Themas beherrschen viele Verfasser von Pressemitteilung nicht die Basics einer Pressemitteilung – formal und inhaltlich. Inhaltlich muss eine Pressemitteilung immer auf die fünf W-Fragen: Was, Wer, Wo, Wie und Warum eingehen.

Tipp: Sei sparsam mit dem Format Pressemitteilung. Wenn du eine PM versendest, dann nur an die Redakteure, für die das Thema relevant sein könnte. Prüfe genau, ob sich mehr Menschen als du, deine Kollegen und Vorgesetzten für das Thema interessieren würden. Pressemitteilungen sollten früh am Morgen zu den Nachrichtenredaktionen geschickt werden, sodass sie im morgendlichen Redaktionsmeeting besprochen werden können.

Themen, die sich nicht als Pressemitteilung versenden lassen, kannst du als Themenvorschlag an einzelne, ausgewählte Redakteure senden. Auch praktikabel: Themen als Pitchmails versenden.

Mythos 5: E-Mails sendet man immer an den redaktion@XXX.de-Mailaccount

Falsch. Auch wenn alle Redaktionen einen solchen Sammelaccount besitzen und diesen für Pressemitteilungen etc. herausgeben, solltest du ihn in der Regel nicht verwenden. Denn in Redaktionen fühlt sich für diese Posteingänge meist niemand verantwortlich. Und selbst wenn jemand die Mails liest, dann sehr wahrscheinlich nicht die Person, für die der Themenvorschlag genau richtig wäre.

Tipp: Mach dir die Arbeit und recherchiere, wer sich in der Redaktion normalerweise mit einem Themenfeld beschäftigt – und schreibe genau diese Person an. Das ist mühsam, lohnt sich aber. Nur, wenn du weißt, dass die redaktion@ Adresse auch von dem Redakteur gelesen wird, den du ansprechen willst, darfst du diese Adresse benutzen. 

Mythos 6: Journalisten sind faul

Naja, sagen wir mal so: Journalisten machen sich gern die Arbeit leicht. Das ist aber im Hinblick auf den Stress und Druck, der in vielen Redaktionen herrscht, verständlich. Faul ist allerdings ein falscher Begriff.

Tipp: Du kannst dir diese „Eigenschaft“ oder „Arbeitsweise“ zu Nutzen machen. Zum Beispiel, indem du die Redakteure mit allen Informationen und Materialien versorgst, die sie für einen Bericht über dich und dein Produkt / Unternehmen benötigen würden. Oder, indem du proaktiv Infos zu einem Thema anbietest, an dem der Redakteur gerade oder demnächst arbeitet (Stichwort Themenpläne studieren).

Wenn du einmal einen guten Kontakt zu einem Redakteur aufgebaut hast und er dich als vertrauensvoll, zuverlässig und als Experte in Erinnerung hat, wird er dich bald von sich aus kontaktieren.

Mythos 7: Journalisten verkaufen dir auch gleich die Anzeige

Falsch. Denn laut Pressekodex des Deutschen Presserates ist die Kopplung von redaktionellen Inhalten und werblichen Inhalten streng verboten.

Vielmehr müssen redaktionelle Veröffentlichungen, die auf Unternehmen, ihre Erzeugnisse, Leistungen oder Veranstaltungen hinweisen, genaustens hinsichtlich der Erfüllung eines begründeten öffentlichen Interesses oder eines Informationsinteresses der Leser geprüft werden.

In Einzelfällen kommt es vor, dass Redakteure sich wohlwollend zu einem Thema äußern, wenn man zugleich Werbung in diesem Medium bucht. Lass die Finger weg.

Tipp: Achte genau darauf, in welchem Umfang dein Unternehmen, dein Produkt oder deine Dienstleistung in einem Artikel genannt wird. Hier gilt: Weniger ist mehr, weil die Entscheidung für den Redakteur einfacher wird und so die Abdruckchance steigt.

Denk immer daran: Redakteure suchen spannende Themen für ihre Zielgruppe!

Zum Abschluss noch ein Hinweis: Neben einem früheren Blogartikel darüber, was Redakteure wirklich nervt, empfehle ich dir unser Coaching oder Webinar in Sachen Pressearbeit.

