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Warum Pressearbeit für die Kaufentscheidung wichtig ist

Sicher kennst du den Spruch „Was in der Zeitung steht, ist wahr“. Nun, meine Journalisten-Kollegen mögen es mir verzeihen, aber ganz so stimmt das heute nicht, z. B. bei den Medien der Gattung „Yellow Press“. Das wissen wir leider. Aber seriöse Medien legen großen Wert auf wahrheitsgemäße Berichterstattung, auch wenn sie hin und wieder als „Lügenpresse“ bezeichnet werden.

In den Köpfen der Menschen hat sich der Grundsatz aber so tief verankert, dass man heute wichtige Entscheidungen trifft, weil die Zeitung dieses und jenes in einem Bericht empfiehlt oder darüber berichtet. Ganz besonders deutlich wird dies bei den sog. Test-Magazinen, die Produkte testen und Bewertungen abgeben.

In der Pressearbeit (fälschlicherweise auch PR genannt, aber das ist ein anderes Thema) versuchen wir, Artikel, Interviews, Meldungen und sonstige Texte journalistisch interessant aufbereitet an die Medien heranzutragen mit dem Ziel, dass diese sie veröffentlichen oder zumindest sich dafür interessieren. Das ist heute um ein vielfaches schwieriger als noch vor 10 Jahren, weil die Menge an Texten (gute gleichwie schlechte) enorm zugenommen hat und die Redakteure und Redakteurinnen regelrecht überflutet werden mit Angeboten von PR-Agenturen. Sie filtern rigoros aus. Schafft man es dann in die Zeitung oder das Magazin, kommt obiger Einleitungssatz oft zum Tragen.

Pressearbeit ist wichtig für die Kaufentscheidung innerhalb der Customer Journey

Wir wissen, dass sich Kunden in der Regel durch verschiedene Phasen seiner Käuferreise bis zum Kauf bewegt. In diesen Phasen kommt er in Kontakt mit Informationen, mit Angeboten verschiedener Marken und Produkte. Das sind Informationen über den Nutzen und Mehrwert, Informationen anderer Nutzer (z. B. Tests und Empfehlungen), Informationen über die Qualität eines Produkts, aber auch einfach Werbung und Sonderangebote.

Presseveröffentlichungen sind hier in fast allen Phasen der Customer Journey besonders wertvoll, weil dort eben Dritte (die Redakteure) Informationen bereitstellen, die glaubhaft und authentisch sind. Das gleiche gilt übrigens für Blogbeiträge.

Liest nun ein Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens einen Bericht in einer IT-Zeitung, wie ein anderes Unternehmen mithilfe einer Software die Migration in die Cloud geschafft hat oder wie ein besonderer Backup Service die Daten eines Unternehmens gerettet hat, dann könnte ggf. hellhörig werden. Benötigt sein Unternehmen sowas auch?

Im privaten Bereich funktioniert das ähnlich: Berichtet ein Hi-Fi Magazin über einen neuen Verstärker oder testet die Chip neue Monitore, so könnte der eine oder andere Leser dadurch aktiviert werden. Der erste Impuls für Phase 1 (Bedürfnis) ist gesetzt. In den darauffolgenden Phasen kann es sogar sein, dass er weitere Magazin nach Artikel über dieses oder jenes Produkt aktiv durchforstet. Zumindest wird er aufmerksamer, wenn er nun auf diesen Verstärker oder Monitor stößt. Viele lesen z.B. Rezensionen im Internet (Amazon & Co) über dieses Produkt.

Liest der gleiche Manager später in einem anderen Magazin, wie erfolgreich ein anderes Unternehmen seit der Einführung der Software ist oder findet der andere Nutzer weitere Tests und Produktvergleiche, wird er die Software bzw. den Verstärker oder Monitor in die engere Kaufauswahl stellen. Im B2B Bereich sind die weiteren Auswahlkriterien natürlich komplexer als im Consumer-Bereich. Hier geht es am Ende um den Preis, Zusatzservices etc.

Was ich sagen will ist, dass Artikel in den Medien nachhaltig die Kaufentscheidung prägen, weil sie als glaubhaft und relevant eingestuft werden.

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Was bringt Pressearbeit wirklich?

Wir lieben Texte – und das mit Leib und Seele. Deshalb freuen wir uns auch immer, wenn wir Beispiele dafür finden, wie einfach und erfolgreich gute Pressearbeit sein kann. Denn immer wieder zeigt sich, wie viel gute Pressearbeit wirklich bringt. Von wegen obsolet – eher informativ und seriös am Puls der Zeit. Trotz oder gerade wegen aller neuen Kanäle und Medien. Innerhalb der Flut von Halbwahrheiten und Nonsens scheinen die Nutzer geradezu nach authentischem, informativem Inhalt von Experten zu lechzen. Bestes Beispiel ist momentan wohl die Pressearbeit des Kreises Heinsberg, die zu Recht hoch gelobt wird und sicher auch nach überstandener Krise ganz Deutschland positiv in Erinnerung bleiben wird.

Alles kann interessant sein

Aber auch im ganz normalen Tagesgeschäft bewirkt gezielte Pressearbeit immer wieder Erfolg. Ob man dabei von der Schokoladen-Sommelière und ihren tollen Erfahrungen inklusive gestiegenem Umsatz liest, oder vom Experten, der dank der veränderten Pressearbeit nun als solcher gebucht wird. Entgegen der Meinung, dass Pressearbeit etwas für außergewöhnliche Menschen sei, ist eben im richtigen Zusammenhang und dem richtigen Medium alles interessant. Wichtig ist nur, zu wissen, wie und wo man ansetzt.

