Kopfkino – Oder mit Worten Emotionen wecken

Den Satz „Aaaaaah jetzt hab ich Bilder im Kopf!“ kennt jeder. Und auch das Gefühl dabei, wenn wir etwas Schönes oder Ekliges hören und prompt Bilder vor dem inneren Auge auftauchen.

Wenn du Texte für Kunden schreibst, so könntest du dir genau das zu nutzen machen. Denn verwenden wir die richtigen Worte, so erscheinen vor dem inneren Auge des Kunden Bilder und diese wecken Emotionen.

Und bekannt ist: Über Emotionen verkauft es sich leichter.

Was passiert bei dir, wenn ich nun schreibe:

„Das Meer ist hinreißend türkis, die Farben der Blumen leuchten in einem unfassbar kräftigen Orange, der Himmel strahlt so blau wie Tinte und geht gemeinsam mit dem Grün der Palmen eine wunderbare Symbiose ein“.

Es entstehen automatisch Bilder im Kopf, du denkst an Urlaub, Wärme und den Sommer. Und das Gros der Menschen fühlt sich direkt besser und sogar wärmer, vitaler, gesünder…

Wahnsinn, was Worte für Emotionen erwecken können, die sich aktiv auf unser Wohlbefinden auswirken.

Daher ist es auch nicht erstaunlich, dass sich das Lesen nach wie vor großer Beliebtheit erfreut (auch wenn es harte Konkurrenz durch die Vielzahl von Videos bekommt). Aber wer weiß nicht, wie es sich anfühlt, bis in die Nacht zu lesen, weil er wissen möchte, wie es weitergeht? Und wer kennt es nicht, dass er enttäuscht von einer Verfilmung ist, weil in seinem Kopf der Protagonist völlig anders war?

Klar ist also, dass wir in Worte und Beschreibungen Bilder „hereininterpretieren“ und diese vor unserem innen Auge zum Leben erwecken.

Daher ist es für Texter auch von großer Bedeutung, ihre Zielgruppe genau zu kennen.

Denn logisch ist ebenfalls, dass Worte missverstanden oder fehlinterpretiert werden können und im schlimmsten Fall sogar das falsche Bild entstehen lassen. Daher solltest du dich gut mit der Zielgruppe beschäftigen, die gewünschten Emotion definieren und dann mithilfe von Adjektiven (und manchmal auch Verben) eben diese Emotion versuchen zu wecken. Wir haben hier für dich eine „Positive Gefühle Liste“ (und Negative Gefühle Liste) von Adjektiven, mit denen du arbeiten kannst. Worte wir aufrichtig, dankbar, energiegeladen, entschlossen, gebannt, geborgen, kraftvoll, munter, mutig und sanft – um nur ein paar zu nennen – erzeugen im Kopf sofort ein Bild. Das funktioniert auch gut mit Verben wie bangen, freuen, frieren, frösteln, fühlen, fürchten, kribbeln, schaudern und schämen.

Und noch eine Sache sollten sich Texter zu Herzen nehmen: Mache es einfach! Zu komplizierte Sätze, zu viele Fremdworte zu umständliche Formulierungen und Worttrennungen lassen unser Gehirn stolpern und das Bild ist weg (oder bildet sich erst gar nicht).

In dem Sinne wünsche ich dir ein frohes Texten. Versuche, deine Leser in eine Welt zu entführen, die du erschaffen hast. Selbst wenn es um Fußpilzsalbe geht… 😉

Photo by Ibrahim Asad from Pexels

Über Deppenleerzeichen und Bandwurmwörter

Du depperter Depp, Du!

Diese Art der Beschimpfung, die wohl aus dem süddeutschen Sprachraum stammt, gilt jemandem, der nicht ganz richtig im Kopf oder ungeschickt ist. Ob der von uns in diesem Beitrag erklärte Begriff der „Deppenleerzeichen“ von dem besagten Depp abzuleiten ist, wissen wir nicht.

Was sind Deppenleerzeichen?

Als Deppenleerzeichen bezeichnet man umgangssprachlich die fehlerhafte Trennung zusammengesetzter Wörter (Komposita) durch Leerzeichen. Komposita werden gemäß der geltenden deutschen Rechtschreibung grundsätzlich zusammengeschrieben. Mit der Rechtschreibreform von 1996 wurde vieles getrennt, was eigentlich zusammengehört – leider aber nicht immer so durchgängig und logisch, dass man es verstehen könnte. Seit der Reform sind viele Menschen verunsichert und schreiben lieber mal Komposita auseinander, selbst wenn die reformierte Rechtschreibung das gar nicht vorsieht. Immer häufiger führt die falsche Autokorrektur auf Smartphones, Tablets und PCs auch dazu, dass eigentlich richtig geschriebene Komposita nicht erkannt und unterkringelt werden und die Autokorrektur die Worte in getrennter Schreibeweise vorschlagen.