Influencer Marketing oder doch lieber Public Relations Marketing

Eins ist klar: Das Internet ist voller Werbung und damit auch voller Firmen, die versuchen, sich selbst oder ihre Produkte sichtbar zu machen. Doch das ist nicht immer einfach, denn klassisches Marketing über Flyer oder Banner rückt immer mehr in den Hintergrund. Auch weil die meisten von uns von solch offensichtlicher Werbung grundgenervt sind.

Influencer Marketing ist gar nicht mehr so neu

Seit einigen Jahren schauen wir uns aber bereitwillig sogenannte Influencer an, die uns Produkte vorstellen und in den meisten Fällen so schmackhaft machen, dass wir nicht selten diese Produkte bestellen. Psychologisch betrachtet sicherlich wahnsinnig spannend, von der Laienseite her ergibt es allerdings durchaus Sinn: Zum einen werden Produkte durch einen Influencer wesentlich intensiver und persönlicher präsentiert – da kann ein Banner oder ein Flyer gar nicht mithalten. Zum andern ist es meistens so, dass man dem Influencer schon eine Weile folgt und sich eine Beziehung aufgebaut hat (wir haben hier unter anderem darüber berichtet). Und so wundert es nicht, dass man dieser Person mehr Vertrauen entgegenbringt als einem Zettel oder Banner. Nochmals höheres Vertrauen gibt es dann, wenn man bereits einmal ein empfohlenes Produkt gekauft und hat und davon begeistert war. Schon verkauft dieser Influencer einem spielend leicht das nächste und nächste […] und nächste Produkt.

Für Firmen haben Influencer viele Vorteile und einen großen Nachteil: Dieser ist schlichtweg das Geld. Denn solche Postings von und mit einem Produkt lassen sich Influencer großzügig bezahlen – und hier ist alles möglich, von 50 bis 500 000 €. Auf dieses Marketingpferdchen zu setzen, geht also ganz schön ins Geld… Die Vorteile sind allerdings nicht von der Hand zu weisen: Man weiß genau WANN, in WELCHEM Rahmen und WO das Produkt beworben wird. Und man hat sogar eine zuverlässige Angabe darüber, wie viele und welche (demografisch betrachtet) Personen erreicht wurden. Verteilt man noch Promotion Codes, so weiß man sogar, von wem die Kunden kamen…

Zur Planung ist das extrem optimal.

Doch – was ist die Alternative?

Public Relations Marketing hingegen zielt darauf ab, dass sich ein willkürliches Medium für das Produkt entscheidet. Als Firma ‚streut‘ man sein Produkt und wenn ein Redakteur, ein YouTuber oder auch Social Media Guru das Produkt gefällt, so wird er im besten Falle wieder und wieder darüber berichten. Das klingt erst einmal gut, denn die oben erwähnten gekauften Influencer werden nur genau das tun, wofür man sie auch bezahlt, ein Redakteur der ehrlich überzeugt von dem Produkt ist, wird es immer wieder erwähnen. Doch der große Nachteil ist, dass man absolut keinen Einfluss darauf hat, ob das Produkt irgendwo erwähnt wird und auch auf den Umfang, Ort, Zeit und Zielgruppe hat man keinen Einfluss.

Man hat zwar im Verhältnis recht niedrige Anfangskosten, doch was, wenn niemand das Produkt erwähnt? Dann bleibt man auf den Kosten sitzen, hat aber keinen Marketing Output. Oder was, wenn das Produkt zwar erwähnt wird, aber nicht auf die Art und Weise, wie man sich das vorstellt (beispielsweise kritisch)? Dann hat man unter Umständen sogar negative PR, auf die man ebenfalls keinen Einfluss hat.

Public Relations Marketing ist also ein riskantes Pferdchen, auf das man setzen kann, Influencer Marketing, das Teure, aber Sicherere.

Doch was wählt man nun am besten?

