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Erzähle deine Geschichte – warum Storytelling jetzt wichtig ist

Storytelling – das klingt erst einmal nach Kaffeeklatsch und Quatschen zwischen Tür und Angel. Nach Dingen, die momentan nicht möglich sind und die uns allen fehlen. Mit dem eigentlichen Begriff, der aus der PR-Fachsprache stammt, ist auch tatsächlich etwas ganz Ähnliches gemeint. Denn das Storytelling ist eine Methode, bei der durch den Einsatz von Geschichten Informationen vermittelt werden. Verwendet wird es vor allem im Journalismus sowie in Marketing, PR und Werbung. Reale Geschichten vermitteln dem Leser Wissen und Ideen, stellen den Vorteil von Produkten heraus oder berichten von Erfahrungen. Die Geschichte als Ausdrucksform ist spannender als ein Fachartikel und bleibt im Gedächtnis, weil sie nahbar ist. Weil Menschen eben Geschichten von anderen Menschen lieben. Und weil andere Menschen uns gerade besonders fehlen.

Wenn nicht jetzt, wann dann

Momentan richtet sich die Aufmerksamkeit aller Menschen gezwungenermaßen stärker auf Digitales. Und gleichzeitig haben die Menschen mehr Zeit und Langeweile. Ein idealer Zeitpunkt also, um Gehör für Geschichten zu finden. Viele Unternehmen könnten davon profitieren, indem sie ihre Geschichten erzählen. Vor allem, wenn sie positiv und ermutigend sind und zeigen wie kreativ, lösungsorientiert und ausdauernd das Team ist. Denn jede gute Geschichte braucht einen Helden – und gerade sind viele Menschen (auch Unternehmer) gezwungen, zu Helden zu werden. Außerdem braucht jede gute Geschichte einen Konflikt, einen Kampf – und gerade jetzt kämpfen vor allem auch Unternehmer und ihre Mitarbeiter ums Überleben.

Viral im positiven Sinne

In den sozialen Medien gibt es zahlreiche Beispiele dafür, wie Geschichten viral gehen, weil sie menschlich und ergreifend sind. Vor allem, wenn die Zutaten für ein gutes Storytelling stimmen. Der Aufbau ist dabei immer gleich und wird oft unbewusst richtig gestaltet.

  1. Es gibt einen oder mehrere Protagonisten. Bei besonders erfolgreichen Geschichten ist dieser Held bescheiden, er zeigt sich nahbar und menschlich.
  2. Dieser Held hat ein Problem. Aber er hat auch ein Zaubermittel, zum Beispiel sein loyales Team oder seine treuen Kunden.
  3. Die Lösung, die Umgehung des Problems oder auch das Scheitern daran. Wie wird der Konflikt gelöst und was lernen wir daraus? Wichtig ist dabei absolute Ehrlichkeit. Wird die Sachlage beschönigt, kann sich das positive Image schnell ins Gegenteil drehen.

Eine gut erzählte Geschichte berichtet authentisch von menschlichen Erfolgen oder ebenso menschlichem Versagen. Allen viralen Stories ist jedoch gemeinsam, dass sie emotionalisieren und begeistern, dass sich der Leser mit der Geschichte identifiziert. In der individuellen Erkenntnis des Helden findet sich eine allgemeine Wahrheit, die der Leser erkennt. Ohne Moralpredigt, nur anhand der Geschichte. Der Protagonist durchläuft eine Entwicklung, durch welche sich tiefere Werte und Sinn offenbaren. Wir verstehen, was diesen Menschen antreibt. Dann werden die Geschichten freiwillig verbreitet. Schafft die Story es, Solidarität, Mitleid oder Freude beim Leser zu erzeugen, bleibt sie darüber hinaus besser im Gedächtnis. Und im besten Fall verknüpft der Leser von nun an das Unternehmen mit etwas Positivem. Eine bessere und ehrlichere Werbung gibt es nicht.

