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So erstellst du den perfekten Presseverteiler – 4 unverzichtbare Tipps

Du hast ein tolles Unternehmen oder Produkt und möchtest damit gern in die Presse? Grundsätzlich ist das eine gute Idee und auch immer einen Versuch wert. Wie man eine gelungene Pressemitteilung schreibt, haben wir hier schon erklärt. Aber an welche Medien wendet man sich? Wir geben dir 4 unverzichtbare Tipps für deinen perfekten Presseverteiler.

  1. Einen Überblick bekommen

Um zu wissen, wen du ansprechen sollst, musst du erst einmal erfahren, welche Medien es gibt. Aber wo findest du eigentlich einen Überblick über die Medienlandschaft? Ganz einfach: im Internet. Es gibt zahlreiche Seiten, die entweder als Datenbank einen Überblick bieten (z.B. zdb-katalog.de) oder als Online-Kiosk fungieren, in denen du die Zeitschriften erwerben und deshalb auch meist einen Blick reinwerfen kannst (z.B. ikiosk.de). Suche dir ein paar Seiten raus und mache dich mit den Filtern (Erscheinungsland usw.) und den Suchfunktionen (Thema, Titel) vertraut. Hier wirst du deine Medien finden, sobald du die restlichen Tipps befolgst.

  1. Deine Motivation erforschen

Kläre vorab folgende Frage: Warum möchtest du eigentlich in die Presse? Was erhoffst du dir von einer Veröffentlichung? Die Gründe können völlig unterschiedlich sein und hängen unmittelbar mit der Auswahl für deinen Presseverteiler zusammen. Möchtest du den bereits guten Ruf bei deiner Stammkundschaft festigen? Oder ganz neue Kunden erreichen? Möchtest du einen Artikel einfach als Referenz für deinen Vertrieb nutzen oder dir vielleicht sogar einen Ruf als Experte aufbauen? Je nachdem, was du erreichen willst, sortierst du deine Liste vor: Bei deinen Stammkunden kennst du die Branche, filtere deshalb nach entsprechenden Suchbegriffen. Wenn du neue Kunden willst, dann frage dich, was diese lesen und suche nach Medien, die eben dies bedienen. Als Referenz für Vertriebszwecke machen sich renommierte Medien – aber unter Umständen auch regionale Zeitungen – besonders gut. Für einen Expertenstatus sollten entsprechende Online-Magazine oder größere Tageszeitungen auf deiner Liste stehen.

  1. Die Story deines Unternehmens finden

Werbung gehört in einer Zeitung in den Anzeigenteil. Da willst du aber nicht hin. Um den Stellenwert eines Artikels oder Berichts zu erreichen, muss deine Story einen Informationswert bieten und keine Lobhudelei auf dein Produkt. Da du zuvor herausgefunden hast, welche Leserschaft du für dich einnehmen willst, ist jetzt dein Unternehmen dran. Was an deinem Produkt oder deiner Dienstleistung könnte diese Leser interessieren? Welche informativen und unterhaltsamen Geschichten stecken in deiner Firma? Bietest du etwas, das sonst keiner kann? Dann sollte diese Innovation der Aufhänger sein. Hast du außergewöhnlich schnell expandiert? Du könntest als leuchtendes Beispiel für einen Geschäftserfolg in deiner Region dienen und Tipps geben. Gibt es eine Familiengeschichte hinter deinem Unternehmen? Die Story hinter der Firma kann perfekt in manche Business-Rubriken passen – besonders, wenn sie ungewöhnlich ist. Kannst du als Experte Ratschläge zu einem aktuellen Thema geben? Ein Interview mit dir könnte optimal für eine Ratgeber-Rubrik sein. Pflegst du zu deinen Kunden ein besonders freundschaftliches Verhältnis? Du könntest erklären, wie du das hinbekommst und Kunden in deinem Artikel zu Wort kommen lassen.

  1. Den Schwerpunkt der Medien herausfinden

Jetzt hast du eine erste Liste und deine Story gefunden. Wirf nun einen genaueren Blick auf die gefilterten Medien. Wo liegt der Fokus bei der Berichterstattung? Welcher Unterton schwingt in den Texten mit? Eher locker oder absolut businesslastig? Nicht jedes Frauenmagazin berichtet beispielsweise gleich über Lifestyle-Themen und nicht jede IT-Zeitschrift legt den Schwerpunkt auf Sicherheitsthemen. Vor allem die Art der Berichterstattung ist entscheidend: Gibt es feste Rubriken? Das können Anwenderberichte oder Ratgeberseiten sein, Artikelserien über Ungewöhnliches oder Business-Erfolgstorys. Wenn du die Rubriken und deren Schwerpunkt kennst, kannst du gezielt die Medien raussuchen, die zu deiner Story passen und ihnen plausibel erklären, warum dein Thema ins Magazin gehört. Hast du 5 – 10 Medien gefunden, ist das eine gute Ausbeute. Biete dein Thema freundlich, informativ und kurz dort einzeln an und warte ab, welches Feedback du bekommst. Wir drücken die Daumen!

Pressearbeit für Start-ups – Meine Tipps

Ein altes PR-Sprichwort sagt: Tue Gutes und rede drüber. Viele Start-ups tun Ersteres und vergessen Zweiteres. Dabei erfinden und entwickeln sie gute Produkte und Dienstleistungen bis zur Marktreife und bringen dadurch vielen Menschen einen Mehrwert. Denken wir an die Biotech-Unternehmen oder viele Internet-Start-ups.

Natürlich gibt es beim Start viele Dinge, die wichtiger sind als Marketing und Pressearbeit. Ab einem gewissen Punkt gehört die PR aber zur Pflicht eines Start-ups. Denn irgendwann müssen die Medien, die Öffentlichkeit und nicht zuletzt Investoren von den tollen Erfindungen erfahren. Wichtig ist hierbei, das Ganze von vornherein ernst zu nehmen und nicht mal so nebenbei erledigen zu wollen. Pressearbeit muss strategisch gut geplant und mit Herzblut umgesetzt werden. Wer schnell mal eine Pressemeldung raussenden will oder ein paar E-Mails an die Redakteure sendet, wird keinen Erfolg haben. Die Installation einer eigenen PR-Abteilung ist dafür übrigens nicht nötig, am Anfang ist Pressearbeit eine Aufgabe für die Gründer und Geschäftsführer.