Gesehen werden

Nur wer sichtbar ist, kann gesehen werden. Klingt wie eine dämliche Tautologie, ist aber eine Tatsache, die man berücksichtigen sollte. Bin ich nirgendwo mit meiner Expertise vertreten, nimmt mich niemand als Experte wahr. Auch aus eigener Erfahrung können wir sagen, wie wertvoll das ist. Eine Veröffentlichung in der Presse reicht dabei manchmal schon aus, um etwas zu verändern. Ein Kunde von uns wurde zum Beispiel aufgrund einer solchen von einem großen Hersteller von Unterhaltungselektronik und Elektrogeräten kontaktiert und um einen Termin auf der IFA in Berlin 2018 gebeten. Zahlreiche weitere Kunden haben nachweislich direkt nach einer Veröffentlichung in Fachmagazinen neue Anfragen und Aufträge erhalten. Tagtäglich sehen wir aufgrund unseres Kundenfeedbacks, was Sichtbarkeit in der Presse ausmacht.

Glaubwürdigkeit gewinnen

Klassische Werbung kann potenzielle Kunden zwar auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam machen, sie aber nur schwer von der Qualität überzeugen. Ein Artikel in der Presse transportiert hier viel umfassendere Informationen und vermittelt wesentlich mehr Glaubwürdigkeit als eine Anzeige.
Als Experte kannst du Stellung zu einem dir vertrauten fachlichen Thema beziehen und somit die Glaubwürdigkeit bei deiner Zielgruppen erhöhen. Und je höher deine Glaubwürdigkeit, desto größer das Vertrauen in deine Marke oder dein Unternehmen. Ein Faktor, der bei der Kaufentscheidung eine große Rolle spielt.

Glaubwürdigkeit spielt aber nicht nur beim Kunden eine wichtige Rolle. Auch die Presse sucht permanent nach „echten“ Experten, die wirklich etwas zu sagen haben und nicht nur durch „Bla Bla“ in die Medien wollen. Expertise, Kompetenz und Verlässlichkeit sind heute Tugenden, die von Journalisten sehr geschätzt werden. Durch die Pressearbeit baust du einen Kontakt zu Redakteuren auf und kannst im besten Fall eine lange währende „Partnerschaft“ erzeugen. Und das ist in der heutigen Zeit Gold wert.

Einfach mal loslegen

Referenzen sind nach wie vor ein entscheidendes Standbein, auf dem Expertise ruht. Hat man gute Referenzen, kann man diese im Sinne der Pressearbeit nutzen, zum Beispiel mit Success Stories. Aufbereitet und in Form gebracht, leisten sie unverzichtbare Dienste im Vertrieb, als Anwenderbericht finden sie oft auch den Weg in die Presse. Mehr dazu könnt ihr übrigens auch in unserem Blog zu diesem Thema lesen. Und dann? Einfach mal loslegen – besser als gar nicht gesehen zu werden, oder?

Übrigens: Ob nun selbst gemacht oder durch eine Agentur umgesetzt, Pressearbeit ist in der Summe immer günstiger als Werbung.

10 Tipps für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Journalisten

Es war immer schon so und es wird auch immer so bleiben: In der Pressearbeit läuft gar nichts ohne einen guten Kontakt zu Journalisten. Im Zeitalter von Internet, Social Media und digitaler Kommunikation ist die Mensch-zu-Mensch-Kommunikation immer noch Gold wert. Das bestätigen viele Studien.  In der Studie „Journalistische Recherche im Netz“, die der Verlag Rommerskirchen in Kooperation mit der Media School am Campus Köln der Hochschule Macromedia durchgeführt hat, nannten 80,8% der 2.329 befragten Journalisten das Telefongespräch als wichtigste Recherchequelle. Gleich dahinter rangierte mit 77,1% das persönliche Gespräch.

Damit es aber zu der erfolgreichen Zusammenarbeit mit einem Journalisten kommen kann, musst du einiges beachten und vorbereiten. Wir haben 10 Tipps für dich zusammengestellt, wie du dauerhaft einen erfolgreichen Kontakt zu den Journalisten aufbauen kannst:

  1. Such dir den richtigen Ansprechpartner

Der allererste und wichtigste Schritt: Such dir den richtigen Ansprechpartner in der Redaktion. Hier hilft entweder händische Recherche oder der Einsatz von Redaktionsdatenbanken wie Zimpel oder Stamm. Wenn du selbst recherchierst, helfen die das Impressum bei Printmedien sowie die Kontaktseite bei Onlinemedien. Oft werden die Redakteurinnen und Redakteure mit Ressort vorgestellt. Ansonsten hilft anrufen und fragen. Lass dich aber nicht mit einer allgemeinen info@…. Adresse abspeisen. Als Antwort auf die Frage, weshalb du die E-Mail-Adresse oder Telefonnummer benötigst, sagst du, dass du ein Thema absprechen möchtest.  

  1. Keine Angst vor Anrufen

Immer hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Redakteure unfreundliche Wesen sind, die Anrufer abwimmeln und ständig genervt sind. Letzteres stimmt zumindest dann, wenn ein Anrufer während der Heftproduktion oder kurz vor Redaktionsschluss stört. Während man die Heftproduktionsphase zumindest bei Fachmedien einfach herausfinden kann (in der Regel wenige Tage vor Erscheinen des Hefts), ist es bei Tagezeitungen eher abends schwierig. Was Stören bei der Arbeit angeht, so kann ein Anruf immer zur falschen Zeit stattfinden. Deshalb solltest du aber keine Angst davor haben. Denn Journalisten sind keine unfreundlichen Genossen, die ständig genervt und abweisend sind. Wenn du ein konkretes Anliegen hast, ein gutes Angebot machen kannst und auch Ahnung vom Thema hast, wird er dir zuhören. Jeder Journalist freut sich über einen guten Themenvorschlag. Und zu einem guten Kontakt zu Journalisten gehört auch das persönliche Gespräch.