Fast alles kann eine gute Geschichte sein

Dramatische Geschichten haben es dabei natürlich leicht. Schon die Besonderheit der Situation macht einen Großteil der Spannung aus. Aber oft sind es gerade die kleinen Geschichten mit den „normalen“ Helden des Alltags, die es uns angetan haben. Denn so fällt die Identifikation viel leichter. Gibt es also eine Geschichte in deiner Firma, die es wert ist, erzählt zu werden, dann erzähle sie. Im schlechtesten Fall wird sie nicht wirklich wahrgenommen und du hast einfach nur erfolgreich für eine Dokumentation der Firmengeschichte gesorgt. Im besten Fall verpasst du deinem Unternehmen damit einen Imageschub nach oben.

Eine Geschichte, die vor wenigen Wochen extrem viral gegangen ist, ist der Appell des Bäckers Bosselmann, der seine Kunden aufgerufen hat, die Bäckereien weiterhin zu unterstützen. Der Appell ist extrem emotional und der Bäcker selbst wirkt extrem authentisch und verletzlich…sehr gut.

Menschen lieben gute Geschichten seit Jahrtausenden, sonst gäbe es keine Höhlenmalereien oder Märchen und Sagen. In so besonderen Zeiten wie diesen schreibt das Leben gerade besonders viele davon. Wir müssen jeden Tag Entscheidungen treffen, die bedeutsam sind. Erzählt davon. Ganz nach dem Motto: „In a world, where you can be anything, be kind.“

Um euch noch ein bisschen mehr zu animieren, haben wir noch ein Geschenk für euch. Wir verlosen auf unserer Facebook-Seite das Buch „Storytelling für Unternehmen“ von Miriam Rupp. Wir drücken euch die Daumen.

Die Macht der Bilder in Onlinemarketing und PR

„Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ – Diesen Spruch hat wohl fast jeder schon mal gehört oder gelesen. Was der Satz eigentlich meint: Der Mensch ist von Natur aus sehr stark auf den Sehsinn fixiert. Unser Gehirn verarbeitet ein Bild z. B. einer Tomate 60.000-mal schneller als das das Wort „Tomate“. Deshalb hinterlässt ein Bild meist einen stärkeren Eindruck auf den Betrachter als ein Text.

Und es geht noch tiefer: Unser Unterbewusstsein reagiert, bevor die Bilder mit ihrem Inhalt und in ihrem gesamten Aufbau bewusst wahrgenommen werden. Bilder werden intuitiv verstanden, sobald der Blick darauf fällt.

Wir erleben das jeden Tag in unserem Alltag: Alles wird in irgendeiner Art und Weise visuell vermittelt, vom Schulstoff (Stichwort Bücher, Hefte, Tafelbilder) über die Verkehrsregeln (Ampeln und Schilder) bis hin zu Werbung.
Mittlerweile gibt es rund um die bildhafte Kommunikation eine ganze Branche, die Bilder zum Geschichten erzählen einsetzt. Denn Bilder erzählen immer eine Geschichte, wir nennen das Kopfkino. Geschichten erzählen mit Bildern nennt man daher auch visuelles Storytelling.

Text vs. Bild

Jeder von uns surft, zappt und slided tagtäglich durch eine Flut von Internetseiten und Informationen. Die durchschnittliche Verweildauer des Blicks beim zufälligen Surfen im Internet liegt weit unter 3 Sekunden. Wenn jetzt das 0,1 Sekunden braucht, um anzukommen und 5 Bilder innerhalb einer Sekunde grob in Zusammenhang gesetzt werden können, hat der dazugehörende Text keine Chance.

Psychologische Faktoren

Text ist sprachbasiert. Sämtliche kulturelle Implikationen von positiv oder negativ bewerteten Wörtern, langen oder kurzen Sätzen, einfacher oder gehobener Sprache werden über Text transportiert. Texte sind immer zielgruppengerecht abgefasst, bedienen das entsprechende Vokabular. Sie können dementsprechend natürlich auch sehr genau adressiert werden und eine hohe Wirkung entfalten. Trotzdem sind sie eingeschränkt. Ein gut gewähltes Bild wirkt auf jeden. Es gibt kaum einen Menschen, der ein kuscheliges weißes Kaninchen nicht niedlich finden würde, die meisten Menschen reagieren sehr positiv und stark auf die berühmten Katzenvideos im Internet. Aber auf Katzentexte? Eher nicht. Bilder sprechen eine universelle Sprache, die über sämtliche kulturelle Grenzen, Sprachbarrieren und in alle Altersgruppen wirkt. Sie sprechen sofort Emotionen an und werden erinnert. Deshalb sind Bilder als Kommunikationsmittel im Online Marketing so wichtig.