Doch warum sind diese Deppenleerzeichen ein Problem?

Zusammengesetzte Wörter wie Ohrenschmaus, Fernsehzeitung oder Fensterscheibe haben schon ihren Sinn. Sie zeigen, dass die einzelnen Begriffe eben zusammengehören.

Falsch gesetzte Leerzeichen können hingegen den Lesefluss stören, weil ein zusammengesetzter Ausdruck nicht sofort als solcher zu erkennen ist.
Immer häufiger kommt es dazu, dass der Sinn einer abweichenden Schreibung gegenüber der standardgemäßen Zusammenschreibung oder Schreibweise mit Bindestrich mehrdeutig oder verändert.

Hierzu einige Beispiele, die wir gefunden haben:

  • In der Werbung eines Mobiltelefonanbieters war der Satz „24 Monate ohne Grund Gebühr“ zu lesen. Ist hier die Gebühr ohne Grund oder ist es eine Grundgebühr?
  • Auf einem Schild des Bezirksamts Nord in Hamburg stand der Hinweis „Trink Wasser für Hunde“. Soll Herrchen das Wasser trinken oder der Hund?
  • Auf einem Schild stand „Eingang zum Behinderten WC“. Bedeutet dies, dass das WC eine Behinderung hat oder das es dort zum WC für behinderte Menschen geht?

Leerzeichen verändern zudem die Betonung von Worten.

Normalerweise liegt im Deutschen der Hauptakzent eines zusammengesetzten Wortes auf dem ersten Teilwort. Beispielsweise liegt der Hauptakzent bei Stadtbahnwagen auf Stadt- ([ˈʃtatbaːnˌvaːgn̩]). Ein Leerzeichen führt hingegen zu einem weiteren Hauptakzent, beispielsweise in Stadtbahn Wagen auf „Wagen“ ([ˌʃtatbaːnˈvaːgn̩]).
Das wiederum kann auch bewusst eingesetzt werden, wenn man den Hauptakzent auf den zweiten Wortteil setzen will.

Hier ein Beispiel:
VW Passat
VW Polo
VW Golf

Hier liegt der Akzent auf dem Fahrzeugmodell, nicht auf VW.

Jetzt wissen wir, dass wir eigentlich keine Leerzeichen bei zusammengesetzten Wörtern nutzen sollte. Es gibt aber leider in der deutschen Sprache sehr lange zusammengesetzte Worte, sog. Bandwurmwörter wie Arbeiterunfallversicherungsgesetz.

Hier kannst du zur besseren Lesbarkeit und Hervorhebung einzelner Bestandteile des Wortes freiwillig Bindestriche gesetzt werden. Der Duden nennt Beispiele, wie Lotto-Annahmestelle (Lottoannahmestelle) oder Shopping-Center (Shoppingcenter). Wenn allerdings das erste Adjektiv das zweite näher beschreibt, wird kein Bindestrich gesetzt (schwerreich). Zwischen gleichrangigen Adjektiven wird hingegen ein Bindestrich gesetzt (französisch-deutsches Wörterbuch).
Bei Zusammentreffen dreier gleicher Buchstaben (z.B. Kaffee-Ersatz) kann zum besseren Verständnis ein Bindestrich gesetzt werden.

Pflicht ist der Bindestrich nur dann, wenn man einzelne Buchstaben, Ziffern oder Abkürzungen zusammensetzt, wie z. B. Kfz-Papiere oder 200m-Lauf. Diese Wörter dürfen nicht zusammengeschrieben werden und auf gar keinen Fall getrennt, das heißt, hier ist der Bindestrich Pflicht.

Wir verweisen hier auf einen früheren Blogbeitrag zum Thema Trennung von Worten mit Überlänge.
Jetzt bist davor sicher, als Depp bezeichnet zu werden, weil du Deppenleerzeichen nutzt.

Fotos: pixabay / pexels.com / CC0 Lizenz

Wie Hervorhebungen den Lesefluss steigern

Hast du manchmal Sorge, dass du einen Text schreibst und dieser unter Umständen etwas länger gewordene Text dann aber nicht komplett gelesen wird? Jetzt könnten wir als Tipp natürlich sagen: Fasse dich kurz. Aber manche Themen brauchen einfach längere Ausführungen. Daher lautet der Tipp: Hebe Worte bewusst (!) hervor.

Doch wie hebt man hervor?

Kennst du auch bunte, unterstrichene Abschnitte, wo jedes zweite Wort fett oder kursiv geschrieben wurde? Sinnvolles hervorheben geht anders. Soviel vorweg.

In unserem Internetzeitalter assoziieren wir mit unterstrichenen Worten einen Link; zur Hervorhebung eignet sich das nicht. Kursiv geschriebene Worte oder Satzabschnitte drosseln unser Lesetempo, auch nicht unbedingt gut geeignet zum hervorheben und auch nicht wünschenswert bei langen Texten.