  1. Zeige dem Journalisten, dass du seine Arbeit ernst nimmst

Wie in Punkt 2 bereits erklärt, gibt es Zeiten, in denen ein Journalist lieber nicht gestört werden sollte. Da du diese Zeiten nicht kennen kannst, ist die einfache, kleine Frage zu Beginn deines Anrufs schon sehr nützlich und kann dir eine Menge Sympathiepunkte bringen: „Störe ich Sie, oder haben Sie ein paar Minuten Zeit?“

Wenn der Journalist seine Bereitschaft zeigt, mit dir zu sprechen, dann komm sofort auf den Punkt und schwafele nicht. Zeit ist für jeden Journalisten ein äußerst rares Gut, das du nicht verschwenden solltest. Anders herum solltest du dir Zeit nehmen, wenn der Journalist gerade mal Lust zum Plaudern hat. Eine solche Chance solltest du nutzen.

Ganz wichtig: Höre gut zu, mach dir Notizen. Welche Themen interessieren ihn/sie? Wann braucht er/sie eine Story? An was arbeitet er/sie? Welche Vorlieben hat er/sie? Du kannst aus einem Telefonat sehr viele wertvolle Informationen herausziehen.

Wenn der Journalist dir aber sagt, dass er gerade keine Zeit hat, frage ihn, wann es ihm besser passt. So hast du gleich einen Termin und einen Anknüpfungspunkt für deinen nächsten Anruf.

  1. Bereite dich gründlich vor

Wenn du ein Thema anbietest, solltest du genau wissen, worüber du redest. Schreib dir die wichtigsten Punkte noch einmal stichwortartig auf: Worum genau geht es? Warum ist das Thema für die Leser des Mediums interessant?

Du solltest so tief im Thema drin sein, um auch fachliche Rückfragen beantworten zu können. Das stärkt deine Kompetenz.

Bei Fachmagazinen kannst du punkten, indem du bereits eine bestimmte Ausgabe vorschlägst, in die dein Thema besonders gut passt. Viele Redakteure wollen wissen, ob sie einen Beitrag exklusiv bekommen. Das solltest du erwähnen. Wenn der Artikel bereits in einem anderen Medium publiziert worden ist, solltest du ehrlich sein und dies sagen. Der Redakteur kann dann entscheiden, ob er den Beitrag veröffentlichen mag oder nicht. Das Verschweigen einer Veröffentlichung in einem Konkurrenzmedium kann böse Folgen haben für dich.

Ein guter Kontakt zu Journalisten beruht auf Vertrauen. Und das musst du dir erst verdienen.

  1. Akzeptiere ein „Nein“

Pressearbeit ist ein bisschen wie Dating. Du suchst einen Partner für deinen Artikel. Genau wie beim Date solltest du aber akzeptieren, wenn dein Gegenüber „Nein“ sagt. Versuche nicht, ihn/sie umzustimmen. Bettel nicht und werde keinesfalls aufdringlich mit Worten.

Es ist jedoch legitim und sogar wichtig, nach dem Grund für das „Nein“ zu fragen. Hieraus kannst du lernen. Und es ist legitim, einen erneuten Vorschlag mit einem anderen Thema zu machen.

  1. Bleibe authentisch, mach keine falschen Versprechungen und lüge nicht

Authentizität ist ein Begriff, der heute überall verwendet wird und besonders wichtig ist im Zeitalter der sozialen Medien. Auch beim Gespräch mit einem Journalisten gilt: Bleibe authentisch, versuche nicht, am Telefon jemand zu sein, der du nicht bist. Journalisten haben viel Erfahrung darin, Zwischentöne herauszuhören und Aufschneider zu entlarven.

Sei ehrlich, offen und du selbst. Eine Schwäche wird dir nicht zu Last gelegt. Wenn du eine Frage nicht beantworten kannst, dann sage es offen. Es ist besser, die Antwort nachzuliefern als Vermutungen anzustellen, falsches zu behaupten oder gar zu lügen.

Wichtig: Wenn du versprichst, eine Antwort nachzureichen, dann halte diese Zusage auch unbedingt und schnellstmöglich ein.

Apropos Versprechungen: Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein; Bleibe bei der Wahrheit und mache keine falsche Versprechungen, um einen Deal zu bekommen.

Versprich nicht, eine demnächst eine Anzeige zu schalten, wenn du das gar nicht vorhast.‘
Versprich nicht einen spannenden Artikel und sende einen reinen PR-Artikel mit einer Ansammlung hohler Marketingphrasen und ohne jeglichen Nutzen für die Leser.
Versprich nicht, eine Deadline einzuhalten, die du gar nicht einhalten kannst. Besonders an diesem Punkt machst du dir schnell Feinde.

  1. Biete relevante Informationen, eine gute Storys und gutes Material

Du weißt, worauf es den Medien bei einer Veröffentlichung ankommt: auf Relevanz für die Leser. Das ist natürlich das wichtigste Kriterium und die Messlatte für dich. Wenn ein Journalist sich für dein Thema interessiert, hast du die Chance, ihm etwas Gutes zu tun.

Liefere ihm/ihr eine druckfertige Story mit einem gut geschriebenen Text, Bildern, Bildunterschriften, Quellenangaben und weiterführenden Links. Schau dir das Medium vorher an, wie Artikel oder Beiträge dort verfasst sind.