Wer es richtig macht, für den kann die Pressearbeit zum wichtigen Multiplikator in der Kunden- oder Nutzerakquise werden.

Wie man es richtig angeht, darüber habe ich in meinem Blogartikel über Technologie-PR bereits berichtet. Natürlich sind die dortigen Tipps und Ratschläge auch für andere Branchen außerhalb des Technologiesektors anzuwenden.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind die gute Vorbereitung und Authentizität.

Vorbereitung

An dieser Stelle werde ich meine Beiträge aus der Vergangenheit nicht wiederholen, sondern nur kurz zusammenfassen. Wenn ihr ein Start-up gegründet und euer Produkt / eure Dienstleistung einen gewissen Reifegrad erreicht hat, solltet ihr mit der Planung der Pressearbeit beginnen. Überlegt euch, welche Medien ihr ansprechen wollt, wen ihr erreichen wollt, was ihr erzählen wollt und bereitet eine (digitale) Infomappe vor. Dort solltet ihr einige Texte über euch und euer Produkt / eure Dienstleistung in Kurz- und Langversion, Fotos (Logo, Produkt und Team) und gegebenenfalls Videos zum herunterladen bereitstellen.

Ganz wichtig: Verzichtet in den Texten auf Werbesprache, auf Fachchinesisch und Eigenlob. Niemand will lesen, wie cool ihr seid oder welche Detailfunktionen die neue Lösung hat. Holt euch notfalls Hilfe bei Text- oder PR-Profis.

Sucht euch dann die richtigen Kontakte in den Redaktionen heraus, ruft dort an und erzählt eure Geschichte. Das Stichwort heißt „Storytelling“.

Hier helfen euch übrigens meine 7 Mythen über Journalisten und deren Wahrheitsgehalt, meine acht Grundregeln für erfolgreiche PR sowie meine 10 Tipps für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Journalisten.

Wichtig ist der persönliche Kontakt. Eine E-Mail ist zwar schnell und praktisch, aber verpufft im Posteingang neben Hunderten anderer E-Mails. Und es gibt keinen Betreff, der so spannend sein kann wie ein persönlicher Satz am Telefon.

Ich empfehle euch, das Telefonat vorher zu üben. Am besten ruft ihr nicht gleich die WirtschaftsWoche an, sondern übt mit einem kleinen Lokalmagazin oder der Zeitung. Damit will ich nicht sagen, dass diese Medien weniger wichtig sind. Es ist jedoch so, dass ein Scheitern dort nicht so weh tut.

Authentizität

Ihr steht ganz am Anfang eurer Unternehmenshistorie. Nutzt die Chance der unternehmerischen Unbeflecktheit. Verstellt euch nicht, spielt nicht jemanden, der ihr nicht seid. Versucht nicht, dem Redakteur etwas vorzuspielen. Das klappt auf Dauer nie. Bleibt einfach authentisch.

Nachfolgend einige weitere Tipps

  1. Verabredet euch auf Messen. Ob ihr nun auf einer Fachmesse als Aussteller zu finden seid oder nicht, spielt keine große Rolle. Geht dorthin, wo ihr Journalisten trefft. Versucht im Vorfeld, einen Termin für ein Gespräch, gemütlich bei einer Tasse Kaffee, zu ergattern.
  2. Übt unbedingt den Elevator-Pitch. Er ist für ein Gespräch mit Investoren von Nöten, aber er funktioniert auch bei Journalisten, die üblicherweise nie Zeit haben. Habt ihr einen wichtigen Redakteur an der Strippe oder vor euch, muss der erste Satz sitzen.
  3. Beachtet die Grice´sche Konversationsmaximen.
  4. Nehmt euch Zeit. Pressearbeit ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Ich wünsche euch viel Erfolg.

 

Darf man sich bei Journalisten bedanken?

Es ist unabdingbar: Wer Pressearbeit leistet, muss Beziehungen mit Journalisten pflegen und hegen. Je besser der Draht zu den Medien, desto leichter fällt es dir oft, einen Artikel in der Presse unterzubringen. Durch gute Beziehungen weißt du, was der Journalist will, was zum Medium passt und der Journalist seinerseits kennt die Qualität deiner Arbeit. Netzwerken ist deshalb wichtig und richtig.

Wo aber liegt die Grenze? Darf ich mit meinem Lieblingsredakteur abends etwas trinken gehen? Darf ich meinem liebsten Chef vom Dienst ein Weihnachtsgeschenk machen? Was sagt der Presse-Kodex? Werde ich durch ein nett gemeintes „Danke“ zur Persona non grata? Wir klären euch auf.

Grundsätzlich ist die Verbindung von Presseinhalten und Vergütungen jeglicher Art ein absolutes No-Go. Der Pressekodex ist hier eindeutig und sagt in Ziffer 15 (Vergütungen):

„Die Annahme von Vorteilen jeder Art, die geeignet sein könnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeinträchtigen, sind mit dem Ansehen, der Unabhängigkeit und der Aufgabe der Presse unvereinbar. Wer sich für die Verbreitung oder Unterdrückung von Nachrichten bestechen lässt, handelt unehrenhaft und berufswidrig. (…) Schon der Anschein, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion könne beeinträchtigt werden, ist zu vermeiden.“

Sich vor der Veröffentlichung deines Artikels mit einem Geschenk zu bedanken, ist also eine sehr schlechte Idee. Wenn du einem befreundeten Journalisten aber unbedingt eine Freude machen willst, gibt es eine winzige Grauzone, in der du dich partout bewegen solltest. Der Kodex spricht von „Einladungen oder Geschenke(n) (..), deren Wert das im gesellschaftlichen Verkehr übliche und im Rahmen der beruflichen Tätigkeit notwendige Maß“ überschreiten. Ein kleines Geschenk von geringem Wert ist also offensichtlich erlaubt, sofern es die Recherche oder Berichterstattung nicht beeinflusst. Diese muss jederzeit absolut unabhängig von der Annahme eines Geschenks oder einer Einladung bleiben.

Aber seien wir mal ehrlich: Es muss ja auch nicht immer etwas Materielles sein, oder? Oft sind eine winzige Kleinigkeit oder ein ehrlich nett gemeintes Wort auch viel schöner als ein lieblos gekauftes Geschenk. Und gerade Journalisten sollten gut gewählte Worte zu schätzen wissen.