Letztlich hängt es stark vom Produkttyp ab, was man genau als Werbestrategie wählt. Hier am Beispiel „Corona Schutzprodukte“: von vielen gebrauchte Produkte wie Corona-Selbsttest verkaufen sich schon als kleiner Banner am Rande einer Webseite, sichere und seriöse Produkte wie die Schutzmasken von Livinguard eignen sich bestens für Public Relations Marketing und eher unsichere Dinge oder absolute Neuheiten wie eine Mundspülung gegen Corona verkaufen Influencer besser als irgendein anderes Medium.

Jede Firma muss also für sich entscheiden, auf welche Marketing- und Werbestrategie sie setzt. Eins ist aber klar: Ohne Geld in die Hand zu nehmen, funktioniert Werbung nicht.

So schreibst du einen wirklich guten Artikel für die Presse

In einer (Fach)Zeitschrift veröffentlicht zu werden ist dein großes Ziel, aber du weißt nicht, wie dein Artikel dafür interessant genug wird? Das ist leichter, als du denkst. Mit ein paar Tipps und Tricks wird dein Artikel spannend genug, um von Journalisten in die engere Auswahl genommen zu werden. Aber: Presseartikel vermitteln Informationen in einem ganz eigenen Stil. Es gibt deshalb einige wichtige Richtlinien, an denen du dich orientieren solltest.

Eine fesselnde Einleitung

Nein, du startest nicht mit der Überschrift. Natürlich kannst du deinem Artikel einen Arbeitstitel geben, z. B. wenn du ihn zwischendurch mal abspeichern und wiederfinden willst. Aber erst, wenn dein Artikel fertig und rund ist, wirst du wirklich wissen, was der Kern dessen ist. Und genau dieser muss dann zum Schluss in die Überschrift.

Du beginnst also mit der Einleitung. Für welches Medium du auch schreibst: mach dir bewusst, dass viele Leser es niemals bis zum Ende des Artikels schaffen. Aus diesem Grund solltest du deinen Lesern immer direkt zu Beginn der Einleitung die Informationen liefern, auf die sie warten. Beginne dabei mit einem starken Aufmacher, einem prägnanten Einstiegssatz, der Aufmerksamkeit erregt. Dieser Satz ist fast der wichtigste des gesamten Artikels, er sollte daher sehr bewusst formuliert werden und eine These aufstellen, die du dann im Folgenden näher erläuterst.

Eine knackige Mitte

Nach dem interessanten Anfang solltest du im Mitteltext schnell das beschreiben, was Überschrift und Einleitung versprechen. Schreibe alles wirklich Wichtige dabei oberhalb des Falzes, das heißt konkret in die oberen Absätze, die früher in der Zeitung über dem Falz in der Mitte lagen. In der Online-Version gilt das Gleiche: Der virtuelle Falz ist der Punkt auf deinem Monitor, bis zu dem du lesen kannst, ohne scrollen zu müssen. Deine essenziellen Infos sollten über diesem Punkt stehen. Inhaltlich geht es um die Details zu deiner These. Diese führen genauer aus, was du im Einleitungssatz behauptet hast. Schreibe bei aller Detailliebe aber niemals in zu langen Absätzen und untergliedere deine Texte mit Zwischenüberschriften. Auch endlos verschachtelte Sätze und zu viele Füllwörter solltest du im Interesse des Leseflusses besser mit Vorsicht einsetzen.

Mehr spannender Input

Unterfüttere deine Angaben mit zusätzlichen Informationen. Kontaktdaten, zusätzliche Fakten zum Thema, zu den beteiligten Personen oder Zitate geben deinem Artikel mehr Tiefe. Soll der Artikel kommentiert sein und du willst deine Meinung einbringen, dann tue es an dieser Stelle. Vergiss aber nicht, auch andere Meinungen zu erwähnen – der Neutralität halber. Der Leser soll sich aufgrund deiner objektiven Fakten eine eigene Meinung bilden können.

Ein Schluss, der zu denken gibt

Schließe deinen Artikel ab, indem du deinen Lesern einen Mehrwert gibst, zum Beispiel mögliche Lösungsansätze für ein Problem. Fasse noch einmal kurz zusammen, ziehe ein Fazit und beende mit einem guten Schlusssatz, beispielsweise einer Neuformulierung deiner Anfangsthese oder einem Ausblick in die Zukunft.