  1. Fertige ein Kontaktprotokoll an

Nach dem Telefonat solltest du unbedingt ein Gesprächsprotokoll anfertigen. Zum einen verhindert es, dass du aus dem Telefonat folgende Aufgaben vergisst. Zum anderen ist es wichtig, dass du auch eine Woche, ein Monat oder ein Jahr später noch ermitteln kannst, mit wem du wann was vereinbart hast. Die wichtigsten Punkte hierbei sind:

  • Datum
  • Was hast du angeboten?
  • konkrete Vereinbarung (z.B. Deadline, Umfang, Besonderheiten, u.a.)
  • bei Ablehnung: was war der Grund?
  • wichtige berufliche Zusatzinformationen (z.B. über weitere Ansprechpartner für deine Themen, die Organisationsstruktur des Mediums, Messeteilnahmen, u.a.)
  • wichtige persönliche Zusatzinformationen (z.B. Geburtstag, Kinder, Hobbies, u.a.)
  • welche To Dos ergeben sich für dich aus dem Telefonat
  • wann sollte die nächste Kontaktaufnahme sein

Für solche Protokolle eignen sich Notiz-Programme wie Evernote, OneNote oder Apps sehr gut. Oder du schaffst dir direkte eine eigene Presse- und PR-Software an, mit der du Kontakte verwaltest.

  1. Verabrede dich auf Messen

Telefonate sind gut, ein gutes persönliches Gespräch ist immer besser. Journalisten kommen nicht drumherum, zu wichtigen öffentlichen Veranstaltungen oder – bei Fachredakteuren – zu großen und wichtigen Messen zu gehen. Auch wenn du mit deinem Unternehmen kein Aussteller bei einer solchen Fachmesse bist, kannst du als Besucher Termine mit Journalisten machen. Die stehen zwar in dieser Zeit unter Dauerstress, sind aber froh, zwischendurch mal einen Kaffee zu trinken und einfach nur zu quatschen. Diese Chance solltest du zum persönlichen Kontakt nutzen. Es muss nicht unbedingt um Fachthemen gehen.

Tipp: Wenn du einen Presseausweis besitzt, bekommst du Zugang zum Pressebereich auf der Messe. Dort triffst du logischerweise auf viele Journalisten. Diese kommen zum Arbeiten dorthin, aber auch zum Ausruhen. Hier kannst du Kontakt aufnehmen. Aber bitte nicht bei der Arbeit stören. Schau, ob du jemanden kennst oder verabrede dich vorher mit der Person.

  1. Vergiss nicht die sozialen Medien

Studien zeigen, dass Journalisten auch soziale Netzwerke, vor allem Facebook, für ihre Recherche nutzen. Auch XING und LinkedIn werden häufig besucht. Wenn du über Social Media mit Journalisten in Kontakt treten möchtest, solltest du durch Folgen / Abonnieren ihrer Profile / Seiten und Kommentieren auf dich aufmerksam machen. Aktiv Kontakt herstellen solltest du auch nur mit einem konkreten Thema. Eine Freundschaftsanfrage bei Facebook ist erstmal tabu.

Andersherum solltest du unbedingt einwilligen, wenn ein Journalist dir eine Kontaktanfrage zusendet. Er hat sich dann bereits die Mühe gemacht, nach dir zu suchen. Es wäre nicht besonders clever, ihn abzulehnen. Denn jetzt hast du gleich wieder einen neuen Anknüpfungspunkt für dein nächstes Telefonat. Einen besseren Weg für einen direkten Kontakt zu Journalisten kann man nicht haben.

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Pressearbeit, die wirklich was bringt – mit Pitch-Mails bei Journalisten punkten

Sie war und ist immer noch das Instrument der Presseagenturen – die Pressemitteilung. Rasch formuliert und schnell rausgeschickt erzeugte sie in den vergangenen Jahren jedoch eine Flut an Meldungen, die für Journalisten zunehmend uninteressant wurden. Mittlerweile raten deshalb PR-Profis in den meisten Fällen von einer Pressemeldung ab.

R.I.P. Pressemitteilung – und was nun?

Wie zieht man aber dann zeitgemäß die Aufmerksamkeit der Presse auf sich? Zunächst einmal heißt es: prüfen und aussortieren. In einigen Fällen lohnt sich eine Pressemitteilung immer noch, aber eben nur in einigen. In ländlichen Bereichen mit arbeitsreichen Lokalredaktionen mag sich mancher Journalist noch sehr über die Arbeitserleichterung freuen. Oder immer dann, wenn die Mitteilung wirklich einen Newsgehalt bietet.
Wenn es doch eine Pressemitteilung sein soll, gibt es folgende Regeln: Bleibe sachlich, wie es ein Journalist tun würde. Werbliche Sprache ist hier fehl am Platz. Wähle eine knackige Überschrift, die zum Lesen verlockt, zähle darunter zunächst alle wichtigen Infos (was, wann, wo) gegliedert auf. Dann erst folgt der ausführlichere Fließtext, idealerweise untermalt durch ein Zitat oder einen Verweis. Zum Schluss werden die Unternehmensdaten informativ zusammenfasst und durch die Kontaktdaten von Ansprechpartnern ergänzt. Die gesamte Pressemitteilung sollte maximal zwei Seiten umfassen. Das Corporate Design gehört nicht in die Mitteilung, Bildmaterial (mit Rechten) für den Journalisten sollte über Links bereitgestellt werden und nicht die Größe der Mail erhöhen.