PS: Umgekehrt gilt der Pressekodex übrigens auch: Die Veröffentlichung deines Artikels darf auch von Seiten des Journalisten nicht an eine bezahlte Werbung in der Zeitschrift gekoppelt sein. Versucht ein Redakteur also, die Veröffentlichung deiner Texte von einer bezahlten Anzeige abhängig zu machen, lass dich nicht darauf ein. Das ist unseriös und unethisch, denn der Kodex gebietet auf „eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken“ (Pressekodex Ziffer 7) zu achten.

Technologie-PR: Wenn Funktionen und technische Daten zu Geschichten werden

Inhalt:

  1. Begriffe: PR und Pressearbeit
  2. Pressearbeit für Technologien und Technologieunternehmen
    1. Die richtigen Medien und Ansprechpartner finden
    2. Die richtigen Inhalte liefern
  3. PR-Agentur: Kontaktvermittler, Übersetzer und vertrauensvoller Partner
  4. Was sonst noch zu Technologie-PR gehört

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Deutschland ist immer noch der führende Innovations- und Technologiestandort Europas. Unser Land ist unter den großen Volkswirtschaften hinter den USA das patentintensivste Land und hält sich seit Jahren auf konstant hohem Niveau. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit fast 26.000 Patentanmeldungen auf Platz 1.

Doch was nutzt die beste Erfindung und das innovativste Produkt, wenn es keiner kennt, wenn die potenziellen Kunden nicht wissen, welchen Nutzen das Produkt erfüllt, welche Verbesserungs- oder Einsparpotenziale damit erreicht werden können.

Ein sehr erfolgreicher Weg, diesen Zustand zu ändern, ist die Technologie-PR und hier ganz besonders die Pressearbeit beziehungsweise Medienarbeit.

Begriffe: PR und Pressearbeit

Wer PR sagt, meint sehr oft Pressearbeit. Die Begriffe PR (=Public Relations, dt. Öffentlichkeitsarbeit) und Pressearbeit werden oft gleichgesetzt. Dabei bestehen deutliche Unterschiede zwischen den Begriffen. In meinem Verständnis sind die Public Relations der Oberbegriff für viele Teildisziplinen.

PR dient generell dem Aufbau und der Pflege der Beziehungen zwischen Unternehmen / Institutionen und der Öffentlichkeit. Wer genau „Öffentlichkeit“ ist, hängt vom Einzelfall ab. Unterhalb der PR sind einzelne Teildisziplinen angesiedelt, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten bzw. unterschiedliche Kanäle nutzen. Hierunter sind meiner Meinung nach u. a. die Media Relations (dt. Pressearbeit), die Investor Relations, Influencer Relations, aber auch die Blogger Relations und die Social Media Relations zu sehen.

Während sich die Public Relations also an die Öffentlichkeit im Allgemeinen richten, richtet sich die Pressearbeit an die Medien, weshalb sie korrekterweise auch als Medienarbeit bezeichnet wird. Pressearbeit bzw. Medienarbeit basiert deshalb auch auf den gleichen Grundsätzen wie die journalistische Arbeit.

Wenn wir nun zum Begriff Technologie-PR zurückkehren, beschreibt dieser Begriff im Grunde den Weg, eine Technologie, eine Innovation, ein erklärungsbedürftiges Produkt über verschiedene Kanäle in die passende Öffentlichkeit zu bringen.

Eine der Königsdisziplinen ist die (Fach)Pressearbeit. Darauf wollen wir uns zunächst konzentrieren.

Pressearbeit für Technologien und Technologieunternehmen

Wie schon oft erklärt, liegt der Vorteil von Pressearbeit darin, dass dein Unternehmen, deine Produkte und Dienstleistungen durch einen neutralen Dritten beschrieben und bewertet werden. Die allermeisten Medien besitzen in Deutschland immer noch eine sehr hohe Reputation und Glaubwürdigkeit. Wenn Medien über deine Produkte bzw. deine Leistungen berichten, erzeugt das Vertrauen bei den Kunden und erhöht massiv die Bekanntheit, denn die Medien dienen in diesem Fall als Multiplikator und auch als Influencer, auch wenn sie das ungern hören.

Wir dürfen nicht vergessen, dass alle Medien dem Pressekodex des Deutschen Presserates unterliegen und verpflichtet sind, (deutlich) werbliche Inhalte (wozu auch viele PR-Inhalte gehören) als solche kenntlich zu machen. Redakteurinnen und Redakteure sind in der Regel also darauf bedacht, ihren Leserinnen und Lesern kein Werbegesülz zu präsentieren, sondern Themen und Inhalte, die einen Mehrwert / Nutzen bieten. Hier setzt die Pressearbeit an.

Dabei stehen zwei große Herausforderungen im Mittelpunkt:

  1. Die richtigen Medien und dort die richtigen Ansprechpartner kennen / finden.
  2. Die richtigen Inhalte liefern, um Redakteurinnen und Redakteure zu überzeugen, die Story zu veröffentlichen und über eure Innovation, eure Produkte und Dienstleistungen zu berichten.
  1. Die richtigen Medien und Ansprechpartner finden

Wer bereits Pressearbeit betreibt, wird die wichtigsten Kernmedien kennen und auch Kontakte zu den Redakteurinnen und Redakteuren besitzen.
Andernfalls liegt ein gutes Stück Handarbeit in Form von Recherchen und Telefonaten vor dir, um die richtigen Medien zu identifizieren und Ansprechpartner zu finden.
Natürlich hängt die Auswahl der Medien von der Branche und deiner Zielgruppe ab. Auch im Technologieumfeld ist die Medienvielfalt zwar stark geschrumpft, aber immer noch groß. Maschinenbau, IT, Automation, Gebäudetechnik, Automotive, Security und Sicherheitstechnik, Software, Transport & Logistik, Chemie, Verfahrenstechnik, Anlagenbau, Medizintechnik, … usw.
Ganz wichtig: Es sind diejenigen Medien relevant, die deine potenziellen Kunden erreichen! Du musst also genau deine Zielgruppe kennen und wissen, über welche Medien und Kanäle sich deine Wunsch-Personas informieren.