Wichtiger Schlusscheck

Wie bei einem Kunstwerk ist deine Arbeit auch bei einem Artikel damit noch lange nicht beendet. Das war erst die Vorarbeit. Steht der Rohbau, geht es an die Feinarbeit. Diese Checkliste solltest du als Abschluss nicht vergessen:

  1. Überprüfe alle Fakten und Behauptungen noch einmal.
  2. Überprüfe alle Namen und Schreibweisen, Daten und Kontaktinformationen, die du angibst.
  3. Überprüfe die Rechtschreibung.
  4. Sind Format und Zitate im AP-Stil (Associated Press-Stil)? (Zitate wortwörtlich in Anführungszeichen wiedergeben mit vollem Titel der Person vor dem Namen, Zahlen von eins bis neun ausschreiben)
  5. Lies dir den Artikel einmal laut vor: Hat er einen konsistenten Sprachstil? Liest er sich flüssig?
  6. Berücksichtigt dein Sprachstil im Artikel die Tonalität deiner Leserschaft?
  7. Hat dein Artikel einen neuen einzigartigen Blickwinkel, damit er aus der Masse sticht?

Wenn du diese Schritte konsequent befolgst, sollte am Ende ein pressetauglicher Artikel entstanden sein. Dann bist du jetzt so weit, einen passenden Titel dafür zu finden. Noch ein kleiner Tipp: Die Überschrift darf gerne zum Nachdenken anregen oder Fragen offenlassen, muss aber eindeutig das Thema beschreiben.

Mit diesen 5 Schritten wird deine Rede zum echten Erfolg

Vor Publikum reden – das liegt nicht jedem. Eine wirklich gute vorformulierte Rede ist da mehr als die halbe Miete. Aber wie stellt man das an? Schließlich schreiben die wenigsten von uns jeden Tag eine Rede oder haben viel Übung darin. Keine Panik – wenn du unsere 5 ultimativen Tipps befolgst, kann fast nichts mehr schief gehen und dein Publikum wird begeistert sein.

  1. Die Grundstruktur einer Geschichte

Wir haben es alle im Deutschunterricht mal gelernt: Eine gute Geschichte hat eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schlussteil. Und wenn wir selbst eine schreiben mussten, haben wir uns deshalb vorher Stichpunkte gemacht, die uns halfen, der Sache Struktur zu verleihen. Ganz genauso ist es beim Aufbau einer Rede. Zunächst schreibt man alle Punkte in Stichworten auf, die man erwähnen will. Diese ordnet man dann nach einer sinnvollen, aufeinander aufbauenden Reihenfolge. So erhält man den roten Faden. Vorweg brauchst du nur noch eine Begrüßung, die dann zu deinem Thema überleitet und zum Schluss eine Verabschiedung, die den Kern deines Themas noch einmal aufgreift. Voilà! Die Struktur steht!

  1. Warum hältst du die Rede?

Ganz wichtig für deine Rede: Sei dir immer klar über den Anlass. Warum hältst du sie? Warum ist das eine Rede wert? Wenn du beim Schreiben immer daran denkst, wird dir schnell klar, welche Tonalität du anschlagen und welchen Emotionalitätsgrad du wählen solltest. Eine feierliche Rede zum 80. Geburtstag sollte andere Adjektive und Formulierungen enthalten als eine Büttenrede.

  1. Für wen hältst du die Rede?

Wenn du auf einer Beerdigung zu den Hinterbliebenen sprichst, muss deine Wortwahl eine andere sein als bei der Trauzeugenrede vor einem leicht angetrunkenen, jungen Hochzeitspublikum. Stelle dir im Kopf dein Publikum vor: Was erwartet es? Was würde es zum Lachen oder Weinen bringen? Was völlig kalt lassen? Wenn du eine Vorstellung davon hast, was deine Zuhörer wollen, kannst du deinen Text entsprechend lustig, traurig, aufmunternd, lobend oder auch ernst gestalten.