Der Nachfolger – Pitch-Mails

Der beliebte Ersatz für die Pressemitteilungen sind momentan sogenannte Pitch-Mails, kurze Infomails mit dem Angebot über personalisierte Gespräche und Gastbeiträge an die Journalisten. Der Begriff Pitch wird eigentlich abgeleitet vom englischen Verb „to pitch“ für werfen. In unserem Kontext ist er aber als Wettbewerb oder Kurzvorstellung zu verstehen.

Wie fange ich an?

Wichtig hierfür sind eine gute Recherche und kreative Stories. Finde in deinem Unternehmen Themen und Personen, die etwas Spannendes erzählen können, aus dem sich eine Geschichte stricken ließe. Dann muss noch der passende Journalist bzw. das passende Medium gefunden werden. Nur jemand, zu dessen Berichterstattung der Beitrag passt, wird ihn auch bringen.

Was macht eine gute Pitch-Mail aus?

Ein Pitch ist immer kurz. Daher sollte er in aller Kürze alles Relevante enthalten. Wer, was, warum sind wichtig, ein Bezug zu aktuell debattierten Themen oder ein Verweis auf zusätzliche Fakten ist wünschenswert. Alles Ungewöhnliche punktet oft zusätzlich, weil es sich von der Masse abhebt. Die Kürze bezieht sich dabei auch auf den Mail-Betreff. Er muss ein echter Teaser sein und in den höchstens fünf angezeigten Wörtern einen Journalisten dazu bringen, die Mail zu öffnen.

Wofür du dich auch entscheidest, es wird nicht immer funktionieren. Ob dein Beitrag gebracht und dein Unternehmen erwähnt wird, hängt von vielen Faktoren ab. Wenn du jedoch ehrlich und informativ bleiben und einen Informationsgehalt bieten kannst, wird das früher oder später ein paar Journalisten von deinen Geschichten überzeugen.

Bild K’LeAnn / pexels

Presseportal-Report 2019 – Was Online-Presseportale können

Immer wieder berichten wir über die sog. Online-Presseportale. Diese, zum Teil kostenlosen, Presse,- News,- Fach und Themenportale sind heute ein fester Bestandteil der Online-PR bzw. des Online-Marketings. Warum? Darüber haben wir bereits hinlänglich berichtet.
Die Veröffentlichung von PR-Botschaften auf Presseportalen und Online-Medien unterstützt die Reichweite und Sichtbarkeit in den Suchmaschinen. Bei Google und Co. sind Presseportale für Ihre Zielgruppen in der Google Suche und den Google News sichtbar. Auch 67,2 % der Journalisten nutzen Google für den Rechercheeinstieg (Quelle: Journalistische Recherche im Netz

Auf vielen Portalen können Bilder, Links und Videos in die Pressemitteilungen eingebunden werden, um sie nicht nur visuell attraktiver und informativer zu gestalten, sondern auch Direktverlinkungen zurück zur Unternehmenshomepage, zum Blog oder zur Produktseite zu ermöglichen.

Online-Pressemitteilungen sind das ideale Medienformat für die Veröffentlichung auf Presseportalen. Besonders gut funktionieren hilfreiche und nützliche PR-Inhalte, wie beispielsweise Praxisanleitungen, Fallbeispiele, Problemlösungen, Expertentipps, Interviews und Storytelling. So können Sie auch zielgruppenorientierte Nischenthemen im Internet platzieren und sind bei der Veröffentlichung nicht auf Journalisten angewiesen.

Der Dienst PR-Gateway, der mit einem Klick Pressemitteilungen, Event-Ankündigungen und sonstige PR-Texte an mehr als 250 Portale versendet, hat jetzt mit dem Presseportal-Report 2019 eine aktuelle Übersicht mit Daten und Fakten zu den wichtigsten kostenlosen und Premiumportalen veröffentlicht.

Im Presseportal-Report findest du Kennzahlen zu Presseportalen, News-Portalen, Themen- und Branchenportalen, wichtigen Blogs und Magazinen.

Um zu erheben, welche Portale am häufigsten aufgerufen werden, eine hohe Relevanz und umfassende Darstellungsmöglichkeiten für eine News bieten, wurden folgende Kennzahlen für das Ranking erfasst: Link, Bild, Video, Reach pro Monat, Google News und Pressefach.

Das Ranking erfolgte innerhalb einzelner Portalkategorien, es zeigt dabei aber nicht nur, welche allgemeinen Portale besonders gut besucht sind, sondern auch, welche Portale für bestimmte Themenbereiche, wie Business, Lifestyle, Wirtschaft und Technik, besonders geeignet sind.
Darüber hinaus bietet der Presseportal-Report eine Auflistung von Veranstaltungsportalen, Content-Netzwerke und Dokumenten-Verzeichnisse sowie Social Media.

Eine Liste der Premium Fach- und Themenportalen zeigt außerdem, dass es sich lohnen kann, zusätzlich auch kostenpflichtige fach- und zielgruppenspezifische Portale zu nutzen, um die Sichtbarkeit eines Themas noch weiter zu erhöhen.

Nach unseren Berechnungen erreichen Unternehmen beispielsweise mit den Business-Presseportalen (z.B. computerbase.de, internetworld.de, basicthinking.de) rund 112,5 Mio. Nutzer. Bei den Wirtschafts- und Unternehmensportalen (z.B. landespressedienst.de, wirtschaftsnachrichten-online.de und portalderwirtschaft.de) sind es immerhin noch 3,5 Mio. Nutzer. Die Zahlen stammen vom Monitoring-Dienst NewsRadar® X.