Je nachdem, ob es sich um B2B-Produkt oder ein Produkt für den Endverbraucher (B2C) handelt, sind neben den Fachmedien auch die Publikumsmedien, die Tagespresse, die Wirtschaftspresse, TV und Hörfunk relevant. Nochmals: Es liegt also viel Arbeit vor dir.

Es existieren allerdings Datenbanken über Medien und Themen (z. B. Zimpel oder Stamm), über die du leichter und schneller an die entsprechenden Ergebnisse kommst, die aber auch ihren Preis haben. Professionelle PR-Agenturen wie conpublica arbeiten mit diesen Datenbanken. Dort findet man auch gleich die richtigen Ansprechpartner mit entsprechenden Kontaktdaten. Solche Kontaktdaten können selbstverständlich auch per Internet und Telefon manuell recherchiert werden.

Kontakte, Kontakte, Kontakte

Eine nachhaltige Pressearbeit aufzubauen heißt, eine nachhaltige und vertrauensvolle Beziehung zu Medienvertretern aufzubauen. Nicht umsonst heißt die Disziplin „Media-Relations“. Auch Medien suchen verlässliche und zuverlässige Quellen und Partner in der Industrie.

Hier kommen erneut die PR-Agenturen ins Spiel. Eine gute PR-Agentur verfügt über gute Kontakte zu den Medienvertretern. Die Agentur fungiert nun als Mittler zwischen Redakteurinnen und Redakteuren und dir als Geschäftsführer oder Marketingleiter. Sie stellt den Kontakt her und hilft dir beim Beziehungsaufbau.

  1. Die richtigen Inhalte liefern

Die richtigen Medien, Redakteurinnen und Redakteuren zu kennen, ist die eine Hälfte des Erfolgs. Die richtigen Inhalte zu liefern, die andere.

Wenn ich eines in meiner fast 25-jährigen Tätigkeit als freier Journalist und PR-Berater für Technologieunternehmen gelernt habe, dann, dass Ingenieure, Wissenschaftler und Techniker zwar wahre Experten in ihrem Fachgebiet sind, sich aber extrem schwertun, aus der Begriffswelt der Leistungsmerkmale und Produkteigenschaften herauszutreten und die wahren Nutzenargumente und Mehrwerte des Produktes zu kommunizieren.

Auch fehlt es vielen Fachleuten an der Fähigkeit, sich in die Rolle des Kunden, des Nutzers zu versetzen. Das ist gar nicht böse gemeint, denn es ist gar nicht ihre Kernaufgabe, dies zu tun. Vielmehr braucht es eine Schnittstelle, einen Übersetzer, der die Funktionen, die Leistungsmerkmale und Produkteigenschaften, die Daten und Fakten einer Maschine, eines Produktes oder Prozesses in die Sprache übersetzt, die der potenzielle Kunde versteht. Und hier entsteht gleich die nächste Hürde: Der potenzielle Kunde kann durchaus sehr unterschiedlich sein. Im B2B-Bereich beispielsweise sind ebenfalls Fachexperten, die Produkt X, Maschine Y oder Prozess Z benötigen. Oft ist es aber der Einkäufer, der in verschiedenen Kanälen nach passenden Anbietern recherchiert. Er hat andere Erwartungen als der Betriebsleiter, Techniker, Ingenieur. Und da wären noch die CTO, CEO und CMOs dieser Welt. Ihnen geht es bei der Entscheidung für das nächste Investment um ganz andere Punkte, z. B. Kosten, ROI, Wirtschaftlichkeit, Zukunftssicherheit.

Bei der Pressearbeit kommt noch eine weitere Zielgruppe hinzu: die Redakteurinnen und Redakteure. Sie gilt es zu davon zu überzeugen, dass die Innovation, die neue Maschine, das neue Produkt oder der neue Prozess wirklich einen Nutzen und Mehrwert hat für ihre Leser. Das Ganze muss dann auch noch so verpackt sein, dass der werbliche Charakter zurückgestellt wird.

Fassen wir bis hierhin zusammen: Die Inhalte für Technologie-PR dürfen nicht einfach Produkteigenschaften und technische Daten aufzählen, sondern müssen Nutzenargumente liefern und die Story hinter der Technologie erzählen. Sie dürfen nicht vor Fachbegriffen strotzen, sondern müssen für die jeweilige Zielgruppe leicht verständlich sein. Sie müssen verdeutlichen, wie das Produkt oder die Technologie den Anwender unterstützt.

Außerdem muss der Pressetext – ob Fachartikel, Anwendungsbericht oder Pressemitteilung – so formuliert sein, dass er von Redaktionen mit gutem Gewissen und ohne starke Überarbeitung verwendet werden kann. Das setzt journalistisches Know-how voraus.

PR-Agentur: Kontaktvermittler, Übersetzer und vertrauensvoller Partner

Eine gute Agentur für Technologie-PR muss

  • also die richtigen Tools nutzen, um die relevanten Medien ausfindig zu machen,
  • die richtigen Kontakte zu relevanten Medien haben,
  • eine hohe technische Affinität und das Verständnis für technisch komplexe Themen besitzen,
  • wissen, was Journalisten für ihre Arbeit benötigen und
  • über das Know-how verfügen, die abstrakten und komplexen Themen so aufzubereiten, dass Redaktionen sie ohne weitere Arbeit nutzen können.

Was sonst noch zu Technologie-PR gehört

Treten wir nun wieder einen Schritt zurück und betrachten nicht nur die Media Relations (Pressearbeit), sondern weitere Bestandteile der Public Relations. Wir erinnern uns: Es gibt weitere Kanäle, eine Technologie, eine Innovation, ein erklärungsbedürftiges Produkt in die passende Öffentlichkeit zu bringen.

Ich denke hier vor allem an Blogs und diverse Social-Media-Plattformen.

Wir haben bereits darüber berichtet, warum Blogs in der PR wichtig sind. Ein eigener Blog ist ein mächtiges Kommunikationsmittel, um komplexe Themen zu beschreiben und zu erklären. Je nach Zielgruppe kann das einfach verständlich und nicht technisch z. B. für Einkäufer oder CEOs oder der technisch in Tiefe gehend für die Experten erfolgen. In einem Corporate Blog können viele verschiedene Autoren mitwirken, die unterschiedliche Aspekte eines Produktes oder einer Dienstleistung aufgreifen. So entsteht ein Potpourri an Artikeln in deinem Blog.