  1. Was willst du sagen?

Vergiss deine Intention nicht ganz. Was ist deine Botschaft? Du willst deinen Eltern zur Goldhochzeit danken und hervorheben, wie sehr du ihr Durchhaltevermögen bewunderst? Denk daran, was das Herzstück deiner Rede sein soll und packe diese Aussage ins Zentrum deiner Rede. Arbeite textlich von der Begrüßung ausgehend darauf hin. Unterstütze deine Botschaft, indem du in einer Art Zusammenfassung am Schluss darauf zurückkommst – nur mit anderen Worten. So bleibt deine Botschaft als letzte Aussage im Gedächtnis.

  1. Lies dir deine Rede laut vor

Geschrieben klingt es gut – gesprochen gar nicht mehr. Das kommt häufig vor und liegt daran, dass die meisten Texte nur für Augen und nicht für Ohren geschrieben werden. Zwar kommt es auch auf Stimme, Charisma und Charme des Redners an, aber die meisten Fehler kannst du ausmerzen, wenn du vorher den Hörtest machst. Klingt für dich alles gut? Teste noch mal und noch mal. Liest sich der Text flüssig? Sind Stolperfallen drin? Wenn ja: Texte um, dann ist es gerade für nervöse Redner einfacher.

Nur gut vorbereitete Interviews werden zu lesenswerten Interviews

Ich persönlich finde ein Interview immer informativ, wenn es sich mit einem Thema beschäftigt, das mich interessiert und im besten Fall von jemandem gegeben wird, der sich mit dem Thema perfekt auskennt. Das Themengebiet ist dabei egal, denn gut geführte Interviews passen zu jedem Thema.

Doch wir alle kennen die Situation, dass man das x-te Interview zu einem Thema liest und absolut gar keine Neuigkeiten daraus mitnimmt – mitunter sogar das Gefühl hat, dieselbe Frage (und dann natürlich auch Antwort) bereits in einem anderen Interview gelesen zu haben. Und das ist immer ein Zeichen einer schlechten Vorbereitung des Interviewführers und dem verzweifelten Versuch, Content zu produzieren. Doch zu welchem Preis…?

Und damit kommen wir zu der These aus der Headline: Nur gut vorbereitete Interviews werden zu lesenswerten Interviews!

Zunächst ist es nämlich absolut wichtig, dass man sich über seinen Interviewpartner informiert. Alles, was man dann herausfindet, ist „lahm“ im Interview zu fragen, denn das ist ja bereits bekannt.

Jedes Interview sollte einen Grund haben, einen roten Faden und ein Ziel. Beispielsweise zu einem uns alle aktuell beschäftigenden Thema: COVID-19. Hier kann man den Experten generell etwas zu COVID-19 fragen (was wohl eher wenig Neues hervorbringen wird), oder man will auf das Thema Impfstoff heraus. Also sollten sich alle Fragen irgendwie am Ende auf das Thema Impfstoff fokussieren. Logisch oder?

Ein kleiner Tipp dazu: Überlegt man sich, welche Zielgruppe das Interview lesen wird, so können die Fragen auch entsprechend formuliert werden. Beispiel: In einem wissenschaftlichen Magazin darf es auch wissenschaftlicher werden. Führt man das Interview für nicht wissenschaftlichen Leser, so sollten auch die Fragen etwas weniger wissenschaftlich gestellt werden. Klar, oder?

Auch sollten Fragen nie so gestellt werden, dass sie mit JA oder NEIN beantwortet werden können. Denn „Geschwafel“ (gehen wir von dem Fall aus, der Interviewte möchte höflich sein und ausführlich antworten) bringt einen auch nicht weiter. Besser sind Fragen, die mit den 7 „Ws“ (Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie? Wozu?) gestellt werden. Hier muss die Antwort zwangsläufig so formuliert werden, dass sie ausführlicher ausfällt – ganz ohne zu schwafeln.

So viel nun zum Inhaltlichen. Kommen wir nun zum Organisatorischen.