Die komplette Liste der Online-Medien findest du u.a. hier https://www.pr-gateway.de/online-medien

Die wichtigsten Bausteine einer guten Pressearbeit

Wie können PR-Leute und Journalist in Zukunft zusammenarbeiten? Wie sieht die Pressearbeit der Zukunft aus? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die PR- und Journalistenstudie „Zusammen wachsen.“ des Dienstleisters Mynewsdesk, zu der 3.175 Journalisten und Kommunikatoren befragt wurden. Mynewsdesk führte dazu eine quantitative Befragung von Journalisten, Redakteuren, Freiberuflern und Kommunikatoren aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA, dem Vereinigten Königreich, Irland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Australien und Kanada durch.

Das Ergebnis ist für uns PRler erfreulich: Medienvertreter in Deutschland, Österreich und der Schweiz ziehen ihre Storys zu rund 85 Prozent aus dem persönlichen Netzwerk und zu 80 Prozent aus Pressemitteilungen.

Quelle: PR- und Journalistenstudie „Zusammen wachsen.“, Mynewsdesk

Lang lebe die Pressemitteilung!

Doch leider lasse die Qualität der Informationen sehr oft zu Wünschen übrig. Meist seien sie zu allgemein, also nicht spezifisch genug auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten und zu werblich

Konkret wünschen sich 61% der befragten Journalisten Inhalte, die besser auf deren Bedürfnisse angepasst sind. Außerdem wünschen sich 39% unterstützende Medien wie Videos oder Bilder. Meist seien die Marken-Inhalte häufig nicht interessant genug, um diese im redaktionellen Alltag aufzugreifen oder weiterzuverfolgen. Die Journalisten geben an, dass die Inhalte, die sie von Unternehmen erhielten, zu sehr auf den eigenen Zweck abzielen (58%) oder dem Verkauf dienen (63%).

Besonders wichtig für Journalisten ist Seriosität und Glaubwürdigkeit der PR-Vertretern. Medienvertreter legen heute in Zeiten von Fake-News und Schmähkritik gegen die Presse viel Wert auf eine langfristig aufgebaut, gepflegte und seriöse Beziehung mit den PR-Leuten.

69% der Medienvertreter findet es demnach wichtig, eine gute und lange Beziehung zu PR-Profis zu pflegen.

Interessant auch: Die weiteren Kanäle für Stories sind E-Mail-Zusammenfassungen von Pressemitteilungen, Newsletter oder Alerts (69,03%) sowie Mundpropaganda (54,84%) und die Sozialen Medien Facebook (49,68%) und Twitter (43,23%).

Live-Formate gewinnen an Bedeutung

Um den Filtern, Algorithmen und Bots in den sozialen Medien entgegen zu wirken, erachten Medienvertreter das Live-Streaming als wichtigste Technologie, um Nachrichten mit der Öffentlichkeit zu teilen. Live-Streaming ermöglicht dem Publikum einen Blick hinter die Kulissen und damit eine authentischere und zugänglichere Interaktion mit der Zielgruppe, als dies mit professionellen Videoproduktionen der Fall ist. Das sorge für Authentizität und Transparenz. Mehr Infos zur Studie findest du hier:

Titelbild von David Aguirre auf Pixabay

35 Methoden, garantiert nicht in die Medien zu kommen

PR ist out, es lebe Social Media. Das ist Quatsch. Die gute alte Pressearbeit ist lebendig und sehr wichtig. Der Wert einer guten und hochwertigen, nicht gekauften Presseveröffentlichung ist fast unbezahlbar für ein Unternehmen.

Ziemlich ironisch beschreibt das Magazin iBusiness, was diejenigen tun müssen, die die Presse tunlichst vergraulen wollen, weil sie nur auf Facebook, Blogs und Online-Presseportale setzen. Die „35 Methoden, garantiert nicht in die Medien zu kommen“ sind zwar nicht ganz neu, aber sehr lesenswert.

Ich verkneife mir, die 35 Tipps nun alle abzuschreiben oder zu zitieren (vom Verstoß gegen das Urheberrecht mal abgesehen), sondern fasse zusammen:

Man sollte möglichst Keyword-optimierte und vor Werbung, Fremdworten und Anglizismen strotzende, 7 Seiten lange Texte an möglichst viele Journalisten, gleich welches Ressort sie angehören, senden und direkt nachfassen, arrogant eine Veröffentlichung fordern, aufdringlich und frech werden. Perfekt.

Probieren Sie es mal. Sie werden garantiert nicht in die Presse kommen.

Die ganzen Tipps hat Joachim Graf hier veröffentlicht.

Bild: Michael Gaida / Pixabay

Tipps für Pressestellen und PR-Agenturen: Was-Redakteure wirklich nervt

Als Redakteur hat man es nicht immer einfach. Gerade, wenn man in seinem Arbeitsalltag auf eine dieser nervtötenden Situationen trifft. Fünf davon haben wir in unserem heutigen Artikel zusammengefasst.

1. Wo kein „Presse“ draufsteht, ist nichts für die Presse drin
Wenn man sich als Redakteur auf einer Homepage einer Firma befindet, will man eigentlich nur eines: Fotos und Informationen, die man für seine Artikel verwenden kann. Und meistens findet man diese ganz einfach unter dem Menüpunkt „Presse“. Doch leider strukturieren viele Firmen ihre Webseiten falsch und stellen ihre Presseinhalte unter Menüpunkte wie „News“ oder „Aktuelles“ zur Verfügung. Was daran falsch ist? Die unter diesen Seiten zur Verfügung stehenden Inhalte dürfen Redakteure nicht verwenden! Nur wenn sich Bilder und Texte deutlich als „Presse“ gekennzeichnet sind, dürfen diese auch von der Presse verwendet werden.