Zusätzlich kannst du versuchen, einen Experten aus deinem Unternehmen mit einem Gastartikel in einem anderen, wichtigen Blog unterzubringen. Wie das funktioniert, erklären wir später an einer anderen Stelle.

Neben den Blogs sind Social-Media-Kanäle wie die Businessnetzwerke LinkedIn und XING, aber auch Facebook, Instagram und nicht zuletzt YouTube wichtig. Es hängt immer vom Einzelfall ab, welcher Kanal passt und welcher nicht. Generell eignen sich tendenziell LinkedIn und XING eher für die B2B-Kommunikation und das berufliche / geschäftliche Networking. Dort kann eurer technischer Entwicklungsleiter mit anderen technisch versierten Ingenieuren netzwerken und der CEO aus Sicht der Geschäftsführung posten. Bei Facebook & Co. sprichst du eher die Privatpersonen an, die sich außerhalb ihres Jobs dort tummeln. Und YouTube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine für alles, auch für Technologien und technische Prozesse.

Fazit

Wir bezeichnen die Technologie-PR als Königsdisziplin der PR. Wer seine technologischen Produkte und Innovationen über die Medien und die Social-Media-Plafformen so in die Öffentlichkeit bringen möchte, dass die verschiedenen Zielgruppen alles verstehen, muss die Kunst beherrschen, die komplexen Themen und Sachverhalte zu Geschichten und allgemeinverständlichen Texten zu transformieren. Er muss wissen, wie die Medien darauf anspringen. Eine qualifizierte PR-Agentur ist hier ein wichtiger Wegbegleiter.

So sieht die Zukunft der PR aus

Es hat sich viel getan in den letzten beiden Jahren – besonders im Hinblick auf die Digitalisierung. Das betrifft auch die PR-Branche. Die neue aclipp-Marktstudie „Zukunft der PR“ zeichnet ein spannendes Bild des zukünftigen PR-Berufs.

Spitzenreiter: Digitale Kanäle

Wie groß die Rolle digitaler Medien mittlerweile ist, spiegelt sich auch in den genutzten Kanälen für die PR-Arbeit wider. 99 % der PRler bespielen den Online-Bereich mit Content, 94 % den Print-Bereich und ebenso viele die Social Media. Auch andere digitale Formate wie Newsletter, Blogs oder Podcasts werden zunehmend wichtiger. Podcasts beispielsweise konnten sich im Vergleich zur vergangenen Befragung um über 20 % steigern. Die digitale Welt hat damit den Printmedien den Rang abgelaufen.

Wichtig: Instagram und Facebook

Instagram liegt bei den Social-Media-Kanälen mit 86 % Nutzung erstmalig vor Facebook mit immerhin noch 79 %. Zudem konnte LinkedIn deutlich an Beliebtheit zulegen und wird von 75 % der PRler genutzt. Dritter Gewinner bei der Nutzung in der PR-Arbeit sind sehr junge Plattformen wie TikTok, das jetzt bereits auf 19 % kommt.

Influencer spielen eine größere Rolle

Der Kontakt zu Influencern wird bei zunehmender Bedeutung der Social Media ebenfalls wichtiger. Schon 58 % pflegen dort bereits gute Kontakte. Weitere 26 % planen eine Kooperation in Zukunft.

Freelancer als Springer

Um Leistungsspitzen aufzufangen oder größere Projekte bewältigen zu können, arbeiten viele PRler derzeit mit Freelancern zusammen. Immerhin 70 % nutzen die Freiberufler zur Unterstützung und weitere 15 % denken darüber nach, dies in Zukunft zu tun.

Professionelle Tools müssen sein

Ohne Tools geht nichts mehr. Fast alle Befragten nutzen verschiedenste Tools, um effizient und schnell arbeiten zu können. Vor allem Medienbeobachter stehen dabei mit 90 % Nutzung hoch im Kurs.

Mehr als nur PR

Das Dienstleistungsspektrum der PRler hat sich den digitalen Anforderungen angepasst. Deshalb gaben mehr als 70 % der Befragten an, weitere Services für ihre Kunden anzubieten. Ganz oben auf der Liste: Kommunikationsberatung und Content-Produktion. Klassisches Marketing geht oft auch mit der PR einher. Vor allem das Social-Media-Marketing ist hier der Spitzenreiter der zusätzlich angebotenen Dienstleistungen.

Ein schöner Job

Eine wunderschöne Erkenntnis bietet die Studie zusätzlich: PRler sind sehr zufrieden mit ihrem Beruf, denn er ermöglicht eine ausgewogene Work-Life-Balance. Immerhin beinahe 90 % der Befragten haben die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten und fast 80 % können ihren Arbeitsort mehr oder weniger flexibel wählen. Die Branche gewährt damit ein Maß an Freiheit, das Zufriedenheit schafft: Dreiviertel der Teilnehmenden ist mit den Rahmenbedingungen sehr zufrieden und stolze 40 % der Befragten bewerten ihre aktuelle Work-Life-Balance mit gut oder sehr gut.

Was der PR-Nachwuchs schätzt

Für PR-Agenturen bei der momentanen Arbeitsmarktlage nicht unwichtig: zu wissen, worauf potenzielle Arbeitnehmer Wert legen. Auch hier gibt die Studie Aufschluss. Über die Hälfte der Umfrageteilnehmer/innen gab an, dass ihnen flexible Arbeitszeiten am wichtigsten sind. Direkt danach rangiert die Bezahlung auf dem zweiten Platz. Stimmen diese beiden Faktoren, dürfte es in Zukunft kein Problem sein, hoch qualifizierte PR-Manager/ innen für seine Agentur zu gewinnen und zu halten.

Geheimtipp Grice´sche Konversationsmaximen: Wie du sie in der PR nutzen kannst

Kommunikation ist nicht immer eindeutig. Familienstreits oder misslungene Gehaltsgespräche sind dafür nur ein Beispiel. Im Alltag treffen wir auf eine Vielzahl von Situationen, in denen wir uns wünschen, die Konversation würde besser laufen. Auch in der Pressearbeit spielt gelungene Kommunikation eine große Rolle. Vor mehreren Jahrzehnten hat der englische Sprachphilosoph Paul Grice die sogenannten Grice´schen Konversationsmaximen aufgestellt, unter deren Berücksichtigung ein Gespräch deutlich zielgerichteter laufen soll. Das wiederum könnte ein echter Booster für deine PR sein. Was genau solltest du besser machen? Wo setzt du die Regeln ein? Wir haben die Maximen für dich kurz zusammengefasst.