Hier sind drei Beispiele: An was denkst du bei diesem Bild?

Man denkt sofort an gesundem Essen.

Und hier?

Erfrischung? Es dauert Millisekunden, bis wir die richtige Assoziation zu einem Bild erstellen. Der Text dazu benötigt immer länger.

Tipps für Bilder

Generell sollten die Bilder für Online Marketing geschickt gewählt werden. Positive Bilder haben eher helle, fröhliche Farben (Gegenbeispiele gibt es natürlich auch), bestechen durch eine starke Aussage, gegebenenfalls etwas Humor oder Ironie. Die Komposition sollte so ausgewogen sein, dass der Bild des Betrachters in irgendeiner Art und Weise durch das Bild geleitet wird, das Bild aber auch für jeden einzelnen Augenblick genug spannende Informationen bereit hält. Die Komposition sollte unten schwerer wirken als oben (es gibt Ausnahmen), nicht exakt symmetrisch aufgebaut sein (weil das langweilig wirkt) und so weiter. Es gibt unzählige Tipps und Tricks, wie ein „gutes Bild“ gestaltet sein sollte, und es gibt wenigstens ebenso viele Gegenbeispiele.

Daraus folgt: Bilder müssen eine Geschichte erzählen, die zum Produkt passt. Wer Chili-Würstchen bewirbt, tut das mit negativ belegten Wörtern wie „scharf“, „Hölle“, „Teufel“, „Schweiß“, „Tränen“ und dergleichen. Die Farben in einer entsprechenden bildgetragenen Werbekampagne wären also Rot, Schwarz, dunkles Grau, grelles Orange und viel Nebel und Rauch. Vermutlich würden Feuer, Teufelsfratzen und schmerzverzerrte Gesichter eine wichtige Rolle spielen. Kopfkino an? Perfekt.

Könnte man die genannten Farben, Symbole und Bildelemente auf eine Bildwerbung für Massageöle übertragen? Wohl kaum, hier wird es um helle Farben, luftige Räume, entspannte Gesichter, Relax-Steine gehen.

Bilder im Online-Marketing: visuelles Storytelling

So, wie der Text grundsätzlich zielgruppengerecht formuliert sein muss, müssen auch Bilder auf Produkt oder Dienstleistung sowie die Zielgruppe abgestimmt sein. Sie müssen passend gewählt werden. Im Mittelpunkt des Storytellings stehen nicht Dienstleistung oder Produkt, die beworben und bewertet werden. Es geht vielmehr darum, eine Geschichte zu erzählen und Emotionen zu wecken, so dass der Verweis auf den zu bewerbenden Artikel völlig wertneutral erfolgen kann. Die positive Verbindung kommt zustande, weil sich Bild und darin enthaltene Geschichte im Gedächtnis festsetzen und mit dem Produkt verbunden werden. In positivem Sinn, selbstverständlich.

Bilder in der Pressearbeit

Weil auch Journalisten wissen, dass man mit Bilder die Leser einfängt, bindet, fasziniert und dann zum Lesen des Artikels animiert, verwenden Sie in allen Medien (Online und PRINT) gerne Bilder. Nun ist es sehr mühselig, ein Bild zu einem gelieferten Text zu suchen. Das kostet den Redakteur Zeit, die er nicht hat. Das wiederum heißt: Liefere zu einem Pressetext IMMER mindestens ein passendes, aussagekräftiges und vor allem ansprechendes Bild. Und druckfähig muss es sein, wen es für die Printmedien gedacht ist. Der Redakteur dankt es dir, die Veröffentlichungschance erhöht sich deutlich. Wir nennen sowas visuelle PR.

Alle Bilder pixabay.com
Chilli: maxknoxvill
Gemüse: Anelka
Steine: TBIT
Erfrischung: RyanMcGuire