2. KISS gilt auch für die Pressemeldung
Unternehmen meinen es immer gut, wenn sie eine Pressemeldung schön layouten. Mit Logo, Firmenschrift und vielen bunten Bildchen. Leider entpuppt sich sowas für Redakteure als viel Arbeit. Bilder blähen das Dokument nur unnötig auf und die genutzte Schriftart ist oft nicht auf dem Computer des Empfängers installiert usw. Das Layout wird komplett zerschossen. Unser Tipp an PR-Agenturen und Pressestellen: bei Pressemitteilungen lieber auf die Schriftarten setzen, die auf jedem PC verfügbar sind!

3. Hinterhertelefonieren ist tabu
Auch das ist ein absoluter Nervtöter, der eigentlich nur gut gemeint ist. Viele PR-Agenturen rufen bei den Redakteuren an, um sich über den Status der Pressemitteilung zu informieren. Bei den meistens Redakteuren kommt dies aber nicht so gut an. Es gilt als nervig und unprofessionell! Und es kostet Zeit, die bei Redakteuren immer knapp ist.

4. Extrawünsche
Mit Pressemitteilungen kommen oft unverschämte Wünsche einher. Auch eine Erlaubnis wie zum Beispiel „die Wahl einer Überschrift überlasse ich Ihnen“, sieht man als Redakteur nicht selten. Ja, das nennt man Pressefreiheit. Dafür braucht man als Redakteure keine zusätzliche Erlaubnis, das gehört einfach zum Beruf.

5. Falsche Fotos
Fotos sind wichtig und gehören definitiv zu einer Veröffentlichung dazu. Umso wichtiger ist es, dass diese auch bei der Redaktion ankommen und man sie nicht aus labyrinthartigen Datenbanken herauskramen muss. Auch die Art von Foto, die ein Redakteur verwenden möchte, scheint nicht allen PR-Agenturen klar sein. Hochprofessionelle Werbe- und Stockfotos mit sterilen und unpersönlichen Models sind eher weniger geeignet. Authentische Fotos von Menschen oder Szenen sind viel besser.

Foto: composita / pixabay / CC0 Creative Commons

Journalisten sagen: Die Presseinformation ist nicht tot

Totgeglaubte leben länger. Immer wieder wurde und wird die gute alte Pressemeldung als „veraltet“ und bei Journalisten ungeliebt betitelt. Doch anscheinend ist es anders: 97 Prozent der im Rahmen einer im Oktober 2017 durchgeführten Journalistenstudie von TheNewsMarket befragten Medienvertreter möchten darauf nicht verzichten. Wow!

TheNewsMarket wollte mehr darüber wissen, wie Journalisten heute arbeiten. Also wurde ein Fragebogen erarbeitet, mit dessen Hilfe geklärt werden sollte, wie Journalisten Online-Content-Ressourcen nutzen, um ihre redaktionellen Geschichten anzureichern, was sie frustriert und was sie begeistert. Hier sind einige interessante Ergebnisse:

Nicht nur die extrem große Mehrheit arbeitet immer noch mit der Pressemeldung zur journalistischen Recherche, nein auch über 90 % finden Texte in Kombination mit Videos und Fotos hilfreich. Für 88 % ist sogenanntes Footagematerial allein schon nützlich. 86 % der Befragten geht das bei Bildern so.

65 Prozent der Befragten besuchen nahezu täglich Content-Plattformen im Internet, besonders wenn sie nach Geschichten suchen und / oder wenn sie vorab eine E-Mail-Benachrichtigung erhalten haben. Und im Schnitt bleiben sie dann etwa zehn Minuten auf der Seite. Interessanterweise sagte zwar fast ein Drittel, dass redaktionelle, unabhängige Inhalte die wichtigste Ressource sind, mehr als 60 Prozent meinten aber, dass Nachrichten, die von Unternehmen und Organisationen stammen, gleich wichtig sind.

Was Journalisten nervt

Anders herum nervt Journalisten, wenn sie keine nützlichen Inhalte finden (57 %). Auf Platz 2 folgt, wenn die Nutzungsrechte nicht eindeutig sind (42 %), auf Platz 3 stehen nicht sofort nutzbare Formate (34 %).

Überraschenderweise scheint die Registrierung bei einem Portal kein Problem zu sein. Die Mehrheit der Journalisten (76 %) hat kein Problem mit einer Akkreditierung, wenn sie dafür vollen Zugriff auf das Material haben. Nur sechs Prozent ziehen es vor, sich überhaupt nicht registrieren zu lassen.

Stress statt Spaß an der Arbeit

Was die Studie auch zeigt, ist das viele Journalisten heute nur noch unter Stress arbeiten, vor allem wegen der immer dünneren Personaldecke in den Redaktionen. Während Journalisten früher viel mehr Zeit hatten, um zu recherchieren, Kontakte zu pflegen und an der Formulierung von Texten zu feilen, ist ihr Job heute eine Art von Massenproduktion geworden. TheNewsMarket nennt sie deshalb „Churnalisten“ (von churn = aufwirbeln, am laufenden Band produzieren).

Einschränkend muss man noch erwähnen, dass von den 114 teilnehmenden Journalisten aus aller Welt der überwiegende Teil aus der Motorbranche kommt. Die Studie ist als keineswegs repräsentativ, was die Branchen angeht.

Quelle: Presseinformation von TheNewsMarket 

Foto: geralt / pixabay / CC0 Creative Commons

Geht gar nicht: PR zu 100% auf Erfolgsbasis

Immer wieder poppt auch bei uns die Frage auf, ob man die Honorierung der PR-Arbeit nicht zu 100% Erfolgsbasiert machen könne. Das wäre ja nur fair, weil ein Text ja nur ein Teil der vereinbarten Leistung und die erfolgreiche Veröffentlichung der wichtigere Teil der Leistung darstelle und man ja nur für eine Gesamtleistung zahlen wolle.