Die Basis muss stimmen

Das Prinzip ist: Alle Teilnehmer der Konversation versuchen, den Gesprächsbeitrag zielführend zu gestalten. Diese Grundregel ist besonders für Journalisten extrem wichtig. Denn hier gilt wie überall im Business: Zeit ist Geld. Bekommen die Journalisten alles, was sie benötigen mit möglichst wenig Zeitaufwand, wissen sie das sehr zu schätzen. Ein Beispiel sind Pressemitteilungen, die knackig geschrieben sind. Das gelingt mit den vier Maximen.

  1. Maxime der Quantität (Maxim of Quantity)

Sage, was nötig für den Zweck des Gesprächs ist – aber nicht mehr / nichts Unnötiges.

Für alle E-Mails und Pressemitteilungen sowie Statements gilt: Fasse dich kurz und reduziere deine Inhalte auf das absolut Wesentliche. Denn nicht nur die Zeit der Journalisten ist knapp, sondern auch die Aufmerksamkeitsspanne aller anderen Leser.

  1. Maxime der Qualität (Maxim of Quality)

Versuche, einen Gesprächsbeitrag zu liefern, der wahr ist. Sage nichts, wovon du glaubst, dass es falsch ist und nichts, von dem du nicht weißt, ob es wahr ist.

Auch hier passt die Maxime perfekt zum Journalismus. Wahrheit und geprüfte Fakten sind essenziell für gute Berichterstattung und unabdingbar für deine Presseinhalte.

  1. Maxime der Relation / Relevanz (Maxim of Relevance)

Sage nichts, was nicht zum Thema gehört, wechsle nicht das Thema. Beachte den Kontext und das Vorwissen der Teilnehmenden.

Stringenz muss auch in Pressetexten sein. Bringe deshalb nicht zwei Inhalte in einem Text unter. Schweife nicht ab und beachte dein Zielgruppen-Sprach-Niveau.

  1. Maxime des Stils / der Modalität (Maxim of Manner)

Vermeide Unklarheit. Vermeide Mehrdeutigkeit. Vermeide unnötige Weitschweifigkeit. Vermeide Ungeordnetheit.

Deine Texte für die Presse sollten gut geschrieben sein und einem roten Faden folgen. Deine Sätze solltest du trennscharf formulieren und sie sollten inhaltlich logisch aufeinander aufbauen.

Zusammengefasst bedeutet das: Wenn du möchtest, dass deine Botschaft ankommt, dann äußere dich informativ, wahr, themenbezogen, klar und deutlich! Wenn du deine Texte demnächst nach dem Schreiben noch einmal streng auf diese Kriterien hin prüfst, kannst du sicher ein bisschen optimieren. Die Presse wird es dir danken. 😉

 

Appell: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist kein Vertrieb!

In meiner fast 25-jährigen Arbeit als PR-Berater bin ich etliche Male von Vertriebsmanagern unserer Kunden damit konfrontiert worden, dass unsere PR-Arbeit (insbesondere Pressearbeit) kein Geld einbringen würde. Das Geld würden die Vertriebler draußen beim Kunden verdienen, die PR würde es nur ausgeben. Eigentlich könne man darauf ja verzichten.

Jedes Mal weise ich darauf hin, dass die Person hier einen Denkfehler macht. Denn ohne Marketing, worunter auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fällt, gäbe es keine Leads, keine Interessenten, keine Termine und keine Marketingmaterialien.

Die Gegenfrage von uns lautet dann immer: Woher sollen Ihre potenziellen Kunden von Ihrem tollen Produkt erfahren, also Kenntnis erlangen? Die Antwort der Vertriebler ist dann oft: durch unsere Anrufe, unsere Kontakte, unsere Besuche. Ok, richtig. Aber der Akquise-Prozess wird deutlich einfacher, wenn der Interessent sich bereits informieren konnte, von dem Produkt irgendwo gehört hat oder sogar ein gesteigertes Interesse zeigt und erste Informationen vom Vertrieb angefordert hat. Dann nämlich wird aus dem Mr. Anonymous ein Lead.

Das Modell der Customer Journey

An welcher Stelle hilft nun die Pressearbeit? Hierzu nehmen wir das Modell der Customer Journey zu Hilfe. Im vergangenen Jahr hatten wir in einem Blogartikel beschrieben, warum Pressearbeit für die Kaufentscheidung wichtig ist. Ich zitiere:

„Wir wissen, dass sich Kunden in der Regel durch verschiedene Phasen seiner Käuferreise bis zum Kauf bewegt. In diesen Phasen kommt er in Kontakt mit Informationen, mit Angeboten verschiedener Marken und Produkte. Das sind Informationen über den Nutzen und Mehrwert, Informationen anderer Nutzer (z. B. Tests und Empfehlungen), Informationen über die Qualität eines Produkts, aber auch einfach Werbung und Sonderangebote.

Presseveröffentlichungen in der Customer Journey

Presseveröffentlichungen sind hier in fast allen Phasen der Customer Journey besonders wertvoll, weil dort eben Dritte (die Redakteure) Informationen bereitstellen, die glaubhaft und authentisch sind. Das Gleiche gilt übrigens für Blogbeiträge.

Liest nun ein Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens einen Bericht in einer IT-Zeitung, wie ein anderes Unternehmen mithilfe einer Software die Migration in die Cloud geschafft hat oder wie ein besonderer Backup-Service die Daten eines Unternehmens gerettet hat, dann könnte er ggf. hellhörig werden. Benötigt sein Unternehmen sowas auch?

Der Pressebericht ist allerdings nur ein Baustein auf dem Weg zum Kauf. Wir wissen, dass im B2B-Geschäft ein potenzieller Interessent mehrere Kontaktpunkte zu einem Produkt oder einer Marke braucht – je höher die Investitionsentscheidung, desto tendenziell mehr Kontaktpunkte werden es sein – um eine Entscheidung zu treffen. Es gilt also, durch Kommunikationsmaßnahmen diese Kontaktpunkte herzustellen, indem man die Produkte / Leistungen und das Unternehmen bekannt macht und Vertrauen erweckt. Neben den Presseveröffentlichungen führen auch der eigene Webauftritt, die Social-Media-Auftritte, der Unternehmensblog, diverse Whitepaper, Broschüren, E-Mailings usw. zu Kontakten mit dem Produkt und der Marke. Und letztendlich auch der Anruf des Vertriebsmitarbeiters. Dieser könnte mit geeigneten Verkaufsargumenten die Customer Journey beenden und den Kauf zum Abschluss bringen.