Hier gibt es nämlich auch ein paar Kniffe, die es für beide Seiten entspannter macht. Zunächst sollte man seinem Interviewpartner (völlig unabhängig davon, ob das Interview schriftlich oder mündlich geführt wird) gewisse Eckdaten mitteilen: Wann soll das Interview veröffentlich werden? Was benötigt man – neben den Fragen – noch an weiteren Informationen (Foto, kurze Vita etc.)? Und auch eine schriftliche Freigabe sollte man dringend einholen. Hat man dieses kurze Briefing zusammen, dann kann es losgehen.

Nach dem Interview beginnt die zweite Aufgabe des Interviewführers: Das Kürzen. Denn kaum ein Interview kann und sollte 1:1 abgedruckt werden. Meistens ist es gut, wenn gewissen Passagen, die weniger dem Fortschritt des Interviews dienen, gekürzt werden. Auch ist es oft für den roten Faden spannender und logischer, wenn man die Antworten in ihrer Reihenfolge verändert.

Wenn man diese Aspekte der Interviewführung beachtet, so schafft man es zwar nicht schnell ein Interview zu führen, weil es eben viel Recherche und im Nachhinein viel Kürz- und Strukturierarbeit bedeutet, dafür erhält man aber ein Interview, das definitiv lesenswert ist.

Übrigens: Dies alles gilt auch für Interviews, die für Hörfunk, Fernsehen und Podcasts produziert werden.

Sieben Profi-Tipps für eine gelungene Pressemitteilung

Du kannst Pressemitteilungen schreiben und weißt, was zählt. Aber trotzdem könnte es noch ein bisschen besser funktionieren? Wir haben schon mal sieben wichtige Tipps für dich.

  1. Kurze Headline mit maximal 90 Zeichen

Journalisten haben chronischen Zeitmangel und immer mehr Termindruck. Im Laufe der Zeit hat sich daher die Aufmerksamkeitsspanne für Headlines verkürzt. Das Optimum liegt mittlerweile bei höchstens 90-100 Zeichen. Über der Headline sollte PRESSEMITTEILUNG oder PRESSENOTIZ stehen.

  1. Um die 450 Wörter

Die Länge der Pressemitteilung hängt natürlich vom Thema ab. Grundsätzlich sollte der Text die journalistischen Fakten enthalten. Dabei sind am Anfang der Mitteilung (am besten deutlich hervorgehoben) die sogenannten W-Fragen zu beantwortet werden: Wann, was, wo, wer, wie, warum?

Eine gute Pressemitteilung braucht nicht mehr als 450-500 Wörter. Die ganze Pressemitteilung sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein.

  1. Korrektur- und Bemerkungsrand

Da jeder Text zunächst meist auf dem Papier redigiert, d.h. korrigiert und sprachlich „in Form“ gebracht, wird, sollte ein großer Korrektur- und Bemerkungsrand gelassen werden und die Mitteilung mit 1 1/2zeiligem Abstand geschrieben werden.

  1. Medien ergänzen

In einer Welt der Bilder kommen auch PMs nicht mehr ohne aus. Mittlerweile ist daher bekannt, dass Mitteilungen, die durch Bilder oder Videos ergänzt werden, viel öfter gelesen und genutzt werden. Tatsächlich erhöht sich die Zugriffsrate um mehr als 30 Prozent.

  1. Die goldene Mitte

Für die Verbreitung der PMs hat sich die Mitte der Woche als bester Zeitpunkt ergeben. Montags und freitags werden Mitteilungen eher wenig gelesen, samstags fast nie und Donnerstag am häufigsten. Grund genug, die Mitteilung dann zu versenden.

  1. Das ganze Jahr zählt

Was früher ausgenutzt wurde, gibt es heute nicht mehr – das Sommerloch. Ob Ferienzeit oder Feiertage. PMs zu schicken lohnt sich im ganzen Jahr und ist auch zu „ruhigen“ Zeiten nicht ergiebiger.

  1. Kein Belegexemplar erbitten

Zum Schluss noch das: Bitte kein „Belegexemplar erbeten“ unter den Text oder ins Anschreiben setzen. Es ist dein Job, die Abdrucke selbst oder mit Hilfe eines Clippingdienstes zu ermitteln.