Ich kann diese Sichtweise durchaus verstehen. Befinden wir uns doch alle in einem gnadenlosen Kampf um Klicks, Views, Page-Impressions sowie um Aufmerksamkeit und Likes usw. Jeder mag nur für das Ergebnis zahlen und nicht für den Weg dorthin.

Ich möchte dazu noch einmal meine persönliche Sichtweise darstellen und zur Diskussion – auch mit Kollegen anderer PR-Agenturen – aufrufen.

PR hat sich verändert

Früher war alles einfacher. Es gab viel mehr Printmedien als heute, das Internet war nicht so dominierend und die Zahl der PR-Agenturen übersichtlich. In den Redaktionen gab es genügend Mitarbeiter und den Verlagen ging es gut.

Die Arbeit einer PR-Agentur war recht einfach: Man hatte gute Kontakte zu den Redakteuren und konnte mit einem Anruf sehr oft einen Artikel gleich mehrfach – in abgewandelter Form – platzieren. Pressemeldungen waren gerne gesehen und wurden oft im Gießkannen-Prinzip an alle gegebenenfalls relevanten Redaktionen und Ressorts verbreitet. Ich übertreibe hier bewusst ein wenig, um die Situation zu beschreiben.

Heute herrscht ein gnadenloser Konkurrenzkampf der Massen von Agenturen und Einzelkämpfern auf PR-Seite um die begehrten Plätze in den deutlich weniger gewordenen Magazinen und Zeitungen. Die Ausgaben sind oft dünner, die Redaktionen unterbesetzt und der wirtschaftliche Druck auf den Verlag schlägt bis zur Redaktion durch.

Die PR-Arbeit ist deutlich anspruchsvoller geworden. Pressemeldungen verlieren immer mehr an Relevanz, weil die meisten ohne echte Information und echten Mehrwert für die Redaktionen herausgeblasen werden. Das Gießkannen-Prinzip funktioniert nicht mehr, heute muss sich der PR-Redakteur genau überlegen, welche Information er wem sendet. Jetzt zeigt sich, wer wirklich gute Kontakte zu den Medienvertretern hat. Denn der persönliche Kontakt, der Anruf ist heute Gold wert. Es wird ein Beitrag abgesprochen, der exklusiv für diese Publikation verfasst wird. Eine Mehrfach-Verwendung ist schwierig geworden, schon alleine der Fairness halber.

Würde man in diesem Fall eine zu 100% erfolgsbasierte Honorierung vereinbaren, würde niemals ein Honorar zustande kommen, das der geleisteten (Vor-)Arbeit entspricht.

Trotz einer persönlichen Absprache kann es durchaus vorkommen, dass ein Beitrag aufgrund der Platz-Knappheit für redaktionelle Inhalte in vielen (Fach-)Magazinen verschoben werden muss. Und der wirtschaftliche Druck, der auf vielen Verlagen lastet, zwingt die Verlagsleitung und Chefredaktion manchmal dazu, abgesprochene Beiträge gegen einen kurz vor Schluss rein gekommenen Beitrag eines Werbekunden auszutauschen.

Die Konsequenz bei 100% Erfolgsbasierter Honorierung: Kein Geld zum geplanten Veröffentlichungstermin.

Fehlende Mitarbeit und kein Kostenbewusstsein beim Kunden

Neben den Risiken, dass ein Beitrag trotz Absprache verschoben oder ganz gekippt wird, kommt die mangelnde Mitarbeit bei einzelnen Kunden dazu. Zu späte Freigaben, fehlendes Bildmaterial usw. führt ebenfalls oft dazu, dass ein abgesprochener Beitrag in letzter Sekunde platzt. Ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen.

Hier hilft nur eine Klausel im Vertrag, die mangelnde Mitarbeit genau regelt.

Und da ist noch das mangelnde Kostenbewusstsein bei einigen Kunden. Aufgrund der Tatsache, dass man ja nur für den Erfolg zahlen muss, scheint es dem einen oder anderen Kunden egal zu sein, welchen Aufwand er bei der Agentur verursacht. Da wird jeden zweiten Tag der Berater angerufen, da werden Briefings verlangt, da werden Bilder eingesendet, die so schlecht sind, dass man sie ohne Nachbearbeitung nicht anbieten kann. Und alles soll erst dann honoriert werden, wenn der Beitrag erschienen ist – oft mit einem Pauschalbetrag. Nein.

Die Mär von der fehlenden Transparenz

Ein Argument, das Marketingagenturen gerne entgegengebracht wird, ist die fehlende Transparenz. Man wisse oft nicht, wofür man die Agentur bezahle, also werde am liebsten nur der Erfolg bezahlt. Manch einer unterstellt den Agenturen sogar, man wolle gar keine Höchstleistungen zeigen, man bekomme das Geld ja automatisch.

Auch hier kann ich nur sagen: Es mag solche Agenturen und Dienstleister geben, aber die meisten Agenturen und Dienstleister sind fleißig, ehrenhaft und arbeiten immer im Dienste des Kunden. Nur dessen Erfolg führt zur Zufriedenheit der Agentur. Da braucht es keiner Erfolgsprovision.

Liebe Leute, es geht hier auch um Vertrauen.

Man kann durchaus die eine oder andere Leistung einer Marketingagentur an Erfolgskomponenten knüpfen, das muss aber fair gehandhabt sein und den Leistungen entsprechen, die die Mitarbeiter permanent erbringen.

Ich für meinen Teil stehe dem Modell Erfolgsbasierte Bezahlung sehr skeptisch gegenüber. Wie seht ihr das, liebe Kollegen?

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