Wir sehen also: Ohne einen aktiven Vertrieb und ohne weitere verkaufsfördernde Maßnahmen der Kommunikation kann die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nur einen Teil ihrer Wirkung entfalten. Auf der anderen Seite erleichtert sie aber die Vertriebstätigkeit.

So schreibst du einen wirklich guten Artikel für die Presse

In einer (Fach)Zeitschrift veröffentlicht zu werden ist dein großes Ziel, aber du weißt nicht, wie dein Artikel dafür interessant genug wird? Das ist leichter, als du denkst. Mit ein paar Tipps und Tricks wird dein Artikel spannend genug, um von Journalisten in die engere Auswahl genommen zu werden. Aber: Presseartikel vermitteln Informationen in einem ganz eigenen Stil. Es gibt deshalb einige wichtige Richtlinien, an denen du dich orientieren solltest.

Eine fesselnde Einleitung

Nein, du startest nicht mit der Überschrift. Natürlich kannst du deinem Artikel einen Arbeitstitel geben, z. B. wenn du ihn zwischendurch mal abspeichern und wiederfinden willst. Aber erst, wenn dein Artikel fertig und rund ist, wirst du wirklich wissen, was der Kern dessen ist. Und genau dieser muss dann zum Schluss in die Überschrift.

Du beginnst also mit der Einleitung. Für welches Medium du auch schreibst: mach dir bewusst, dass viele Leser es niemals bis zum Ende des Artikels schaffen. Aus diesem Grund solltest du deinen Lesern immer direkt zu Beginn der Einleitung die Informationen liefern, auf die sie warten. Beginne dabei mit einem starken Aufmacher, einem prägnanten Einstiegssatz, der Aufmerksamkeit erregt. Dieser Satz ist fast der wichtigste des gesamten Artikels, er sollte daher sehr bewusst formuliert werden und eine These aufstellen, die du dann im Folgenden näher erläuterst.

Eine knackige Mitte

Nach dem interessanten Anfang solltest du im Mitteltext schnell das beschreiben, was Überschrift und Einleitung versprechen. Schreibe alles wirklich Wichtige dabei oberhalb des Falzes, das heißt konkret in die oberen Absätze, die früher in der Zeitung über dem Falz in der Mitte lagen. In der Online-Version gilt das Gleiche: Der virtuelle Falz ist der Punkt auf deinem Monitor, bis zu dem du lesen kannst, ohne scrollen zu müssen. Deine essenziellen Infos sollten über diesem Punkt stehen. Inhaltlich geht es um die Details zu deiner These. Diese führen genauer aus, was du im Einleitungssatz behauptet hast. Schreibe bei aller Detailliebe aber niemals in zu langen Absätzen und untergliedere deine Texte mit Zwischenüberschriften. Auch endlos verschachtelte Sätze und zu viele Füllwörter solltest du im Interesse des Leseflusses besser mit Vorsicht einsetzen.

Mehr spannender Input

Unterfüttere deine Angaben mit zusätzlichen Informationen. Kontaktdaten, zusätzliche Fakten zum Thema, zu den beteiligten Personen oder Zitate geben deinem Artikel mehr Tiefe. Soll der Artikel kommentiert sein und du willst deine Meinung einbringen, dann tue es an dieser Stelle. Vergiss aber nicht, auch andere Meinungen zu erwähnen – der Neutralität halber. Der Leser soll sich aufgrund deiner objektiven Fakten eine eigene Meinung bilden können.

Ein Schluss, der zu denken gibt

Schließe deinen Artikel ab, indem du deinen Lesern einen Mehrwert gibst, zum Beispiel mögliche Lösungsansätze für ein Problem. Fasse noch einmal kurz zusammen, ziehe ein Fazit und beende mit einem guten Schlusssatz, beispielsweise einer Neuformulierung deiner Anfangsthese oder einem Ausblick in die Zukunft.

Wichtiger Schlusscheck

Wie bei einem Kunstwerk ist deine Arbeit auch bei einem Artikel damit noch lange nicht beendet. Das war erst die Vorarbeit. Steht der Rohbau, geht es an die Feinarbeit. Diese Checkliste solltest du als Abschluss nicht vergessen:

  1. Überprüfe alle Fakten und Behauptungen noch einmal.
  2. Überprüfe alle Namen und Schreibweisen, Daten und Kontaktinformationen, die du angibst.
  3. Überprüfe die Rechtschreibung.
  4. Sind Format und Zitate im AP-Stil (Associated Press-Stil)? (Zitate wortwörtlich in Anführungszeichen wiedergeben mit vollem Titel der Person vor dem Namen, Zahlen von eins bis neun ausschreiben)
  5. Lies dir den Artikel einmal laut vor: Hat er einen konsistenten Sprachstil? Liest er sich flüssig?
  6. Berücksichtigt dein Sprachstil im Artikel die Tonalität deiner Leserschaft?
  7. Hat dein Artikel einen neuen einzigartigen Blickwinkel, damit er aus der Masse sticht?

Wenn du diese Schritte konsequent befolgst, sollte am Ende ein pressetauglicher Artikel entstanden sein. Dann bist du jetzt so weit, einen passenden Titel dafür zu finden. Noch ein kleiner Tipp: Die Überschrift darf gerne zum Nachdenken anregen oder Fragen offenlassen, muss aber eindeutig das Thema beschreiben.

Nur gut vorbereitete Interviews werden zu lesenswerten Interviews

Ich persönlich finde ein Interview immer informativ, wenn es sich mit einem Thema beschäftigt, das mich interessiert und im besten Fall von jemandem gegeben wird, der sich mit dem Thema perfekt auskennt. Das Themengebiet ist dabei egal, denn gut geführte Interviews passen zu jedem Thema.