Am besten eignet sich tatsächlich der Fettdruck zur Hervorhebung einzelner Worte oder Satzteilen. Er darf kombiniert werden mit gezielten Buntdrucken – jedoch sollten hier kräftige und gut lesbare Farben gewählt werden.

Hierbei solltest du ein paar Dinge wissen und beachten:

Die Worte/ Satzteile die fett/ bunt geschrieben werden,

  • sollten das Auge des Lesers geschickt durch den Text leiten.
  • sollten die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und neugierig auf den Text machen.
  • beschleunigen das Lesetempo.
  • bieten Orientierung (beispielsweise, wenn es mehrere Abschnitte zu mehreren Themenbereichen gibt).

Außerdem sollte dir bewusst sein, dass

  • man mit dem Fett-/Buntschreiben ganz gezielt steuert, wie sich jemand durch den Text bewegt.
  • alle „fetten“ Wörter den Text sinnvoll zusammenfassen sollten, sodass kein Missverständnis den Inhalt des Textes betreffend aufkommt.
  • die markierten Wörter sinnvoll sind und echte Vorteile bringen sollen. Beispielsweise nicht immer den Produktnamen fett markieren – der Leser weiß ja, worum es geht.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass sich das Hervorheben von Worten/ Satzabschnitten lohnt, wenn es hilft, den Text zu unterteilen, überfliegen und den Inhalt zu erfassen, kurzum dem Leser hilft, den Text schnell und leicht zu lesen.

Bild: Unsplash / pixabayCC0 Public Domain

Abkürzungen in der Unternehmenskommunikation

„asap“, „afaik“, „imho“ und „fyi“ – Die Abkürzungen erwecken eher den Eindruck, als hätte man zufällig Buchstaben zusammengewürfelt. Doch diese so zufällig er-scheinenden Kombinationen, werden immer öfter im Alltag angewandt. Die meistens aus dem Englischen stammenden Kürzel heißen so viel wie, „sobald wie möglich“, „soweit ich weiß“, „meiner bescheidenen Meinung“ und „zu Deiner / Ihrer Information“.
Viele glauben, dass diese seltsamen Kürzel aus der Faulheit im Sprachgebrauch junger Menschen entstanden sind.

Doch Abkürzungen sind keine eine Modeerscheinung aus der heutigen Zeit. Die verkürzte Ausdrucksweise war schon im Mittelalter eine beliebte Art zu kommunizieren. Damals war Papier knapp und sehr kostbar, sodass die Kurzeschreibweise sogar ein Ausdruck eleganten und professionellen Schreibens war.

Heutzutage zählt der Duden bis an die 50.000 nationalen und internationalen Abkürzungen. Natürlich sind individuelle und regionale Besonderheiten hier noch nicht inbegriffen.

Abkürzungen in der internen und externen Unternehmenskommunikation

Zeit ist Geld. Das gilt auch bei der Kommunikation zwischen Personen in Unter-nehmen. In der heutigen Zeit zählt Schnelligkeit im Austausch von Informationen und Neuigkeiten, wodurch Abkürzungen im täglichen Gebrauch nicht mehr weg zu denken sind.

Neben Fachtermini wie ISO, CT und MRT, Institutionen wie BMWI oder BITKOM und Begriffe des täglichen Gebrauchs wie FAQ, BTW oder BMI werden zunehmend auch Abkürzungen aus dem Englischen im Austausch mit Kollegen oder Kunden verwendet. So liest man immer häufiger „asap“ (as soon as possible), anstatt „so schnell wie möglich“.

Doch aufgepasst, denn nicht bei jedem Kollegen oder Kunden ist das Abkürzen angebracht. Je höher die Position des anderen, desto schneller können die Kürzel spartanisch und unhöflich wirken.

Besonders in der Kommunikation mit Kunden, Lieferanten und Partnern sollte man aber Abkürzungen vermeiden oder nur wenig nutzen. Dort ist eine klare Sprache sinnvoll.
Kein Kunde sollte beim Lesen einer E-Mail in Stocken geraten oder erst über die Bedeutung des Wortes Rätseln müssen. Zu viel von: „dgl.“, „zz.“, „m. E.“, erweckt auch schnell den Eindruck, als wäre eilig gearbeitet worden und man hätte sich für den Kunden nicht viel Zeit genommen.

Allgemein kann man also sagen, dass Abkürzungen sowohl früher als auch heute unsere Kommunikation erleichtern. Werden sie jedoch zu häufig eingesetzt, kann man auch schnell unhöflich wirken.

Übrigens: die gängigsten Abkürzungen und ihre Bedeutungen findest du hier http://faql.de/grundlagen.html#abk