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So kommst du ins Radio

Die Presse besteht nicht nur aus Zeitungen und Magazinen. Es gibt im Bereich der klassischen Medien auch Rundfunk und Fernsehen. Es ist zwar deutlich schwieriger, in diese Medien als Unternehmen zu kommen, aber nicht unmöglich. Wir haben sechs Tipps für dich zusammengestellt, die ich dir gerne vorstellen will.

  1. Pressemitteilung doppelgleisig verschicken

    Regionalradios haben meist keine Fachredaktionen, trotzdem kann es sein, dass einzelne Kollegen auf bestimmte Themen spezialisiert sind. Meistens gibt es einen Chef vom Dienst, der die Sendung verantwortet und auch bestimmt, wer welche Termine besetzt. Deshalb schadet es nicht, Presseinformationen doppelgleisig sowohl an die Chefs vom Dienst als auch an einzelne Redakteure zu schicken.

  2. Story muss zur Zielgruppe des Senders passen

    Wichtig beim Radio ist es, klar zu analysieren, welche Zielgruppe angesprochen wird. In den letzten Jahren ist die Entwicklung zum so genannten Formatradio stark vorangeschritten. Auch die öffentlich-rechtlichen Radiosender sind nach Wellen gegliedert und sprechen etwa bestimmte Altersgruppen mit einer bestimmten „Musikfarbe“ an. So gibt es etwa ausschließlich Kultur-, Nachrichten- oder Jugendkanäle. Überlege dir genau, welche Zielgruppe du erreichen wollen und welcher Welle diese Zielgruppe angehört.

  3. Liefere O-Töne

    Das Radio ist ein akustisches Medium. Wie gestaltest du also dein Thema attraktiv? Durch O-Töne, wie Radiojournalisten Statements (Originaltöne) von Betroffenen und Experten nennen. Welche Klänge, Geräusche oder Musik verbinden sich mit deinem Thema? Hat dein Unternehmen eine neue Maschine angeschafft, die Inhalt der Berichterstattung ist – welche Geräusche gibt diese Maschine von sich? Bedenk, dass du bei einer Presseeinladung Radiojournalisten die Möglichkeit geben solltest, solche und andere interessante Geräusche einzufangen. Was ist „radiofon“ an deinem Thema? Es schadet nicht, wenn du deine Presseinformationen an Radiojournalisten um Hinweise ergänzt, was akustisch an deinem Thema interessant ist und welche Töne wie und wo aufgenommen werden können.

  4. Veranstalte ein Kino im Kopf

    Bist du als Studiogast ins Radio eingeladen oder besucht ein Radioreporter deine Firma, denke immer daran, dass Radio im besten Fall „Kino im Kopf“ ist. Erzeuge Bilder, erzähle Geschichten, mach Beispiele hörbar. Stell dir vor, dass das Interview ein Dialog mit den Hörern ist. Dabei helfen dir Formulierungen wie „Stellen Sie sich vor, …“ oder die Frage „Kennen Sie das auch …?“, der dann deine Beschreibung einer konkreten Situation folgt.

  5. Spreche nicht einstudiert

    Das Wichtigste ist die Spontaneität. Habe keine Angst, dich zu versprechen, korrigiere dich einfach. Hauptsache, du kommst natürlich rüber und nicht einstudiert. Das Medium ist aktuell, schnell – was Hörer nicht sofort verstehen, verstehen sie gar nicht, Nachlesen ist nicht möglich. Spreche deutlich, fasse dich kurz und habe keine Scheu vor Wiederholungen. Spreche nicht kompliziert und gestelzt, sondern eher schlaglichtartig und möglichst so wie du sonst auch redest– nicht zu schnell, aber auch nicht langsam.

  6. Entspanne dich

    Das Radio transportiert Persönliches. Bei einem Radio-Interview erfahren die Hörer auch etwas über deine Stimmung – über deine Stimme. Entspanne vor Interviews deinen Körper, lockere dich und schüttele dich. Setze dich aufrecht hin und stelle die Füße fest auf den Boden. Damit sorgst du für eine sichere Verankerung im Boden. Atme tief durch – und lächele, denn das hört man …

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