Doch wir alle kennen die Situation, dass man das x-te Interview zu einem Thema liest und absolut gar keine Neuigkeiten daraus mitnimmt – mitunter sogar das Gefühl hat, dieselbe Frage (und dann natürlich auch Antwort) bereits in einem anderen Interview gelesen zu haben. Und das ist immer ein Zeichen einer schlechten Vorbereitung des Interviewführers und dem verzweifelten Versuch, Content zu produzieren. Doch zu welchem Preis…?

Und damit kommen wir zu der These aus der Headline: Nur gut vorbereitete Interviews werden zu lesenswerten Interviews!

Zunächst ist es nämlich absolut wichtig, dass man sich über seinen Interviewpartner informiert. Alles, was man dann herausfindet, ist „lahm“ im Interview zu fragen, denn das ist ja bereits bekannt.

Jedes Interview sollte einen Grund haben, einen roten Faden und ein Ziel. Beispielsweise zu einem uns alle aktuell beschäftigenden Thema: COVID-19. Hier kann man den Experten generell etwas zu COVID-19 fragen (was wohl eher wenig Neues hervorbringen wird), oder man will auf das Thema Impfstoff heraus. Also sollten sich alle Fragen irgendwie am Ende auf das Thema Impfstoff fokussieren. Logisch oder?

Ein kleiner Tipp dazu: Überlegt man sich, welche Zielgruppe das Interview lesen wird, so können die Fragen auch entsprechend formuliert werden. Beispiel: In einem wissenschaftlichen Magazin darf es auch wissenschaftlicher werden. Führt man das Interview für nicht wissenschaftlichen Leser, so sollten auch die Fragen etwas weniger wissenschaftlich gestellt werden. Klar, oder?

Auch sollten Fragen nie so gestellt werden, dass sie mit JA oder NEIN beantwortet werden können. Denn „Geschwafel“ (gehen wir von dem Fall aus, der Interviewte möchte höflich sein und ausführlich antworten) bringt einen auch nicht weiter. Besser sind Fragen, die mit den 7 „Ws“ (Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie? Wozu?) gestellt werden. Hier muss die Antwort zwangsläufig so formuliert werden, dass sie ausführlicher ausfällt – ganz ohne zu schwafeln.

So viel nun zum Inhaltlichen. Kommen wir nun zum Organisatorischen.

Hier gibt es nämlich auch ein paar Kniffe, die es für beide Seiten entspannter macht. Zunächst sollte man seinem Interviewpartner (völlig unabhängig davon, ob das Interview schriftlich oder mündlich geführt wird) gewisse Eckdaten mitteilen: Wann soll das Interview veröffentlich werden? Was benötigt man – neben den Fragen – noch an weiteren Informationen (Foto, kurze Vita etc.)? Und auch eine schriftliche Freigabe sollte man dringend einholen. Hat man dieses kurze Briefing zusammen, dann kann es losgehen.

Nach dem Interview beginnt die zweite Aufgabe des Interviewführers: Das Kürzen. Denn kaum ein Interview kann und sollte 1:1 abgedruckt werden. Meistens ist es gut, wenn gewissen Passagen, die weniger dem Fortschritt des Interviews dienen, gekürzt werden. Auch ist es oft für den roten Faden spannender und logischer, wenn man die Antworten in ihrer Reihenfolge verändert.

Wenn man diese Aspekte der Interviewführung beachtet, so schafft man es zwar nicht schnell ein Interview zu führen, weil es eben viel Recherche und im Nachhinein viel Kürz- und Strukturierarbeit bedeutet, dafür erhält man aber ein Interview, das definitiv lesenswert ist.

Übrigens: Dies alles gilt auch für Interviews, die für Hörfunk, Fernsehen und Podcasts produziert werden.

Sieben Profi-Tipps für eine gelungene Pressemitteilung

Du kannst Pressemitteilungen schreiben und weißt, was zählt. Aber trotzdem könnte es noch ein bisschen besser funktionieren? Wir haben schon mal sieben wichtige Tipps für dich.

  1. Kurze Headline mit maximal 90 Zeichen

Journalisten haben chronischen Zeitmangel und immer mehr Termindruck. Im Laufe der Zeit hat sich daher die Aufmerksamkeitsspanne für Headlines verkürzt. Das Optimum liegt mittlerweile bei höchstens 90-100 Zeichen. Über der Headline sollte PRESSEMITTEILUNG oder PRESSENOTIZ stehen.

  1. Um die 450 Wörter

Die Länge der Pressemitteilung hängt natürlich vom Thema ab. Grundsätzlich sollte der Text die journalistischen Fakten enthalten. Dabei sind am Anfang der Mitteilung (am besten deutlich hervorgehoben) die sogenannten W-Fragen zu beantwortet werden: Wann, was, wo, wer, wie, warum?

Eine gute Pressemitteilung braucht nicht mehr als 450-500 Wörter. Die ganze Pressemitteilung sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein.

  1. Korrektur- und Bemerkungsrand

Da jeder Text zunächst meist auf dem Papier redigiert, d.h. korrigiert und sprachlich „in Form“ gebracht, wird, sollte ein großer Korrektur- und Bemerkungsrand gelassen werden und die Mitteilung mit 1 1/2zeiligem Abstand geschrieben werden.

  1. Medien ergänzen

In einer Welt der Bilder kommen auch PMs nicht mehr ohne aus. Mittlerweile ist daher bekannt, dass Mitteilungen, die durch Bilder oder Videos ergänzt werden, viel öfter gelesen und genutzt werden. Tatsächlich erhöht sich die Zugriffsrate um mehr als 30 Prozent.

  1. Die goldene Mitte

Für die Verbreitung der PMs hat sich die Mitte der Woche als bester Zeitpunkt ergeben. Montags und freitags werden Mitteilungen eher wenig gelesen, samstags fast nie und Donnerstag am häufigsten. Grund genug, die Mitteilung dann zu versenden.

  1. Das ganze Jahr zählt

Was früher ausgenutzt wurde, gibt es heute nicht mehr – das Sommerloch. Ob Ferienzeit oder Feiertage. PMs zu schicken lohnt sich im ganzen Jahr und ist auch zu „ruhigen“ Zeiten nicht ergiebiger.

  1. Kein Belegexemplar erbitten

Zum Schluss noch das: Bitte kein „Belegexemplar erbeten“ unter den Text oder ins Anschreiben setzen. Es ist dein Job, die Abdrucke selbst oder mit Hilfe eines Clippingdienstes zu ermitteln.

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